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Thema: Innere Stimme oder Vernunft

  1. #1
    Ölfabrik
    Gast

    Standard Innere Stimme oder Vernunft

    Hallo liebes Forum,

    Ich wende mich noch einmal aufgrund meines Studiums an euch. Das erste Semester habe ich trotz anfänglichen Zweifel gut überstanden, und ich stehe vor der Frage wie es weitergehen soll.
    Seit vielleicht zweieinhalb Jahren hat mich die Frage tyrannisiert, was ich später einmal machen will - beruflich und entsprechend auch bei der Studienwahl. Die Frage nach dem Beruf konnte ich nicht wirklich beantworten, also habe ich mir einfach ein Geisteswissenschaftliches Studium ausgewählt, welches mich interessiert hat, kombiniert mit einem interfakultären Nebenfach. Nun ist es so, dass mich das Nebenfach nicht wirklich packt und ich eigentlich damit aufhören möchte. Nach einem Semester ist das ohne Verlust möglich, ich kann es als freie Leistung anrechnen lassen (die ich sowieso irgendwo belegen müsste) und ein neues wählen, ohne dass ich irgendeine Vorlesung vergebens besucht hätte. Ich könnte auch das Hauptfach ins Nebenfach verschieben und ein neues Hauptfach wählen, ohne dass ich etwas verlieren würde. Ich bin also in einer sehr freien Ausgangslage.

    Und ich stehe vor der großen Frage, was ich neu wählen soll. In erster Linie wünsche ich mir einfach, dass es das richtige ist, und ich endlich einmal nicht mehr über darüber Nachdenken muss.
    Seit ich mich mit Studienwahl beschäftige schwebt mir Slawistik im Kopf herum. In der Schule lernte ich Russisch (mehr schlecht als recht, aber ein bisschen was ist noch übrig), machte das obwohl der Kurs in meiner Freizeit war sehr gerne und war Klassenbester (habe aber kein spezielles Sprachtalent, eher gelangweilte Mitschüler und wie gesagt, tiefe Anforderungen ). Meine "innere Stimme" oder mein Gefühl ruft mir irgendwie immer wieder zu, dass ich das studieren soll. Trotz wohl immensem Zeitaufwand, richtig Russisch und noch eine zweite Sprache zu lernen, stelle ich mir das toll vor. Und wenn ich etwas gemerkt habe im 1. Semester als Geisteswissenschaftler: Ich habe diese Zeit, ich muss sie nur sinnvoll nutzen lernen.

    Das Problem ist aber, dass Sprachkurse "nur" das eigentliche Mittel zum Zweck sind in einem Sprachstudium und auch nur 30% der Punkte ausmachen, die ein solches Studium braucht. Und da schaltet sich meine Vernunft ein und sagt mir, dass ich die Finger davon lassen soll. Kulturwissenschaften, die auch noch zum Studium gehören, stelle ich mir auch sehr spannend vor (gehörte auch zu meinem Freikurs) und könnte mir auch vorstellen, da einen Schwerpunkt zu setzten. Aber selbst mit Schwerpunkt dort bleiben noch ca. 40-50% Sprach- und Literaturwissenschaften. Und das ist für mich die große Unbekannte, und der Grund weshalb ich mich nicht getraut habe, das Studium zu beginnen.

    Ich habe trotz diversen Uniwebseiten und Googlebefragungen kein Gefühl dafür, was ein Sprachwissenschaftler macht. Und wenn ich an Sprachgeschichte, Wortbedeutung, Wortklang und andere solche Stichworte denke, klingt das nicht, als ob mich das irgendwie interessieren würde.
    Und bei Literaturwissenschaften sehe ich das zweite Fragezeichen. Ich kann mir zwar etwa vorstellen, was man da macht (habe mal mit einem Studenten darüber sprechen können), aber ich weiß nicht, ob das was für mich ist. Im Wesentlichen habe ich zwar auch schon Dostojewski (auf deutsch) gelesen, aber ich bin nicht der, der ständig seine Nase in einem Buch hat. Und wenn so ein Studium für Leseratten ausgelegt ist, werde ich wohl nur schwer mitkommen.

    Die Berufsaussichten sind vermutlich bescheiden - aber ich denke, insgesamt sicher besser als sie mit meinem momentanen Studium wären. Immerhin hätte ich nebst Geisteswissenschaften noch solide Sprachkompetenzen, und ich denke auch die Tatsache, sich vertieft mit fremden Kulturen auseinandersetzen zu können, würde mir eher noch einen Pluspunkt geben. Dazu wird Osteuropa wirtschaftlich vermutlich auch immer bedeutender.

    Um etwas Ordnung in meinen Kopf und diesen Thread zu bringen vielleicht noch einmal sauber dargestellt:
    Pro Slawistik: Begeisterung für Sprache, Begeisterung für fremde Kultur, leicht bessere Berufsaussichten, eine seit Jahren immer wieder aufblitzende schreiende innere Stimme: "Werde Slawist"
    Contra: Ich bin keine Leseratte, Sprachwissenschaften kenne ich nicht und klingt nicht sehr spannend - und irgendwie ist es ja primär ein Sprachwissenschaft- und Literaturstudium, und Sprachkompetenzen eher ein Mittel zum Zweck

    Ich bin wirklich froh, wenn ihr vielleicht schreiben könntet, was euch dazu so einfällt. Vielleicht habt ihr selbst eine Sprache studiert, und könnt mir sagen, ob ich mit diesen Voraussetzungen völlig ungeeignet bin oder ob ihr euch mich als Kommilitone vorstellen könntet. Sehr wahrscheinlich würde ich Slawistik gleich ins Hauptfach wählen, da ich die Sprachen richtig lernen möchte und mir der Bereich zu groß scheint, um ihn nur nebenbei zu studieren.

    Ich freue mich über jeden Gedanken von euch, egal ob motivierend oder kritisch. Wenn ich meine innere Stimme schon zum schweigen bringen muss, dann wenigstens mit guten Argumenten. Was habt ihr nach dem Lesen dieses Beitrags für ein Gefühl?

    Vielen Dank und liebe Grüsse

    Ölfabrik

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  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: Innere Stimme oder Vernunft

    Was studierst Du denn jetzt? Gäbe es da eine sinnvolle Verbindung mit Deinem Hauptfach, das Dich ja auch interessiert?

    An Deiner Stelle würde ich mir überlegen, einfach () nebenbei an der Uni Russisch zu lernen und sich einem Verein oder ähnlichem anzuschließen, um auch in die Kultur hineinzukommen. Ich glaube auch, dass gutes, verhandlungssicheres Russisch ein sehr hübscher Pluspunkt ist, jetzt und auch in Zukunft!
    Aber, sorry, Du klingst für mich wirklich nicht wie ein begeisterter Sprachwissenschaftler
    Ich selbst bin sogar Leseratte, schreibe auch gerne und könnte mir trotzdem nicht vorstellen, mich hauptberuflich mit Lautverschiebungen u.ä. auseinanderzusetzen. Finde es eher ätzend, wenn Sprache so seziert und unters Mikroskop gelegt wird.

    Wenn Du die Zeit hast, versuch doch, das ins Hobby zu verlegen

    Hast Du eigentlich mittlerweile eine Antwort auf die Frage, wo Du Dich später beruflich einmal siehst?

  4. #3
    Ölfabrik
    Gast

    Standard AW: Innere Stimme oder Vernunft

    Hey, danke für die Antwort.

    Irgendwie fühle ich mich eben auch nicht wie ein Sprachwissenschaftler. Die lebendige Sprache interessiert mich, aber eben auch nicht dieses ganze drumherum.
    An der Uni könnte ich eigentlich diese Sprachen belegen und habe mir das auch überlegt.
    Nur ist es halt schwierig, sie sich anrechnen zu lassen. Und die Kurse sind übertrieben, um sie nebenbei noch zu machen, sogar im Rahmen des Nebenfachs lohnt es sich meiner Meinung nach nicht wirklich. Der Russischkurs I dauert 2 Semester mit jeweils 3 Doppelstunden Unterricht pro Woche, dazu natürlich Hausaufgaben, Vokabeln, Grammatik... Das ist irgendwie am Limit für ein Hobby. Zuhause selbst zu lernen habe ich auch schon versucht und mir einen Kurs gekauft, aber das ziehe ich nie lange durch. Dann denke ich immer, Studium geht vor, mache zuerst das, und Russisch steht hinten an und kommt dann nie mehr dran.
    Mein Hauptfach ist Philosophie (Arbeitslosigkeit ahoi ), weshalb sich eigentlich ein Hauptfachwechsel auch noch anbieten würde. Wo ich berufsmäßig landen möchte ist leider nach wie vor ziemlich unklar. Allgemein würde mir Arbeit mit Sprache aber schon Spaß machen. Ich habe immer gern geschrieben (in der Schule viele gute Aufsätze, darum auch Philosophie) und auch Vorträge haben mir meist Spaß gemacht. Das ist natürlich kein Berufsbild, aber doch immerhin eine Richtung. Ich könnte mir alles vorstellen, was mit Beratung und Vermittlung zusammenhängt, Medienverantwortlicher für einen Betrieb, Ansprechperson für was weiss ich was. Von Firmen oder Einzelpersonen, Diplomatie, Fernsehen, Radio, andere Medien... Ich denke, da macht es keinen Sinn, mich zu sehr einzuschränken. Im Grunde weiss ich eben noch nicht sehr viel.
    Hauptberuflich Sprache sezieren, nein danke, da bin ich wie du. Meine Überlegung war eher, Slavistik zu studieren, 2-3 Sprachen zu lernen bis zum Master, fremde Kultur kennen zu lernen und das zu geniessen, Sprachwissenschaft halt zu machen, weils nicht ohne geht. Aber Hauptberuflich würde ich ganz bestimmt nie Sprachwissenschaftler werden.
    Aber ich finde deinen Einwand schon sehr berechtigt und überlege mir das selbst permanent, wie man eine Sprache studieren kann, wenn man weder sprachwissenschaftlich interessiert noch eine Leseratte ist (obwohl ich zu Schulzeiten immer dann zur Leseratte wurde, wenn wir von der Schule aus Bücher lesen mussten. Das habe ich gerne gemacht, das würde vielleicht im Studium wieder kommen) .

  5. #4
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    Standard AW: Innere Stimme oder Vernunft

    Ich kann deine Bedenken ziemlich gut nachvollziehen. Es klingt für mich auch nicht so als würden dich Sprachwissenschaften interessieren. Ich würde die Sprache vielleicht auch eher als Kombination im Nebenfach wählen. Ich kenne viele Leute, die Arabisch als Sprach zusätzlich zu Politikwissenschaften und Kulturwissenschaften gewählt haben. Die hatten weniger Sprachanalyse als die richtigen Arabisch-Studenten. Glaube für sowas muss man von vorneherein interessiert sein. Ich würde selber auch gerne russisch als 3. Fremdsprache lernen, kann mir das aber auch nur als Beifach vorstellen.
    Vielleicht hilft es dir, wenn du dich mal in Sprachwissenschaftliche Vorlesungen mit rein setzt?

  6. Für den Beitrag dankt:

  7. #5
    Pink Haruka
    Gast

    Standard AW: Innere Stimme oder Vernunft

    Geh doch mal zur Studienberatung oder direkt zu der Fakultät und lass dir erzählen worum es dabei genau geht, da du dir ja selbst nicht wirklich etwas darunter vorstellen kannst...

    Außerdem hilft Studienberatung eigentlich immer gut weiter wenn man Zweifel hat was man machen soll, was das beste ist, wie die Zukunftschancen sind etc. Bin aktuell auch in einer verzwickten Situation und weis auch nicht was ich machen soll und Studienberatung hilft da eig sehr gut weiter

  8. Für den Beitrag dankt:

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