Anzeige
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 6 bis 9 von 9

Thema: Studiumabbruch mit 23? Verzweifelt

  1. #6
    Registriert
    Registriert seit
    09.12.2019
    Ort
    somewhere in Germany
    Beiträge
    140
    Danke gesagt
    118
    Dank erhalten:   124

    Standard AW: Studiumabbruch mit 23? Verzweifelt

    Der Sohn meiner Cousine kam bereits vor rund 20 Jahren mit seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium an einer Universität auch nicht zurecht. Zuvor hatte er erfolgreich eine Banklehre absolviert. Seinen Äußerungen zufolge hatte er wohl das Gefühl, an der Uni würde nicht wirklich gelernt. Ich nehme eher an, er kam mit der fehlenden Struktur, die an Universitäten ja nicht vorgegeben wird, nicht klar. Dort muss man selbst entscheiden, was und wann man lernen will, ob und welche Vorlesungen und Seminare man wann besucht und welche Literatur man heranzieht. Hausaufgaben gibt es keine und auch keine festen Lerngruppen wie in den Kursen in der Oberstufe des Gymnasiums oder an der Berufsschule. Er hat dann das Studium abgebrochen (zu der Zeit war er ungefähr in deinem Alter) und an einer FH einen Studiengang mit Abschluss "Wirtschaftsjurist FH" absolviert (heute wäre das wohl ein Bachelorstudiengang). Da an FHs viel mehr Struktur vorgegeben wird und die ganze Ausbildung wesentlich verschulter ist, hatte er dort keinerlei Probleme mehr. Durch Vermittlung seines Vaters kam er in einem großen öffentlichen Unternehmen (wo der Vater schon beschäftigt war) unter, wo er im Laufe der Zeit noch weitere Zusatzqualifikationen erwarb und seit einigen Jahren (inzwischen ist er Mitte 40) "Abteilungsleiter Immobilien" ist.

    Seine Mutter gibt seither an wie ein Sack Sülze, spricht von den "Studienkollegen" ihres Sohnes, zu dessen Geburtstagsfeiern angeblich "nur Akademiker" kommen, und ist felsenfest davon überzeugt, dass ihr Sohn viel mehr erreicht hat und viel kompetenter ist als jeder Volljurist. Besonders "taktvoll" sind solche Bemerkungen in meiner Gegenwart, zumal ich selbst Volljuristin mit A 16-Besoldung bei einer bedeutenden Behörde bin. Da ich aber von meiner Amtsbezeichnung her nichts "leite", keine nennenswerten Statussymbole besitze und auch nicht dauernd davon erzähle, wie viele Leute ich als Mitarbeiter "unter mir" habe, scheinen meine Cousine und ihre Familie davon auszugehen, ich würde bei meiner Behörde bestenfalls diejenige intellektuelle Leistung erbringen müssen, die zur Pflege der sanitären Anlagen erforderlich ist.

    Daher kann ich dir nur raten, dir nicht zu viele Gedanken zu machen. Du musst dir ja kein so unrealistisches, dich selbst überhöhendes Weltbild zurechtzimmern wie meine besagte Verwandte. Aber es gibt immer Alternativen zu einem nicht erfolgreich beendeten Hochschulstudium, und es besteht nicht der geringste Grund, nur noch mit einer Tüte über dem Kopf herumzulaufen, falls man ein Universitätsstudium nicht schafft bzw. einem das Studieren an einer Universität einfach nicht liegt. Du siehst ja anhand des oben genannten Beispiels, mit welchem Selbstbewusstsein andere, denen es auch nicht gelegen hat und die es deshalb aufgegeben haben, obendrein durch die Gegend stolzieren.

    Sollte es bei dir aber nur an mangelndem Durchhaltevermögen liegen, so solltest du weitermachen! In jedem Berufsleben gibt es einmal Durststrecken, und es wäre grundfalsch, bei jedem Misserfolg im Studium gleich die Brocken hinzuschmeißen. Als angehender Akademiker muss man auch lernen, sich selbst zu motivieren, auch dann, wenn man mal bei Klausuren durchgefallen ist. Das geht den meisten Studierenden so. An der Uni hagelt es nun mal keine Einsen mehr wie auf dem Gymnasium, wo die Anforderungen in den letzten 20 Jahren immer mehr abgesenkt wurden. Mit der inflationären Einsenvergabe haben konfliktscheue Lehrer den Gymnasiasten keinen Gefallen getan; das rächt sich bei vielen spätestens an der Uni.
    Geändert von Sarnade (Gestern um 11:56 Uhr)

  2. Anzeige

  3. #7
    Registriert
    Registriert seit
    08.08.2019
    Beiträge
    1.108
    Danke gesagt
    372
    Dank erhalten:   390
    Blog-Einträge
    34

    Standard AW: Studiumabbruch mit 23? Verzweifelt

    Einfache Frage: Was interessiert dich denn? Studium - wen ja, welches - oder eher praktische Ausbildung?

    Wenn du dir in allem unsicher bist: Warum nicht erstmal ein SPJ oder ein SPÖ zu machen?

  4. #8
    Registriert
    Registriert seit
    09.12.2019
    Ort
    somewhere in Germany
    Beiträge
    140
    Danke gesagt
    118
    Dank erhalten:   124

    Standard AW: Studiumabbruch mit 23? Verzweifelt

    Zitat Zitat von Catley Beitrag anzeigen
    Einfache Frage: Was interessiert dich denn? Studium - wen ja, welches - oder eher praktische Ausbildung?

    Wenn du dir in allem unsicher bist: Warum nicht erstmal ein SPJ oder ein SPÖ zu machen?
    Ich möchte gern an die Fragen von Catley anknüpfen:
    Was genau missfällt dir an deinem jetzigen Studium so sehr? Dies musst du möglichst klar auf den Punkt bringen können. Ist es eher auf das konkrete Fach bezogen, oder hängen die Schwierigkeiten - unabhängig vom Studienfach - mit einem Universitätsstudium an sich zusammen? Gehen dir die ganze Atmosphäre an der Uni, die Anonymität, die Unüberschaubarkeit, das akademische Gehabe, die typische Sprache, das Fehlen von Struktur und von vorgegebenen Hausaufgaben auf den Keks? Neigst du dazu, dich zu verzetteln, wenn du selber Struktur in komplexe Lerninhalte bringen sollst? Bist du doch eher praktisch als theoretisch begabt? Bist du vielleicht der erste angehende Akademiker in der Familie und bräuchtest eigentlich nur etwas mehr Orientierungshilfe, um an einer Uni zurechtzukommen? In dem Fall gibt es heute einiges an Hilfen, so z.B. www.arbeiterkind.de.

    Erst auf dieser Basis ist eine gut abgewogene Entscheidung möglich, ob es in deinem Fall besser ist, das Studium fortzusetzen oder es abzubrechen. Auch wegen möglicher Alternativen ist es wichtig (anderes Studienfach an einer Uni? FH-Studium? Ausbildung, und wenn ja, welche?). Wäre nett, wenn du dich dazu noch einmal äußern würdest.

    Hilfreich wäre für dich vielleicht auch eine Studienberatung an der Uni selbst, oder du suchst die Sprechstunde eines oder mehrerer deiner Profs auf und schilderst deine Schwierigkeiten. So wirst du eher herausfinden, ob du die Probleme überwinden kannst und willst oder auch nicht.
    Geändert von Sarnade (Gestern um 11:53 Uhr)

  5. #9
    Registriert
    Registriert seit
    28.12.2018
    Beiträge
    230
    Danke gesagt
    57
    Dank erhalten:   61

    Standard AW: Studiumabbruch mit 23? Verzweifelt

    Hey, Tom.

    Für mich klingt das stark nach Versagensängsten. Womöglich kannst du dich deshalb gar nicht richtig auf das Studium einlassen.

    Auch, wenn es hart klingt: Gib Gas und zieh die Prüfungen durch. Dann sieht die Welt schon wieder anders aus. Es ist normal, dass man Selbstzweifel hat, wenn man irgendwo mal durchfällt. Genauso ist es aber auch normal, DASS man mal irgendwo im Laufe des Studiums durchfällt.

    Versuch, die Zähne zusammenzubeißen, besteh die Klausuren, und du wirst sehen: Das Problem hat sich in Luft aufgelöst.

    In jedem Studiengang wird es Dinge geben, die dich stören. Ist normal. Zieh es durch, das Studium geht auch vorbei.

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Angst vor Studiumabbruch
    Von Naestved im Forum Studium
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 02.07.2017, 23:06
  2. Studiumabbruch..
    Von verzweifelt.. im Forum Studium
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 28.04.2017, 20:32
  3. Studiumabbruch - Die Befreiung
    Von hilfe22 im Forum Studium
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 08.02.2016, 12:57
  4. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 01.10.2015, 14:58
  5. Studiumabbruch Sinnvoll? Was dann??
    Von MissMayI im Forum Studium
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 21.06.2010, 09:19

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige