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Thema: Mobbing an Schulen

  1. #1
    Monty8777
    Gast

    Standard Mobbing an Schulen

    Hallo an alle!
    Ich hoffe, der Thread passt, sonst bitte verschieben.
    Also, ich habe selbst Erfahrungen mit Mobbing (obwohl es den Begriff damals noch nicht gab).
    Mittlerweile arbeite ich als Sozialarbeiterin an einer Schule und eine meiner Aufgaben ist es, in Klassen wo gemobbt wird tätig zu werden.
    Daher würde mich interessieren, wie diejenigen, die Mobbing erlebt haben damit umgegangen sind, und was sie sich von Lehrern, Mitschülern und ggf. Schulsozialarbeiter erhofft haben.
    Dazu gehört für mich auch, Schüler zu ermutigen, sich an mich zu wenden, und welche Warnsignale wichtig sind um Mobbing zu erkennen.(Besonders da Mobbing oft in den Pausen stattfindet und daher oft von Sozialarbeitern und Lehrern nicht bemerkt wird!)
    Wer seine Erfahrung nicht hier im Forum erzählen möchte, kann mir auch gerne eine PN schicken.
    Mir geht es auch (und vor allem) darum gemobbte Schüler so zu unterstützen, dass der Schulbesuch erträglich (wenn schon nicht angenehm) wird.

    Ich hoffe, ihr könnt mir mit eurer Erfahrung zur Seite stehen.

    Danke!

  2. Anzeige

  3. #2
    Registriert Avatar von Anonymi
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    Standard AW: Mobbing an Schulen

    Hallo!

    Bei mir in der Klasse gibts es 2 Personen die richtig fieß fertig gemacht werden-aber die lachen auch noch drüber!

    Eine schreit immer "Alle dissen Dennis!"
    oder "Alle dissen Leonie!"
    (Namen geändert)

    Es scheint zwar lustig zu sein,aber ich bin mir sicher,dass die das nicht so mögen.

    Ansonsten wird an unserer Schule nicht gemobbt,es gibt nur vereinzelt sticheleien-aber die gibts ja überall.


    Auf jeden Fall finde ich deine Arbeit ganz toll!




    LG,Anonymi
    Bevor Du urteilen willst, über mich oder mein Leben,
    ziehe meine Schuhe an
    und laufe meinen Weg,
    durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
    fühle die Trauer,
    erlebe den Schmerz und die Freuden...

    .....und erst dann darfst du urteilen!

  4. #3
    Registriert
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    Standard AW: Mobbing an Schulen

    Hallo,

    ich war ziemlich lange ein Mobbing- Opfer oder zumindest ein Außenseiter innerhalb der Klasse.
    Ursachen: ich war ein bisschen so der Streber-Typ (gute Noten, gute Kontakte zu den Lehrern (die mochten mich, ich hab nicht geschleimt), nicht das modische Aussehen) und hatte einen Bruder (ein Jahr über mir und er die Jungs gegen seine blöde Schwester aufgewiegelt und die Mädchen so geärgert, dass sie mit mir auch nicht viel zu tun haben wollten).
    Das war schon in der Grundschule so. Da viele der Gründschüler in die gleiche Gymi-Klasse gewechselt haben, war es dort auch so. Allen voran ein Junge (Sunnyboy, Liebling aller Schüler und Lehrer), der mich auf der Liste hatte. In der fünften, sechsten war es ganz schlimm. Es gab so genannte "Anti-Niki-Clubs" - man durfte mich nicht angucken, nicht mit mir sprechen und der bedauernswerte Sitznachbar von mir musste soweit wie möglich wegrutschen. Wenn man Ausversehen eins meiner Sachen berührt hatte, mussten sie sich mit einem "Anti-Niki-Spray" absprühen und ausgiebig die Hände waschen.
    ein paar besondere Episoden:
    - im Schulunterricht mussten wir immer zu 7 diese schweren Matten tragen. Ich war einmal die jenige, die in der Mitte- direkt unten drunter laufen sollte. Und plötzlich haben alle losgelassen (hätte mir mit etwas Pech das Genick brechen können)

    - Klassenfahrten: Keiner wollte mit mir in ein Zimmer. Lieber schlafen alle zu siebt im Vierbettzimmer als mit mir zusammen.

    Wie ich damit umgegangen bin:
    - ich hab mich immer mehr zurück gezogen. Saß oft allein irgendwo rum, hab viel gelesen und versucht, mir nichts anmerken zu lassen.
    - ich konnte mich keinem anvertrauen, zu meinen Eltern hatte ich da schon kein wirklich Vertrauen mehr und die Lehrer...
    - ich morgens immer einen Bus früher genommen und nachmittags einen Bus später, um nicht gemeinsam mit den anderen fahren zu müssen...
    - ich hab damals oft dran gedacht, mich umzubringen, aber ich war zu feige. Hab mir immer gewünscht, dass mich ein Auto umfährt oder so...


    Wie meine Lehrer damit umgangen sind:
    Ganz unterschiedlich, da hab ich alles erlebt:
    - Ignoranz/ Unwissenheit: meine Grundschullehrerin hat behauptet, ich wäre sozial total integriert, alles okay
    - Unterstützung:
    * der Klassenlehrer in der 5 hat versucht, das zu ändern. Er hat das ziemlich schnell gecheckt und damals offen angesprochen. Er wollte das wirklich gut machen, glaub ich, aber er hat alles nur verschlimmert. Die anderen dachten, ich hätte gepetzt und sie waren richtig sauer.. Aber ich glaube, wenn er geblieben wäre, wäre es besser geworden. Er hat ziemlich viel für die Klassengemeinschaft getan
    * einige Lehrer haben mit mir gesprochen und versucht mich aufzubauen, aber sie konnten mir nicht helfen. Sie haben mir Dinge gesagt wie "wenn du groß bist, wirst Du Freunde haben und die werden Dich für das schätzen, was du bist". Natürlich war das auch so, aber eben erst 5, 6 Jahre später. Das war kein Trost und damals konnte ich das auch nicht glauben..
    * mein Sportlehrer von damals hat die anderen richtig zur Sau gemacht, aber er war nur der Sportlehrer, er konnte nicht wissen, dass das Absicht war...
    -Mittäter
    * Lehrer, die öffentlich zu mir gesagt haben, dass ich mich ja nicht wundern muss, in dieser Lage zu sein, bei diesem Bruder. Das läge ja in der Familie. Solche und ähnliche Sätze fielen...

    Was ich mir gewünscht hätte:
    - dass Lehrer die Augen offen halten. Man merkt, wenn Kinder zu Außenseiter werden: im Sportunterricht der letzte, der in die Gruppe gerufen wird; den, den die anderen nicht in der Gruppe dabei haben wollen; derjenige, der auffallend oft allein ist und vielleicht viel zu oft mit Lehrern redet (das ist ein Zeichen dafür, dass er mit Gleichaltrigen Schwierigkeiten hat).
    Und die Grenze vom Außenseiter zum Mobbing ist sooo dünn, das hat viel miteinander zu tun.
    Dafür wäre auch wichtig, dass Kollegen einer Klasse miteinander reden, eben auch über diese Problematik!
    - über Mobbing aufklären (ohne Personen zu nennen). Mir war lange nicht bewusst, was da läuft und ich denke, viele Mitschüler wussten auch nicht, was sie einem damit antun. Also sollte man das zum Thema machen...
    - es sollte öfter die Gelegenheit geben, für die Klassengemeinschaft zu arbeiten, Gruppenspiele, Rollenspiele, die Gemeinschaft stärken und offen über Schwierigkeiten sprechen...
    - manchmal ist es gut, verständige Mitschüler in kleiner Anzahl anzusprechen, die da auch vermitteln können den Mobbern gegenüber

    ganz schön schwierig... Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man ein Mobbing-Opfer nicht durch das Verhalten von Sozialarbeitern oder Lehrern noch mehr in die Außenseiter-Rolle drängt...

    Sorry, ein ziemlich langer Beitrag...

    Niki
    Geändert von Niki-Niki (09.05.2012 um 23:08 Uhr) Grund: realdaten entfernt

  5. Für den Beitrag dankt: Anonymi

  6. #4
    Monty8777
    Gast

    Standard AW: Mobbing an Schulen

    Liebe Niki,
    was du erlebt hast ist wirklich übel!
    Ich hoffe, dass du deinen Wert trotzdem siehst, mich hat dein Beitrag sehr bewegt!!!!
    Auf jeden Fall danke ich allen, die hier geantwortet haben für ihren Mut und die gute, konstruktive Hilfe!

  7. Für den Beitrag dankt: Niki-Niki

  8. #5
    Mütterchen
    Gast

    Standard AW: Mobbing an Schulen

    Meine Erfahrungen ähneln denen von Niki sehr. Auch bei mir sind viele meiner ehemaligen Mitschüler mit mir am Gymnasium gelandet, und mein "Ruf" sprach sich recht schnell herum - man kam vom Dorf, man kannte sich. Auch bei mir war die 6. Klasse der pure Horror.

    Einen Teil meiner Erfahrungen habe ich in meinem Schulsport-Trauma-Thread aufgeschrieben, falls sie Dich interessieren. Ich war immer ein bisschen langsamer, schon immer ängstlich, wohl genährt (nein, nicht wirklich übergewichtig, aber eben eine 36/38 statt 32/34) und mit Zahnspange und Brille das optimale Opfer.
    Nein, Spray und fallengelassene Matten gab es bei mir nicht - aber Einträge in diesen berühmten "Meine Freunde"-Büchern: "Freunde: die ganze 8a außer M.", "Fass den Ball bloß nicht an!"- und "Du stinkst!"-Rufe, ewige-Letzte-in-der-Mannschaft-sein, Telefonterror, Rumschubsen im Bus (...ich habe mich dann auch teilweise von meinem Vater fahren lassen und bin einen Bus früher oder später gefahren, wenn ich wusste, dass bestimmte Personen mit von der Partie sind...), Hetzereien, wo immer möglich (kam ein Neuer in die Klasse, wurde er, ebenso wie Leute aus anderen Klassen und Gastschüler, sofort auf mich aufmerksam gemacht) Verdrehen meiner Worte, so dass es erschien, als hätte ich einen Streit begonnen, der ewigen Einsamkeit auf dem Schulhof, u.s.w.u.s.f.

    Zynisch: heute versuchen einige meiner Mitschüler und Mitschülerinnen, mir zu erklären, dass sie mich doch immer so gemocht hätten, und gerne Kontakt zu mir wollen. Dass ich ihnen aber heute noch nicht über den Weg traue, und selbstverständlich keinen Kontakt wünsche, ist sicher klar. Verziehen habe ich ihnen die 12 Jahre dauernde Demütigung nicht.

    Die Lehrer. Diese übten sich teilweise in konsequenter Ignoranz, teilweise in Du-bist-doch-selbst-schuld-wir-versuchen-doch-schon-alles-Lamenti, teilweise in tapferer Mithilfe beim Bloßstellen, wo immer möglich. Also das normale Programm. Wirklich etwas erreicht hat selbstverständlich keiner.

    Wie bin ich damit umgegangen?
    Schweigen. Meine Eltern haben gar nichts begriffen - ihnen anvertrauen konnte ich mich nie.
    In meinem Zimmer dann ab und zu heulen, nicht schlafen können,
    Psychosomatische Beschwerden.
    Viel lesen. In meinem Kopf habe ich meine eigene Welt gebaut, in der es mir gut ging, in der es keine Mitschüler gab.
    Ein Suizidversuch. Brachte aber nicht viel, außer einem Tag heftiges Erbrechen. Mutter hat mich trotzdem in die Schule geschickt, die Lehrerin ließ mich hingegen sofort wieder abholen.
    Weglaufenwollen. Meine Sachen hatte ich schon gepackt. Aber den entscheidenden Schritt dann doch nicht getan.
    Scham. Grenzenlose Scham. Nicht einmal ein Tagebuch mochte ich einweihen in das, was ich wirklich fühlte.
    Spätfolge: F60.31, wie aus dem Lehrbuch.

    Was hätte ich erwartet?
    Ich kann es, ehrlich gesagt, nicht einmal beschreiben.
    Aber es wäre vermutlich sinnvoll gewesen, wenn meine Eltern etwas mehr Aufmerksamkeit auf mich "verschwendet" und meine Lage (an)erkannt hätten, anstatt immer nur ihr unaufhörliches "Du stellst Dich doch nur an!" zu skandieren. Vielleicht hätte das einiges verhindert...

    Liebe Grüße.
    Mütterchen

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