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Thema: 11. Klasse abbrechen weil es viel zu stressig ist?

  1. #6
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    Standard AW: 11. Klasse abbrechen weil es viel zu stressig ist?

    Das Leben ist nun mal stressig. Später (vor allem auch im Studium, wenn's nicht gerade ein Laberfach oder ein Lehramtsstudiengang ist) ist es noch viel stressiger als auf dem Gymnasium. Du wirst nie wieder so leicht an das Abitur kommen wie dort. Im Grunde wird den Schülern das Abitur heute nachgeschmissen im Vergleich zu meiner Schulzeit (habe 1982 Abitur gemacht). Damals gab es auch längst noch nicht so viele Einser-Abiturienten wie heute. Wenn du ungeachtet dessen nicht für das Gymnasium geeignet bist, wirst du abbrechen müssen.

    Aus purer Bequemlichkeit würde ich es aber nicht tun, das würdest du eines Tages bereuen. Denn von nichts kommt nichts. Nahezu jeder muss im Leben auch mal Durststrecken überwinden (ein Jahr "aushalten" ist gar nichts!) und sich über einen langen Zeitraum anstrengen. Man kann nicht erwarten, dass einem alles nur so zufliegt. Geschenkt bekommt man nämlich nichts. Und glaube mal ja nicht, dass eine Berufsausbildung sowie eine spätere Vollzeit-Berufstätigkeit mit weniger Zeitaufwand verbunden sind.

    Mir fällt zudem auf, dass du Grammatikfehler machst. Es heißt nicht "mein Hobby nachgehen", sondern "meinem Hobby nachgehen" (Dativ). Wenn man in seiner Muttersprache nicht sattelfest ist, sind das keine guten Voraussetzungen für den erfolgreichen Besuch eines Gymnasiums, auch nicht für das Erlernen einer Fremdsprache. Und mit der Zeichensetzung hast du es auch nicht so. Daran solltest du unbedingt arbeiten, wenn schon auf deiner Realschule offenbar kein allzu großer Wert darauf gelegt wurde. Ist dir das auch zu stressig, brichst du das Gymnasium wirklich besser ab. Bedenke aber, dass solche Fehler auch keinen guten Eindruck machen, wenn du dich irgendwo bewirbst.

    Wenn du auf dem Gymnasium Erfolg haben willst, wirst du auch lernen müssen, dich präziser auszudrücken. Du kannst z.B. nicht voraussetzen, dass jeder Leser weiß, was du mit einem "Erweiterten" meinst (auch wenn ich mir denken kann, dass damit der Qualifikationsvermerk für den Besuch eines Gymnasiums gemeint ist). Wenn du in Aufsätzen, Gedichtinterpretationen oder auch in mündlichen Beiträgen ebenso schwer verständlich formulierst, wirst du auf dem Gymnasium keine guten Noten erzielen und auch im Studium keinen Erfolg haben. Dasselbe gilt für den Wortschatz. Nichts gegen den Gebrauch von legeren, umgangssprachlichen Ausdrücken wie "echt", "super", "in die Tonne werfen", "macht mich fertig" etc. im Freundeskreis. Aber als Gymnasiast sollte man anstreben, dasselbe durch ein großes Repertoire entsprechender Synonyme auch eleganter und differenzierter zum Ausdruck bringen zu können. Hier empfehle ich, viel zu lesen, und zwar keine Trivialliteratur, sondern Literatur von Autoren zu bevorzugen, die bekanntermaßen über eine hohe Sprachkompetenz verfügen (Bücher von Autoren wie Siegfried Lenz, Thomas Mann, Ulla Hahn, Walter Kempowski etc., aber auch Biographien berühmter Persönlichkeiten sind häufig in einer gehobenen Sprache verfasst). Ist dir aber viel zu mühsam und langweilt dich zu Tode, oder irre ich mich?

    Ich nehme an, das alles sind Gründe, weshalb deine Klassenlehrerin meinte, du seiest in einer Ausbildung besser aufgehoben. Wahrscheinlich bist du eher praktisch als theoretisch und sprachlich begabt. Meines Erachtens ist es feige und inkonsequent von den Lehrern, angesichts solcher Einschätzungen nicht dazu zu stehen, was die Empfehlung für das Gymnasium von vornherein ausgeschlossen hätte. Dir haben sie damit keinen Gefallen getan. Entweder hätten sie dir den Besuch eines Gymnasiums erst gar nicht ermöglichen dürfen oder dir zumindest offen sagen müssen, dass es gewisse Defizite im sprachlichen Bereich (vielleicht auch noch in anderen Fächern?) gibt, an denen du arbeiten musst, wenn du das Abitur schaffen willst, und dass dies recht anstrengend werden wird. Auf dieser Basis hättest du von vornherein eine Entscheidung pro oder contra Gymnasium treffen können, die von realistischeren Vorstellungen geprägt gewesen wäre.
    Geändert von Sarnade (23.08.2019 um 09:55 Uhr)

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  3. #7
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    Standard AW: 11. Klasse abbrechen weil es viel zu stressig ist?

    Naja, manches sehe ich genauso. Die Tatsache, dass heute so derart viele Leute Abi machen, kann ja nur heißen, dass die Messlatte niedriger ist. Die zweite Möglichkeit, dass jede Gene
    ration schlauer ist als die vorherige, kann man vergessen ^^. Und das sage ich ganz ehrlich als Sechzehnjährige, die auf die Realschule geht.


    Allerdings kann man ganz sicher auch ohne Abi leben und nicht jeder wird erst mit Abi-Zeugnis zum Menschen.
    Und dem TE jetzt irgendwelche Grammatik-Fehler vorzuwerfen und das dann als Beweis zu nehmen, dass er nicht aufs Gymi gehört, finde ich etwas zu krass.


    Im Web und allgemein in Foren schreibt man eben oft mal schnell. Ich merke das oft bei mir. Dann formuliert man eben nicht perfekt, und ja, dann gibt es eben auch mal Grammatik-Fehler. Und wenn ich chatte, auch massenhaft Tippfehler, und ich kann trotzdem die Rechtschreibung!
    Das heißt aber nicht, dass man die Deutsche Sprache nicht richtig kann oder dass man in einer Klausur ebenso formulieren würde.
    Da ist schon ein Unterschied zwischen Freizeit und Schule.


    Wenn man natürlich gar keinen geraden Satz hin kriegt (Umgangssprache ) , sieht es anders aus. Aber das ist hier ja nicht der Fall. Und Schule besteht ja zum Glück nicht nur aus so ätzenden Fächern wie Deutsch, sondern auch aus genialen Fächern wie Mathematik oder allgemein Naturwissenschaften .

    Und deswegen sind diese sogenannten gehobenen Autoren, die da aufgezählt werden und eine so hohe Sprachkompetenz haben - was auch immer das sein soll - auch vor allem Fake oder so etwas wie schein-berühmt. Denn in erster Linie soll Lesen Spaß machen. Freude machen, die Fantasie im Kopf anregen, sich die Hauptpersonen vorstellen. Es ist etwas total Wunderschönes!
    Dazu braucht es aber vor allem interessante und spannende Literatur und die haben die ach so gehobenen Autoren meistens nicht zu bieten. Und im Fach Deutsch geht es ja auch weniger ums Lesen der Literatur, als darum, sie wie in der Pathologie die Leichen auseinander zu nehmen. Das tötet jede Lust am Lesen.
    Das Problem dieser Welt ist, dass die intelligenten Menschen so voller Selbstzweifel und die Dummen so voller Selbstvertrauen sind.

    Charles Bukowski

  4. #8
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    Standard AW: 11. Klasse abbrechen weil es viel zu stressig ist?

    Zitat Zitat von Sadie02 Beitrag anzeigen
    Und Schule besteht ja zum Glück nicht nur aus so ätzenden Fächern wie Deutsch, sondern auch aus genialen Fächern wie Mathematik oder allgemein Naturwissenschaften .
    Gute Noten in so "ätzenden" Fächern wie Deutsch (übrigens war das "ätzende" Fach auf dem Gymnasium immer mein Lieblingsfach ) benötigt man durchaus, wenn man nach dem Abitur erfolgreich ein anspruchsvolles Fach studieren will. Nicht nur als Jurist, sondern auch in naturwissenschaftlichen Fächern und in der Medizin ist es auch heute noch wichtig, sich präzise und differenziert ausdrücken zu können, die Orthografie und Interpunktion zu beherrschen. Wer z.B. Jura studiert und das nicht kann, der hat von vornherein verloren. Ähnlich dürfte es bei Medien- und Kommunikationswissenschaften, in der Psychologie, bei Politikwissenschaften, bei Geschichtswissenschaften, im Journalismus und im Germanistikstudium sein. Wem es dagegen genügt, nach der Schule eine kaufmännische Ausbildung zu machen oder in den mittleren Verwaltungsdienst zu gehen (oder einen sonstigen Beruf zu ergreifen, für den man das Abitur nicht braucht), bei dem mag es anders sein.

    Auch Mathematik und sämtliche Naturwissenschaften machen bereits in der Schule viel mehr Spaß, wenn die Lehrer gut erklären können. Was braucht man neben der Fähigkeit zum logischen, strukturierten Denken dazu? Sprachkompetenz.

    Zitat Zitat von Sadie02 Beitrag anzeigen
    Und deswegen sind diese sogenannten gehobenen Autoren, die da aufgezählt werden und eine so hohe Sprachkompetenz haben - was auch immer das sein soll - auch vor allem Fake oder so etwas wie schein-berühmt.
    [...] Mir hat der Deutschunterricht im Gymnasium jedenfalls nicht die Lust am Lesen verleidet, ganz im Gegenteil. Wenn man in dem Fach des öfteren nur mittelmäßige oder schlechte Noten erzielt, mag das anders sein. Daran ist dann aber nicht das Fach schuld, sondern die eigene mangelnde Begabung, manchmal auch Eigenschaften wie Desinteresse oder Faulheit. Nur wenn man in der Lage ist, Literatur zu analysieren, lernt man im Laufe der Zeit, gute von schlechter Literatur zu unterscheiden. Gute Literatur erkennen zu können und zu schätzen zu wissen, gehört für mich zu den Merkmalen eines wirklich kultivierten Menschen.

    In meinem Bücherregal zu Hause stehen übrigens viele dieser "ätzenden" Autoren (und werden auch gelesen!) und nicht etwa Rosamunde Pillendreher.

    Wenn man keinen allzu großen intellektuellen Ehrgeiz besitzt und sich mit der Lektüre irgendwelcher "Schmöker" zufrieden gibt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Sprachkompetenz für das Gymnasium und erst recht für ein Studium (damit meine ich jetzt ein wissenschaftliches Hochschulstudium und kein FH-Studium) nicht ausreicht. Aber es muss ja auch nicht jeder studieren, das finde ich auch. Ich war allerdings motiviert dazu. Eine Ausbildung ohne Studium zu machen, hätte mich nicht zufriedengestellt. Daher habe ich mich auch entsprechend verhalten, was die Wahl meiner Lektüre betrifft, und habe es bis heute nicht bereut.
    Geändert von Stone (26.08.2019 um 00:30 Uhr) Grund: unangemessen

  5. #9
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    Standard AW: 11. Klasse abbrechen weil es viel zu stressig ist?

    Zitat Zitat von Sadie02 Beitrag anzeigen
    Und dem TE jetzt irgendwelche Grammatik-Fehler vorzuwerfen und das dann als Beweis zu nehmen, dass er nicht aufs Gymi gehört, finde ich etwas zu krass.
    Zwischen "vorwerfen" und "auf etwas aufmerksam machen" (damit jemand, wenn er es denn will, daran arbeiten kann, sich in dem Bereich zu verbessern) gibt es einen feinen, aber entscheidenden Unterschied. Auch wieder eine Frage des sprachlichen Differenzierungsvermögens und des Textverständnisses.
    Geändert von Sarnade (24.08.2019 um 12:34 Uhr)

  6. #10
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    Standard AW: 11. Klasse abbrechen weil es viel zu stressig ist?

    Ich habe schon vermutet, dass Deutsch dein Lieblingsfach war. Das ist doch okay, die Geschmäcker sind verschieden. Und so wie ich dir zugestehe, dass du Deutsch toll findest, ist es sicher ein Leichtes für dich, anderen zu zugestehen, dass sie das Fach ätzend finden .

    Die Beispiele der Studienfächer, in denen man in Deutsch gut sein sollte, stimmen wahrscheinlich. Da will ich nicht streiten, weil ich mich nicht auskenne. Für einen guten Arzt dürfte es allerdings nicht gahz so wichtig sein. Der Chefarzt, der perfekt spricht und ganz schlau wirkt, mag toll auf der Cocktailparty sein, wenn ich auf dem OP-Tisch liege, sind mir seine chirurgischen Fähigkeiten wichtiger, und die dürfte er nicht mit Thomas Mann-Lektüre erreicht haben. Aber ja, natürlich ist es nie falsch, sich gut und richtig ausdrücken zu können!
    Übrigens kann man sehr wohl vom mittleren Dienst in den gehobenen aufsteigen, wenn man in seinem Job gute Leistungen bringt. Es ist nicht so, dass man ein Brandmal auf ewig im Lebenslauf hat, nur weil das Abi fehlt.


    Ich habe lediglich meine Sicht auf die Literatur ausgedrückt. Das war weder für die Zeitung noch dafür, irgendwen zu bekehren. Für mich ist gute Literatur welche, die MICH fesselt, mich begeistert, mir tolle Gedanken bringt und meine Fantasie anregt. Und diese Einstufung geht auch mit sechzehn. Nur, weil jemand hoch gestochen mit Worten umgeht, heißt das nicht, dass er gut und vor allem interessant schreiben kann. Genauso wie ein Mathematik-Professor eventuell ein Genie ist, aber trotzdem nicht gut unterrichten und erklären kann.
    Dein Hinweis auf Rosamunde Pilcher ist völlig unsachlich. Als gäbe es nur Thomas Mann auf der einen und absoluten Trash auf der anderen Seite. Die Mitte ist entscheidend. Wie stufst du zum Beispiel Stephen King ein? Wie sein Talent? ist der Trash für dich? Ein Mann mit diesen Fähigkeiten, mit dieser Fantasie?

    Ich finde es toll und gut und richtig, wenn du diese sogenannte hohe Literatur magst und mit Begeisterung liest. Es macht dich aber in meinen Augen weder schlauer noch besser noch sonstwas als Leute, die etwas anderes lesen. Es zeigt, dass du einen anderen Geschmack hast. Aber welcher ist besser? Wer will das beurteilen?

    Im Übrigen sollte man nicht vergessen, dass in keinem Fach so persönliche Noten vergeben werden wie in Deutsch. Nicht jeder, der in Deutsch nicht zu den erwählten Lieblingen der Lehrerin gehört, ist gleich jemand, der sich nicht gut ausdrücken kann. Und wenn ich mir diesen und allgemein meine Texte hier so anschaue, finde ich schon, dass ich mich halbwegs ausdrücken kann, obwohl Deutsch - und ja, nur als Realschülerin ^^ - mein schlechtestes Fach ist. Thomas Mann würde mich vielleicht für meine Sätze verachten, aber ich bin ja auch keine Senatoren-Tochter . Aber man kann auch mit einer schlechten Deutschnote durchaus der deustchen Sprache halbwegs mächtig sein, oder nur Alda, Digga, Brudi oder ähnliches zu schreiben.
    Das Problem dieser Welt ist, dass die intelligenten Menschen so voller Selbstzweifel und die Dummen so voller Selbstvertrauen sind.

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