Anzeige
Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Frage zu Kauf/Rechtslage

  1. #1
    Registriert
    Registriert seit
    04.12.2010
    Ort
    Frankfurt a/m
    Beiträge
    53
    Danke gesagt
    2
    Dank erhalten:   10

    Standard Frage zu Kauf/Rechtslage

    Hallo Community

    habe mir gerade einen Artikel auf Amazon bestellt der von einem gewerblichen Verkäufer dort angeboten wird der eine relativ hohe Anzahl positiver Bewertungen vorzeigen kann.

    Bestellt habe ich die Ware für 4,56 €, der nächstniedrigste Preis des nächsten Verkäufers liegt bei 38,00 €

    Und zwar ist es offensichtlich das derjenige sich im Setzen des Kommas vertan hat, kann dieser nun von meiner verbindlichen Bestellung zurücktreten, oder muss der Verkäufer seinen Fehler einsehen und mir die Ware ausliefern?

    Bin für jede Antwort dankbar

    LG.

  2. Anzeige

  3. #2
    engelbonn
    Gast

    Standard AW: Frage zu Kauf/Rechtslage

    Zuerst geht es darum, wie der Kaufvertrag zustande gekommen ist: Ein Vertrag kommt nämlich grundsätzlich nur durch die Abgabe zweier übereinstimmender Willenserklärungen zustande. Angebot und Annahme nennt man das. Nichts anderes gilt auch bei Kaufverträgen in Onlineshops.

    Interessant ist aber, wer das Angebot abgibt und wer es annimmt. Logisch wäre, dass der Onlineshop, Amazon, durch das Anbieten der Ware ein Angebot abgibt, dass Ihr als Kunde nur annehmen müsst.


    Dann wäre die Sache klar: Der Onlineshop hat die Ware zu einem bestimmten Preis angeboten, Du hast das Angebot angenommen und somit also einen Anspruch auf Lieferung.

    Das Dumme ist nur: So einfach ist es nicht. In der Regel stellen die „Angebote“ in den Onlineshops nur eine „Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes“ dar. Also nicht der Onlinehändler gibt das Angebot ab, sondern bittet Dich als Kunden das zu tun. Diese Konstruktion wird „invitatio ad offerendum“ genannt.

    So funktioniert das, rein rechtlich, übrigens auch im Supermarkt. Du gehst mit der Ware zur Kasse und gibst dort das Angebot ab, die Packung Gummibärchen für 1,39 Euro zu kaufen. Theoretisch entscheidet dann die Kassiererin, ob sie Dein Angebot annimmt und Dir die Ware verkaufen will oder nicht.

    Bei Bestellungen im Internet gibt also der Kunde das Angebot ab, der Händler nimmt es an – oder eben auch nicht. Die Annahme durch den Händler erfolgt in der Regel erst durch den Versand der Ware. Zwar bekommt man oft sofort nach der Bestellung eine (meistens automatische) Bestätigungsmail, dass die Bestellung eingegangen ist.

    Allerdings stellt das noch keine Annahme des Angebots dar. Bei einer falschen Preisangabe wird der Onlinehändler das Produkt also eher nicht verschicken, hat damit Dein Angebot zum Kauf nicht angenommen und ein Kaufvertrag kommt nicht zustande. Du als Kunde hast in dem Fall auch keinen Anspruch, dass Dir die Ware geliefert werden muss.

    Eine Ausnahme gilt nur, wenn die „Annahme des Angebotes“ ausdrücklich bestätigt wird, also nicht nur eine „Bestätigung des Eingangs der Bestellung“ verschickt wird. Man sollte also genau auf die Formulierung der Bestätigungsmail achten.

    Der Onlinehändler hat allerdings unter bestimmten Voraussetzungen selbst dann noch die Möglichkeit, den geschlossenen Kaufvertrag anzufechten. Das ermöglicht § 119 BGB.

    Hat sich der Händler zum Beispiel verschrieben, vertippt oder der falsche Preis ist durch eine fehlerhafte Software entstanden, kann er den mit Euch geschlossenen Vertrag wegen eines „Erklärungsirrtums“ anfechten.

    Ich würd´s versuchen, einfach mal bestellen und gespann warten ob was kommt.

    Klagen würd ich auf Lieferung nicht, das ist zu risikoreich.

    vg vom Alex

  4. Für den Beitrag danken: Baeng, mikenull, Theaf

  5. #3
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    04.12.2010
    Ort
    Frankfurt a/m
    Beiträge
    53
    Danke gesagt
    2
    Dank erhalten:   10

    Standard AW: Frage zu Kauf/Rechtslage

    Klagen wegen 34 € Differenz sicher nicht. Lasse die Sache einfach mal laufen und sehen wie sich das entwickelt, werde dann posten wie es ausgegangen ist.

    Danke für die Umfangreiche Antwort

    LG.

  6. #4
    Registriert Avatar von mikenull
    Registriert seit
    15.04.2005
    Beiträge
    36.836
    Danke gesagt
    15.393
    Dank erhalten:   17.776
    Blog-Einträge
    1

    Standard AW: Frage zu Kauf/Rechtslage

    Ein "Angebot" ist grundsätzlich nur an eine Person möglich. Alles andere, also Shop, Schaufenster, Laden richtet sich immer an die Allgemeinheit selbst ein Angebot abzugeben. ( s.o.)
    Sage nein
    Konstantin Wecker

    Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
    Wieder Nazi-Lieder johlen,
    Über Juden Witze machen,
    Über Menschenrechte lachen,
    Wenn sie dann in lauten Tönen
    Saufend ihrer Dummheit frönen,
    Denn am Deutschen hinterm Tresen
    Muss nun mal die Welt genesen,
    Dann steh auf und misch dich ein:
    Sage nein!

    Songwriter: Konstantin Wecker

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Spiele Ab 18 Rechtslage
    Von toppi21 im Forum Gesellschaft
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 28.12.2012, 01:57
  2. Antworten: 30
    Letzter Beitrag: 31.08.2012, 14:28
  3. Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 12.02.2011, 17:35
  4. kauf verbot
    Von tobias P. im Forum Familie
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 16.07.2009, 19:27

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige