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Thema: Tiere und Menschen im Tierschutz

  1. #1
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    Standard Tiere und Menschen im Tierschutz

    Hallo,

    ich bitte vorab um eine sachliche Diskussion, da bei dem Thema Tierschutz oft die Emotionen mit uns durchgehen. Seit ich aktiv Tierschutz (vorrangig Hunde) betreibe, fällt mir immer wieder eines auf: der Mensch hinter dem Tier wird selten gesehen, nur in seiner Rolle als Tierhalter. Ein Beispiel: ein Hundehalter braucht Hilfe bei der Erziehung seines objektiv nicht einfachen Hundes. Er zählt zu den Angstbeißern, hat früher Mensch und Tier wahllos gebissen. Der Hundehalter hat den Hund, den er mit vier Jahren kaum sozialisiert übernommen hat, an Menschen und Hunde weitgehend gewöhnt. Die Aggression bezieht sich jetzt auf einzelne Hunde. Ein zweites Problem: der Mensch ist arm und krank, sodass er dem Hund nicht immer gerecht werden kann. Ein Gassigeher, der mit uns arbeitet meint nun, wir sollten ihm den Hund wegnehmen. Zum Glück ist das nicht einfach, und ich bin strikt dagegen. Argument war, der Hund hätte generell zu wenig und könne auch nicht in der armen Umebung bleiben. Den Hund wird es kaum interessieren, ob der Halter Geld hat oder nicht. Wichtiger ist geregelter Auslauf. Ich machte den Vorschlag, dem Menschen hier zu helfen. Dazu haben wir verschiedene Möglichkeiten: wir können Hund und Halter mit zu unseren täglichen Ausflügen nehmen, ein ander Gassigeher würde umsonst mit dem Hund rausgehen uvm. Ein anderer Teil vertritt die Meinung: Wenn der Halter allein seinem Hund nicht 100% gercht wird, soll das Tier woanders hin. Das ist sowohl Menschenverachtend und hat meiner Meinung nach auch nichts mit Tierschutz zu tun. Der Hund hat eine enge Bindung zum Halter und der Halter zum Hund. Mich interessiert Eure grundsätzliche Meinung.

    LG tukuna

  2. Für den Beitrag dankt: Eisbart

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  3. #2
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    Standard AW: Tiere und Menschen im Tierschutz

    Hallo tukuna.
    Da bin ich ganz bei dir.
    Wiso sollte man mensch und hund unglücklich machen, wenn es mit einfachen mitteln (oder auch mit etwas aufwand) auch anders geht?
    Das ist wirklich Menschnverachtend und man tut doch dem tier auch nix gutes, wenn er (der hund) sich wieder vom herrchen im stich gelassen fühlt und sich - im besten fall - wieder an jemand anderen gewöhnen muss...oder schlimmer ...im tierheim landet und wegen seiner auffälligkeit nicht mehr vermittelt werden kann...
    Ein hund ist an sei rudel...seinen menschen ...gebunden...braucht sein fressen, seinen auslauf, zuwendung...
    Alles andere ist ihm egal...
    Also dem menschen den hund ohne notwendigkeit einfach wegnehmen halte ich für einen fehler.
    Ich spür", dass du da bist, und ich hoff', dass es wahr ist.

    "Ich würde mich weigern, an einen Gott zu glauben, den ich verstehe könnte."
    (Graham Greene)

    "Vielleicht bist du nicht der Außenseiter, sondern der Lichtblick."

  4. Für den Beitrag danken: Eisbart, tukuna

  5. #3
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    Standard AW: Tiere und Menschen im Tierschutz

    Ich verstehe nie, wie man nur Menschen- oder nur Tierfreund sein kann. Ich bin Lebewesenfreund.

    Ich tu mich auch schwer mit pauschalen Aussagen. Es geht immer um eine Einzelfallentscheidung. Und diese hat auch nicht für immer bestand, da sich ja jederzeit die Umstände ändern können.

    Wenn ein Mensch nicht sicherstellen kann, daß sein Hund nicht beißt, muß zum Schutz anderer Lebewesen eingegriffen werden. Wenn ein Mensch ausreichende Ernährung, Auslauf, ärztliche Versorgung oder Zuneigung für sein Tier nicht sicherstellen kann, dann muß eingegriffen werden.

    Aber was das im Einzelfall bedeutet, ist abzuwägen. Ich würde auch in erster Linie an Unterstützung für den Menschen denken, aber das geht nur, wenn der damit einverstanden ist, er kooperativ ist und wenn die Unterstützung tatsächlich dauerhaft oder so lange sie benötigt wird, sichergestellt werden kann.

    Und speziell wenn es sich um einen angstbeißenden Hund handelt, bei dem es bereits zu mehreren Beißvorfällen gekommen ist, muß meiner Ansicht nach sehr genau abgewägt werden, ob der Mensch so zuverlässig, charakterstark und körperlich in der Lage ist, den Hund sicher zu führen. D.h. kann ich mich darauf verlassen, daß der Halter den Hund immer gesichert, also ggf. mit Maulkorb führt, solange der Hund noch nicht hunderprozentig sozialisiert ist?

    Wenn es klare Hinweise gibt, daß der Halter der Verantwortung für diesen speziellen Hund nicht nachkommt oder nicht nachkommen kann, dann bin ich auch dafür, den Hund in eine sichere Umgebung zu verantwortungsvollen Haltern zu geben. Ein Hund, der schlecht sozialisiert wurde und bereits mehrere Beißvorfälle hatte sowie weiterhin ein Aggressionsproblem mit bestimmten Hunden, ist eine ganz besonders verantwortungsvolle Aufgabe. Da gilt es eben auch ganz besonders abzuwägen, ob Unterstützung für den Menschen ausreicht.

    Ohne den Einzelfall ganz genau in all seinen Facetten zu kennen, ohne Hund und Halter genau zu kennen, ohne mögliche Unterstützer und den möglichen Umfang von Unterstützungsmaßnahmen und ohne die sichere Kontinuität solcher Unterstützung zu kennen, werde ich mir kein Urteil erlauben.

  6. Für den Beitrag danken: Arktur, Eisbart, tukuna

  7. #4
    Registriert Avatar von Sisandra
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    Standard AW: Tiere und Menschen im Tierschutz

    Wenn zwischen Hund und Halter eine enge Bindung besteht, warum sollte man den Hund dann wieder aus der gewohnten Umgebung herausreißen? Es scheint ja sehr wohl möglich zu sein, Gassigeher für den Notfall zu organisieren. Das einzige Problem, was ich (in der Zukunft) sehe, sind möglicherweise entstehende Tierarztkosten. Da ich selber seit vielen Jahren Haustiere halte, weiß ich, wie schnell das manchmal gehen kann und auch wie teuer das u.U. werden kann innerhalb ganz kurzer Zeit. Gäbe es da Möglichkeiten, dem Tierhalter unter die Arme zu greifen?
    ********************
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  8. Für den Beitrag danken: beihempelsuntermsofa, Eisbart, tukuna

  9. #5
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    Standard AW: Tiere und Menschen im Tierschutz

    Zitat Zitat von tukuna Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Der Hund hat eine enge Bindung zum Halter und der Halter zum Hund. Mich interessiert Eure grundsätzliche Meinung.
    LG tukuna
    das sehe ich ähnlich, allerdings wenn es ein junger Hund ist, sollte man schon nach Lösungen suchen.
    Wir haben gerade so einen Fall bei uns im Haus, die Hundebesitzer beide alt und keiner geht richtig mit dem Hund Gassi.
    Als der Mann krank wurde, hat meine Frau das Gassigehen übernommen, weil seine Frau keinen Hund wollte und sich weigerte.
    Der Hund hat Übergewicht und beisst sich kleine Wunden an den Pfoten aus Langeweile, ähnlich wie Fingernägel kauen, er ist bereits völlig gestört und unterfordert.
    Da er aber 13 Jahre alt ist, hat es weiter keinen Sinn ergeben etwas zu unternehmen, die sind aneinander gewohnt, der Tierschutz kann eh nichts tun, weil die alten Leute lügen das Blaue vom Himmel was das füttern und Gassigehen betrifft.
    Inzwischen ist es wie vorher, das einzige was wir versuchen zu erreichen ist, dass diese Leute nach diesem Hund keinen mehr haben dürfen und ob das funktioniert ist dann nochmal eine andere Frage.

  10. Für den Beitrag dankt: tukuna

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