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Thema: Sich für das Lernen motivieren trotz Antriebslosigkeit?

  1. #1
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    Standard Sich für das Lernen motivieren trotz Antriebslosigkeit?

    Hi,

    momentan habe ich Sommerferien. Mein Zeugnis dieses Jahr war nicht besonders gut. Seit Jahren leide ich unter Depressionen und trotz Bemühungen werden sie immer schlimmer. In einer Klinik war ich noch nie und medikamentös wurde ich auch noch nicht behandelt. Aber seit gut vier Jahren arbeite ich mit einem Psychotherapeuten zusammen, welcher mich immer wieder zu einem Klinikaufenthalt überreden wollte. Ich möchte aber nicht ein Schuljahr wiederholen, etc. Früher waren meine Noten sehr gut ohne Aufwand. Damals ging ich aber auch jeden Tag zur Schule, habe zugehört, alles mitgeschrieben, etc. Das ist vor allem seit der 7. Klasse nicht mehr der Fall. In der 6. Klasse hatte ich meinen ersten Suizidversuch und trotzdem war mein Notendurchschnitt eine 1,0. In der 7. Klasse eine 1,7 und jetzt hin bis zur 2,8, obwohl man meinen müsste, dass es besser geworden ist, da ich schon lange keinen Suizidversuch, etc. hatte. Nächstes Jahr mache ich mein Abi und möchte jetzt in den Sommerferien lernen, nachholen, etc. Nur fällt es mir schwer Motivation dafür zu finden. Gestern habe ich trotzdem gelernt und heute will ich es auch tun. Heute fällt es mir aber schwerer als gestern. Ich weiß, dass ich ein gutes Abi schaffe, wenn ich mich wieder fangen kann. Weiß jemand wie man eine Depression und Schule unter einem Dach bekommt und ein guter Schüler werden kann?

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  3. #2
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    Standard AW: Sich für das Lernen motivieren trotz Antriebslosigkeit?

    Wenn bei dir wirklich eine Depression diagnostiziert wurde wird es schwer sein da ohne medizinische Unterstützung wieder herauszukommen. Die Funktionen im Körper, die uns eigentlich schützen sollen, bewirken dass dein Gehirn nicht mehr die Informationen bekommt, die dich Glück und Freude empfinden lassen.

    Es gibt eine neuere Gruppe von Antidepressiva die genau das korrigieren - die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Sie wirken also ganz anders wie die anderen Gruppen, die Psychopharmaka, die eine aufhellende, beruhigende Wirkung haben und oft auch ein erhebliches Suchtpotential besitzen.
    Serotonin-Wiederaufnahmehemmer besitzen dagegen kein Suchtpotential.

    Hast Du über diese Möglichkeiten mit Deinem Therapeuten schon gesprochen?

    Diese Medikamente lösen bei Dir also nicht direkt Glücksgefühle aus sondern bewirken, dass du sie wieder empfinden kannst, wenn sie eigentlich da sein müssten.

    Für das Glücklich sein musst Du allerdings selbst sorgen. Viel Sport möglichst in der Gruppe, Entspannungsübung, Hobbys zB Malen, Werken (Ergotherapie), Lesen (keine Schulbücher), ...

    Das funktioniert gut in einer dafür vorgesehenen Klinik. Das gibt es auch ambulant in sogenannten Tageskliniken. Aber wahrscheinlich wäre der vom Therapeuten vorgeschlagene Weg der richtige. Du verlierst dadurch keine.Zeit. Im Gegenteil du gewinnst die Zeit für Dich die du Deinem Geist und Deinem Körper vorenthalten hast.

    Wenn Du wieder Spaß am Leben hast, brauchst Du keine Motivation zum Lernen.
    Du bist schon super motiviert - da sprechen Deine guten Noten Bände. Ich wäre froh über einen Schnitt von 2.8 gewesen. Und ich war nicht krank.

    Versuch nicht den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen, das wird nicht klappen.

  4. Für den Beitrag dankt: Delacampagne

  5. #3
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    Standard AW: Sich für das Lernen motivieren trotz Antriebslosigkeit?

    Hi.
    Ich hab zu Depressionen eine eigene Ansicht entwickelt, die für mich gut ist, vielleicht für Dich nicht.

    Zunächst halte ich Struktur für wichtig. Damit meine ich, dass der Tagesablauf zum einen Dinge enthalten muss, die einem gut tun und zudem auf ein Ziel ausgerichtet sein muss. Hierdurch weiss man, dass es am nächsten Tag weiter geht; man vermeidet Hoffnungslosigkeit.

    Zum anderen kann man lernen, dass Depressionen Depressionen sind. Trauer und Depressionen fühlen sich gleich an, haben miteinander aber nichts zu tun.
    Trauer kann erfolgen und auch zugelassen werden, wenn es einen realen Grund gibt, wie vielleicht der Tod eines Haustiers. Im Gegensatz dazu kommen Depressionen grundlos auf. Auch in schönen Augenblicken, und dann aus dem Nichts heraus.
    Wenn man aber erkennt, dass der Moment schön oder einfach neutral sein sollte und sich die Depression nähert, so kann man sich dieses vergegenwärtigen. Man versucht sich vorzustellen, dass der Gemütszustand in diesem Moment absolut "falsch" ist. Nach und nach führt der konsequente Wille, einen solchen falschen Zustand nicht mehr zuzulassen dazu, dass er immer öfter ausbleibt, leider aber nicht zwingend verschwindet.
    Man sagt sich quasi: "Och nö, schon wieder so ein Anfall. Aber nicht jetzt und nicht mit mir. Später gerne, wenn ich Lust und Zeit habe."
    Dieses "später" verhindert man natürlich ebenfalls auf dieselbe Art.


    Ich selber habe für mich auch festgestellt, dass Medikamente, die mich ruhig stellen, nichts für mich sind.
    Sie bringen mich zu tief auf ein gleichmäßiges eintöniges Niveau.
    Ich habe für mich selber aber auch festgestellt, dass Ärzte mich nicht heilen können. Das brauchen sie auch nicht. Sie haben mir aber den Weg gezeigt, dass ich mich selber heilen kann.
    Schließlich kann man Depressionen nicht operieren und es handelt sich um Gedanken, die nur man selber beeinflussen kann. Wenn man weiss, wie.

    Da Du bereits von Deiner inneren Haltung her jetzt schon soweit bist, dass Du "Aktionen" von vor ein paar Jahren nicht mehr wiederholt hast, da Du keine Lust mehr auf Depressionen hast und Dich statt dessen auf das Abi konzentrierst, sehe ich bei Dir richtig gute Chancen zu lernen, wie Du mit Dir selbst umgehen musst, damit es Dir gut geht.
    Also: weiter so!!

  6. Für den Beitrag dankt: Delacampagne

  7. #4
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    Standard AW: Sich für das Lernen motivieren trotz Antriebslosigkeit?

    Hallo,

    Was sagen denn deine Eltern dazu? Ihr sprecht doch bestimmt miteinander und du wohnst sicher noch zu Hause. Deine Eltern haben doch bestimmt sowohl ein Interesse daran, dass es dir gut geht und dass du die Noten hast, die du dir wünschst.
    Ein Jahr in der Q Phase zu pausieren, ist natürlich nicht vorteilhaft, da sich die Abiturinhalte ja von Jahr zu Jahr leicht ändern. Aber sprich mit deinen Eltern. Vielleicht ist ein Klinikaufenthalt ja in den Herbstferien drin.

    LG gretta

  8. Für den Beitrag dankt: Delacampagne

  9. #5
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    Standard AW: Sich für das Lernen motivieren trotz Antriebslosigkeit?

    Zitat Zitat von Gretta Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Was sagen denn deine Eltern dazu? Ihr sprecht doch bestimmt miteinander und du wohnst sicher noch zu Hause. Deine Eltern haben doch bestimmt sowohl ein Interesse daran, dass es dir gut geht und dass du die Noten hast, die du dir wünschst.
    Ein Jahr in der Q Phase zu pausieren, ist natürlich nicht vorteilhaft, da sich die Abiturinhalte ja von Jahr zu Jahr leicht ändern. Aber sprich mit deinen Eltern. Vielleicht ist ein Klinikaufenthalt ja in den Herbstferien drin.

    LG gretta
    Hi Gretta,

    erst einmal Danke für deinen Beitrag. Zwar lebe ich mit meinen Eltern zusammen, nur sind sie nicht die besten Eltern. Ich liebe meine Mutter zwar über alles, nur kümmert sie sich nicht über meine Geschwister und mich. Sie rennt lieber meinem Vater hinterher, welcher uns alle misshandelt und starker Alkoholiker ist. Mein Vater beleidigt mich ständig, was schlimmer ist als Schläge (das Jugendamt glaubt mir nicht und kann diese Aussage nich nachvollziehen). Nur ist jede Beleidigung ein weiterer Grund mich demotivieren zu lassen. Ich versuche es nicht an mich ranzulassen, aber das ist schwer. Es gibt kein Verständnis für meine (von Therapeuten auch diagnostizierte) Depression. Ständig sind meine Geschwister, ich und vor allem meine Mutter unter seinem Verhalten die Leidtragenden. Ich mache das Essen für meine jüngeren Geschwister und wenn ich nach Hause komme zerrt mein zweijähriger Bruder an mir und sagt er hätte noch nichts gegessen. Auch wenn ich erst um 16 Uhr von der Schule komme. Also kann ich nicht erwarten, dass sie mir helfen. Das Unverständnis scheint aber normal für eine eigentlich ungebildete (uns Kinder ausgeschlossen) russische Migranten Familie zu sein (nichts gegen Migranten oder Russen. Ich spreche nur aus Erfahrungen von Bekannten und mir). Mein Vater macht sich über mich lustig, auch wenn ich sage, dass ich für mein anstehendes Abi lernen möchte und ich unter diesen Bedingungen mich nicht konzentrieren kann. Er denkt wahrscheinlich, dass ich mich für etwas besseres halten würde, nur weil ich einen Schulabschluss habe(?) So klingt es zumindest. Sowas sagt man normalerweise nicht, aber es ist schwer unter diesen Umständen das positive zu sehen (schon alleine durch meine etwas stärker ausgeprägten Krankheit) und führt mich mehr in meine Antriebslosigkeit und Suizidalität (um es so ausdrücken zu wollen).

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