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Thema: Scheidung oder Kind?

  1. #1
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    Standard Scheidung oder Kind?

    Hallo!
    Bis vor ca. 5 Jahren war ein eingefleischter Junggeselle, der abends immer mit einem Bier vor der Glotze saß. Ich machte mir keine Gedanken um meine Zukunft und kümmerte mich eigentlich um nichts. Ich hatte einen kleinen Freundeskreis, mit dem ich ab und an mal auf die Piste ging. Zwei Dinge waren mir aber, seitdem ich denken kann, immer klar. Ich wollte niemals heiraten und Kinder waren mir ein Greuel. Meine grösste Angst war immer schon eine gescheiterte Ehe mit Nachwuchs. Ich bin eigentlich immer Schwierigkeiten aus dem Weg gegangen und habe ein einfaches (sinnloses) Leben geführt.


    Dann entdeckte ich das Internet und durch ein Pop-up lernte ich meine jetztige Frau kennen. Die Geschichte des Kennenlernens jetzt ganz zu erzählen würde zu weit führen. Jedenfalls kommt sie aus Russland und alles begann mir einem Übersetzungsprogramm und monatelangem Mailen. Wir trafen uns nach einigen Monaten in St. Petersburg und ein paar Wochen später besuchte sie mich. Das ganze war wie ein Märchen, da wir auch so viel unglaubliches Glück hatten (Behörden etc.), das ich irgentwann vor der Wahl stand: heiraten oder vergessen.

    Ich war zu der Zeit 34 und sie 21. Ich wusste zwar, das sie später unbedingt ein Kind wollte, heiratete aber trotzdem, da mein Leben ja wie es vorher war auch nicht weitergehen konnte. Wir machten auf meinen Wunsch hin vorsorglich auch noch einen Ehevertrag.
    Viele Leute waren verständlicherweise ziemlich skeptisch.
    Die ersten 2 1/2 Jahre lief alles super, sie lernte schnell deutsch, suchte sich sehr schnell auf eigenen Wunsch eine Arbeit (Heissmangel/Altenpflegehelferin) und began 2003 mit einer Ausbildung zur Alternpflegerin. Diese Ausbildung war eigentlich meine Idee. Ich wollte, auch bezüglich des Kinderwunsches, noch ein paar Jahre abwarten wie sich unsere Ehe entwickelt und dann weitersehen.
    Wir zogen in eine neue, größere Wohnung und unsere Ehe "funktionierte" gut.

    Im Laufe des letzten Jahres began eine schrittweise Veränderung. Unser Leben wurde eintöniger wir begannen uns Dinge zu kaufen, die wir garnicht brauchten. Jede Woche sah irgentwie gleich aus aber mir fehlte auch der Antrieb etwas zu verändern. Die Arbeit machte keinen Spass mehr und auch die Treffen mit Freunden wurden weniger, lieber schön gemütlich vor der Glotze hocken. Auch die Zweisamkeit ließ deutlich nach. Das Thema Kind wurde von mir nicht erwähnt und wenn meine Frau davon anfing, wurde ich "böse".

    Kurz nach Weihnachten kam es dann zu meinem persönlichen Super-Gau!

    Nachdem die Feiertage schon so verkramft verliefen wachte ich 3 Tage vor silvester morgens um 5:30 Uhr auf und hatte panische Angst vor einer möglichen Schwangerschaft und deren Folge. Am nächsten Morgen das Gleiche. Tagsüber hatte ich zu nichts Lust und ging nur sinnlos durch die Wohnung. Da meine Frau arbeiten musste, bekam sie davon nicht viel mit. Zuerst dachte ich das legt sich nach 2 Tagen, aber seit nunmehr 10 Tagen kann ich nicht schlafen, nicht richtig essen und habe Bauchschmerzen. Am Neujahrstag sagte mir dann meine Frau auch noch, daß sie ein Kind möchte. Ich antwortete nur, das ich nicht möchte und wir haben dann nur noch geweint. Seit letztem Montag bin ich tagsüber wieder alleine und weiß nichts mit mir anzufangen. Ich war so verzweifelt, daß ich sogar bei der Telefonseelsorge anrief und um Hilfe bat. Abends sprach ich 3 Stunden mit meinem besten Freund darüber. Er fragte mich nach dem Sinn meines Lebens und machte mir klar, das es nur noch heißen kann: Scheidung oder Kind.

    Aber kann/will ich ihr die Scheidung vorschlagen? Sie hat meinetwegen alles aufgegeben als sie zu mir kam. Eine neue Sprache gelernt und immer ihr Bestes für mich getan. Diese Frau liebt mich wirklich und möchte ein Kind von mir und ich habe panische Angst davor. Nach der jahrelangen Letagie in meinem Leben "plötzlich" ein Kind groß ziehen, Verantwortung haben? Meine Frau hat nur mich in ihrem Leben, keine eigenen Freunde und ihre Verwandten leben alle in Russland. Wenn ich jetzt nein sage geht sie warscheinlich wieder zurück, kann ich ihr das antun? Was würde dann aus mir, wenn sie wieder aus meinem Leben verschwinden würde? Kann ich mit einer Frau ein Kind in Deutschland großziehen, welche selber (noch) kein perfektes Deutsch kann? Wie kann ich bei der Erziehung helfen, wenn ich mich 20 Jahre für garnichts interessiert und was vorher war schon wieder vergessen habe? Was kann ein Mann mit fast 40 noch im Leben machen? Arbeiten, TV, Schlafen bis ich vereinsamt sterbe oder endlich die Kurve kriegen?
    Könnte psychologischer Beistand helfen, oder eine Beratungsstelle?

    Meine Frau sagt zwar, sie würde mich auch ohne Kind weiterhin lieben und mich nicht verlassen.
    Ich weiß aber, das ihr Lebensinhalt eine Familie mit Kind ist und sie sich nichts auf dieser Welt sehnlicher wünscht!

    Wer hat Ähnliches durchgemacht und weiß Rat?

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  3. #2
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    Standard AW: Scheidung oder Kind?

    Hi thelem,
    viel kann ich dir da nicht raten, ist ja ein schwerwiegendes thema.

    was ich sagen wollte ist, es gibt ja die theoretische möglichkeit, dass sie ein kind von jemand anderem kriegt, der muss das ja gar nicht wissen dass er vater wird, sie muss noch nichtmal seinen namen kennen, und könnte mit reinem gewissen sagen "keine ahnung" (müsstest du aber deinem weib die freiheit geben, mal paar abende ohne dich wegzugehen),
    zur vaterschaft zwingen kann dich denk ich kein gericht, wenn du's abstreitest und sie mitspielt(bräuchtest du 110% vertrauen in sie, oder dann nen vaterschaftstest). und moralvorschriften können die einem auch nicht mehr machen. fürs kind unterhalt bezahlen müsste dann denk ich vater staat.
    wäre ne möglichkeit eure beziehung, deinen nicht-kinderwunsch und ihren kinderwunsch unter einen hut zu kriegen.
    naja, wahrscheinlich sehr krass,

    nach 2 oder 3 jahren ehe und dann scheidung hat sie unbegrenzte aufenhaltsberechtigung, wird also nicht zum gehen gezwungen.

    es grüßt der Max

  4. #3
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    Standard AW: Scheidung oder Kind?

    Hallo,thelem,
    Warum hast Du denn so eine panische Angst?Nach dem,was Du hier schilderst,wäre das doch mal endlich ein Sinn in Deinem Leben....
    Oder willst Du so wie jetzt(mit 40) bis 90 oder länger rumdümpeln?

    Du schilderst doch selbst Dein Leben als recht öde?
    Da ist doch Deine Ehe und ihr Kinderwunsch offenbar die erste Abwechselung...Bereicherung..?!

    Wie wäre es statt Scheidung mit Beratung für Dich? Ergründe Deine Ängste....

    Wenn Du sie nicht durch Scheidung aus dem Land katapultieren willst,reicht ja das Abwarten der Frist(3 Jahre?).Und dann kannst Du ja durchaus solche ungewöhnlichen Varianten erwägen...s.o.

    Warum verbindet sich in Deinem Kopf ein Kind mit Elend,Ärger,Not,Streß...
    warum traust Du ihr nicht zu,ein Kind zu erziehen?Dazu braucht sie doch nicht"perfektes Deutsch"?
    Außerdem kann sie IMMER verschiedene Kurse belegen...Volkshochschule...
    Du hast geschrieben,sie hat Ausbildung gemacht...also ist sie weder blöd,faul,noch unfähig...ein Kind auch ohne Deine träge Mithilfe großzubekommen.
    Warum/wozu hast Du geheiratet? Damit SIE DICH VERSORGT? Fürchtest Du um Deine private Altenpflege????

    *Alles-nicht-nachvollziehenkönnend*grüßt Dich die
    Micky

  5. #4
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    Standard AW: Scheidung oder Kind?

    Hi Thelem, den Vorschlag von Max kann ich nicht begreifen. Es geht doch nicht darum , dass ein anderer der Kindsvater ist. das würde Dein Problem doch nicht lösen. Du willst doch, soweit ich verstanden habe, überhaúpt kein Kind in Deinem Leben.

    Wie Micky stell auch ich die Frage: Was ist es, wovor Du bei dem Gedanekn an ein Kind zurückschreckst? Verantwortung, O.K., darüber muss man sich klar sein, dass ein Kind viel Verantowrtung bedeutet. Aber was späche sonst dagegen?

    Was hast Du eigentlich für Gefühle Deiner Frau gegenüber? Der Grund eurer Hochzeit klingt ja eher nüchtern.
    Hast Du sie lieben gelernt, oder hast Du keine Arbeit und sie sorgt für Dich, was Du dann verständlicherweise nur ungern aufgeben würdest.

    Aber wenn Du doch selbst das Gefühl hast, dass Dein Leben nutzlos und leer ist, dann wäre ein Kind DIE Bereicherung für Dein Leben.
    Aus Deinen Worten klingt eigentlich schon eine starke Zuneigung zu Deiner Frau. Wenn sie nur Dir zuliebe auf ein Kind verzichten würde, rächt sich das irgendwann, schließlich ist sie 13 Jahre jünger als Du.
    Setz Dich doch mal in Ruhe vor ein Blatt Papier und schreibe Dir die Pros und Kontras in Bezug auf einen eigenen Sohn oder Tochter auf. Vielleicht ist Deine Abneigung gegen ein Kind nur noch aus alter Gewohnheit vorhanden. Vielleicht kannst Du heute, wenn Du Dich bewusst damit beschäftigst, ganz anders fühlen.
    Wen Du mit Deinen Überlegungen fertig bist, rede mit Deiner Frau darüber. Sie muss wissen, worauf sie sich einlässt, wenn Du weiterhin gegen ein Kind eingestellt bist. Allerdings glaube ich nicht, dass sie es ohne Kind durchhalten wird, dazu ist sie einfach zu jung. Und wenn auch in ihren Augen die Ehe immer lehrer wird, dann ist sie schneller weg, als Du piep sagen kannst.

    Kinder mögen anstregend sein, teuer sein, eine PLage sein......
    Sind sie auch!!! Aber gleichzeitig sind sie der Lebensinhalt schlechthin. Ein eigenes Kind ist etwas wunderbares. Es langsam heranwachsen zu sehen, jeden kleinsten Fortschritt mitzuerleben.

    Dein Entschluss für ein Kind, darf aber nie aus dem Grund gefast werden, ihr einen Wunsch zu erfüllen, denn Du kannst ein Kind nur einigermaßen gut erziehen, wenn Du es auch selbst gewollt hast und es liebst.

    Falls Du zu Deiner Entscheidungsfindung Hilfe benötigst, kannst Du mit Deiner Frau zu einer Eheberatung gehen. Du kannst aber auch alles Pros und Kontras hier im Forum mit uns erörtern, denn hier wirst Du bestimmt auch auf Pro und Kontras stoßen.

    Ich wünsche Dir, dass Du für Eure Zukunft die richtige Entscheidung treffen kannst. Ob Deine Entscheidung richtig sein wird, kann sowieso nur die Zukunft zeigen.
    Mit guten Wünschen dafür grüßt Dich
    Luiserl
    Wenn Du gelernt hast loszulassen, bist Du wirklich frei.

    Meine Interpretation der "Illusionen" von Richard Bach.

  6. #5
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    Standard AW: Scheidung oder Kind?

    Hallo Micky, Luiserl und Max!

    Als erstes möchte ich mich sehr herzlich für die Beiträge bedanken!

    Den Vorschlag von Max möchte ich aber gleich wieder vergessen. Das muß ich, glaube ich zumindest, nicht weiter begründen.

    Micky, Dir möchte ich für die "Kopfwäsche" danken und versuchen Dir meine Ängste zu erklären. Ich habe Kinder meistens über Berichte in den Medien (verarmte Familien, sexueller Mißbrauch, Unfälle, Behinderungen etc.) und negativen Beispielen (Schwangerschaft mit 12, gescheiterte Ehen von Alkis mit Kindern, finanzielle Sorgen) aus meinem Umfeld kennengelernt. Dadurch (und weil ich wohl auch vorher nicht die richtige Frau hatte) habe ich mir immer gesagt, das tue ich mir nicht an! Wozu auch? Meine Eltern sind auch so ein Beispiel. Kriegsgeneration, ungewollte Schwangerschaft, eine glückliche Ehe haben sie niemals gehabt.

    Zum Thema Beratung:
    Montag verzweifelter Anruf bei der Telefonseelsorge, Mittwoch Gespräch mit der Beratungsstelle der Diakonie ("sie benötigen dringend Hilfe"), Donnerstag Besuch beim Hausarzt mit der Bitte um Hilfe. Ergebniss: Krankgeschrieben wegen Depressionen, l.m.a.A...-Pille verschrieben bekommen (die nicht hilft), Psychologische Hilfe frühestens in 8-12 Wochen. Im Notfall könnte ich mich einweisen lassen.

    Natürlich werde ich bzw. wir im Laufe der Zeit Hilfe von Psychologen oder Beratungsstellen in Anspruch nehmen, aber wer hilft mir heute???

    Warum habe ich geheiratet? Bestimmt nicht aus "Versorgungsängsten/private Altenpflege! Wir hatten aber nur diese EINE Möglichkeit uns überhaupt besser kennenzulernen und ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Die unbefristete Aufenthaltsgenemigung hat sie faktisch schon seit November letzten Jahres, da wir damals den 3. Hochzeitstag hatten. Mir geht es auch nicht darum sie später nach Russlans zu "schicken". Sie würde von sich aus zurück gehen, da sie ausser mir hier Niemanden hat. Ausserdem ist es in Russland lange nicht so schlecht, wie die meisten denken.

    Luiserl, ich arbeite seit meinem 16. Lebensjahr und empfinde starke Gefühle für meine Frau. Es ist wohl wirklich die Angst vor der grundlegenden Veränderung und der Verantwortung, auch meiner Frau gegenüber. Ich helfe jetzt meiner Frau bei ihren Berichten für die Ausbildung (Ende 08/06) und bekomme schon als Deutscher (Realschule) Probleme mit unserer Rechtschreibung. Ich habe die neue immer ignoriert und von der alten auch noch nie alles gewusst. Und dann der Gedanke einem Kind mit 45 bei den Hausaufgaben zu helfen! Kann das gutgehen, oder ist damit der nächste Sozialhilfeempfänger vorprogrammiert?

    Natürlich ist mir bewusst, das es im laufe der Jahre immer wieder zu Problemen kommen wird und es auch immer wieder Lösungen dafür gibt.

    Aber wie bekomme ich möglichst schnell wieder ein wenig Normalität in unser Leben, bevor auch noch die Beziehung an sich vor die Hunde geht?

    Da mich im Moment noch andere Dinge stark beschäftigen ( bevorstehende OPs wegen beidseitigem Karpaltunnel-Syndrom, dadurch unzufriedenheit im Job (die Hände wollen nicht so wie ich, und ich bin Handwerker), Streß mit den Eltern, immer wieder kehrende, stechende Kopfschmerzen), möchte ich gerne den Knoten in meinem Kopf lösen und die Probleme nach und nach beseitigen.

    Wie bekomme ich das aber hin, wenn ich ein Nervenbündel bin und mich schon die Auswahl der richtigen Socken momentan vor ein riesiges Problem stellt und ich mal wieder eine Nacht normal durchschlafen möchte?

    Liebe Grüße und Danke nochmals,

    thelem

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