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Thema: Wie erklärt man eine Lücke…

  1. #1
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    Standard Wie erklärt man eine Lücke…

    … bei einem übermäßig langen Studium?

    Ich hatte mich letztens wieder mit einem Freund unterhalten, dessen Situation nicht einfach ist. Er studiert schon übermäßig lange (12+ Semester) und ein Abschluss ist immer noch nicht in Sicht. Er muss auch noch ein Pflichtpraktikum machen. Und dabei kamen wir halt auf das Thema zu sprechen, wie man ein solch langes Studium in einem VG erklären könnte.

    Klar, wenn man nebenbei arbeitet, ein Ehrenamt macht, jemanden pflegt, etc., ist es wahrscheinlich normal, dass es länger dauert. Tut er aber nicht. Er hat die ganze Zeit wirklich nur studiert.

    Vielleicht ist das ganze noch nicht so Thema für ein Praktikum. Aber spätestens bei der richtigen Jobsuche gerät man doch in Erklärungsnot. Was soll man da sagen? Die Wahrheit?
    Die sähe so aus, dass ihn psychische Probleme daran hindern, aktiv zu werden. Also ein deutliches No-Go.

    Es würde mich wirklich interessieren, was man in einer solchen Situation sagen kann, zumal er nicht der einzige Fall ist, der sich in einer solchen Lage befindet. Eine Bekannte von mir steckt seit acht Jahren in ihrem Masterstudium, beendet dieses aber bald. Rein vom Lebenslauf könnte man bei ihr auch nicht erkennen, weshalb sie so lange gebraucht hat. Auch bei ihr liegt es an psychischen Problemen.

    Ich selbst bin ratlos, wie man sich erklären könnte, die anderen ebenso. Zumal sie ja nicht mal selbstbewusst behaupten können, dass sie zwar mal krank waren, aber nun wieder völlig fit seien. Ihre Probleme sind noch hochaktuell.

    Was würdet ihr raten?
    "Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben."
    - Epiktet

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  3. #2
    ano2201049
    Gast

    Standard AW: Wie erklärt man eine Lücke…

    Psychische Krankheiten unbedingt verschweigen.

    Wie sieht der Background aus? Migrationshintergrund? Arbeiterfamilie? Frau in MINT-Fach? Schwangerschaft?

    Als erstes studiertes Arbeiterkind in der Familie kann man sich zum Beispiel durchaus damit verteidigen, einen steilen Berg erklommen zu haben, trotz Widerstand in der Familie. Es zeugt von Willensstärke und Durchhaltevermögen. Diese Argumentationsstruktur kannst du auf alles übertragen, was das Studium schwerer gemacht hat.

    Es setzt allerdings voraus, dass man sich selbst gut verkaufen kann und das Positive darin bestärkt.
    Geändert von ano2201049 (16.07.2019 um 15:39 Uhr)

  4. #3
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    Standard AW: Wie erklärt man eine Lücke…

    Zitat Zitat von ano2201049 Beitrag anzeigen
    Psychische Krankheiten unbedingt verschweigen.

    Wie sieht der Background aus? Migrationshintergrund? Arbeiterfamilie? Frau in MINT-Fach? Schwangerschaft?

    Als erstes studiertes Arbeiterkind in der Familie kann man sich zum Beispiel durchaus damit verteidigen, einen steilen Berg erklommen zu haben, trotz Widerstand in der Familie. Es zeugt von Willensstärke und Durchhaltevermögen. Diese Argumentationsstruktur kannst du auf alles übertragen, was das Studium schwerer gemacht hat.

    Es setzt allerdings voraus, dass man sich selbst gut verkaufen kann und das Positive darin bestärkt.
    Mein Freund hat schon einen Migrationshintergrund. Seine Eltern haben in dem Land, aus dem sie kamen, jedoch beide ein Studium absolviert. Es bringt ihnen hier nur nichts, da es nicht anerkannt wird.

    Bei meiner Bekannten kenne ich die familiäre Situation nicht genau. Sie studiert kein MINT-Fach und war nie schwanger. Er studiert eine Naturwissenschaft.

    Das mit dem sich-verkaufen-können ist so eine Sache. Die psychischen Schwierigkeiten haben bei beiden auch viel mit dem sozialen Bereich zu tun. Von meiner Bekannten höre ich z.B. oft, dass sie sich nichts, aber auch gar nichts zutraut.
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  5. #4
    ano2201049
    Gast

    Standard AW: Wie erklärt man eine Lücke…

    Zitat Zitat von Bloodangel´s Cry Beitrag anzeigen
    Mein Freund hat schon einen Migrationshintergrund. Seine Eltern haben in dem Land, aus dem sie kamen, jedoch beide ein Studium absolviert. Es bringt ihnen hier nur nichts, da es nicht anerkannt wird.
    Dann vielleicht ein einkommensschwacher Haushalt. Ist ja im Prinzip egal. Wenn der AG das nicht überprüfen kann, dann kann man oben genannte Argumente anwenden. Es bleibt sonst im Grunde nichts, außer ehrlich zu sein, nur kommt man damit wahrscheinlich nicht weit.

    Zitat Zitat von Bloodangel´s Cry Beitrag anzeigen
    Das mit dem sich-verkaufen-können ist so eine Sache. Die psychischen Schwierigkeiten haben bei beiden auch viel mit dem sozialen Bereich zu tun. Von meiner Bekannten höre ich z.B. oft, dass sie sich nichts, aber auch gar nichts zutraut.
    Ja, verstehe ich. War bei mir genau so. Ich hatte es erst mit Ehrlichkeit versucht und bin kläglich daran gescheitert. Nachdem mir klar war, dass auch das nächste und übernächste Vorstellungsgespräch den gleichen Ausgang nehmen werden würden, habe ich mein Verhalten geändert. Dazu muss man folgendes wissen:

    1. Der AG weiß über dich nur das, was in der Bewerbung steht und was er googlen kann.
    2. Der AG nimmt den Bewerber, der ihm kompetent und angenehm erscheint.

    Darauf basierend habe ich meine gesamte Bewerbung und mein Vorstellungsgespräch so gestaltet, als würde ich einen Joghurt vermarkten. Keiner will hören, dass da Farbstoffe drin sind. Der Joghurt ist natürlich, frisch und fettarm, von glücklichen Kühen, mit probiotischen Bakterien und den besten Früchten der Region – oder so ähnlich. Sämtliche AGs haben mir das abgekauft.

    Letztlich muss man aber an seinem Mindset arbeiten. Es braucht Zeit, um eine Geisteshaltung zu verinnerlichen. Es ist ein Prozess. Es lohnt sich aber. Deine Freunde müssen wieder lernen, sich selbst wertzuschätzen und anderen Menschen ihren Wert glaubhaft zu vermitteln.

  6. Für den Beitrag dankt: Lysbona

  7. #5
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    Standard AW: Wie erklärt man eine Lücke…

    Zitat Zitat von ano2201049 Beitrag anzeigen
    Dann vielleicht ein einkommensschwacher Haushalt. Ist ja im Prinzip egal. Wenn der AG das nicht überprüfen kann, dann kann man oben genannte Argumente anwenden. Es bleibt sonst im Grunde nichts, außer ehrlich zu sein, nur kommt man damit wahrscheinlich nicht weit.
    Ja, der Haushalt ist einkommensschwach. Die Mutter bezieht auch H4. Da im Haushalt auch eine pflegebedürftige Oma lebt, habe ich ihm geraten, dass er ja im Fall der Fälle sagen könnte, dass er sie zusammen mit seiner Mutter pflegt. Ansonsten wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass sich seine Situation überhaupt positiv schildern ließe.


    Zitat Zitat von ano2201049 Beitrag anzeigen
    Ja, verstehe ich. War bei mir genau so. Ich hatte es erst mit Ehrlichkeit versucht und bin kläglich daran gescheitert. Nachdem mir klar war, dass auch das nächste und übernächste Vorstellungsgespräch den gleichen Ausgang nehmen werden würden, habe ich mein Verhalten geändert. Dazu muss man folgendes wissen:

    1. Der AG weiß über dich nur das, was in der Bewerbung steht und was er googlen kann.
    2. Der AG nimmt den Bewerber, der ihm kompetent und angenehm erscheint.

    Darauf basierend habe ich meine gesamte Bewerbung und mein Vorstellungsgespräch so gestaltet, als würde ich einen Joghurt vermarkten. Keiner will hören, dass da Farbstoffe drin sind. Der Joghurt ist natürlich, frisch und fettarm, von glücklichen Kühen, mit probiotischen Bakterien und den besten Früchten der Region – oder so ähnlich. Sämtliche AGs haben mir das abgekauft.

    Letztlich muss man aber an seinem Mindset arbeiten. Es braucht Zeit, um eine Geisteshaltung zu verinnerlichen. Es ist ein Prozess. Es lohnt sich aber. Deine Freunde müssen wieder lernen, sich selbst wertzuschätzen und anderen Menschen ihren Wert glaubhaft zu vermitteln.
    Ich rate meinem Freund eigentlich schon, dass er sich bei seinen Problemen Hilfe suchen sollte. Aber er sagte mir, dass er das nicht so ohne weiteres tun würde, traurigerweise. Er ist wirklich sehr introvertiert, und kann sich Menschen nur mithilfe von Alkohol öffnen. Bei meiner Bekannten geht es auch schon seit Jahren nur im Schneckentempo voran.

    So eine Geisteshaltung sich anzueignen, ist definitiv sinnvoll, ohne Zweifel. Ich denke, der Druck von außen und der eigene sind dabei jedoch keine guten Berater. Die beiden wissen, dass sie ja auch keine 20 mehr sind...
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