Anzeige
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 5 von 6

Thema: Verzweifelt ... Burnout oder Einbildung?!

  1. #1
    Registriert
    Registriert seit
    26.09.2008
    Beiträge
    5
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten: 1

    Standard Verzweifelt ... Burnout oder Einbildung?!

    Hallo,

    Ich weiß gerade nicht mehr weiter, habe manchmal das Gefühl mir selbst nicht mehr glauben zu können. Deswegen würde ich gerne Euren Rat hören.

    Ich studiere auf Lehramt im 6.Semester. Das Studium ist oft sehr hart, ich muss dafür sehr viel lernen und auch die Ferien sind immer belegt mit Prüfungen und Kursen.
    Seit einigen Semestern habe ich das Gefühl, nicht mehr zu können. Jedes Mal, wenn die Prüfungen näher kommen und ich vermehrt lerne (nicht mehr so exzessiv wie in den ersten Semestern, in denen ich mich völlig übernommen habe, sondern mit vielen Pausen und gut geplant eigentlich) halte ich nicht lange durch. Mich quälen dann furchtbare Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen, ich kann mir die einfachsten Dinge nicht mehr merken und meine Konzentration lässt nach. Stattdessen setzt dann die Panik ein, denn einige Tage Pause machen bringt nur bedingt etwas mit dem Wissen, dass es danach wohl wieder nicht läuft. Ich habe es schon öfters probiert, mich eine Weile erholt (oder es versucht), doch sobald ich dann wieder einige Tage etwas machte, kehrten auch die Schmerzen zurück.
    Gerade in den Tagen, in denen ich mich "erholen" wollte, kamen oft Heulkrämpfe und Panik dazu. Ich habe dann riesige Zukunftsängste, weiß nicht mehr, was ich mir überhaupt noch zutrauen soll und wie ich das alles schaffen soll. Ich wünsche mir dann einfach nur, wieder normal lernen zu können, mich einige Stunden konzentriert hinzusetzen ohne von Schmerzen und sich verschließenden Ohren abgelenkt zu werden.

    Meine Eltern meinen, dass ich von den ersten beiden, sehr stressigen Jahren einfach total ausgebrannt bin und ich mich ein Semester krankschreiben lassen soll. Doch der Gedanke daran macht mir auch Angst. Das würde bedeuten, dass ich danach ohne meine Freunde weitermachen muss. Außerdem geht es mir, sobald der Druck und Stress nachlässt, einige Wochen nach den Prüfungen wieder gut und ich erhole mich dann relativ schnell und bin wieder "normal". Deswegen denke ich mir dann auch: Was, wenn ich mich nur in etwas reinsteigere? Wenn ich nur das Gefühl habe ausgebrannt zu sein, aber das bloß im Kopf abläuft? Ich weiß einfach nicht, wie ernst ich das alles nehmen soll oder ob ich nicht mit Gewalt versuchen soll, die Schmerzen zu ignorieren.
    Dazu kamen in letzter Zeit vermehrt noch Haarausfall und Verdauungsprobleme, doch die könnten auch auf den Stress, den ich mir selber wegen allem mache, zurückzuführen sein.

    Manchmal denke ich mir, dass ich einfach nicht mehr kann. Dann weine ich nur noch und will, dass mich jemand hier rausholt und ganz weit wegbringt, mir alles abnimmt.
    Doch wenn ich dann wieder einen etwas besseren Tag habe, denke ich mir, dass ich doch bloß übertreibe und mich zusammenreißen und nicht herumheulen soll.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Weiß jemand einen Rat?

    Ich wäre sehr, sehr dankbar!!!

  2. Anzeige

  3. #2
    Tao
    Gast

    Standard AW: Verzweifelt ... Burnout oder Einbildung?!

    Diene Gefühle bringen dich da schon etwas in Teufels Küche. Wenn das so weiter geht ohne sich zu bessern, dann wirst du langfristig negativ geprägt. Für solche Stresskaskaden gilt, je ehr man sie angeht desto mehr Lebensqualität gewinnt man langfristig.
    Da deine Freunde auch Stress haben werden sie Prioritäten setzen und sich etwas von dir distanzieren wenn du einbrichst. Wenn du Pause machst, wozu ich dir rate, dann wirst du erst merken wer wirklich deine Freunde sind, weil sie auch weiter für dich da sind!
    Und wenn du irgendwann mal nervlich am sein solltest, dann hast du auch nichts gekonnt, und wenn erst dann ein Umdenken stattfindet, dann ist es vielleicht schon zu spät.

    Und es ist sehr wohl real! Das ist eine gelebte Spaltung. Dine Identität geht dir in solchen Momenten des Zweifelns verloren, und grade dadurch wirst du versuchen die Kontrolle zu behalten und deinen Ansprüchen an dich und anderen gerecht zu werden. Du versuchst deinen Kopf über Wasser zu behalten, aber die Pausen... die Stille, da tauchst du unter...

    Wenn du weiter unter dem Druck und dem falschen Denken leidest, dann zermürbt es dich.

    Etwas was dein Leid vorübergehend lindern sollte ist, wenn du versuchst deine Gefühle in den Momenten zu erspüren in denen du dir selbst druck machst und an dem festhältst was dir eigentlich schadet.
    Bleib anwesend und achte dich in dem Sinn selbst, dass du weißt das du fühlst und merkst wann du gesunde Grenzen überschreitest.
    Geändert von Tao (05.02.2013 um 20:31 Uhr)

  4. Für den Beitrag dankt: Meerwind

  5. #3
    Registriert Avatar von Meerwind
    Registriert seit
    25.01.2013
    Beiträge
    6
    Danke gesagt
    4
    Dank erhalten:   3

    Standard AW: Verzweifelt ... Burnout oder Einbildung?!

    erstmal einen dicken festen drücker!

    beim lesen des beitrags ist mir aufgefallen, dass in dir viel angst ist und du unter seehr großem druck stehst. ich kenne mich medizinisch nicht aus und kann dir niht sagen, ob dasein burnout-syndrom ist. es hört sich für mich aber recht ähnlich an.

    vielleicht kann ich deine lage ein stück weit nachvollziehen: ich arbeite in einem discounter unter sehr stressigen bedingungen, in einer verpesteten atmosphäre (zigarettenqualm zum schneiden) und in teilweise schwierigen zwischenmenschlichen situationen. ich bin furchtbar vergesslich (geworden), vieles gelingt mir erst beim zweiten anlauf und todmüde bin ich auch, wenn ich nach 10 stunden arbeit nach hause komme. ich kann nicht sagen, ob meine vergesslichkeit und gereiztheit von der psychischen belastung kommen, oder ob es unter stress nicht einfach ausgebrochen ist. ich sehe aber, dass es mir nicht gut geht und dass ich nicht so weitermachen kann wie bisher.

    das würde ich auch auf deinen fall übertragen: ob du dich in etwas hineinsteigerst oder ob es wirklch so schlimm ist, ist erstmal zweitrangig. viel wichtiger ist, dass du dir psychisch erste hilfe leistest. indem du z.b. den rat deiner eltern in erwägung ziehst und dir ein semester freinimmst. diese zeit kannst du dann sinnvoll nutzen, indem du yoga in verbindung mit dich ansprechenden meditationstechniken ausprobierst. ich finde es in deiner situation sehr wichtig und dringend, dass du begreifst, woher die angst kommt (angst von deinen studienfreunden abgeschnitten zu sein, vermutlich auch versagensangst? wenn du ganz zu beginn so intensiv gelernt hast..). es ist wichtig, dass du dich bewusst mit ihr auseinandersetzt, damit du sie in den griff kriegst, anstatt dich von ihr festhalten zu lassen. auch wenn dir der gerdanke angst macht, eine pause einzulegen - es wird dich deinem ziel näher bringen, als sich auf dauer zu überfordern.

    gaaanz liebe grüße :*

  6. Für den Beitrag dankt:

  7. #4
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    26.09.2008
    Beiträge
    5
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten: 1

    Standard AW: Verzweifelt ... Burnout oder Einbildung?!

    Erstmal vielen lieben Dank für eure Antworten!
    Es ist schön, sich verstanden zu fühlen.

    Ja, vielleicht wäre es richtig eine Pause zu machen und mich damit auseinanderzusetzen, wieso vieles nicht mehr funktioniert.
    Aber ich habe auch Angst davor. Denn ist der Stress erstmal weg und irgendwann die Kraft und Energie zurück, kommt bei mir auch schnell das schlechte Gewissen. Wenn es mir gut geht, dann kann ich schließlich auch lernen. Ich war noch nie ein Mensch, der faulenzen konnte, eher arbeite ich zu viel als zu wenig. Nichts zu machen gibt mir einfach kein gutes Gefühl, fühlt sich falsch und unerlaubt an, irgendwie habe ich verinnerlicht, dass man sich Pausen und Spaß erarbeiten muss (auch wenn ich weiß, dass das eine ungute Einstellung ist, - ich kann sie einfach nicht ändern. Wenn es Arbeit zu tun gibt, kann ich mich nicht guten Gewissenes entspannen).
    Mich ein Semester zu erholen fühlt sich daher für mich auch völlig falsch und unerlaubt an. Ich glaube, dass ich mit den Schuldgefühlen nicht zurecht kommen würde.

    Zudem frage ich mich dann auch: Was, wenn es danach nicht besser ist? Wenn ich im darauffolgenden Semester wieder die gleichen Probleme habe?!

    Ich fühle mich zwar in Prüfungsphasen immer ausgelaugt, depressiv und am Ende, aber während des Semesters geht es mir ja einigermaßen gut. Irgendwie ist das für mich "zu wenig" um wirklich auf krank zu machen. Schließlich gibt es Leute, denen es schlechter geht als mir.

    Wenn ich mir meine Worte jetzt durchlese, klingt das alles nicht so schön. Das ist mir schon bewusst, und so würde ich zum Beispiel nie mit anderen umgehen. Aber ich schaffe es einfach nicht, mir selbst zu helfen. Wenn ich Schwächen zeige, mache ich mich selbst fertig, rede mir ein, dass ich mich gefälligst nicht anstellen soll. Und ich glaube, dass ich das alleine schwer ändern kann. Da hilft auch ein freies Semester nicht....

  8. Für den Beitrag dankt:

  9. #5
    Registriert Avatar von Meerwind
    Registriert seit
    25.01.2013
    Beiträge
    6
    Danke gesagt
    4
    Dank erhalten:   3

    Standard AW: Verzweifelt ... Burnout oder Einbildung?!

    dass ein freies semester nicht ausreicht, ist plausibel.

    ich muss auch zugeben, dass ich erst jahrelang mir selbst das unmöglichste angetan habe. ich habe mir aus eigenen moralischen vorstellungin vielen bereiche elementare dinge vorenthalten, die für das gesunde innere wachstum notwendig sind. bis ich eines tages kurz vor einer ohnmacht wegen tagelangem essensmangel stand. gott sei dank wurde mir in dem augenblick geholfen, aber seitdem habe ich mir geschworen, mich nie wieder selbst im stich zu lassen.

    die innere bereitschaft zur veränderung lässt sich nicht einfach herbeizaubern, es muss erst etwas passieren, was dich wachrüttelt... meist ist es etwas sehr unangenehmes.

    vielleicht bringt dich die frage weiter, warum du dich in erster linie für das lehramtsstudium entschieden hast und was du dir in zukunft davon erhoffst..?

  10. Für den Beitrag dankt:

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Einbildung oder ... ?
    Von Gast im Forum Liebe
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 30.11.2012, 22:54
  2. Echtes Burnout oder Einbildung?
    Von Gast im Forum Gesundheit
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 23.11.2010, 22:17
  3. Tod... oder nur einbildung?
    Von Trasonis im Forum Leben
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 04.08.2010, 11:05
  4. Hass oder nur einbildung ??
    Von Suara im Forum Liebe
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 16.10.2009, 12:49
  5. Liebe oder Einbildung
    Von Gast im Forum Liebe
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 20.04.2009, 15:56

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige