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Thema: Die kalte Trennung

  1. #31
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    Standard AW: Die kalte Trennung

    Zitat Zitat von ParadiseAngel Beitrag anzeigen
    Die kalte Trennung
    Prof.Dr.Gerti Senger

    Ein Auseinandergehen ohne Worte und Erklärungen kann der Super-GAU der Gefühle sein …


    Oft wird die kalte Trennung schriftlich durchgezogen. Dürre Worte werden per SMS oder E-Mail wie Schüsse abgefeuert: „Bitte keine Diskussionen. Es ist aus.“ In allen diesen Fällen ist die/der Verlassene doppelt verwirrt. Alleine mit seinen Gefühlen, kreisen Gedanken immer wieder um mögliche Vergehen und Versäumnisse: Was habe ich falsch gemacht? Habe ich etwas übersehen?

    Falls der Verlassene vor einer kalten Trennung wirklich keine Zeichen einer Störung spürte, stellte der Flüchtende innere seelische Vorgänge vielleicht nicht einmal in guten Zeiten dar. Oder der/die Verlassene übersah seit jeher wesentliche Signale.

    Eine besondere fiese Variante der kalten Trennung ist der Verrat. Dabei werden immer wieder Situationen geschaffen, die denjenigen, der verlassen werden soll, in die Rolle des Täters zwingen. Wenn er eines Tages tatsächlich nicht mehr kann, geschieht das, was der „Täter“ wollte – er führte die Trennung nicht selber herbei, sondern delegierte sie. Jetzt steht ihm als Opfer auch noch das Mitleid zu. Eine andere heimtückische Version davon ist die Masche: „Ich verdiene dich nicht“, obwohl es schon eine Neue gibt.

    Kleine Beschönigungen mildern den Trennungsschmerz. Aber plumper Verrat tut mehr weh als respektvoller Abschied von dem, was ein Paar einmal miteinander verbunden hat.

    Ich erlebe immer wieder, dass bei diesen kalten Trennungen Verlassene viel länger brauchen, bis der Blick in die Zukunft buchstäblich nicht mehr „getrübt“ ist. Holen Sie das notwendige Trennungsritual mit einem Foto des Flüchtenden nach! Verabschieden Sie sich laut von allen guten und schlechten Eigenschaften, inklusive der, Ihnen diese kalte Trennung zugemutet zu haben. Wenn Sie sich den Abschied „nehmen“, der Ihnen vorenthalten wurde, stimmt die Machtbilanz wieder. Jetzt können Sie, ohne im Minus zu sein, in ein neues Leben aufbrechen.

    Genau das ist der Beitrag, den ich die ganze Zeit gesucht habe, ist schon eigenartig, dass ich mir ihn damals durchlas, weil ich vllt. unbewusst schon ahnte, was auf mich zu kommt...(zwei Träume). Bewusst war es mir aber zu keiner Zeit, deshalb erwischte es mich vier Monate später doch eiskalt.
    Geändert von lassereden178 (09.10.2009 um 21:24 Uhr)
    wenn wir unsere Mitmenschen so sehen würden, wir uns selbst nur allzu gerne sehen, dann könnte diese Welt ein wundervoller Ort werden!!!

    Sieben mal fallen aber acht mal wieder aufstehen...

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  3. #32
    Gast
    Gast

    Standard AW: Die kalte Trennung

    Ich habe diesen Beitrag schon sehr oft gelesen und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dies mit Sicherheit das Mieseste, Undankbarste ist, was einem auf dieser Ebene beziehungstechnisch passieren kann. Leider, oder zum Glück, wie man will, lesen diese Personen nicht in diesen Foren, deshalb wissen sie auch nicht, wie feige, wie hinterlistig ihre Vorgehensweise ist. Und auch aufgrund der Schilderung im Artikel selbst kann man ja von bewusstem Vorgehen sprechen, denn wenn Einer den Anderen in die Täterrolle zwängen WILL dann steckt ja Absicht dahinter; also WILL der, der das Ganze beenden möchte, ja dem Anderen BEWUSTT schaden. Und genau dieses Gefühl, genau diese Tatsache, ist ein derart menschlich gesehen erbärmliches Verhalten einer Perosn, die man (in meinem Fall waren es über 6 Jahre) niemals richtig kennen gelernt hat, weil sie sich selbst nicht kennt, weil diese Person eigentlich bemitleidenswert ist, unfähig für ihr eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen, fähig bei Anderen und Anderem die Schuld zu suchen.
    Ich habe dies genau so erlebt, nach Jahren in denen ich so sehr auf diesen Menschen eingegangen bin, in denen ich viel, viel zu viel Zeit, Geduld, Verständnis geopfert habe. Es ist 9 Monate her, und ich knabbere nach wie vor oft daran herum, auch oder gerade deswegen weil ich durch diese laneg Zeit zum Teil sehr atrk meinen eigenen Weg verlor. Ich weiß nur, dass ich da raus kommen werde, und zwar dauerhaft und so, dass dieses Thema irgendwan so abgeschlosssen und verarbeitet ist, dass es mich stark macht. Eigentlich und ganz neutral betrachtet ist es nicht wert, über diese Tatsachen zu sprechen, Jeder würde einem Bekannten, dem dies so passiert ist, raten, niemals mehr darüber nachzudenken oder darüber zu reden, weil es dieser Mensch nicht wert sei. Aber selbst in diese Situation zu kommen, und noch wichtiger, da raus zu finden dauerhaft, ist eine Prüfung, welche man von Jemandem bekommen hat, der eigentlich absolut nicht fähig ist, Anderen eine Prüfung aufzuerlegen. In diesem Sinne: Solch eine Person hat es am nötigsten, sich mit Aufmerksamkeit aufzugeilen, die Chance dabei für den der verlassen wurde lautet: Ignoranz, kein Kampf, keine Fragen, einfach totale Ignoranz, zuerst äußerlich, dann innerlich, und dann, irgendwann ist dieses Thema vorbei!!!

  4. #33
    Gast
    Gast

    Standard AW: Die kalte Trennung

    Danke für diesen nun schon älteren Beitrag, der wohl an Aktualität nichts verloren hat. Am schlimmsten sind tatsächlich die Ungewissheit, das totale Ausgeliefertsein und die Selbstzweifel. Dass man mit diesem Erlebnis und den damit verbundenen Gefühlen nicht allein steht, tut sehr gut zu erfahren.
    Ich selbst durfte so etwas erleben und daran "reifen". Wenn ich an die Zeit denke, krampft sich mein Herz immer noch zusammen.

    Sicherlich kann man in den ersten Tagen versuchen, eine Erklärung offensiv einzufordern. Bleibt dies erfolglos, kann es natürlich für den Verlassenen die Situation verschlimmern. Aber wenigstens hat man es versucht.

    Für mich zeugt diese Kalte Trennung von persönlicher Unreife, Verantwortungslosigkeit, purem Egoismus, Feigheit. Dass ich mich dann von so einem Sch....menschen noch runterziehen ließ und wertvolle Lebenszeit vergeudete, hat mich damals nur noch mehr geärgert.

    Mir hat eine bewusste Verabschiedung/Vergebung geholfen. Man kann das ruhig als eine Art Ritual bezeichnen oder zelebrieren.
    Im Rahmen des Verabschiedungs/Vergebungs"rituals" habe ich mich bewusst mit der Situation und meiner Verletzung auseinander gesetzt. Mir half in diesem Zusammenhang vorallem:

    1. Mir meine vermeintlichen Fehler (nichts mitbekommen zu haben, etwas falsch gemacht zu haben, mich so sehr in den Menschen geirrt zu haben etc.) selbst zu verzeihen.
    2. Demjenigen seine Charakterschwäche (s.o.) zu entschuldigen, welche ihn zu dieser Handlungsweise veranlasst hat und Mitleid empfinden.

    Dies verwandelt vorallem das negative Denken, die Wut und die Hilflosigkeit in Vergebung. Dadurch übernimmt man auch wieder Kontrolle über seine Gefühle und seine Situation.

    Alles Gute!

  5. #34
    Gast
    Gast

    Standard Die kalte Trennung

    Hallo in die Runde,

    ich bin Redakteurin bei der SWR-Radiosendung Tandem und möchte eine Sendung über Menschen machen, die ohne Erklärung verlassen wurden - kalter Abschied. Ich würde gerne eine Collage machen, mit Stimmen von drei verschiedenen Menschen, denen das passiert ist und deren Hintergrund (also Länge der Beziehung, Geschlecht, Zeitpunkt, wann es passiert ist...) ganz unterschiedlich ist. Sie würden erzählen, was sie erlebt haben, wie sie damit umgegangen sind und (wenn länger her) wie sie heute darüber denken - was sich in ihren Gefühlen und Gedanken verändert hat. Schön wäre natürlich auch, wenn der Abschiedsbrief o.ä. noch existiert und vorgelesen werden könnte.

    Natürlich müssen keine Namen genannt werden. Die Gesprächspartner können ganz anonym ihre Geschichte erzählen. Bei Interesse einfach mir eine E-Mail schreiben: carolin.baumgart@swr.de
    Vielen Dank.

    Herzliche Grüße
    Carolin Baumgart

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