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Thema: Ex Borderline Partner

  1. #46
    Registriert Avatar von Ying und Yang
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    Standard AW: Ex Borderline Partner

    Hallo,

    ich bin mir manchmal im unklaren darüber ob nun ich oder mein ehemaliger Partner Borderline hatten. Ich war nie sehr zufrieden mit mir und habe immer eine Fassade der Stärke und Kühle gezeigt, obwohl ich innerlich Angst hatte und mich besonders in neuen Situatioen höhst unsicher gefühlt habe. Ich habe keinen Beruf erlernt, keine Kinder, mein ganzes Leben war durch Wankelmut und Impulsivität geprägt. Ich kann mich bis heute nicht um meinen eigenen Kram kümmern, mein Leben in die Hand nehmen, aufgrund der eigenen Unsicherheit, Ziellosigkeit und Angst. Ich lebe sehr in Gefühlen, mache mich schnell abhängig und bin leidenschaftlich und intensiv und dann möchte ich diese Nähe nicht mehr zulassen, weil mir selbst echte Nähe zu mir selbst fehlt. Ich benutze das Gegenüber um mich aufzufüllen, da ich innen ein leeres Blatt bin mit keinen eigenen Zielen und Interessen. Das ist Borderline und es ist die Hölle. Amy Winehouse war sicherlich auch eine erkrankte. Den auch die Flucht in die Sucht ist leider bei Borderlinern oft gegegeben. Die Entstehung ist bei mir wohl genetisch, eine Verwandte hat auch diese Störung, auch meine Mutter. Ich habe es vorgelebt bekommen, Wutausbrüche, Impulsivität, kein eigenes Leben. Das hat mich stark geprägt.

    Bei einem Streit war ich sehr wütend auf meinen ehemaligen Partner und haute Worte raus, die ihn verletztend. Allerdings war seine Verhaltensweise dann sehr schlimm für mich, er stach sich mit dem Messer in Arme und Beine, fügte sich tiefe Wunden zu und kam dann in die Klinik, Jahre später beschuldigte er mich, dass ich ihn krank gemacht habe, dass ich ihn soweit gebracht habe. Einmal schlug er mir, nachdem ich ihn heftig mit Worten attaktiert hatte, die Salatschüssel aus der Hand. Er sagte dann, ich hätte meinen Zorn auf ihn gespiegelt. Es war eine sehr grenzüberschreitende Beziehung, oft denke ich, hätte ich doch einfach nur funktioniert, wäre ruhiger und vernünftiger gewesen, dann wäre es sicherlich anders verlaufen. Nun ja, jetzt habt ihr mal einen Einblick in die Welt der Borderliner erhalten, allerdings muss man verstehen, dass Borderliner aus Angst, Unsicherheit und wegen ihrer Selbstlosigkeit ( kein stabiles Ich) so sind. Deswegen lernen Sie auch in der Therapie - social skills, tranieren Achtsamkeit und müssen ihre eigenen Grenzen finden. Den sie können sich von ihren eigenen wie von fremden Emotionen sehr schwer vernünftig abgrenzen, dass ist die Störung.

    Bye
    Eine Borderlinerin.
    Einmal Hölle und Zurück.

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  3. #47
    Registriert Avatar von CoolAsIce
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    Standard AW: Ex Borderline Partner

    Hallo,

    ich muss gestehen, ich frage mich immer wieder wie "angeschlagen" selbst vielleicht Ex-Partner sind, bevor sie sich auf eine BL- Partnerschaft einlassen.
    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass man sich seinen Partner nach bestimmten Verhaltensmustern aussucht, die einem nicht mal bewusst sein müssen.
    Genauso natürlich umgekehrt.
    Ich hatte seit Kindkeit an ständig mit irgendwelchen kranken oder süchtigen Menschen zu tun. Und wenn ich meine Partnerschaften verfolge, dann stellte sich irgendwann heraus, dass ich solche Partner hatte.
    Bei meinem jetzigen Partner habe ich von Anfang an klar gestellt, dass ich BPS habe, Panikattacken, eine generalisierte Angststörung, u.s.w. Ich habe ja auch schon genug erlebt in meinem kleinen Leben. Eigentlich würds mir schon reichen
    Leider war er nicht so offen und ich bemerkte erst vor 2 Jahren, als wir zusammenzogen, dass ich schon wieder jemand mit einem Suchtproblem habe. Aber ich war gefestigt, sodass ich sagen konnte, die Sucht oder ich. Das der Weg nicht leicht werden würde, war klar.
    Es war gut, dass ich zu der Zeit schon in Therapie war. Mittlerweile kann ich mich von so Problemmenschen besser distanzieren besser noch fern halten.

    Borderline ist eine Überlebensstrategie des Menschen. Wie man damit selber zurecht kommt, das ist dem Mechanismus egal. Die Rasse Mensch ist auf überleben ausgerichtet.
    Viele vergessen einfach, dass Bler oft genug Missbrauchsopfer waren, sexuell als auch psychisch und genug Traumata entstanden sind. Viele Jahre ins Land zogen und endlich mal Licht am Ende des Tunnels war. Aber all das kann einem nur der Betroffene selbst erzählen.
    Dennoch bin ich der Meinung, dass man ja weiß auf was man sich da einlässt.

    Ich möchte hier mal die Frage in den Raum stellen an Ex-Partner: Was hat euch so fasziniert?
    Wann habt ihr von der Störung erfahren? Seid ihr selbst gefestigt gewesen zu Beginn der Partnerschaft?

  4. #48
    Andreas7
    Gast

    Standard AW: Ex Borderline Partner

    Hallo,

    ich habe in diesem Forum angefangen zu schreiben, weil ich Borderline verstehen wollte und weil ich mit den Erklärungen in der Literatur (und auch in Wikipedia) nichts wirklich anfangen konnte. Ich habe hier sehr viel darüber gelesen und viel Menschen haben sich hier bemüht, mir das ein bisschen näher zu bringen.

    Ying und Yang, so wie du es beschreibst, hört es sich typisch nach Borderline an aber du beschreibst nur eine einzige Facette davon. Borderliner besitzen auch eine hohe soziale Kompetenz und sind sehr einfühlsam. Gerade dieser Gegensatz ist für einen Partner ein großes Problem.

    Ich habe hier aber auch gelernt, dass es weder den 100-prozentigen „Normalo“ noch den 100-prozentigen Borderliner gibt. Alle sind individuell verschieden und bei jedem äußern sich die Probleme anders.

    Die Diagnose Borderline ist auch unter Experten umstritten und ist auch manchmal eine Notdiagnose, um sich weitere Untersuchungen zu ersparen.

    Interessant finde ich auch, dass ein ganz normaler Mensch unter extremen Stressbedingungen borderline typisches Verhalten entwickeln können, das aber wieder verschwindet, sobald sich die äußeren Bedingungen ändern.

    Viele Grüße,
    Andreas

  5. Für den Beitrag danken: Gast1975

  6. #49
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    Standard AW: Ex Borderline Partner

    Hey Hallo,

    erst mal vielen Dank an CoolAsIce, Herz ist Trumpf und Citalo. Echt lieb von Euch, mir auf meine Frage zu antworten. Und ehrlich ich bin froh, das ich mal mit jemand drüber reden kann.

    Um das mal zu beantworten, ich habe ihm schon oft meine Bedenken mitgeteilt, erstens bezüglich dieser Frau und bezüglich dessen, dass er mir verheimlicht wenn er sich mit ihr trifft. Aber er ist dann nur enttäuscht und meint, wie ich dazu kommen könnte ihm etwas zu unterstellen. Dabei sage ich ihm nur, was ich denke.

    Das ich schon so paranoid bin und jedesmal mein Hirn mir die übelsten Gedanken in den Kopf zaubert, wenn er später von der Arbeit oder vom Training kommt, dass interessiert in gar nicht. Ich hab ihn auch schon gefragt, wie er sich fühlen würde, wenn ich ihm verschweigen würde, dass ich mich mit meinem Ex-Mann treffe und mit ihm Kaffee trinken würde. Aber dazu wird nicht viel gesagt.

    Ich weiß einfach nicht was ich davon halten soll. Anscheinend ist er noch zu sehr in dieser Beziehung drin, als das er bereit ist, sich auf mich einzulassen. Und sie nutzt alle Fäden, die sie hat um mich irgendwie zur Seite zu drängen. Seit gestern zieht sie sogar noch einen seiner Freunde mit rein...

    Ich weiß einfach nicht ob das "nur" so ist, weil sie BL hat oder weil sie einfach eine zurückgewiesene enttäuschte Frau ist. Wobei sie sich ja im klaren hätte darüber sein können, dass sie ihn verliert, schließlich hat sie ihn mehr als einmal betrogen, und er hat sie auch noch dabei erwischt.

    Daher verstehe ich das noch weniger....

  7. #50
    Citalo
    Gast

    Standard AW: Ex Borderline Partner

    Hallo CoolAsIce,

    das sind interessante Fragen, die ich aus meiner Sicht und Kenntnis gerne beantworten möchte.
    Ich war 14 Jahre mit meiner Ex-Partnerin verheiratet und habe 2 Kinder mit ihr. Zu Deinen Fragen:

    Was hat euch so fasziniert?
    Nun, zunächst gebe ich Andreas7 völlig recht: 'Borderliner besitzen auch eine hohe soziale Kompetenz und sind sehr einfühlsam.' Aber das ist fast noch untertrieben, in guten Zeiten war sie einfach meine "Traumfrau"! Dann war es eine verständnisvolle, leidenschaftliche Beziehung und wir hatten beide das Gefühl einer Seelenverwandschaft!

    Wann habt ihr von der Störung erfahren?
    Lange Jahre habe ich ihre "Launen" als Folge ihrer schweren Vergangenheit (Missbrauchsopfer, Plötzlicher Tod ihres ersten Babys, Suizidversuch etc.) gesehen. Ich hatte keine Ahnung, dass es eine BPS gibt.
    Davon habe ich erst im 13ten Ehejahr erfahren, als ich wegen der mittlerweile erworbenen Traumata selbst schon in Therapie war. Dennoch habe ich vor allem das Gute in ihr gesehen und an ihr festgehalten, bis sie dann einen neuen Partner kennengelernt hat und abrupt die Partnerschaft beendet hat!
    Alle weiter vorn von mir zitierten Wikipedia-Auszüge kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Hinzu kamen noch oftmals regelrechte Kauf-Flashs bis zur Grenze des Dispo-Limits!

    Seid ihr selbst gefestigt gewesen zu Beginn der Partnerschaft?
    Nun ja, wer ist schon "normal"? Ich war Manager in Führungsposition und sehe mich zu der Zeit gefestigt, wenn man von den heutzutage unvermeidlichen Stresssymptomen und einer damals fehlenden Partnerschaft einmal absieht. Allerdings war eine Neigung zum Workoholiker mit einem gewissen Hang zum Perfektionismus vorhanden, was ja auch als eine Form von Sucht gesehen werden kann

    Vielleicht hilft Dir in diesem Zusammenhang ja eine Quintessenz der Forenbeiträge aus borderline-angehoerige.de weiter, die natürlich nicht bei jedem und insbesondere nicht alle so zutreffen müssen (ich mag kein Schubladendenken):

    Gemeinsame Merkmale der Borderline-Partner

    (Quelle: gemeinsame Merkmale)

    • Der Wunsch andere sogar auf unsere eigenen Kosten glücklich zu machen (Co-Abhängigkeit)
    • Die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen
    • Übertriebene Nachgiebigkeit
    • Das Gefühl, dass wir alles besser machen müssen, und unser Bestes ist nie genug. (Perfektionismus)
    • Die Unfähigkeit, den Blick auf sich selbst zu richten, und die Tendenz, sich zu schnell verleiten zu lassen, sich nur noch mit dem Borderliner zu befassen (Es ist leichter, über Probleme des Anderen nachzudenken, als über die eigenen)
    • Das Fehlen von klaren Grenzen (andere Menschen würden Wutausbrüche nicht tolerieren)
    • Das Gefühl, wir wissen alles besser (was selbst den vernünftigsten Menschen zu einem Borderline-Wutausbruch verleitet)
    • Die Intensität und Hingabe an Verpflichtung und Treue
    • Eine unerschütterliche Hoffnung gepaart mit der Erwartung, dass wir es schaffen müssen, etwas positives zu bewirken, die Umstände zu verbessern
    • Die Bereitschaft, die geringste "Verbesserung" als unbestreitbaren Fortschritt zu interpretieren
    • Die Bereitschaft, uns selbst aufzugeben, dabei den Anderen aus voller Überzeugung nicht aufzugeben und die Unfähigkeit zu erkennen, dass sich dadurch nichts verändert außer dass die Selbstabwertung vom Anfang des Abwärtsstrudels fortgeführt wird - nur ist sie jetzt eingehüllt in einer Definition der Menschlichkeit
    • Ein schwaches verzerrtes Selbstbild oder einfach Selbsthass
    • Nichts, was ich tue, ist gut genug / das Bedürfnis, kritisiert zu werden
    • Ich rechtfertige meine Existenz dadurch, dass ich für Andere lebe
    • Das Bedürfnis kontrolliert zu werden / die Unfähigkeit, selbst zu bestimmen
    • Irrationale Loyalität gegenüber anderen - die Bereitschaft, das eigene Ich aufzugeben, aber nicht den Anderen
    • Die Unfähigkeit, unsere eigenen verletzten Gefühle zu erkennen, trotz emotionaler Verletzung
    • Die Fähigkeit, eine Situation zwar augenblicklich zu beurteilen, jedoch die Reaktion darauf aufzuschieben. (wie ein Reh vorm Scheinwerfer)
    • Die Fähigkeit, auf Genugtuung oder Wiedergutmachung wenn es sein muss für immer zu verzichten
    • Leid ertragendes Martyrium - niemand anderes könnte dies ertragen, aber ich kann es und ich tue es
    • Die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, aber nicht zu delegieren
    • Die Anfangsfähigkeit, den Wald trotz der Bäume zu sehen, aber schliesslich doch nicht in der Lage zu sein, dem Dschungel zu entkommen
    • Die Unfähigkeit, Menschen zu erlauben, zu versagen oder zu leiden
    • Die Tendenz, sich für andere verantwortlich zu fühlen, auf Kosten der Verantwortung für sich selbst
    • Unsicherheit, was die eigenen Werte betrifft und die Abhängigkeit von der Meinung anderer
    • Die Bereitschaft, rückwärts durch brennende Reifen zu springen, einfach alles zu tun, um die Bestätigung einens Menschen zurückzugewinnen, die vorher vorhanden gewesen zu sein schien - Die Entschlossenheit sich weiter zu bemühen, koste es was es wolle
    • Übermässige Gewissenhaftigkeit
    • Bereit, "zu gut für diese Welt" zu scheinen, mit guten Absichten, Optimismus, eine versöhnliche Natur, wir werben für bedingungslose Liebe, bieten einen Ort an, wo ein Borderliner sich warm und sicher fühlen kann - für eine gewisse Zeit
    • Die Überzeugung, ich sei die einzige Rettung für den "armen" Borderliner in meinem Leben. Wenn er oder sie mir vertrauen würde, würden wir beide wahres Glück finden
    • Hingezogensein zu Drama, Leidenschaft und Märchen; Glaube an einen Seelenverwandten als Partner ... und wenn sie nicht gestorben sind...
    • Wenn ich diesen Menschen "rette", würde er/sie mir ewig verpflichtet und dankbar sein - d.h.: würde mich nie verlassen; ( eigene Ängste verlassen zu werden)
    • Niedriges Selbstvertrauen, das bedeutet, dass ich denke, dass ich nichts besseres verdiene als das, was ich im Augenblick bekomme

    Ich sehe dies als Sammlung von möglichen Eigenschaften der Ex-BPS-Partner. Bei mir sind einige - aber nicht alle - Punkte zutreffend!

    Ich hoffe, Deine Fragen beantwortet zu haben.
    LG Citalo
    Geändert von Citalo (11.08.2011 um 15:43 Uhr)

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