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Thema: Kein Abitur- ein Problem für mich

  1. #6
    WillIEverBeHappy
    Gast

    Standard AW: Kein Abitur- ein Problem für mich

    Die Einstellung, dass Intelligenz mit schulischer Bildung einher geht ist schlicht falsch.
    Auch schulisch komplett ungebildete Leute können hoch intelligent sein. Ich kann auch, ohne, dass ich weiß, was 567 vor Christus in Hinterfurzklappersdorf der Heinz zum Franz gesagt hat hochintelligent sein und komplexe Abläufe verstehen, oder Muster erkennen und so weiter.
    Was ich für meinen Job brauche und noch nicht kann, muss ich mir ohnehin anlernen. DA kommt dann Intelligenz ins Spiel ... nicht was vielleicht bei einem Abitur ultra wichtig war, damit man dort mit Auszeichnung raus geht.

    Ich hab selbst kein Abi (oder Matura, wie es bei uns in AUT heißt) und "nur" einen Lehrabschluss. Trotzdem bin ich beruflich weit erfolgreicher, als jeder aus meiner kompletten Familie und näheren Verwandtschaft (wovon durchaus auch welche studiert haben) und ich habe mittlerweile so viel Erfahrung gesammelt, dass es bei potentiellen Auftraggebern NIEMANDEN interessiert, ob ich ein Abi, oder generell eine höher bildende Schule besucht habe.
    Im Gegenteil ... wenn ich mit Studenten zu tun habe, merkt man sehr sehr oft, dass diese fernab jedweger Realität agieren. Sie können zwar theoretisch alles super nach Schema F darstellen und wissen tiefergehende Dinge, die ich nicht weiß ... doch bringt denen das gar nix, wenn der Kunde innerhalb von 30 Minuten sein Problem gelöst wissen will und der Praktiker schon anhand seiner Erfahrung weiß, wo man ansetzen muss und wo das Problem liegen könnte, während der Student noch sein Schulbuch sucht, wo eine Beschreibung zur Problembehandlung in 20 Kapiteln dargestellt wird.
    Ich sag zu den Studenten (ich verallgemeinere nicht, aber es is eher die Ausnahme, als die Regel, dass sie auch praktisch was drauf haben -> in meinem Beruf wohlgemerkt) auch immer.
    "Wenn ich den Lichtschalter drück und es bleibt dunkel, schau ich zuerst, ob das Leuchtmittel hin ist und fahr net 3 Stunden zur Trafostation und lausche, ob der brummt und ruf dann in Amerika an, ob die auch kein Licht haben"

    Wenn du es für dich selbst willst, dann mach es. Für andere und damit du in deren Augen "wertvoll" bist ... who cares?
    Geändert von WillIEverBeHappy (19.09.2019 um 12:36 Uhr)

  2. Für den Beitrag dankt: gigi2

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  4. #7
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    Standard AW: Kein Abitur- ein Problem für mich

    Zitat Zitat von WillIEverBeHappy Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil ... wenn ich mit Studenten zu tun habe, merkt man sehr sehr oft, dass diese fernab jedweger Realität agieren. [...]
    Ich frage mich, woher die Arbeitgeber diese Studierten hernehmen. Es liest sich, als hätte man einen fabrikfrischen Roboter ausgepackt und müsste ihn erst zurecht programmieren. Etwa so, als wären studierte Menschen grundsätzlich nicht auf der Erde aufgewachsen und wären absolut weltfremd. Wenn man den Berichten glauben schenkt, dann wirkt es fast, als würden sie wie Pilze aus dem Boden springen und die Unternehmen verseuchen.

    Wenn man einerseits behauptet, dass Intelligenz nichts mit der schulischen Bildung zu tun hätte, dann darf man sie andersherum nicht Menschen absprechen, die eben diese Bildung besitzen. Alles andere ist unlogisch und voreingenommen und spricht eben nicht von intelligenten Denkmustern.

    Ich für meinen Teil rate jedem jungen Menschen an, sich einen Berufswunsch oder eine bevorzugte Branche herauszusuchen und zunächst eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen. Ich halte es für wesentlich effektiver, Berufserfahrung zu sammeln und danach ein fortbildendes Studium dranzuhängen. Während nämlich der ein oder andere Abiturient zunächst einmal sein Gap-Jahr macht, dann irgendwas studiert, das wiederum abbricht, etwas anderes anfängt und vielleicht nach 10 Semestern fertig ist, hat man auf dem Weg über die Ausbildung massig Berufserfahrung gesammelt und Geld gespart. Darüber hinaus hat man Qualifikationen erworben, die wesentlich besser bezahlte Werkstudententätigkeiten ermöglichen. Und falls man das Studium doch nicht schafft, aus welchem Grund auch immer, dann hat man eben immer noch eine Ausbildung und Berufserfahrung vorzuweisen; anders als ein reiner Abiturient, der hat dann halt einfach mal einen großen Teil seines Lebens verkackt.
    Geändert von Wildkatz (19.09.2019 um 17:57 Uhr)

  5. #8
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    Standard AW: Kein Abitur- ein Problem für mich

    Hallo,
    Geht es dir um das Gefühl oder den Abschluss? Glaubst du, du würdest dich mit Abitur besser fühlen? Ich kenne Promovierte, die fühlen sich auch dumm. Und ich kenne Realschulabsolventen, die finden sich ok. Was ich sagen will, ist, dass das Gefühl von dir aus kommen muss, nicht von irgend jemandem, der dir nen Abschluss gibt.

    Alles Gute!

    Gretta

  6. #9
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    Standard AW: Kein Abitur- ein Problem für mich

    och, das beschäftigt andere auch.....

    https://doktorandenforum.de/board/vi...itur+nachholen

    Ich habe auch im echten Leben einen Doktortitel - aber kein Abitur,
    habe es zweimal nicht geschafft (extern).
    Auch mich hat das jahrelang geärgert, bis ich mir mal klar gemacht habe, dass ich Abi nur wollte,
    weil ich halt studieren wollte. Und das habe ich ja dann letztendlich auch. Vielleicht
    hilft Dir das auch weiter, ob es nur um "Abitur" geht oder um die Möglichkeiten damit -
    denn mit Ausbildung sind das mittlerweile nämlich fast dieselben wir für Abiturienten.

    Aber ich verstehe Dich, mit 19 bist Du noch knapp im Alter, wo es regulär gegangen wäre. Nun wirst Du Dir einen anderen Weg suchen müssen für das gleiche Ziel, das ist im ersten Moment erschreckend, aber das wird
    im weiteren Verlauf des Lebens immer wieder so sein. DAS ist die Regel.
    Ich kenne Promovierte, die fühlen sich auch dumm.
    ja, weil es ständig abgewertet oder nicht passend gewürdigt wird.
    Keiner nutzt den Titel in der Anrede, obwohl das fett und breit steht , dass man nicht "Herr oder "Frau" ist, sondern "Doktor" oder "Doktorin" und/oder man ist immer der "Fachidiot", vor allem im Vergleich zum Handwerker. Komischerweise bekommt man aber eine auf den Deckel, wenn man die Arbeit des Handwerkers nicht kann, z.B. als Architekt den richtige Kitt für das Fenster auswählen, dessen Statik man vorher berechnet hat.
    Weil man das nicht kann, ist man "dumm" oder "arbeitsunfähig", was ziemlich interessant ist, denn dann kann das Kitt auswählen ja nicht so schwer sein, wenn es jeder kann....
    Geändert von dr.superman (06.10.2019 um 19:33 Uhr)

  7. #10
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    Standard AW: Kein Abitur- ein Problem für mich

    vergessen....
    das mit den oben geschilderten, angeblich typischen Studierenden kann ich auch nicht nachvollziehen.
    Ich arbeite an der Uni und meine Studierenden sind meist Meister der Organisation,
    da zwei oder drei Jobs nebeneinander oder Dutzende (!) während des Studiums. Vom Putzjob bis zum Controller. Sie sehen viele Betriebe, viele Leute, viele Kunden, viele Szenarien.
    Wieso sind die im Praktischen ungebildet und unbeholfen im Umgang bzw. Problemlösestrategien?
    Wieso sind sie das mehr als jemand, der mit 16 in einen Betrieb kam und dort mit 40 immer noch ist?
    Ein Student ist formal ein Schüler, ein nicht beruflich Gebildeter ohne Ausbildung.
    Und trotzdem trauen ihm Betrieb zu, das Gleiche zu machen wie die Leute, die in dem Bereich eine Ausbildung gemacht haben, z.B. im Hotel (Service, Kalkulationen, Rezeption...) oder im Einzelhandel (Kundenkontakt, Ware verräumen, Verkauf, Kasse....).
    Gymasiasten und Realschüler - da ist klar, wer mehr Praxisskills hat.
    Aber Lehrlinge und Studenten per se?
    No way. Die Zeiten sind vorbei. Schon lange.
    Geändert von dr.superman (06.10.2019 um 19:35 Uhr)

  8. Für den Beitrag dankt: Wildkatz

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