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Thema: Einsam im Medizinstudium

  1. #1
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    Standard Einsam im Medizinstudium

    Hey allesamt...

    Ich bin 22 Jahre alt und studiere jetzt im 2. Semester Medizin.
    In meinem Leben hatte ich bereits viel mit Depressionen zu kämpfen und unter anderem zwei Klinikaufenthalte aufgrund suizidaler Krisen. Zurzeit habe ich keine entsprechenden Gedanken, bin auch nicht in Therapie und kann meine Stimmung zumindest vor einem Totalabsturz bewahren. Nichtsdestotrotz geht es mir alles andere als gut - was auch daran liegt, dass ich in meinem Semester nicht richtig Anschluss zu meinen Kommilitonen finde.
    Ich bin mir sicher, dass es damit zu tun hat, dass ich gleich zu Beginn des Studiums eine Beziehung mit einem Kommilitonen eingegangen bin, nennen wir in T. Diese Beziehung ist noch immer wunderbar; T. (30 J.) ist ein lieber, unheimlich gut aussehender, toller Partner und ich liebe ihn. Aber ich habe, wie es zugegebenermaßen leider bisher immer mein Beziehungsverhalten war, andere Kontakte vernachlässigt.
    Also ich war schon integriert, anfangs, war auf all den coolen Partys und mit einer speziellen Gruppe jeden Sonntag zum Kochen verabredet. Diese Gruppe hat sich kurz vor den letzten Semesterferien dann auseinandergelebt; irgendwie haben alle neue Kontakte gefunden, die besser "passen", die Gruppen haben sich schleichend neu sortiert. Und mir ist im Klausurenstress und da ich meinen Freund hatte, gar nicht aufgefallen, was passiert. Ich habe mich nicht wie die anderen umorientiert.
    Seit Anfang diesen Semesters ist es für mich ganz schlimm. Ich bin nicht in Vorlesungen gegangen (ich profitiere leider nicht von diesen) und war beim Präparieren in einer Gruppe in der ich zuvor keinen kannte. Jedenfalls scheinen die anderen nicht so interessiert daran, mal privat etwas zu unternehmen. Ich komme an niemanden heran. Außer meinem Freund habe ich in meinem Semester niemanden mehr und ich tue mich schwer dabei, das zu ändern. Wahrscheinlich halte ich mich instinktiv noch mehr an meinen Schatz. Aber so schön die Beziehung auch ist - mir reicht das nicht und ich bin unglücklich über die Situation!
    Ich weiß nur nicht recht, wie ich an meine Kommilitonen herantreten soll, ohne dass es merkwürdig wirkt...
    Ein zweites Problem ergibt sich für mich daraus, dass dieses Semester (Anatomie) für mich richtig schlimm ist, ich von der Lernmasse erdrückt werde und nicht viel Freizeit habe. Ein bis zweimal die Woche gehe ich dennoch zum Crossfit (was zum Glück ein Gruppensport ist ). Leider jedes Mal mit schlechtem Gewissen - ich müsste eigentlich lernen, lernen, lernen.
    Und ich lerne viel fürs Studium, aber die tausenden Begriffe und Arterienverläufe bleiben nicht hängen und ich habe Angst, das Semester nicht zu bestehen. Das schürt enorme Selbstzweifel à la "Bin ich ungeeignet? Bin ich dem Druck nicht gewachsen? Bin ich zu blöd dafür? Bin ich eine schlechte Medizinerin, weil mir Anatomie schwer fällt?" Grundsätzlich halte ich mich für intelligent. Nicht, dass Schulnoten ein Indikator für Intelligenz sind, aber nix in der Birne haben werde ich wohl nicht, wenn ich mein Abitur mit 1,0 abgeschlossen habe - ohne viel dafür zu tun. Ich verstehe Zusammenhänge sehr schnell, aber Auswendiglernen ist wirklich nicht meine Stärke und ich bin ab und an etwas schusselig... Und habe etwas Prüfungsangst. Das alles ist bei mündlichen Testaten, wo fast nur auswendig Gelerntes abgefragt wird, wenig vorteilhaft.
    Kurzum: Der Stoffumfang macht es mir zusätzlich schwer, Kontakte zu knüpfen...
    Jetzt habe ich mir erst mal das Wichtigste von der Seele geschrieben und freue mich über jeden Beitrag!

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  3. #2
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    Standard AW: Einsam im Medizinstudium

    Zitat Zitat von EineStudentinDerMedizin Beitrag anzeigen
    Aber so schön die Beziehung auch ist - mir reicht das nicht und ich bin unglücklich über die Situation!
    Ich weiß nur nicht recht, wie ich an meine Kommilitonen herantreten soll, ohne dass es merkwürdig wirkt...
    Hallo,
    begegne ihnen locker. So, wie Du in dem Moment der Begegnung bist.

    Begegne ihnen nicht mit der innerlichen Einstellung, Kontakte oder Bekanntschaften schließen zu wollen.
    Das kommt von ganz alleine.

    alles Liebe
    flower55

  4. #3
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    Standard AW: Einsam im Medizinstudium

    Hallo flower55,
    danke für deine Antwort!
    Ich begegne meinen Kommilitonen bereits locker, also ohne bestimmte Absicht... Aber es ergibt sich eben nichts von allein
    Auch weil mein Freund ja immer dabei ist... Das hemmt wohl irgendwie... Wir sind schon die Art Pärchen, die immer im Doppelpack anzutreffen ist. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es z.T. eher so wirkt, als würde ich gar keinen tieferen Kontakt zu den anderen haben WOLLEN.
    Was ich wohl tun sollte - wieder in Vorlesungen zu gehen. Auch wenn ich keinen Nutzen davon habe. Da wäre ich ohne meinen Schatz und würde auf die ganzen Leute treffen. Und ab und an in der Bib lernen statt im stillen Kämmerlein, da ergibt sich sicher auch das ein oder andere Gespräch.

  5. #4
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    Standard AW: Einsam im Medizinstudium

    Dein Freund ist im selben Semester? Hat er denn da Freunde? Kann er dir die nicht vorstellen, dich mit in seine Clique nehmen? Oder ist er da selber Außenseiter, weil er schon ein bisschen älter ist?

    Kannst du mit ihm über das Problem reden?

    Wären die Kontakte an der Uni genauso wichtig, wenn du genug andere Kontakte/Freunde im sonstigen Leben hättest? Würde das nicht reichen: an der Uni dein Freund, zuhause die anderen Freunde aus der Stadt?

    Was die Frage angeht, was einen guten Arzt ausmacht: Das kommt wohl auf die Position und die Situation an. Wenn du dich später in ein Spezialgebiet vertiefst, das dich richtig interessiert, und nur in dem Bereich arbeitest, musst du dann noch wissen, wo jede Arterie verläuft? Was glaubst du, wieviel von den Inhalten die meisten Ärzte nach ein paar Jahren noch wissen? Wahrscheinlich behält man sowieso am meisten dann, wenn man mit der Sache praktisch zu tun hat und es einen selbst interessiert. Und das kommt ja erst mit der Zeit, mit der Erfahrung. Im Moment geht es ja mehr darum, alles mal in den Kopf zu donnern, damit man es mal gehört hat und ungefähr einordnen kann. Und vielleicht auch darum, Studenten auszusieben.

    Andererseits: Im Körper ist irgendwie alles mit allem verbunden, und als Ärztin können dir deshalb in der Praxis ständig Sachen aus ganz unterschiedlichen (Körper- und Fach-) Bereichen unterkommen. Deshalb ist ein breites Wissen schon gut. Genauso wenn mal ein Notfall passiert, dann dürfte es auch gut sein, wenn das entsprechende Wissen noch vorhanden ist. Aber keiner kann sich alles behalten, und du wirst mit der Zeit noch viel lernen, nicht nur durch Auswendiglernen. Wenn du unsicher bist, frag doch mal in einem Ärzte-Forum, wie die das erlebt haben und ob das später noch so wichtig ist, was man sich da alles reingezogen hat im Studium.

    ich glaube nach deiner Selbstbeschreibung überhaupt nicht, dass du für den Beruf ungeeignet wärst. In meinen Augen gibt es ein paar Eigenschaften, die gute Ärzte auszeichnen und die viele Mediziner vermissen lassen: Zuhören, sich nicht sofort festlegen, die eigene Zunft, das eigene Wissen und die eigene Sichtweise infragestellen können, dazulernen wollen, auch auf eigene Faust, dem Patienten wirklich helfen wollen usw.

  6. #5
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    Standard AW: Einsam im Medizinstudium

    Aus meiner Studienzeit fällt mir da ein ähnliches Beispiel ein, auch wenn es +etwas+ anders ist als bei Dir.

    Da lernte ich eine Frau in einem Seminar kennen, die jedoch PERMANENT nur mit ihrer Freundin überall hinging. Das wirkte in der Tat so, als würde sie gar keine anderen Kontakte wollen. Zudem war die Freundin dann auch noch eifersüchtig, weil ich ab und an mit ihr sprach, also habe ich es dann gelassen.

    Vielleicht solltest Du wirklich mal Veranstaltungen besuchen, die Dein Freund nicht besucht (VL oder dergleichen) oder wie wäre es mal mit nem Sportkurs? Es gibt doch Kurse, da gehen eher keine Männer hin. (Bauch, Beine , Po..oder weiss-der-Teufel-was ;-) )

    Ich wünsche Dir viel Erfolg beim nette Leute treffen

    lg

    blue

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