Hallo,

dieser Thread soll quasi eine Fortsetzung dessen sein, was ich in ähnlicher Weise schon einmal im Thread "Besorgt - Der ewige Student" gepostet habe.

Kurz gefasst, ein Freund von mir ist nun im 11. Bachelorsemester. Im Grunde hat sich, seit ich den letzten Post verfasst habe, nichts verändert. Er studiert einen 1-Fach-Studiengang und ist weit davon entfernt, diesen abzuschließen. Darunter leidet er sehr.

Um es zusammenzufassen, er hat:


  • vielleicht etwas mehr als die Hälfte der benötigten Punkte gesammelt
  • keinerlei Praxiserfahrung/Zertifikate gesammelt (Sein Lebenslauf ist komplett blank)
  • keine besonders guten Noten (75% ist wohl seine Höchstleistung, 50% wäre eine 4,0)


Er lebt bei seinen Eltern, die ihm alles finanzieren (zumindest Studium und Krankenkasse). Er selbst hat sein eigenes Konto schon überzogen und lebt quasi von der Hand in den Mund.
Vor kurzem kam noch heraus, dass er sich, um zum Abschluss eines Moduls zugelassen zu werden, die Teilnahme an Beratungsgesprächen hätte bestätigen lassen müssen. Was er natürlich auch nicht hat.

Mir ist bewusst, dass ich an seiner Situation nichts ändern kann. Was mir jedoch nicht egal ist, ist sein Verhalten, auch mir gegenüber. Er scheint ein wenig neidisch zu sein, dass ich wenigstens schon einen Bachelor habe - Das finde ich nicht toll. Auch macht seine Familie ihm Druck. Dies und einiges mehr aus seiner Vergangenheit, von der ich wenig Konkretes weiß, da er mit niemandem redet, hat ihn psychisch stark in die Mangel genommen.

Ehrlich gesagt, ich denke mittlerweile auch, dass er für ein Studium möglicherweise nicht geschaffen ist. Aber ich weiß irgendwie nicht, wie ich mit ihm über einen möglichen Abbruch reden soll. Ich denke, dass er für sich selbst denkt, dass er den „point of no return“ überschritten hat.

Ich würde gerne etwas Positives beitragen, weiß jedoch nicht, was. Sollte er zur Studienberatung gehen? Sich eine Auszeit gönnen? Sich Hilfe suchen, auch wenn er der Meinung ist, niemand außer er selbst könne ihm helfen? Wer könnte ihn effektiv beraten? Ich schaffe es jedenfalls nicht...

Vielleicht ist die Situation aber auch noch nicht so schwarz, wie sie scheint. Vielleicht ist es ja gerade in seinem Studiengang so, dass man sich keine Gedanken machen muss. Wie seht ihr das? Was momentan alles schief läuft, ist klar. Aber wie sehen die Chancen für jemanden wie ihn aus? Vielleicht gibt es irgendetwas, das ich ihm weiterleiten könnte, etwas, das ihm Mut macht…

Vielen Dank fürs Lesen.