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Thema: Unterschätzung der Funktion von Urlaub

  1. #11
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    Standard AW: Unterschätzung der Funktion von Urlaub

    Zitat Zitat von Rose Beitrag anzeigen
    Ein Teilzeitjob kann auch anstrengend und kräftezehrend sein.
    Ja, deiner auf jeden Fall.

    Deswegen kann man auch nicht alle in einen Topf werfen.

    Es gibt Studenten mit einem easy Studentenleben, andere haben es richtig schwer.

    So ist es überall, Ausbildung, Job, Familie...

    Unterschiedliche Voraussetzungen und Lebensbedingungen, die natürlich eine Rolle spielen.

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  3. #12
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    Standard AW: Unterschätzung der Funktion von Urlaub

    Wenn ich jetzt dich TE als Beispiel nehme, denke ich, dass man nach dem Studium nicht unbedingt vor einem Teilzeitjob noch viel Urlaub braucht.
    .
    Wer sagt dir, dass ich immer Teilzeit gearbeitet habe? Abgesehen davon, hast du schon mal von Überstunden gehört? Dass hier ist nicht mein erster Job nach dem Studium. Nur, weil ich zuletzt Teilzeit gearbeitet habe, heißt das nicht, dass ich es immer getan habe. Ich hatte zuvor bereits 2 andere Arbeitsstellen, die befristet waren. Befristet ist nicht gleich Teil- oder Vollzeit. Und mit meinem Teilzeitjob neben meinem Studium bin ich teilweise mit Vor- und Nachbereitung des Studiums auf eine 48 Stundenwoche gekommen. 28 Stunden mit Vorlesungen und Vor- und Nachbereitung fürs Studium, 20 fürs jobben im Heimbereich oder in der Beratung. Und dabei bin ich nicht selten statt 20 Stunden auf 23 oder 24 Stunden gekommen. Gerade im sozialen Bereich kannst du nicht zu deinen Klienten sagen: Nö, hab jetzt Feierabend. Ist mir egal, was mit dir passiert und ob du am Wochenende keinen Strom hast oder drohst aus dem Fenster zu springen.
    In der Masterarbeitszeit kam ich auf eine 50 Stundenwoche.
    Das mal so am Rand.

    Viele Studenten, die nebenher arbeiten müssen, kommen locker auf über 48 Stunden die Woche.

    Wer da noch über Urlaubsansprüche diskutieren will, der hat irgendwas verpasst.

    Ich möchte hier keine Spaltung von Akademikern oder Nicht-Akademikern erzeugen. Darum ging es mir nicht. Aber dennoch können viele Eltern, deren Kinder studieren oder Akademiker das sicher besser nachvollziehen als jemand mit einer Ausbildung, bei der man allein schon dadurch, dass man finanziell besser gestellt ist und nicht zusätzlich jobben muss, ganz andere Voraussetzungen hat.

    Sicher gibts auch die, die alles von den Eltern bekommen. Aber wir haben doch nicht nur schwarz oder weiß.
    Geändert von Bonsoir (06.01.2019 um 17:14 Uhr)

  4. #13
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    Standard AW: Unterschätzung der Funktion von Urlaub

    Zitat Zitat von Bonsoir Beitrag anzeigen

    Ich möchte hier keine Spaltung von Akademikern oder Nicht-Akademikern erzeugen. Darum ging es mir nicht. Aber dennoch können viele Eltern, deren Kinder studieren oder Akademiker das sicher besser nachvollziehen als jemand mit einer Ausbildung, bei der man allein schon dadurch, dass man finanziell besser gestellt ist und nicht zusätzlich jobben muss, ganz andere Voraussetzungen hat.

    Sicher gibts auch die, die alles von den Eltern bekommen. Aber wir haben doch nicht nur schwarz oder weiß.
    Du tust dann aber meiner Ansicht nach schon die Studenten hervorheben und etwas pauschalisieren bei den Auszubildenden. Wer sagt denn, dass man meistens oder immer in einer Ausbildung finanziell besser gestellt ist? Und so viel bessere Voraussetzungen hat, als wenn jemand studiert?

    In manchen Ausbildungsberufen ist das ein Witz, was man da verdient. Viele Azubis ziehen von zuhause aus. Oder müssen von ihrem Betrieb aus die Kosten fürs Pendeln, für die Berufsschule etc. alleine übernehmen. Wenn du dann schon von Haus aus wegen der Ausbildung keine Semesterferien hast und prinzipiell bis zu 40 Stunden die Woche arbeitest, ist es auch eng und nicht so leicht möglich, nebenher zu arbeiten.

    Es gibt Azubis, die müssen genauso wie Studenten für ihre Ausbildung wegziehen und können nicht einfach so zuhause bleiben bei ihren Eltern. Und bei den angestiegenen Mieten und der Wohnungs- und WG-Knappheit in vielen Städten ist das absolut kein Zuckerschlecken - denn traurigerweise steigen die Vergütungen nicht im gleichen Ausmaß an, das ist es ja.

    Was anderes wäre es, wenn du allgemein davon schreiben würdest, dass du es gut fändest, wenn Leute allgemein nach ihrer Ausbildung oder Studium sich Urlaub nehmen - aber du sprichst konstant von Studierenden, schreibst dann, du willst keine Spaltung schaffen, schreibst dann aber auch wiederum, dass deiner Ansicht nach Auszubildende es schon mal finanziell besser haben, als Studierende und schreibst von anderen Voraussetzungen. Die Beiträge der Vorschreiber müssten dir doch gezeigt haben, dass es sehr verschieden ist, was Studium und Ausbildung angeht. Manche können sich ihr Leben chillen, andere nicht - auf beiden Seiten. Und warum es für viele eben nicht machbar ist und ein Wunschgedanke bleiben wird, länger nach Abschluss Urlaub zu machen.
    They broke the wrong parts of me. They broke my wings and forgot I had claws.

    We repeat what we don't repair.

    Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet.

    Große Mädchen lachen laut und weinen leise. :(

  5. Für den Beitrag danken: beihempelsuntermsofa, Rose, Sofakissen, _cloudy_, ~scum~

  6. #14
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    Standard AW: Unterschätzung der Funktion von Urlaub

    Wer sagt denn, dass man meistens oder immer in einer Ausbildung finanziell besser gestellt ist? Und so viel bessere Voraussetzungen hat, als wenn jemand studiert?
    Als Student hast du größere Ausgaben als ein Azubi und verschuldest dich im 3 stelligen Bereich, wenn du keine zahlungswilligen Eltern hast.
    Wenn du nicht eine schulische Ausbildung machst, bei der du Geld hinbezahlst, bekommst du wenn auch sehr wenig einen Beitrag zurück.
    Ausziehen kann man als Azubi auch in eine WG.
    Viele meiner ehemaligen Kommilitonen haben bis zu 10 000 Euro Bafögschulden. Zumindest die, die den Höchstsatz bekommen haben. Wenn du nicht gerade Pilot wirst, kannst du das als Azubi nicht toppen.
    Selbst im Vergleich zu einer Bekannten, die eine Ausbildung im Hotelgewerbe machte und 500 Euro bekam, ging es mir als Studentin schlechter. Ich musste größtenteils 20 Stunden arbeiten und noch schauen, wie ich das Studium auf die Reihe bekomme von der Koordination der Arbeitszeiten.
    Klar, hätte ich alles nicht machen müssen, habe ich aber. Der Azubi hat seine Arbeit und die Berufsschule und fährt nicht noch an die Uni, schreibt 9 Klausuren.

    Natürlich hängt das auch vom Einzelfall ab, aber dennoch würde ich einen Großteil der klassischen Ausbildungen nicht mit einem Studium vergleichen. Kann man auch gar nicht und will ich nicht.

    Was anderes wäre es, wenn du allgemein davon schreiben würdest, dass du es gut fändest, wenn Leute allgemein nach ihrer Ausbildung oder Studium sich Urlaub nehmen - aber du sprichst konstant von Studierenden,
    Mir ist nicht bekannt, dass man als Azubi eine ca. 70 oder 90 seitige Abschlussarbeit abgeben muss. Darum ging es mir. Verfass mal eine wissenschaftliche Arbeit und geh nebenher vielleicht noch arbeiten. Habe ich im Bachelor gemacht. Bei der Masterarbeit war ich dann schlauer.
    Wir reden hier von klassischen Ausbildungen, nicht aber von einer dualen Ausbildung.


    Wenn du dann schon von Haus aus wegen der Ausbildung keine Semesterferien hast und prinzipiell bis zu 40 Stunden die Woche arbeitest, ist es auch eng und nicht so leicht möglich, nebenher zu arbeiten.
    Als Azubi hast du keine Semesterferien und musst im Normalfall nicht nebenher arbeiten. Viele Azubis bleiben genau deshalb zu Hause wohnen und suchen sich etwas in der Nähe. Andere die weg ziehen, ziehen in eine WG und begleichen die Kosten mit ihrem Azubigehalt. Wenn du nicht gerade eine Ausbildung in München machst, geht das. Oder sie bekommen wenn es nicht reicht Ausbildungsförderung.

    Beim klassischen Studium bekommst du gar kein Geld und musst obendrein noch fett hinein buttern. Bücher, Material, Laptop gibt es alles nicht für lau und ich kenne viele Studenten, die von zu Hause pendeln und auch noch ihr Zugticket bezahlen müssen.
    Ein Studium ist, was die Finanzen angeht ein Nullsummenspiel. 10 000 Euro Bafögschulden hinterher. Von den fehlenden Jahren, die man in die Rentenkasse einzahlt fange ich nicht an und man bekommt nichts finanziell heraus.

    Alle Azubis, die ich kenne, wohnen übrigens noch zu Hause.
    Natürlich kommt das auch hier wieder auf den Einzelfall an. Es gibt sicher Ausreißer wie Pilot. Da überzieht man die Bafögschulden.

    Nachteile vom Studium sind eindeutig: Keine finanziellen Zuwendungen und wenn ja, Bafögschulden oder ewiges Bittstellertum bei den Eltern, keine Arbeitserfahrung, keine Einzahlung in die Rentenkasse, Verzicht auf Azubigehalt, Selbstständigkeit wird weiter hinaus geschoben, hohe Kosten für Bücher, Arbeitsmaterialien
    Geändert von Bonsoir (06.01.2019 um 19:15 Uhr)

  7. #15
    Registriert Avatar von Schroti
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    Standard AW: Unterschätzung der Funktion von Urlaub

    Es wird niemand dazu gezwungen, ein entbehrungsreiches, karges Studium zu absolvieren.
    Wenn man sich diesen Strapazen nicht gewachsen fühlt, kann man doch eine Ausbildung machen oder ungelernt in die Produktionshilfe.
    Das ist sicher viel entspannter und schützt vor dem Burn out....
    Geregelten Urlaub hat man dann auch.

  8. Für den Beitrag danken: finnie, Rose, ~scum~

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