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Thema: Partner mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)

  1. #1
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    Standard Partner mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)

    Hallo,
    ich habe eine Partnerin, die an Gefühlsschwankungen leidet. Sie ist sehr leicht reizbar, wird schnell agressiv. Sie ist impulsiv und kann die Perspektive schlecht wechseln. Ein Psychologe hat ihr Borderline und Manie als Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Aktuell möchte sie allerdings keinen Therapieplatz in Anspruch nehmen.

    Meine Frage lautet: Wie kann ich damit umgehen. Sie sabotiert die schönen Tage in unseren Leben. Sie versucht das Positive durch Streitereien oder gemachten Problemen herab zu setzen (sie denkt, sie hat nichts Positives verdient). Alles was ich sage oder mache ist falsch. Es ist sehr schwer eine normale Konversation aufrecht zu halten und ich merke wie sich langsam Wut in mir anstaut. Ich bin mir bewusst, dass sie nichts für dieses Verhalten kann, sondern ihre Krankheit dafür verantwortlich ist. Das gibt mir aber oft wenig Mut und Hoffnung den Alltag mit Ihr zu bewältigen. Vielleicht gibt es hier jemanden der selbst von der Krankheit betroffen ist oder wie ich in der gleichen Situation steckt und mir Tipps geben kann, wie man damit besser umgehen kann ?

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  3. #2
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    Standard AW: Partner mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)

    Hallo Pivo,

    ich kenne mich mit diesem Problem mehr als genug aus. Ich war selbst sechs lange Jahre mit einer ähnlich labilen Partnerin zusammen. Am Ende hatte ich einen unglaublich heftigen psychischen Zusammenbruch, durch den ich in der Folge sogar für mehrere Jahre völlig arbeitsunfähig war. Ich habe viele Jahre gebraucht, um mich von dieser Beziehung zu erholen.

    Heute weiß ich: Menschen mit einer akuten Persönlichkeitsstörung sind auf keinen Fall beziehungsfähig. Und nicht nur das, sie wirken auf enge Beziehungspartner sogar zerstörerisch. Da kann man noch so sehr hoffen, dass sie sich ändern werden, das wird niemand ohne eine kompetente Unterstützung durch eine Therapie schaffen. Und gerade ein Partner kann am wenigsten helfen. Im Gegenteil, dieser wird erst recht zu einem Objekt der Angst, weil gerade Nähe ein unüberwindbares Problem darstellt. Auch wenn es wirklich gute Gründe dafür gibt, für die dahinterstehenden Nöte Verständnis zu haben: Man darf sich selbst auf keinen Fall auf eine enge Bindung mit einem solchen Partner einlassen. Das ist sogar für beide Seiten kontraproduktiv. Und auf lange Sicht wäre es auch für stabile Menschen eine große Gefahr.

    Wenn kompetente Hilfe obendrein von ihr abgelehnt wird, dann ist das Potential für eine durchgreifende Veränderung noch gar nicht vorhanden. In diesem Fall dient eine Beziehung dazu, um so weiter machen zu können wie bisher. Es ist tragisch, dass ich das so sagen muss, aber ein Mensch mit einer Persönlichkeitsstörung muss in der Regel erst mal ganz tief fallen und völlig auf sich selbst zurück geworfen werden, bevor er endlich den Mut faßt, sich wirklich helfen zu lassen. Solange es soweit noch nicht gekommen ist, dienen enge Beziehungen vor allem der Kompensation, um gerade die hilfreiche Einsicht zu vermeiden: dass es nötig ist, sich mit sich selbst intensiv auseinandersetzen, um aus dem immerwährenden Angstkreislauf heraus finden zu können.

    So gesehen hält gerade ein Bindungspartner das Problem sogar aufrecht. Ich habe sehr lange gebraucht, um diese Tatsache endlich akzeptieren zu können. Es hat erst einen völligen Zusammenbruch gebraucht, um einzusehen, dass ich überhaupt nichts tun konnte. Dass all meine Hoffnung über die vielen Jahre hinweg vergebens war und dass diese Beharrlichkeit sogar mein persönliches Problem darstellt. Das ist auch der Knackpunkt: Umso länger man sich selbst auf das Prinzip Hoffnung einläßt, umso schwerer wird einem natürlich der Ausstieg fallen. Aber irgendwann ist halt die Batterie komplett leer. Wut und Traurigkeit wechseln sich halt ab, während posiitve Signale ausbleiben. Das wird mit der Zeit immer dominanter, schon weil es keinen Ausgleich geben kann, so dass die Verzweiflung immer mehr anwächst. Das führt dazu, dass irgendwann gar keine positive Stimmung mehr möglich ist. Wenn es soweit kommt, dann ist ein sehr schweres Burnout unvermeidlich.

    Sehr hilfreich ist am Ende für mich aber vor allem die Einsicht gewesen, dass es auch bei mir selbst ein Problem gab: nämlich andere sehr schlecht loslassen zu können. Das war am Ende auch mein Problem, um das ich mich kümmern musste. Das habe ich zum Glück dann auch sehr erfolgreich getan.

    Ich kann dir nur die Daumen drücken, dass du es nicht so weit kommen läßt wie ich.

    Liebe Grüße
    Traumatisierter
    Wenn ein Mensch träumt, ist es ein Traum.
    Wenn viele Menschen träumen,
    dann ist es der Beginn einer Wirklichkeit.

  4. Für den Beitrag danken: Wickerman

  5. #3
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    Standard AW: Partner mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)

    Heute weiß ich: Menschen mit einer akuten Persönlichkeitsstörung sind auf keinen Fall beziehungsfähig. Und nicht nur das, sie wirken auf enge Beziehungspartner sogar zerstörerisch. Da kann man noch so sehr hoffen, dass sie sich ändern werden, das wird niemand ohne eine kompetente Unterstützung durch eine Therapie schaffen. Und gerade ein Partner kann am wenigsten helfen. Im Gegenteil, dieser wird erst recht zu einem Objekt der Angst, weil gerade Nähe ein unüberwindbares Problem darstellt. Auch wenn es wirklich gute Gründe dafür gibt, für die dahinterstehenden Nöte Verständnis zu haben: Man darf sich selbst auf keinen Fall auf eine enge Bindung mit einem solchen Partner einlassen. Das ist sogar für beide Seiten kontraproduktiv. Und auf lange Sicht wäre es auch für stabile Menschen eine große Gefahr.



    Liebe Grüße
    Traumatisierter[/QUOTE]

  6. #4
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    Standard AW: Partner mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)

    [QUOTE=Traumatisierter;3591918]Hallo Pivo,

    ich kenne mich mit diesem Problem mehr als genug aus. Ich war selbst sechs lange Jahre mit einer ähnlich labilen Partnerin zusammen. Am Ende hatte ich einen unglaublich heftigen psychischen Zusammenbruch, durch den ich in der Folge sogar für mehrere Jahre völlig arbeitsunfähig war. Ich habe viele gebraucht, um mich von dieser Beziehung zu erholen.

    Heute weiß ich: Menschen mit einer akuten Persönlichkeitsstörung sind auf keinen Fall beziehungsfähig. Und nicht nur das, sie wirken auf enge Beziehungspartner sogar zerstörerisch. Da kann man noch so sehr hoffen, dass sie sich ändern werden, das wird niemand ohne eine kompetente Unterstützung durch eine Therapie schaffen. Und gerade ein Partner kann am wenigsten helfen. Im Gegenteil, dieser wird erst recht zu einem Objekt der Angst, weil gerade Nähe ein unüberwindbares Problem darstellt. Auch wenn es wirklich gute Gründe dafür gibt, für die dahinterstehenden Nöte Verständnis zu haben: Man darf sich selbst auf keinen Fall auf eine enge Bindung mit einem solchen Partner einlassen. Das ist sogar für beide Seiten kontraproduktiv. Und auf lange Sicht wäre es auch für stabile Menschen eine große Gefahr.

  7. #5
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    Standard AW: Partner mit Persönlichkeitsstörung (Borderline)

    [QUOTE=viel;3591979]
    Zitat Zitat von Traumatisierter Beitrag anzeigen
    Hallo Pivo,

    ich kenne mich mit diesem Problem mehr als genug aus. Ich war selbst sechs lange Jahre mit einer ähnlich labilen Partnerin zusammen. Am Ende hatte ich einen unglaublich heftigen psychischen Zusammenbruch, durch den ich in der Folge sogar für mehrere Jahre völlig arbeitsunfähig war. Ich habe viele gebraucht, um mich von dieser Beziehung zu erholen.

    Heute weiß ich: Menschen mit einer akuten Persönlichkeitsstörung sind auf keinen Fall beziehungsfähig. Und nicht nur das, sie wirken auf enge Beziehungspartner sogar zerstörerisch. Da kann man noch so sehr hoffen, dass sie sich ändern werden, das wird niemand ohne eine kompetente Unterstützung durch eine Therapie schaffen. Und gerade ein Partner kann am wenigsten helfen. Im Gegenteil, dieser wird erst recht zu einem Objekt der Angst, weil gerade Nähe ein unüberwindbares Problem darstellt. Auch wenn es wirklich gute Gründe dafür gibt, für die dahinterstehenden Nöte Verständnis zu haben: Man darf sich selbst auf keinen Fall auf eine enge Bindung mit einem solchen Partner einlassen. Das ist sogar für beide Seiten kontraproduktiv. Und auf lange Sicht wäre es auch für stabile Menschen eine große Gefahr.


    Entschuldigung. Ich habe obiges Zitat beantworten wollen, der zitierte Text ist mir zu früh weg. Hier kommt deshalb meine Antwort. Dies ist nur eine Ausrede, jemand mit auftauchenden Problemen, ob gesundheitlich oder nicht, zu verlassen! Ich bekam eine Depression, weil ich arbeitslos wurde und noch andere Schicksalsschläge dazu kamen. Mein damaliger Partner hat mich deshalb verlassen! Entweder es ist eine Beziehung und man geht zusammen durch dick und dünn oder es war keine echte richtige! Auch eine Depression ist eine Persönlichkeitsstörung. Man ist nicht mehr der frühere Mensch. Dies kann vorüber gehen! HELFEN kann man solchen Menschen und soll auch nicht, NUR DA SEIN! Helfen tun die dafür ausgebildeten Fachkräfte ! Dies hilft! Die/der Betroffene sowie auch der Partner kann sich Hilfe von aussen holen! Wenn der Betroffene nicht gleich dazu bereit ist, wird er/sie irgenwann müssen. Dies kommt automatisch, wenn die Aussenwelt auf ihn achtet, bzw. Einfach da ist! Dies ist das Zauberwort „DA SEIN“ nicht helfen, und dies kann nicht so schwer sein, wenn man den Bezroffenen wirklich liebt. Und wenn man jemand kennengelernt hat mit einer Persönlichkeitsstörung, warum stört es den Partner plötzlich? Depressive und/oder Menschen mit Persönlichkeitsstörungen haben das Recht wie andere Menschen auch, dass man für sie da ist und sie nicht ausgrenzt, nur so ist eine Heilung durch Fachkräfte möglich. Mein damaliger Freund war narzistisch veranlagt und trotzdem wäre ich bei iihm geblieben, da seine lieben Seiten überwogen. Als ich dann Probleme mit Depression und Schicksalsschlägen, hat er mich weggeworfen wie ein Handtuch! Ich war zuvor, als es mir noch gut ging, immer für ihn da! Als sein Bruder Lungenkrebs bekam und dann elend sterben musste, stand ich ihm tröstend zur Seite! Er mir dann hingegen nicht. HELFEN kann niemand, konnte ich ihm mit der Trauerverarbeitung auch nicht, nur da sein konnte ich. Dies hat geholfen! Und dass diese Leute für stabile Menschen eine Gefahr darstellen sollen gemäss diesem Kommentar,ist so eine schlimme Aussage!!! Sollen wir diese Leute meiden, ausgrenzen, in Kliniken stecken und begraben,.. ??? Das war keine Frage, sondern eine Feststellung, wie oberflächlich und selbstherrlich sogenannte stabilen Menschen sein können!!!

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