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Thema: Aggressionen wegen Jurastudium

  1. #1
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    Standard Aggressionen wegen Jurastudium

    Ich muss mir mal wieder die Wut von der Seele schreiben.

    Ich hatte heute einen kleinen Unfall: Ich war gestresst, habe mich zu schnell bewegt und bin mit dem Kopf voll in eine Stange geknallt. Es hat geblutet und ich musste zum Arzt. Ausgerechnet heute. Die letzte Vorlesungswoche, wo immer die wichtigsten Infos herausgegeben werden. Die verpasse ich jetzt. Wegen so einem Scheiss-Unfall.

    Jetzt muss ich zu Hause bleiben. Das wäre natürlich supercool und aufregend, wenn ich noch in der Schule wäre oder Angestellter, dann hätte ich ja frei! Aber als Student beisse ich mir selbst in den Hintern.

    Es macht mich extrem aggressiv. Ich bin gerade extrem wütend auf mich selbst, dass mir das passiert ist. Ich frage mich gerade, ob dieser Unfall irgendein Zeichen von oben her sein soll. Dass ich es einfach lassen soll, dieses Jurastudium. Diese Stresserei.

    Ich weiss einfach nicht, wie ich meine Aggressionen loswerden kann. Jetzt habe ich Angst, dass einfach wieder alles für nichts gewesen ist, weil ich ausgerechnet die letzte und wichtigste Vorlesungswoche verpasse. Ich habe mir so viel Mühe gegeben und jetzt das.

    Dieses Jurastudium stresst mich zu sehr. Ich hasse es einfach nur noch. Ich muss früh am Morgen aufstehen, was nicht gerade mein Ding ist, ich bin eher eine Eule. Dann muss ich mit einem 10kg schweren Rucksack voller Skripte und Gesetzbücher an den Bahnhof stressen. Und selbst wenn ich mich noch so beeile, ich bin oft zu spät! Und ich weiss einfach nicht, wieso, ich hatte schon immer ein Problem mit Zuspätkommen. Manchmal stehe ich dann am Bahnhof, völlig verschwitzt, aber Zug verpasst. Also quasi "trotz Bemühung kein Erfolg".
    Den Mut, einfach in den Vorlesungssaal zu schleichen, habe ich nicht, es gibt zu viele böse Blicke.
    Ich habe von der Schlepperei und dem Gestresse körperliche Beschwerden.

    Ich weiss nicht, wie es bei euch ist, aber es ist "Alles oder Nichts" bei Jura. Das frühmorgens aufstehen, diese Stresserei um den Zug zu erwischen. In der Bibliothek muss man kurz vor der Öffnung da sein, sonst findet man keinen Platz mehr. Diese Idioten, die Bücher verstecken u.s.w. Und dass man, wenn man nur kurz Pause machen will, gleich alle seine Sachen mitnehmen muss, da sie sonst geklaut werden.

    Dieser Konkurrenzkampf. Wie oft ich schon Geläster habe anhören müssen. In meinem ersten Semester habe ich in einer Übung mal eine Frage gestellt, da hat ein Kommilitone richtig beleidigend darauf reagiert und meine Frage als total hirnrissig dargestellt. Von da an traute ich mich nicht mehr, überhaupt Fragen zu stellen. Allgemein habe ich das Gefühl, dass man keine Fragen stellen darf: Die Dozenten reagieren genervt, wenn etwas nicht in ihr Schema passt.

    Das Jurastudium ist für mich ein richtiger "Lebenstöter" geworden, es klaut mir alle Freude, es macht mich physisch, psychisch und mental kaputt. Es frisst alles weg, was mit Leben zu tun hat.
    Das Schlimmste ist, dass man noch so viel investieren kann, es kann am Ende nicht reichen. Es genügt ein schlechter Tag im Examen und Jahre der Arbeit sind in der Mülltonne. z.B. bei den mündlichen Prüfungen, die bei uns alle am Stück und ohne Pause sind. Gerade dort kann alles zusammenbrechen, wenn man einen schlechten Tag hat.
    Es geht nicht darum, ob man etwas von der Materie versteht. Es geht mehr darum, zur richtigen Zeit die richtigen Worte zu finden.

    Und gerade deshalb frage ich mich, wie ich mich für dieses Studium motivieren kann. Wenn es so wäre, dass Aufwand=Ertrag auf sicher, dann wäre ich motiviert. Bei Jura ist aber der Ertrag nicht gesichert. Weil man ja eben das ganze Studium hindurch investieren kann, und am Ende steht man nach 8 Jahren mit leeren Händen da!
    Sogar Zahnärzte brauchen nur 6 Jahre! Und die können auch das Leben ihrer Patienten ruinieren, wenn sie einen Fehler machen.

    Ein grosses Problem ist, ich habe keine Freunde, mir fehlen die "Geheimtipps", wie man die Prüfungen bestehen kann. Ich weiss nicht, was und wie ich lernen soll...

    Ich könnte noch viel mehr schreiben, bin einfach so aggressiv und weiss nicht wohin mit dem Zynismus. Ich habe das Gefühl, da hängt seit Jahren ein Damoklesschwert über meinem Kopf!

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  3. #2
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    Standard AW: Aggressionen wegen Jurastudium

    Zuerst mal: gute Besserung.

    Mal zur praktischen Seite: hast du Mitstudenten, die dir die Info zur letzten Vorlesungswoche geben könnten?

    Und dass du den Zug verpasst oder dich ständig stressen musst, um zur Uni zu kommen, ist ja wohl eher das Problem der Organisation. Du bist Nachteule und verschläfst. Ja, siehst du das Problem?

    Was ich damit sagen will: das ist alles nicht unlösbar!

    Wenn du allerdings tatsächlich der Meinung bist, Jura ist nichts für dich und du fühlst dich total überfordert, dann solltest du mal darüber nachdenken, das Studium abzubrechen.

    Ich denke nicht, dass du absichtlich gegen die Stange gelaufen bist und dieser Unfall ein "Zeichen" von oben ist,. Du bist im Moment total durch den Wind und hast eben beim Laufen nicht aufgepasst.

  4. Für den Beitrag danken: Zitronentorte

  5. #3
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    Standard AW: Aggressionen wegen Jurastudium

    Hallo Glimmer of hope,

    meine ehemalige Mitbewohnerin nahm den selben Weg wie du. Sie studierte in Summe 9 Jahre Jura, nach dem ersten Mal durchfallen nahm sie nochmal ein Semester Repititorium (soe hieß das doch, oder?) und hat es dann letzendlich trotz aller Bemühungen nicht geschafft. Die Durchfallquote war (und ist wahrscheinlich noch) einfach zu hoch.

    Sie hat dann mit Ende 20 nochmal Wirtschaftsrecht angefangen (das ging wohl, während nochmal Jura an einer anderen Uni ja nicht gegangen wäre) und mit 32 abgeschlossen. Sie konnte sich zum Glück einiges anrechnen lassen aus dem Jura-Studium. Das ist heute gut 10 Jahre her und es ist für sie nur noch blasse Vergangenheit, sie hat einen guten Job und ist zufrieden.

    Warum hast du dich für Jura entschieden? Willst du das unbedingt? Wärst du mit Herzblut ein Jurist? Dann beiß' dich durch und versuche, zu optimieren was zu optimieren geht. Umziehen, näher an die Uni ran, evtl. an einem anderen Ort weiter studieren, wo die Bedingungen besser sind, Pause machen, Luft holen. Inwieweit das eine oder andere überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Aber es gibt immer einen Weg. Und später, viel später, wirst du hoffentlich darüber lachen können.

    Wie lange bist du denn schon dabei? Gibt es bei euch eine Beratung für solche Fälle? Eine Art Vertrauens-Prof? Wenn es dir total schlecht damit geht und sogar deine Gesundheit darunter leidet, dann solltest du dir zumindest mal eine Auszeit verschaffen und in Ruhe nachdenken, wie es weitergehen kann. Pünktlichkeit wird allerdings bei jedem Studium verlangt sein und Stress-Zeiten sowie blöde Kommentare von Kommilitonen wirst du auch überall haben. Da kannst du nur direkt an dir arbeiten, da nützt keine Flucht.

    Ich wünsche dir alles Gute und die richtigen Entscheidungen
    Schenkt dir das Leben Zitronen, mach Zitronentorte!
    ---
    Man kann im Leben auf vieles verzichten, nur nicht auf Katzen und Literatur.

  6. #4
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    Standard AW: Aggressionen wegen Jurastudium

    Zitat Zitat von Lalelu123 Beitrag anzeigen
    Zuerst mal: gute Besserung.
    Danke! Wenn es nicht so stark geblutet hätte, wäre ich wohl in die Vorlesung gegangen, aber ich wollte natürlich nicht so blutverschmiert dorthin gehen.

    Zitat Zitat von Lalelu123 Beitrag anzeigen
    Mal zur praktischen Seite: hast du Mitstudenten, die dir die Info zur letzten Vorlesungswoche geben könnten?
    Nein, leider nicht. Und es sind mehrere Fächer, die nicht von allen Studenten besucht werden, d.h. sehr individuell besucht werden. D.h. ich müsste theoretisch von jedem Fach jemanden kennen.
    Ich finde es so schwer, eine Lerngruppe zu finden. Ich habe irgendwie immer Pech gehabt mit Kommilitonen, einer z.B. hat zu mir gesagt: "Du gehörst jetzt mir" und hat mich dann jahrelang von den anderen Studenten isoliert. Die andern paar die ich kenne haben das Studium abgebrochen, haben zusätzliche Semester eingelegt oder haben ganz andere Strategien.

    Gerade wegen dem Typen der mich besitzen wollte habe ich eine Angst entwickelt, ich hatte damals einfach Riesenpech, dass ich gerade einen Psychopathen angesprochen hatte und ihn fast nicht mehr loswurde.
    Deshalb habe ich Hemmungen, Leute anzusprechen, denn mit so jemandem will ich nie mehr zu tun haben.

    Zitat Zitat von Lalelu123 Beitrag anzeigen
    Und dass du den Zug verpasst oder dich ständig stressen musst, um zur Uni zu kommen, ist ja wohl eher das Problem der Organisation. Du bist Nachteule und verschläfst. Ja, siehst du das Problem?
    Ja, das sehe ich. Ich habe halt diese Angewohnheit, abends noch etwas Freizeit haben zu wollen und so 1-2 Stunden im Internet zu surfen. Nur um diese Uhrzeit habe ich meine Ruhe und kann nachdenken. Mein Rhythmus ist halt nicht so, wie es die Arbeitswelt haben müsste. Ich bin körperlich nicht gerade der robusteste, klar dass mein Körper sagt, dass er diese Schlepperei und Stresserei nicht mehr haben will.

    Zitat Zitat von Lalelu123 Beitrag anzeigen
    Was ich damit sagen will: das ist alles nicht unlösbar!
    Wahrscheinlich nicht, aber manchmal habe ich so ein dickes Brett vor dem Kopf und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Zitat Zitat von Lalelu123 Beitrag anzeigen
    Wenn du allerdings tatsächlich der Meinung bist, Jura ist nichts für dich und du fühlst dich total überfordert, dann solltest du mal darüber nachdenken, das Studium abzubrechen.
    Ich würde schon sagen, dass Jura etwas für mich ist, nicht zu 100%, aber vielleicht zu 70%. Es ist das Grosse und Ganze, das mich überfordert: z.B. wenn ich einen Text lesen muss, verstehe ich die einzelnen Sätze zwar schon, aber ich verstehe den Zusammenhang im Grossen und Ganzen nicht. Weil ich ein "Detaillist" bin. Das heisst, ich kann dir zwar sagen, was genau der Gesetzesartikel X aussagt, aber ich kann nicht sagen, was er in Zusammenhang mit der Realität bedeutet.
    Oder z.B. Rechtschreibefehler erkenne ich sofort, aber ich sehe die zentralen Fehler nicht.

    Zum Teil hat es auch damit zu tun, dass ich zu viel Fantasie habe und diese in der Juristerei nicht ausleben kann.

    Anderseits weiss ich, dass ich ein Mensch bin, der Sicherheit und Rituale braucht: Jura ist alles andere als sicher, weil man es nicht "berechnen" kann, wie sich ein Fall vor Gericht entwickeln wird. Theoretisch kann man ja über alles befragt werden, und da fühle ich mich überhaupt nicht sicher, ich bin nicht der Typ, der gut reden kann.

    Abbrechen...nach 8 Jahren Studium? Wenn man "nur" noch die finale Prüfung bestehen muss?

    Zitat Zitat von Lalelu123 Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass du absichtlich gegen die Stange gelaufen bist und dieser Unfall ein "Zeichen" von oben ist,. Du bist im Moment total durch den Wind und hast eben beim Laufen nicht aufgepasst.
    Mir kam es jedenfalls so vor. Überhaupt, in letzter Zeit sehe ich so viele Hindernisse. Wahrscheinlich ist das "verzerrte Wahrnhehmung", aber ich habe das Gefühl, mir steht immer etwas oder jemand im Weg, und zwar mit der Absicht, mich nicht durchzulassen.
    z.B. fahre ich auf eine Kreuzung mit Rechtsvortritt zu, kommt in letzer Zeit immer ein Auto von rechts, wenn ich komme, schaltet die Ampel auf Rot, der Hausmeister steht genau dann im Weg, wenn ich mal wieder knapp dran bin, wenn ich etwas vermeiden will, dann passiert gerade genau das et cetera et cetera...

  7. #5
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    Standard AW: Aggressionen wegen Jurastudium

    Hallo Lalelu,

    na wenn das Jurastudium ein absoluter Lebenstöter für dich geworden ist, würde ich mir an deiner Stelle schon mal Gedanken machen, ob ein anderes Studium in einem anderen Bereich besser für dich wäre.

    Du weißt schon, dass das mit dir zu tun hat, wenn da plötzlich ein Hausmeister oder ein Auto im Wege steht. Solche Dinge passieren ständig, d. h. du müsstest einfach früher los von zuhause, um damit genau solche Dinge einzuplanen.

    Und vielleicht das nächste Mal eine Frau von den Kommilitonen ansprechen, macht das Risiko für Psychopathen vielleicht geringer.

    Warum hast du keine Freunde? Woran liegt das?

    Versuch mal rauszufinden, was du wirklich willst und was davon eventuell zu ermöglichen ist. Vielleicht ist diese freie Woche gar nicht so schlecht dafür.

    Ich verstehe dich trotzdem sehr gut. Ich kenne einige junge Leute, die durch den heutigen Leistungsdruck und durch die scheinbar tausend Möglichkeiten, die es scheinbar gibt, sehr gestresst und auch orientierungslos sind. Orientierungslos deshalb, weil sie selbst so einen hohen Anspruch haben, das Richtige zu wählen, nur alles mögliche zu tun, um möglichst erfolgreich zu sein, auch erfolgreich in der Selbsterfüllung usw.

    Dazu gehört bei vielen so viel. Ein Auslandspraktikum muss sein, am besten schon in der Schule ein Jahr im Ausland gewesen sein, am besten auf einem anderen Kontinent. Usw, usw.

    Vielleicht muss es bei dir ja gar nicht unbedingt ein Studium sein, vielleicht wäre auch eine Ausbildung gut.

    Komme erstmal zur Ruhe, erhole dich und gucke dann, wie du dein Leben angehen kannst.

    Liebe Grüße
    sami

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