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Thema: Burnout nach Studium

  1. #1
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    Standard Burnout nach Studium

    Hallo,

    ich möchte mir hier mal den Frust von der Seele schreiben. Vielleicht kann der ein oder andere mir einen guten Ratschlag geben.

    Ich habe vor kurzem mein Studium in Informatik erfolgreich abgeschlossen und gleich im Anschluss einen Job als Softwareentwickler gefunden. Nach einigen Monaten wurde ich krank geschrieben mit der Diagnose Angststörung und Burnout.

    Leider litt ich schon während des gesamten Studiums an Depressionen und starker Erschöpfung, was ich mir aber nie eingestehen konnte. Trotzdem habe ich immer alle Prüfungen mit besten Ergebnissen bestanden. Auch Praktika und Abschlussarbeiten waren kein Problem, da ich meist alleine gearbeitet habe und meine psychischen Probleme nie wirklich jemanden aufgefallen sind. Jetzt nach dem Studium habe ich allerdings einen Punkt erreicht, an dem ich einfach nicht mehr wie bisher weitermachen kann.

    Auf Arbeit habe ich starke Probleme mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Auf Meetings bekomme ich keinen Ton raus und auch mit den Kollegen komme ich nicht klar. Manchmal glaube ich, dass ich unfähig bin im Team zu arbeiten.

    Ich gerate ständig in Konflikte mit anderen Mitarbeitern, kann dann Nachts häufig nicht schlafen, weil meine Gedanken nur noch um die Arbeit kreisen. Am nächsten Tag kann ich mich dann nicht konzentrieren und schaffe schließlich meine Arbeit nicht mehr. Ich habe ständig Angst meinen Job zu verlieren, weil ich nicht die geforderte Leistung bringe. In meinen Kopf geht einfach nichts mehr rein. Ich bin dauerhaft überfordert und will einfach nur noch schlafen.

    Ich weiß nicht mehr, wie ich noch weitermachen soll. Unter großer Anstrengung bin ich noch in der Lage meinen jetzigen Job weiterzumachen. Ich bin noch in der Probezeit und seit 2 Wochen krank geschrieben. Es wäre gut möglich, dass mich mein Arbeitgeber demnächst kündigt. Ich habe bereits mehrere Versuche unternommen, dass Unternehmen zu wechseln, in der Hoffnung, woanders könnte es besser klappen. Aber ich glaube das Problem liegt wirklich an mir und nicht am Umfeld. Da ich Berufseinsteiger habe ich leider keinen Vergleich zu anderen Arbeitgebern.

    Ich habe auch schon darüber nachgedacht, mir eine Auszeit zu nehmen, aber dann packt mich wieder die Angst, dass ich danach einfach keine gute Stelle mehr bekomme. Auch möchte ich nicht untätig zuhause herumsitzen und von Sozialhilfe leben.

    Ich habe das Gefühl, der größte Versager zu sein. Mein ganzes Studium war völlig umsonst und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Selbst wenn ich meine psychischen Probleme in den Griff bekommen würde, bin ich sozial zu inkompetent um den Beruf auszuüben, trotz fachlich guter Qualifikationen.

    Zurzeit bin ich auf der Suche nach einem Therapeuten, aber diese Unsicherheit, wie es mit mir weitergehen soll, macht mich einfach komplett fertig.
    Geändert von Raindrop7 (22.12.2018 um 13:07 Uhr)

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  3. #2
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    Standard AW: Burnout nach Studium

    Aus meiner Sicht gehst du deine Themen komplett falsch an und eigentlich weißt du das auch. Deine Probleme sind offensichtlich und dir auch bestens bekannt. Aber mit deinem Methoden diese zu lösen, erzeugen genau das Gegenteil. Kein Wunder also, dass es mehr und mehr bergab geht.

    Wie könnte es besser gehen? Du solltest dich deinen Problemen stellen und nicht vor denen weglaufen oder diese versuchen zu kaschieren. Es wird nicht helfen das Unternehmen zu wechseln, denn du nimmst dich ja selbst mit d.h. es wird sicher nicht lange dauern und dann hättest die gleiche schwierige Situation. Mit der Suche nach einem Therapeuten gehst du meiner Meinung nach schon mal eine ersten guten Schritt. Für dein Verhalten gibt es Ursachen und die gilt es zu finden und daran zu arbeiten. Und natürlich wird das keinen Spass machen bzw. wirst du viel lieber das machen, was dir liegt (also dein Fachliches). Aber du hast eh schon verstanden, das alleine reicht nicht aus. Denn wo immer Menschen aufeinander treffen sind vor allem auch nicht-fachliche Themen gefragt (auf Neudeutsch Soft-Skills).

    Als Versager brauchst du dich überhaupt nicht fühlen. Du hast eine schwache Seite und daran kannst du arbeiten. Dein Studium, dein Know-How und deine Fähigkeiten sind eine sehr gute Investition und die kann dir auch niemand mehr nehmen. Ich finde das hast du richtig gut gemacht. Und wenn du nun deine Schwachstelle(n) angehst, wirst du deine fachliche Kompetenz enorm aufwerten und dich viel wohler fühlen.

    Ach ja und wegen deinem Job musst du dir sicher wenig Gedanken machen. Denn selbst wenn du die jetzige Probezeit nicht überstehen solltest (kann ich mir kaum vorstellen), Softwareentwickler sind absolut Mangelware und daher sehr gefragt. Aber denke immer dran, man muss auch ins Team passen. Also ran an die nicht-fachlichen Themen. Ich wünsche dir viel Erfolg.

  4. #3
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    Standard AW: Burnout nach Studium

    Ich habe vor kurzem mein Studium in Informatik erfolgreich abgeschlossen und gleich im Anschluss einen Job als Softwareentwickler gefunden.
    Und genau hier liegt der Fehler. Kein Urlaub, voll durchgepowert und gleich sofort im Job weiter.
    Geht nicht. Du bist keine Maschine.
    So wie dir gehts vielen jungen Leuten. Du bist damit leider nicht allein.

    Mein ehrlicher Tipp? Begib dich in Therapie und pfeif auf die Arbeit. Notfalls bringt auch eine Klinik was.
    Vermutlich ist dein Job auch noch befristet oder?

    Bitte such dir rechtzeitig Hilfe. Wenn es einmal chronisch ist, dauert es sehr lange, bis es therapiert wird und am Ende hast du überhaupt Probleme dein häusliches Umfeld zu verlassen.
    Therapieplatz beantragen, beim Hausarzt tacheles reden und erstmal krank geschrieben bleiben. Mein Tipp.

  5. #4
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    Standard AW: Burnout nach Studium

    Hallo,
    kurz vor dem gemütlichen Zusammensein möchte ich dir noch antworten.
    Mein Vorschreiber hat den Nagel auf den Kopf getroffen
    Du hast immer gepowert, mehr gegeben als dein Körper eigentlich konnte. Die guten Noten waren Anreiz weiter zu machen und nicht inne zu halten.
    Ich kenne das nur zu gut von einem meiner Kinder.
    Irgendwann kommt aber der Punkt, da reicht eine Kleinigkeit und der Körper streikt endgültig.
    Ihr jungen Leute, müsst einfach auch mal erkennen: Ihr seid Menschen, keine Maschinen. Ihr müsst uns Eltern nichts beweisen, ihr müsst nicht immer Topleistungen bringen....Das haben dir deine Eltern sicher auch schon gesagt.
    Ich meine, mit angezogener Handbremse bringst du immer noch mehr Leistung als die meisten deiner Kollegen.
    Ihr seht das aber aus der falschen Perspektive, ihr meint ihr seid nicht gut genug.....!
    Der Körper kann jetzt nicht mehr, du musst auf deinen Körper hören, du musst lernen auf dich selbst zu achten!!
    Du rennst in eine Depression rein, merkst du das nicht? Merkt das dein Umfeld nicht?
    Höre auf deinen Körper, gönne dir die Ruhe, nimm dir eine Auszeit. Kein Geld der Welt ist es wert, die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
    Wenn du dann wieder fit bist, dann starte wieder beruflich. Vorher musst du aber lernen, deinen Körper wichtig zu nehmen, auf ihn zu achten, Grenzen zu erkennen und einzuhalten.
    In der heutigen Zeit werden gute Leute immer gesucht. ..
    Pass auf dich auf und denk an dich.

  6. #5
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    Standard AW: Burnout nach Studium

    Zitat Zitat von Querdenker Beitrag anzeigen
    Und natürlich wird das keinen Spass machen bzw. wirst du viel lieber das machen, was dir liegt (also dein Fachliches). Aber du hast eh schon verstanden, das alleine reicht nicht aus. Denn wo immer Menschen aufeinander treffen sind vor allem auch nicht-fachliche Themen gefragt (auf Neudeutsch Soft-Skills)
    Du hast Recht, ich laufe davor davon, weil es mir so schwer fällt. Früher oder später muss ich mich der Sache aber stellen. Ich war nie besonders kommunikationsstark, vielleicht kann ich es noch lernen, aber das geht nicht von heute von morgen. Es braucht einfach Zeit.

    Zitat Zitat von Bonsoir Beitrag anzeigen
    Und genau hier liegt der Fehler. Kein Urlaub, voll durchgepowert und gleich sofort im Job weiter.
    Dazwischen lagen ein paar Wochen Auszeit, aber die waren nicht wirklich erholsam. Ich war mit Umzug und Wohnungssuche beschäftigt. Zwischenzeitlich war ich bei meinen Eltern, was mir nicht gut getan hat.

    In den letzten Jahren bin ich so häufig umgezogen, von einem Praktikum zum nächsten. Eigentlich wollte ich mich nach dem Studium irgendwo niederlassen und mir ein soziales Umfeld aufbauen. Dauernd den Wohnort zu wechseln ist zermürbend.

    Bei meinem jetzigen Arbeitgeber ist es schwierig einen Gang runter zu fahren, weil er mich aus dem Grund eingestellt hat, dass ich bisher immer so jemand war, der immer weiter nach oben will. Aus meinem Lebenslauf geht das ganz gut hervor und jetzt erwartet man von mir, dass es immer so weiter geht, damit ich Veränderungen in der Firma voran treibe. Die Erwartungen, die da an mich gestellt werden, kommen teilweise von Leuten, die keinen Plan von der Materie haben. Vieles davon ist überhaupt nicht umsetzbar.

    Zitat Zitat von gigi2 Beitrag anzeigen
    Ihr jungen Leute, müsst einfach auch mal erkennen: Ihr seid Menschen, keine Maschinen. Ihr müsst uns Eltern nichts beweisen, ihr müsst nicht immer Topleistungen bringen....Das haben dir deine Eltern sicher auch schon gesagt.
    Zitat Zitat von gigi2 Beitrag anzeigen
    Du rennst in eine Depression rein, merkst du das nicht? Merkt das dein Umfeld nicht?
    Meine Eltern haben keinerlei Verständnis für meine Situation. Sie sind auch nicht in der Lage mich zu verstehen. Man kann mit ihnen darüber nicht reden. Die beschweren sich maximal darüber, dass ich endlich viel Geld verdienen soll statt zu studieren. Am besten morgen gleich noch heiraten und übermorgen dann Kinder in die Welt setzen. Als ich ihnen neulich versucht habe, meine Situation in der Firma zu schildern, haben sie angefangen, sich auf die Seite der Firma zu stellen. Wenn man sie fragen würde, was ich eigentlich studiert habe, hätten sie darauf nicht mal eine richtige Antwort parat. Das einzige, was ihnen wichtig erscheint, ist, wie viel Kohle ich danach verdiene...

    Sie wollen nicht, dass ich mir eine Auszeit nehme, weil sie dann als Eltern doof dastehen. Das ist so, weil meine Schwester in einer ähnlichen Situation ist und seit Jahren an Depressionen leidet. Damit sie sich nicht schämen müssen, soll nun wenigstens der Sohn fest in Lohn und Brot stehen. Klingt total bescheuert, ist aber leider wirklich so.

    Vielen Dank an dieser Stelle für die sehr hilfreichen Antworten!

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