Leicht fällt es mir nicht dieses niederzuschreiben aber ich denke das ich es mir einfach einmal von der Seele schreiben muss um vielleicht endlicht besser damit abschließen zu können.
Als ich 7 Jahre alt war wurden ich und meine kleine Schwester von einem wunderbaren Ehepaar in Pflege genommen und 3 Jahre später adoptiert. Wir beide hatten eine wunderbare und schöne Kindheit und waren total unbeschwert.

Mit 19 Jahren lernte ich die Liebe meines Lebens kennen, dachte ich zumindest und ein Jahr später wurde ich schwanger. Bald darauf wurde er gewalttätig und mit der Hilfe meiner Eltern und meiner Schwester konnte ich mich und mein Kind in Sicherheit bringen und uns effizient vor ihm schützen. Mit 21 Jahren habe ich trotz der Schläge und Gewaltausbrüche welche ich in der Schwangerschaft erleiden musste ein gesundes Kind geboren.

1 Jahr nach der Geburt meiner Tochter lernte ich zufällig einen der Doktoranden meines Vaters kennen. Ich war absolut noch nicht für eine neue Beziehung bereit und mein Vater ließ mich nicht mit ihm alleine. Er kam mehrfach bei meinen Eltern zu Hause vorbei wo ich mit meiner Tochter lebte und er war immer freundlich und zuvorkommen aber ich war sehr vorsichtig und auch meine Eltern hatten immer die Argusaugen. 6 Monate später fühlte ich mich immer wohler in seiner Gegenwart und irgendwann haben wir im Wohnzimmer meiner Eltern einen gemütlichen Abendverbracht und ich habe ihm die ganze Wahrheit erzählt und er hat zum ersten Mal wirklich meine Tochter kennengelernt. Er war super geduldig und hat alles getan um mir zu zeigen das er nicht wie der Vater meiner Tochter ist.
1,5 Jahre später, ich war 22 Jahre alt, heirateten wir und er adoptierte meine kleine Tochter. Mit 23, 26 und 30 haben wir 3 weitere wundervolle Kinder bekommen. Mein Mann hat mir die Möglichkeit gegeben zu heilen und tut alles um mir und meinen Kindern alles zu bieten was wir brauchen um ein sicheres und beschütztes Leben führen zu können. Unsere älteste Tochter weiß das mein Mann nicht ihr leiblicher Vater ist und sie weiß auch was ihr Vater getan hat.
Sie, ihre beiden Töchter und ihr Bruder haben eine schöne Kindheit und verstehen sich alle absolut blendend. Unsere große Tochter kommt nun langsam in das Alter indem sie gerne wissen möchte wer ihr leiblicher Vater ist, sie weiß ist, aber sie möchte ihn kennenlernen. Jedoch tu gerade ich mich schwer damit diesem Wunsch zu entsprechen denn ich möchte mein Kind beschützen und will nicht das sie sich von ihm blenden lässt. Natürlich weiß sie was ihr Vater mir angetan hat und ihr Papa ist ihr absoluter Held aber als Teenager greift man manchmal nach nicht nachvollziehbaren strängen.
Mein Mann sieht es etwas entspannter auch wenn er meine Ängste teilweise verstehen kann. Aber ich muss zugeben das ich trotz liebevoller Eltern, dem absolut besten Ehemann der Welt und einer wunderbaren Therapeutin zu der ich auch jetzt noch gehe, nie vergessen kann was passiert ist und manchmal werde ich auch heute noch von dem was passiert ist heimgesucht.
Ich hoffe das ich bis zum ersten Treffen meiner Tochter mit ihrem leiblichen Vater ein bisschen besser mit der Tatsache umgehen kann das sie tatsächlich ihren Vater kennenlernen wird.