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Thema: Metamorphose ins Glück

  1. #1
    Registriert Avatar von Zitronentorte
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    Standard Metamorphose ins Glück

    Wie fange ich an? Ich suche das Glück. Ich bin un-glück-lich, habe schon mit Depressionen zu kämpfen und muss ganz ganz dringend etwas für mich tun und einen Weg aus der Misere finden. Das wird ein langer Prozess und auch ein Kampf werden, denn ich muss mich von Verhaltensweisen aus der Kindheit befreien, um endlich für mich einstehen zu können. Ich schreibe hier, um meine Probleme abzuladen, um später noch einmal nachlesen zu können, vor allem wenn ich gerade wieder am Einknicken bin... und ein bißchen schreibe ich natürlich auch, um hier vielleicht den einen oder anderen Tipp zu bekommen oder einen anderen Blick auf die Dinge oder einen Tritt in den Hintern.

    Ich bin mit einem Mann zusammen, der mir nicht gut tut. Seitdem wir (wieder) zusammen sind - es sind jetzt 15 Jahre - geht es mir phasenweise schlecht und mittlerweile werden die Abstände kürzer und die Phasen schlimmer. Wir waren in der Jugend schonmal zusammen, auch da war es eine ungesunde Beziehung, einerseits zwar mit extremer Liebe, andererseits aber mit verletzendem Verhalten, strafender Ignoranz, Nicht-Kommunikation. Ein Auf und Ab, das unser Umfeld auch immer sehr kritisch gesehen hat. Als er mich mit Anfang 20 verließ, atmeten Viele auf und ich litt erstmal. Dann ordnete ich mein Leben. Und es wurde richtig gut! Ich zog mit einer Freundin zusammen, wir hatten eine tolle Zeit, reisten viel, gingen tanzen, schmissen Parties.

    Kurzer Zeitraffer: mit Ende 20 war er wieder da. Alle warnten mich, aber ich konnte mich nicht entziehen, ließ mich einspinnen von nächtelangen Telefonaten, war so verliebt. Er kam dann in meine Stadt und wir zogen zusammen, später als das erste Kind unterwegs war, kauften wir ein altes Haus und renovierten es mit Hilfe unserer Familien.

    Und wo ist das Problem? Er trinkt, täglich. Ich kann es nicht mehr aushalten!!! Als wir noch keine Kinder hatten, fiel es mir nicht so auf, da waren wir eh viel unterwegs mit Freunden, es gab immer was zu trinken. Dann, als es mir mehr und mehr auffiel, hoffte ich, dass sich mit dem Kind etwas ändert. Wer sich etwas mit der Materie auskennt, weiß, dass das natürlich nicht eintritt. Ich hoffte trotzdem. Dann, als das zweite Kind da war, wurde es schwierig. Er war oft genervt, besonders wenn er noch nichts getrunken hatte. Sozial hat er sich immer mehr eingesponnen, wollte kaum noch etwas außer Haus machen. Ich dachte über Trennung nach, sprach mit ihm. Er meinte, ich kannte ihn vorher gut genug, jetzt ist es zu spät zum Gehen. Ich blieb. Vor drei Jahren habe ich ihm direkt gesagt: wenn du nicht aufhörst, verlasse ich dich. Er wollte sich ändern, sofort, absolut, versprochen. Tja, nach ein paar Wochen schlich sich alles ein, erst im Verborgenen, später wieder ganz offen. 6 Monate nach diesem Gespräch ging ich zum Blauen Kreuz, ließ mich ein paar Sitzungen lang beraten. Fühlte mich in die Ecke gedrängt, weil... ich wollte ja eigentlich nicht gehen... ich wollte "nur", dass sich etwas ändert. Der Mitarbeiter vom Blauen Kreuz sagte klipp und klar es wird sich nichts ändern, es wird nur schlimmer werden. Warum ich immer noch da bin: ich weiß es nicht wirklich, der Mechanismus muss in der Kindheit zu finden sein. Mein Vater hat mir vermittelt ich darf keine eigene Meinung haben, ich darf nichts wollen, ich habe nichts zu sagen und er hat immer Recht. Obwohl mein Vater vom Typ her ganz gegensätzlich ist, haben die beiden so viele Gemeinsamkeiten im Verhalten... offensichtlich habe ich mir eine Vater-Figur gesucht, bei der ich in genau so eine Starre verfalle, wie damals in der Kindheit.

    Ich gehe oder ging zu einer Psychotherapeutin, das Sprechen dort tat gut, aber sie brachte mich nicht heraus aus der Starre.

    Am 10.6. habe ich die Trennung ausgesprochen. Aber: ich hab es ja bisher nie durchgezogen und so wartet er einfach drauf, dass das Gewitter vorüberzieht und macht rein gar nichts. Sogar das Trinken hat er dieses Mal nicht mal eingeschränkt wie die Male zuvor... er nimmt es also überhaupt nicht mehr ernst.

    Ich schaue schon Wohnungen an, bin aber ehrlich gesagt auch nicht überzeugt, dass ich es dieses Mal schaffe. Ich möchte es so gern schaffen und irgendwann wieder glücklich sein. Ich kann mir nicht vorstellen, bei ihm zu bleiben. Unterstützer habe ich einige - die Freundinnen, mit denen ich bisher gesprochen habe, sind für mich da.

    Tja, deshalb schreibe ich mir hier alles von der Seele, vielleicht hilft es mir etwas dabei, den Absprung zu schaffen.
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  3. #2
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    Standard AW: Metamorphose ins Glück

    Hallo Zitronentorte. Hmm.... doofe Situation :/

    Mein Vater hatte auch eine Alkoholsucht. Ich denke aber, dass es in der Tiefe noch mehr Probleme gab. Schwierigkeiten im Elternhaus. Irgendwann hat meine Mutter die Sachen gepackt und ist gegangen - mit mir. Aber es war nicht leicht. Das Schlimme ist wahrscheinlich, dass man dem Menschen nicht helfen kann - außer, man geht. Mein Vater verstarb früh an den Folgen der Sucht. Ich weiß nicht, ob das ein Fluch oder ein Segen war. Vielleicht die Erlösung für ihn. Aber leid tut es mir schon. Ach...

    Ich wünsche dir einfach... viel Kraft. LG

  4. Für den Beitrag dankt: Zitronentorte

  5. #3
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    Standard AW: Metamorphose ins Glück

    Heute ist ein doofer Tag. Ich bin so mutlos.
    Musste das große Kind aus dem Ferienlager abholen wegen Erbrechen. Zurück zu im Stau gestanden.

    Habe heute meine Unterlagen an den Makler geschickt, hatte mir letzte Woche eine Wohnung angesehen, morgen noch eine. Die Kuh ist aber noch lange nicht vom Eis. Ich glaube ich betrüge mich selbst, indem ich mir Wohnungen anschaue. Ich habe meine Freundin neulich gefragt, ob ich einfach erstmal eine Wohnung anmieten soll, um dann mehr Druck zu haben, die Trennung durchzuziehen. Sie meinte: ja, unbedingt. Hm.

    Am liebsten würde ich einfach nicht mehr hingehen, zu diesem Mann, in dieses Haus. Auch wenn es mein Haus ist...
    Ich kann Menschen verstehen, die einfach abhauen und alles hinter sich lassen, um woanders neu anzufangen. Es ist einfacher als an allen Fronten zu kämpfen. Aber ich kann ja nicht, alles zu kompliziert... die Kinder... das Haus.
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  6. #4
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    Standard AW: Metamorphose ins Glück

    Hallo Zitronentorte,

    ich fühle echt mit bei dem Problem sich nicht lösen zu wollen/können.

    Bei mir geht auch eine Geschichte schon fast 15 Jahre (siehe Thread Freundschaft mit Ex? im Forum Liebe).

    Und was bringen mir Fragen: Was hast Du davon? Nichts habe ich davon... die Ignoranz ist wieder da....

    Es gibt Probleme.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft! Ich versuche auch gerade mit aller Kraft eine Kontaktsperre durchzuziehen, leider breche ich immer wieder ab.

    lg
    Für alle fanatischen Christen in diesem Forum gilt: Ich bin ein Atheist. Was in mir verborgen ist weiß Gott und nicht Du und Dein Weltbild.

  7. #5
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    Standard AW: Metamorphose ins Glück

    Du schreibst es ist Dein Haus - warum wirfst Du ihn nicht raus ?
    Wer Wahrheit nicht hören will hat seine Gründe

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