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Thema: Beziehung kurz vor dem Aus wegen Depressionen

  1. #11
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    Standard AW: Beziehung kurz vor dem Aus wegen Depressionen

    Hallo liebe TE,

    ich muss mich leider den anderen Schreiber*innen anschließen - ich sehe die Beziehung ebenfalls sehr kritisch.
    Mein erster Eindruck war, dass deine Frau fleißig an ihrer Karriere arbeitet und die komplette Familienstruktur dem angepasst werden soll. Zudem halte ich eine "Zweitfreundin" in der jetzigen Situation (mit Kleinkind) für unangebracht. Ich sehe offene Beziehungen nicht grundsätzlich als negativ an, aber momentan sollte die Priorität auf der Familie und dem Kind liegen. Zumal sie ja mit ihrer Arbeit und Doktorarbeit auch ziemlich eingespannt ist.
    So wie ich es verstanden habe, bist du die Hauptbezugsperson für euer Kind. Wie viel Zeit verbringt sie denn mit dem Kind und wie viel Zeit verbringt ihr als Familie und als Paar?

    Zitat Zitat von Dickes Ende Beitrag anzeigen
    Wirklich gemerkt habe ich es vor etwa einer Woche und mich gleich auf die Warteliste für einen Therapieplatz setzen lassen. Ich schätze dieses mal brauche ich Medikamente, aber das steht auf einem anderen Blatt.
    Das ist schon mal ein sehr guter erster Schritt. Unterstützt dich deine Frau bei diesem Vorhaben? Wie unterstützt dich deine Frau generell beim Umgang mit der Depression? Du schreibst, dass Depressionen schon früher ein Problem für dich darstellten - war das damals schon ein Problem für die Beziehung?

    Zitat Zitat von Dickes Ende Beitrag anzeigen
    So wie es aussieht habe ich sie wohl seit ziemlich langer Zeit sehr ausgenutzt und mich auf ihr ausgeruht, was mir nicht aufgefallen ist. Ich fühle mich sehr sehr schlecht deswegen, vor allem weil da wohl genauso zyklisch wiederkehrt wie meine Depressionen. Sie hat mir ganz klar gesagt, dass Sie das nicht mehr länger tragen kann und wir waren nur ein sehr winziges Stück davon entfernt die Beziehung gleich dann und dort zu beenden.
    Wie begründet sie ihre Aussage, dass du sie ausgenutzt haben sollst? Anhand der bisherigen Informationen kann ich diese Aussage überhaupt nicht nachvollziehen, schließlich leistet du momentan (unbezahlte) Familienarbeit und das ist gerade mit Kleinkind seeehr zeit- und arbeitsaufwändig. Weiß sie das zu Schätzen?

    Zitat Zitat von Dickes Ende Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, wir hatten es schon ein paar Mal, dass wir an dem Punkt waren an dem ich etwas ändern musste. Das habe ich jedes Mal auch getan, auch immer wieder genau überlegt und geplant, mit welchen Mitteln/Methoden ich versuchen möchte, meine Probleme in den Griff zu bekommen. Es ging dann immer eine ganze Weile gut und verlief sich dann aber doch wieder auf die Dauer.
    Zu einer Beziehung gehören immer zwei Personen, daher meine Frage, warum nur du etwas ändern sollst? Was genau wünscht sich deine Frau an Veränderung? Was glaubst du, was du verändern musst, damit die Beziehung wieder funktioniert? Was wünschst du dir von deiner Frau? Du schreibst auch, dass du Panik davor hast, deine Frau (wieder) zu verletzen. Womit genau hast du sie denn verletzt und was glaubst du, könnte passieren?
    Dafür, dass du aufgrund der Depression einen geringeren Zugang zu deinen Gefühlen hast, kannst du nunmal nichts. Das ist ein Symptom der Depression. Das sollte doch auch deine Frau so sehen, oder nicht?

    Ich kann gut nachvollziehen, dass dir die aktuelle Situation sehr zusetzt und zugegebenermaßen würde ich - wenn ihr kein Kind hättet - sehr wahrscheinlich den Ratschlag geben, die Beziehung noch einmal zu überdenken und eventuell den Schlussstrich zu ziehen. Ich würde es mit einer Paartherapie versuchen, vorausgesetzt deine Frau ist dafür offen und ihr wollte beide gemeinsam(!) an der Beziehung arbeiten.


    Ich wünsche dir alles Gute!

    Liebe Grüße,
    Wonneknubbel

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  3. #12
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    Standard AW: Beziehung kurz vor dem Aus wegen Depressionen

    Hallo ihr Lieben, danke für die vielen Antworten. Ich habe mich inzwischen etwas beruhigt und versuche heute im Laufe des Tages noch eine Antwort für alle eure Fragen zu formulieren, wenn meine Kleine mich lässt. Ich schreibe also demnächst noch mal.

  4. Für den Beitrag dankt: SeelenKnacks

  5. #13
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    Standard AW: Beziehung kurz vor dem Aus wegen Depressionen

    So, jetzt komme ich endlich mal dazu eure Nachfragen zu beantworten.

    @flower55: Die kleine ist unsere gemeinsame Pflegetochter. Da der Job meiner Frau erstens Unbefristet ist und zweitens mehr Geld abwirft, haben wir entschieden dass ich mit der Kleinen zuhause bleibe.
    Als wir sie nach Hause gebracht haben war bei uns natürlich wie bei allen Eltern erstmal Ausnahmezustand. Das hat dazu geführt, dass ich quasi in den "Überlebensmodus" geschaltet habe. Die Zeit uns Auszutauschen war da, aber ich war zu fertig um sie großartig zu nutzen. Meistens hatten wir Abends schon eine Stunde oder zwei in denen wir unter uns waren. Ich habe es aber nicht geschafft abzuschalten und mich auf sie einzulassen. Das ist auch etwas was sie mir definitiv vorwirft. Ich habe mich emotional recht abgeschottet um funktionieren zu können. Es ist also nicht unbedingt an Ihr gescheitert.

    @ dr.superman: Die aktuelle Schätzung wie lange sie noch braucht mit der Diss liegt bei ungefähr eineinhalb bis zwei Jahren.

    @Seelenknacks: Naja, Ich muss mich schon in gewisser Weise nach meiner Frau richten, allerdings ist das erstmal grundsätzlich nichts was ich nicht auch will. Im Gegenteil, es geht eher meiner Frau auf die Nerven als mir. Ich habe mich dank der Depression selbst abgeschottet und nicht mehr wirklich etwas unternommen. Ein großer Streitpunkt bei uns ist, dass ich ihrer Meinung nach mein Leben zu sehr nur auf sie ausrichte und wenig anderen Kontakt, vor allem mit anderen Eltern habe.

    Adoption steht bei unserer Tochter derzeit nicht im Raum weil die leibliche Mutter dem nicht zustimmt, allerdings wird sie sehr wahrscheinlich auf Dauer bei uns bleiben.

    Die offene Beziehung ist generell kein Problem für mich und das sie so wenig präsent ist kommt wohl leider auch nicht von ungefähr. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, habe ich sie und ihre Annäherungsversuche lange Zeit abgeblockt weil ich so im Überlebensmodus war. Sie hat sich nach einer gewissen Zeit anders orientiert, nachdem von mir keine Reaktion kam.

    Finanziell unabhängig bin ich wohl eher nicht, zumindest im klassischen Sinne. Ich bin tatsächlich (gezwungenermaßen) aktuell reine Hausfrau. Das heißt allerdings nicht, dass ich nicht genauso frei über unser Gemeinsames Geld verfügen könnte wie meine Frau. Unsere Zukunftsvorstellungen sind definitiv auch die selben, auch wenn wir uns über den Weg dorthin gelegentlich uneinig sind. Ich bin jemand der es gerne ruhig angehen lässt, meine Frau ist eine Macherin die gern Nägel mit Köpfen macht. Der Wunsch nach einer Familie ist bei ihr sogar eher stärker als bei mir. Sie war eigentlich immer diejenige die sich unbedingt ein Kind gewünscht hat (Nicht dass ich das nicht auch hätte, aber sie hat ihre biologische Uhr schon sehr deutlich ticken gehört).

    @cucaracha: aktuell kann ich tatsächlich nicht einschätzen was Ursache und was Wirkung ist bei mir. Ich kann mit Sicherheit sagen dass die Depression allgemein vor den Problemen da war, daher gehe ich erstmal davon aus dass sie die Ursache ist.
    Wie schon gesagt, ich denke ich habe mir da auch schön selbst ein Grab geschaufelt. Nur ein Kind hüten macht depressiv, aber dass ich nichts anderes mehr getan habe lag ja schon an mir selbst. Es wäre ja nie ein Problem gewesen Kurse und Veranstaltungen zu besuchen, Freunde zu treffen etc. Ich habe mich isoliert weil mir die Energie für solche Dinge gefehlt hat.

    Ich habe übrigens auch überhaupt keinen Bedarf nach einer Geliebten. Die Vorstellung den ganzen Schlamassel mit noch einem Menschen koordinieren zu müssen ist nicht gerade verlockend.

    Kita ist leider noch nicht möglich, geht frühestens ab September. Das ist eine Vorgabe vom Jugendamt.

    @Wonneknubbel: also in der Regel sieht es so aus, dass wir gemeinsam aufstehen wenn die kleine wach wird (zwischen 6:30 und 7:30 morgens) dann frühstücken wir zusammen, machen ein wenig Haushalt und gegen 8:30 geht meine Frau zur Arbeit. Sie kommt dann um ca 14 Uhr wieder, wir essen gemeinsam und dann setzt sie sich gegen 15 Uhr an ihre Diss bis 18-18:30 Uhr wenn ich die kleine ins Bett bringe. Da sitzt sie dann daneben und danach ist Feierabend. Alle zwei Tage telefoniert sie dann noch etwas länger mit ihrer Freundin, ansonsten sehen wir zusammen fern, oder machen etwas miteinander (Puzzlen, basteln, zocken) gelegentlich sitzt sie auch an der Nähmaschine und ich mit einem Buch daneben. Spätestens um 22 Uhr sind wir im Bett und schlafen.

    Ja, meine Depression war auch früher schon ein Problem, weil sie über kurz oder lang dazu führt dass ich all die "Sonderaufgaben" ( so Dinge wie "Den Keller ausmisten, den Perserkater zum scheren bringen, Unterlagen sortieren etc) die das Leben halt so hat schleifen lasse. Das meiste davon läuft einem nicht weg, aber gemacht werden muss es trotzdem und meine Frau packt diese Dinge dann an Meiner Stelle an, weil ich es nicht schaffe. Das ist es denke ich auch, was sie meint wenn sie sagt dass ich sie ausnutze, bzw. Mich auf ihr ausruhe. Das klingt banal aber diese "Sonderaufgaben" können sich ganz schön läppern und es ist effektiv doch eine ganze Menge die da dann von ihr übernommen wird wenn ich in einer depressiven Phase stecke. Das schlägt sich dann natürlich auf die Beziehung nieder. Meine bisherigen beiden Therapien habe ich in genau solchen Phasen begonnen. Meine Frau begrüßt es natürlich sehr wenn ich etwas gegen die Depression unternehme, klar sie leidet ja mit.
    Dass die Veränderung von mir kommen muss schließe ich daraus, dass meine Frau schon alles mögliche versucht, um mich besser zu erreichen. Sie kommuniziert direkt, offen und ehrlich mit mir, mit vielen Ich-Botschaften und nachfragen zu meiner Meinung und meinen Gefühlen. Es ist nur so als ob all das nicht oder nur sehr gefiltert zu mir durchdringt, bzw. Ich meistens in den schlimmen Phasen auch gar nicht sagen kann was ich gerade denke /fühle da ich dazu selbst keinen Zugang habe. Daher denke ich, dass ich hier definitiv in der Pflicht bin.

    Ich hoffe ich konnte die Situation etwas besser umreissen. Ich werde mich jetzt bis ich einen Therapieplatz bekomme bei einem online Programm anmelden, damit ich in der Zwischenzeit schon mal etwas habe was mir eine Richtschnur sein kann.

    Vielen Dank für euren Input, es hilft mir gerade schon sehr much einfach nochmal gezielt damit auseinandersetzen zu können.

  6. #14
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    Standard AW: Beziehung kurz vor dem Aus wegen Depressionen

    Zitat Zitat von Dickes Ende Beitrag anzeigen
    Wie sich so etwas manchmal entwickelt kamen wir von A über C zu Z und Meine Frau hat dann auch mal rausgelassen was sie so denkt und wie die Situation für sie ist. So wie es aussieht habe ich sie wohl seit ziemlich langer Zeit sehr ausgenutzt und mich auf ihr ausgeruht, was mir nicht aufgefallen ist. Ich fühle mich sehr sehr schlecht deswegen,
    Hat sie das denn deutlich angesprochen, dass sie sich ausgenützt fühlt?
    Ansonsten wäre es ihre Aufgabe gewesen, es frühzeitig anzusprechen.
    Es kann ja nicht sein, dass sie das erst nach so langer Zeit vorbringt und Du Dir dann noch den schwarzen Peter zustecken lässt.
    Aus diesem Gedankenkarussel solltest Du mal ganz schnell rauskommen.

  7. Für den Beitrag dankt: Schroti

  8. #15
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    Standard AW: Beziehung kurz vor dem Aus wegen Depressionen

    Hallo Dickes Ende,

    ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Deine Beziehung läuft nicht auf Augenhöhe.

    Und wirklich sehr heftig ist,
    dass Du Dich -wenn ich mir Deine Antworten auf diese Hilfsbeiträge durchlese- wieder erneut klein machst.

    Selbst Deine Frau tendiert zur Ablehnung, weil Du Dich selber so klein machst: "Ein großer Streitpunkt bei uns ist, dass ich ihrer Meinung nach mein Leben zu sehr nur auf sie ausrichte"
    Wie viele Signale brauchst Du noch?

    Es ist unwichtig, ob Du langsam bist oder Dinge nicht auf die Reihe bekommt. Der Start fängt damit an, indem man sagt: Ich bin dadurch nicht wertlos - im Gegenteil.


    Was ich sehr wichtig finde und hier noch nicht genannt wurde - das Kindeswohl:

    Zu einem Pflegekind gibt es auch echte Eltern! Vergiss das nicht!

    Du fixierst Dich so sehr auf das Pflegekind, dass ich hier schon den nächsten Konflikt anrollen sehe, wenn entweder die echten Eltern ihr Kind wieder zu sich nehmen wollen bzw. sich das Kind irgendwann nach seinen Eltern sehnt.

    Ich kenne so einige Gerichts-Prozesse, die sind an Wahnsinn kaum zu toppen, weil dort 4 Erwachsene um 1 Kind streiten, anstelle der üblichen 2 Erwachsenen.
    Das Kind gehört Dir nicht.

    Ich frage mich auch, weshalb ihr in Eurer schlimmen Situation als Pflegeeltern ausgewählt wurdet.

    Normalerweise sollen Kinder, die aus komplizierten Verhältnissen kommen doch nicht erneut in komplizierten Verhältnissen landen.
    Und ich frage mich, weshalb Du Dich nicht erstmal um Dein Selbstvertrauen kümmerst, Deine Depression unter Kontrolle bekommst, anstatt ein Kind aufzunehmen.

    Sehe das bitte nicht als Vorwurf. Es ist dem Kind zuliebe wichtig, sich solchen Überlegungen zu stellen.

  9. Für den Beitrag danken: Alopecia, Schroti, Sisandra, Wonneknubbel

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