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Thema: Der Tod ist doch eine Lösung!

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    Standard Der Tod ist doch eine Lösung!

    Und wieder einmal sitze ich hier, vor meinem Laptop und versuche, meine Gedanken zu ordnen. Wie oft ich es schon versucht habe, habe ich schon lange vergessen. Wie oft ich versucht habe, Freunde oder Familie um Hilfe zu bitten, habe ich vergessen. Wie oft ich Andeutungen auf meinen Zustand gemacht habe, habe ich vergessen. Ich weiß nicht, ob es keiner kapiert oder ob es sie einfach nicht interessiert. Oder ist es normal, dass jemand dauernd Todesszenen in einen Block zeichnet oder immer wieder "Hilfe" schreibt, um es sofort wieder auszuradieren? Am liebsten zeichne ich den "Galgenbaum", wie ich ihn nenne, oder Sprünge von einer Klippe. Es macht mich so vieles so unglaublich wütend. Meine Familie, meine Freunde, die Gesellschaft.

    Zuerst meine Eltern: Die meisten Menschen, die noch Eltern haben, können mit ihnen reden, wissen, dass sie geliebt werden und wichtig sind. Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen (und liebe alle meine Geschwister) und es ist klar, dass ich nie die ungeteilte Aufmerksamkeit hatte. Ich verstehe es ja auch irgendwie, aber trotzdem brauche ich meine Eltern als Eltern und nicht nur als Erzeuger! Alle meine Freundinnen erzählten und erzählen immer, wie sie mit ihrer Mutter diese typischen Mutter-Tochter Gespräche hatten und bei allen Problemen zu ihr liefen. Und immer hatte sie gute Tipps, versuchte es zu erklären und zu helfen. Ich hatte so etwas nie. Meine Mutter war zwar immer zu Hause, aber nie da. Sie kümmerte sich um den Haushalt, um das Essen und Putzen. Aber sie war nie für mich da, genau so wenig wie für meine Geschwister. Tagsüber war sie immer beschäftigt und abends war sie müde und schlecht gelaunt, sodass wir sie erst recht nicht belästigen wollten. Aber ich hätte so oft ihre Hilfe gebraucht. Ich erinnere mich noch, als ich zum ersten Mal meine Regelblutung bekommen hatte, lief ich, wie ein jedes Mädchen es tut, zu meiner Mutter und hoffte, sie würde mir helfen, mich unterstützen und mir irgendwie ein besseres Verständnis zu geben. Doch alles was sie sagte, war:"Oh nein, nicht du auch noch!" Wenn es nur einmal ein solcher Fall gewesen wäre, gut, aber es war immer so. Ich hatte und habe viel mit starken, chronischen Kopfschmerzen zu kämpfen. Als das begann, kam ich oft zu ihr, um es ihr zu sagen und hoffte, sie würde mit mir zum Arzt gehen oder zumindest irgendetwas anderes unternehmen. Wieder sagte sie nur:"Ich habe das auch immer, das ist bei uns ganz normal" Ist es normal, dass man jeden Tag, fast ununterbrochen Kopfschmerzen hat, und das über Jahre hinweg? Es sind mittlerweile fast 7 Jahre! So ging es mir immer und immer wieder, ich bekam nie ihre Unterstützung, immer nur gesagt, ich müsse aufpassen, dass ich nicht fett werde, die Pubertät wurde immer als etwas schlechtes dargestellt und ich solle gefälligst mein Leben auf die Reihe bekommen.
    Und was meinen Vater betrifft - der war immer arbeiten, und wenn er zu Hause war, kritisierte er nur oder spielte den großen Boss. Aber er war nie eine wahre Vaterfigur, was wohl auch der Grund war, warum ich mich in sehr jungen Jahren in 20 Jahre ältere Männer verguckte, und auch jetzt teilweise noch ältere Männer bevorzuge.

    Ich könnte es verwinden, wenn ich die Unterstützung und Liebe meiner Geschwister spüren könnte. Weil es aber jedem von uns so ergangen ist, sind meine älteren Geschwister so schnell wie möglich ausgezogen und versuchen selbst damit klarzukommen. Aber jetzt fehlen sie mir, weil sie sich nur um sich selbst kümmern und sie so weit weg sind. Ich versuche zwar, meine Familie zusammenzuhalten, aber mit meinen Eltern ist sowieso nichts mehr zu retten und vor allem meine großen Brüder haben sich echt distanziert (was ich auch vollkommen verstehen kann, aber ich brauche sie trotzdem!). Bei meinen kleinen Geschwistern versuche ich, die Ersatzmama zu spielen, aber da ich auch den ganzen Tag unterwegs bin, gelingt das ebenfalls kaum. Meine Eltern haben sich mit meinen Großeltern und anderen Verwandten zerstritten (damals war ich zwischen 7 und 9 Jahren alt), sodass wir auch sonst keine Familie mehr haben .

    Infolgedessen und noch vieler viel schlimmerer Dinge, die uns in unserer Kindheit wiederfahren sind, kämpfen wir (Geschwister) alle mit Depressionen. Mein ältester Bruder hat sich im Mai (vor einem halben Jahr) mit 26 Jahren erschossen. Es war keine große Überraschung für uns, da wir wussten, dass so etwas in unserer Familie passieren würde, aber es hat uns das Herz zerrissen. Er war immer der beste von uns, gutmütig, vernünftig und absolut liebenswert. Er war immer für alle da, hat immer und überall geholfen, aber wurde von allen Seiten ausgenutzt und kämpfte ebenfalls mit Depressionen. Ich stand in der Pubertät ebenfalls oft davor, es einfach zu beenden, habe mich aber immer zum weiterkämpfen aufgerafft. Aber die Gedanken kommen immer wieder zurück und der Wunsch nach dem Tod wird immer stärker. Die oben angeführten Gründe sind selbstverständlich der kleinste Part, aber die familiären Umstände bilden die Grundlage für meine Probleme.

    Ich habe schon so oft um Hilfe gebettelt, habe Freunden erzählt, was bei mir los ist, aber es nimmt niemand richtig ernst. Sie sagen immer: "Das wird schon wieder" oder "Es ist nur eine Phase", aber das ist nicht wahr. Seit dem ich 7 Jahre alt bin, zerbröckelt meine Familie, mein Leben, alles, woran ich jemals geglaubt habe und ich wünsche mir seit dem ich 11 bin den Tod. So viele Jahre, so viele Versuche, mich zu retten und ich bin immer gescheitert. Ich weiß, wenn nicht bald irgendjemand einsieht, wie schlimm es um mich steht, kann es keine Rettung mehr geben. Ich klammere mich immer noch an die Hoffnung, dass es doch irgendjemand eines Tages sehen wird und mir hilft, aber tief in meinem Inneren wächst der Wunsch danach immer mehr.
    Ich will meinen großen Bruder wiedersehen, will endlich Frieden finden und dass der Schmerz endlich vorbeigeht. Ich will nicht mehr leben.

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  3. #2
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    Standard AW: Der Tod ist doch eine Lösung!

    Moin,
    hast du schon einmal daran gedacht dir professionelle Unterstützung zu suchen - eine Therapie zu machen?

    Eine Therapie ist bei einer Lebensgeschichte wie deiner echt etwas wertvolles und hilfreiches. Das schreibt dir jemand, der es selbst lange nicht glaubte, dass es helfen kann die Freude am Leben wieder zu finden, trotz allem was grad war oder auch was früher war.

    Deine Beschreibung deiner Mutter, nichts unbekanntes hier. In einer solchen Familie versucht jede einzelne Person, jedes einzelne Kind durchzukommen. Und du bist schon sehr weit gekommen, noch längst nicht am Ende. Unterstützung, ja die ist was wertvolles, doch kann sie auch von woanders kommen und muss nicht aus der Familie oder von Freunden, die sind oft überfordert, haben ihre eigene Lebensgeschichte im Rucksack und können dann oft auch nicht, selbst wenn sie es wollten.

    Du schreibst hier, hast den Mut aufgebracht dich an Außenstehende zu wenden.

    Ich kann nur schreiben, halte durch und schau, das du weitere Unterstützung findest und solange du suchst, schreibe hier. Ach so ja wie nun aber wen finden ?

    Therapeuten suchen geht auch über die Krankenkasse.

    Heute ist es sehr früh und meine Konzentration lässt nach, da schon seit gestern Morgen auf den Beinen. Aber schreib einfach, wenn du wieder hier bist. Glaub an dich, deine Energie und deine Kraft, die es dir jetzt auch ermöglicht hat, dich hier im Forum anzumelden, einfach um doch noch Unterstützung zu finden.

    Viele Grüße
    Mittendurch
    Wenn ich die Ruhe und den Frieden in mir finde, dann muss ich diese nicht mehr bei anderen suchen.
    Friede auf Erden, ersetzt nicht den Frieden in mir, aber ergänzt diesen.

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