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Thema: nach 11 Jahren untreu

  1. #1
    McFly_a_67
    Gast

    Standard nach 11 Jahren untreu

    hallo liebe Forums-Leser,


    meine Geschichte ist lang fast zu lang.


    Vor 11 Jahren bin ich mit meiner Frau zusammen gekommen sie war 29 ich
    32. Sie war in einer Trennungsphase, ich war Single. Sie liebte mich
    wohl schon länger, wir kannten uns damals schon da wir in der selben Uni
    studierten. Ich hatte mich nicht direkt in sie verguckt, aber als es
    dann passierte enstanden auch bei mir die Gefühle die man als Liebe
    bezeichnen kann. Als wir dann oft zusammen waren hatten wir natürlich
    Sex, ist ja das normalste der Welt. An Nachwuchs mochte ich damals
    allerdings noch nicht denken, doch wie es so passiert "funktionierte"
    die Verhütung einmal nicht so (Kondom verrutscht) und sie wurde auf
    Anhieb schwanger. Ich war wie von den Socken und mochte damals das Kind
    nicht, was ich mir rückblickend immer noch sehr sehr vorwerfe. Man
    schwängert nicht eine Frau und sagt ihr dann man will das Kind nicht. So
    was macht man einfach nicht. Sie hatte dann eine frühe Fehlegeburt, was
    ich mir dann in Selbstvorwürfen damals selbst zugeschrieben hatte. Ich
    suche immer die Schuld bei mir. Ich dachte sie verlor es, weil ich es
    nicht wollte. Heute weiß ich, daß das nicht stimmt. Ich habe mich sehr
    viel mit dem Thema beschäftigt, und weiss das Fehlgeburten passieren und
    das nichts mit dem zu tun hat was Mann oder Frau denkt oder tut oder
    redet. Man kann eine intakte Schwangerschaft nicht verhindern, ebenso
    kann man eine Fehlgeburt nicht verhindern. Damals wusste ich nicht, daß
    es Frauen mit extremer Abortneigung gibt. Aber so etwas gibt es und
    niemand ist daran schuld.


    Wir zogen zusammen, und verhüteten sicherer, also mit Pille. Wollten
    einerseits nicht wieder eine Fehlgeburt erleben, andererseits auch noch
    mit dem Nachwuch warten. Die biologische Uhr ist ja immerhin bis 40 noch
    ganz intakt. 6 lange Jahre haben wir verhütet, vielleicht zu lang, aber
    eine wundervolle Beziehung gehabt viele Urlaube und unendliche Treue.
    Bis ich nach 6 Jahren mal wieder auf das Thema Kind kam. Vielleicht
    etwas spät aber sooo spät auch wieder nicht. Meine Freundin (heiraten
    wollten wir nie) wurde gerade 36 und wir liessen es wieder darauf
    ankommen. Die Fehlgeburt damals hatten wir längst vergessen, und wir
    dachten sowas passiert eher selten. Meine Freundin wurde dann in einem
    Urlaub auf Anhieb wieder schwanger, diesmal wollte ich so sehr ein Kind
    und sie verzieh mir meine Abneigung von damals schon lange, obwohl es
    sie auch sehr lange verständlicher Weise sehr kränkte.

    Jedoch , wie vor 6 Jahren dieselbe frühe Fehlgeburt. Wir sind sofort in
    eine Kinderwunsch Klinik und haben uns untersuchen lassen. Man fand
    keine Ursache. Alles Tip Top, keine Myome, keine "falschen" Gene, und
    der ganze Rest war auch in Ordnung. Künstliche Befruchtung kam von den
    Ärtzen auch nicht in Betracht, da das schwanger werden ja nicht das
    Problem sei, nur das schwanger bleiben.

    Ich fragte auch ob es jetzt mit dem Alter zu tun haben könnte, da
    Fehlgeburten statistisch ja mit dem Alter der Frau ansteigen. Aber das
    wurde ganz klar verneint. Eine Frau die schwanger wird kann auch ein
    Kind bekommen, sogar noch jenseits der 40. Aber man sollte es schon
    davor versuchen, da es nach 40 schon etwas kritischer würde. Haben wir
    ja auch. 36 ist noch nicht 40. Punkt

    Da die biologische Uhr so langsam zu ticken begann, dachten wir uns,
    naja haben wir wohl ein zweites Mal Pech gehabt. Also noch ein Versuch.
    Sie wurde wieder sofort schwanger, aber wieder Fehlgeburt. Alles sehr
    frühe Fehlgeburten zum Glück, aber schlimm genug. Als meine Frau 39 war
    hatten wir die 6.! frühe Fehlgeburt hinter uns, und ich wusste das wir
    nie eine Chance gehabt hätten, auch nicht in jüngeren Jahren, es wären
    nur über den Zeitraum mehr Fehlgeburten gewesen. Es war eine schlimme
    Zeit aber wir haben sie durchgestanden. Nur bei meiner Frau (Ich nenne
    sie meine Frau auch ohne Trauschein) blieb ein Trauma zurück. Einmal
    wegen der ganzen Fehlgeburten und ein andereres mal wegen der Gewissheit
    nie ein Kind zur Welt bringen zu können. Aber ich sagte ihr ich fühle
    mich nicht zu alt, lass uns ein Pfelgekind aufnehmen und uns endlich
    Eltern werden. Meine Gene sind mir wurscht, mir ist es egal woher ein
    Kind kommt. Aber das haben wir dann auch nie gemacht. Und Adoption wäre
    zu aufwendig gewesen und aufgrund unseres Alters auch kaum möglich. Ich
    hätte auch ein älteres Pflegekind in Ordnung gefunden, und auch meine
    Frau hatte immer mal wieder damit geliebäugelt, aber wie gesagt, den
    Schritt haben wir dann doch nie gemacht. Auch weil unsere finanzielle
    Situation nicht die allerbeste ist. Ich bin selbständig und mein Gehalt
    ist sehr Auftragsabhängig, und das ist zur Zeit nicht zum besten
    gestellt. Ein leibliches Kind wäre, wenn es denn möglich gewesen wäre,
    was das Finanzielle angeht zwar nichts anderes gewesen, aber das hätten
    wir natürlich nicht als Grund genommen es nicht zu versuchen. Also
    blieben wir zu zweit und ich habe mich mit dem Schicksal abgefunden nie
    leiblicher Vater zu werden, auch den Gedanken, dass ich das vielleicht
    mit einer anderen Frau könnte hatte ich nie. Eher ein nicht leiblich
    Kind als so was. Treue stand für mich immer an erster Stelle. Bis heute
    war ich nie untreu, nicht mal im Kopf. Aber Fehler habe natürlich auch
    ich gemacht, zum Beispiel dass ich damals kein Kind wollte. Welches aber
    aus anderen Gründen niemals eines hätte werden können. Aber den Vorwurf
    den ich mir damals machte ich wäre Schuld an der Fehlgeburt gewesen
    mache ich mir heute nicht mehr, denn die späteren Fehlgeburten gab es ja
    auch und da wollte ich ein Kind. Die Fehlgeburt damals war einfach nur
    eine von vielen.


    Warum ich diesen Thread unter fremdgehen poste ?


    Das kommt jetzt.

    Über ein Jahr ist die letzte Fehlgeburt her, und ich dachte wir würden
    wieder eine glückliche Zweierbeziehung führen. Wir streiten, vertragen
    uns wieder machen viel zusammen. Nur der Sex wurde seltener, auch mit
    Verhütung, denn jede weitere Schwangerschaft solange es biologisch
    möglich ist (und bis 45 beim Alter der Frau soll ja viel möglich sein),
    würde immer nach dem selben Muster enden. Der Sex wurde seltener so
    dachte ich, weil meine Frau viel Negatives auf Grund der Vergangenheit
    damit verbindet, und das entspricht auch der Wahrheit wie sie mir
    versichert. Also habe ich aus Liebe zu ihr auf Sex verzichtet. Nicht
    ganz verzichtet, aber es wurde schon selten.


    Seit ein paar Tagen weiss ich,

    es gibt noch einen anderen Grund, den ich von ihrer Schwester auf Grund
    einer Anmerkung erfahren habe. Sie ist vor über einem Jahr, auf einer
    Reise bei einem ONS fremdgegangen, dachte sogar daran sich noch einmal
    von einem anderen Mann schwängern zu lassen um herauszufinden ob es
    nicht doch, obwohl nicht nachgewiesen auch an mir liegen könnte. Aber
    was für eine Idee ? Ein Kind mit irgendwem ? Hauptsache ein Kind. Das
    konnte ich dann nicht begreifen, echt heftig. Es ist aber dann wohl
    nicht übers Petting hinausgegangen, oder vielleicht wars auch mit
    Kondom, ich weiss es nicht genau. Es war dann wohl die Angst vor Aids
    auf ihrer Seite. Das zumindest hat sie mir gebeichtet nachdem ich ihre
    SMS durchgeschaut habe, wo ich näheres entdeckt habe. Daß ich ihre SMS
    durchblättere hat sie mir dann auch als Vertrauensbruch vorgeworfen, na
    toll. Zudem hatte sie Ende letzten Jahres Kontakt / Flirt mit zwei
    anderen Männer mit denen angeblich nichts gewesen sei. Aber ich weiss
    nicht mehr was ich glauben soll. Über 10 Jahre treu und dann nach den
    vielen Fehlgeburten untreu. Sie wohnt noch bei mir, hätte es mir aber
    nie von sich aus gebeichtet. Sie sagt sie liebt mich abgöttisch trotz
    allem was wir durchhaben, sie hätte einen Fehler gemacht, will mich
    nicht aufgeben. Ich liebe sie abgöttisch und weiss aber nicht wie es
    weitergeht. Sex kann ich jetzt von meiner Seite aus nicht mehr ertragen.
    Kopfkino pur, soviel zusammen erlebt. Scherbenhaufen ? War es mehr als
    nur der eine ? Ich will mit dieser Frau alt werden, und sie redet
    manchmal vom Ausziehen von getrennt leben, aber das wir zusammen
    bleiben, zieht das dann aber mit dem Ausziehen auch immer wieder zurück.
    Die Beziehung ist jetzt mit einem mal anders als früher, und ich weiss
    nicht ob wir wieder Sex haben werden. Aber das ist mir im moment auch
    sowas von schnuppe. Sie wird Ende diesen Jahres 42 und ich werde im
    nächten Monat 45. Es ist soviel passiert, aber eine andere Frau würde
    ich nicht wollen. Es ist jedoch ein tiefer Knacks entstanden. Sie wird
    nie ein Kind bekommen, ich werde nie Vater werden und doch lieben wir
    uns. Oder sie mich doch nicht mehr ? Das Vertrauen auf meiner Seite ist
    jetzt leider auch nicht mehr das was es mal war. Muss ich um sie kämpfen
    ? Muss sie um mich kämpfen ? Oder müssen wir garnicht mal kämpfen weil
    alles einfach so jetzt weitergehen kann ? Oder wird sie jetzt sogar
    immer wieder fremdgehen ?

    Ich kann es überhaupt nicht einschätzen, dafür ist es zu frisch.
    Verzeihen kann ich ihr wohl obwohl ich immer dachte das könnte ich nie
    würde das mal passieren, aber vergessen werde ich es nie. Genauso wenig
    wie ich unsere 6 nie möglichen Kinder vergessen kann.


    Ist sehr lang geworden aber es ist auch eine lange Geschichte, und ich
    musste alle Zusammenhänge hier niederschreiben. Ich danke im Vorraus für
    Eure Meinungen.

  2. Anzeige

  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: nach 11 Jahren untreu

    Wow, das ist echt bitter!

    Vertrauen ist da im "a". Werde die klar ,was du willst! Sie ist sich ja auch nicht sicher mit Dir, sonst würde sie nicht "rumprobieren"! Für ein Kind bist du nicht zu alt, das ist ja das Glück bei Männern, aber in dem Fall nicht mit deiner Frau. Du solltest gut darüber nachdenken und nicht Ihr später diesbezüglich Vorwürfe machen, falls du dich doch für Sie entscheidest. Redet ehrlich miteinander und handelt! Lass nicht noch mehr Zeit vergehen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

  4. #3
    Registriert Avatar von Soul
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    Standard AW: nach 11 Jahren untreu

    Hallo McFly

    Da habt ihr beide ganz schön was durchgestanden! Die ganzen Fehlgeburten waren für sie wie auch für Dich eine sehr grosse Belastung.

    Das Deine Lebenspartnerin mit dem Gedanken gespielt hat, sich von einem anderen Mann schwängern zu lassen, nur um herauszufinden, ob es vielleicht nicht doch an Dir liegt ist ganz schön heftigt; ehrlich gesagt hat mich das von den Socken gehauen. Ich frage mich, mal abgesehen davon, dass sie sicher auch in einer Verzweiflung agierte, ob sie da auch nur ein bisschen daran gedacht hat, wie Du Dich bei so einem unterfangen wohl fühlen musst?

    Es wurde ein grosser Vertrauensverlust begangen. 11 Jahre sind eine lange Zeit und nach einer langen Zeit von Selbstvorwürfen scheint Deine "Frau" einen Weg zu suchen um mit ihrem Schmerz umzugehen. Und dies tat sie, indem sie Dich ausblendete.

    Ich denke, dass ein schwerer Weg vor Euch liegt; die Frage ist nun folgende:

    Wie gross ist die Liebe von ihrer, wie gross das Vertrauen noch von Deiner Seite?

    Ich hoffe ihr findet einen Weg, damit ihr auch ohne Kinder glücklich werden dürft...

    Soul...
    Respekt ist die höchste Form der Liebe.

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

    Aus Liebe werden wir geboren,
    In Liebe werden wir leben,
    Zur Liebe werden wir zurückkehren.

    Liebe ist, miteinander tanzen, ohne sich zu berühren.

    Die Wurzel alles Bösen in der Welt, ist der Mangel an Liebe zu sich selbst.

  5. Für den Beitrag danken: Leoni, McFly_a_67, Thunderbird

  6. #4
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    Standard AW: nach 11 Jahren untreu

    Hallo McFly,

    du hast deine Geschichte gut niedergeschrieben, das finde ich toll. Es lässt sich trotz der Masse und Komplexität gut erfassen.

    Ich empfinde auch sofort Sympathie für dich und deine Frau. Ihr seid ein tolles Pärchen in meinen Augen. Wieso das so ist, erkläre ich noch.

    Bei dir finde ich den Glauben an die Treue gut und auch die Anstrengung, keine Schuld zu verteilen. Jedenfalls gelingt dir das meistens. Du selbst wirfst dir die Ablehnung der Schwangerschaft des ersten Kindes, das in einer Fehlgeburt endete, noch vor. Schreibst du ja auch so. Ist es da nicht Zeit, weiter zu ziehen und es hinter dir zu lassen?
    Du hast dich sicherlich von Herzen bei deiner Frau für damals entschuldigt und ihr hattet es beide vergeben. Oder? Warum schleppst du es also noch als Vorwurf an dich selbst mit dir herum? Es lässt dich nur langsam innerlich sterben. Schuld belastet. Du schreibst, es sei anders, aber es liest sich nicht durchgängig für mich. So, als ob ein Teil der Vergangenheit noch lebt.

    Dass man nicht einfach so eine Frau versehentlich schwängert und dann das Kind nicht möchte, ist eine Regel. Wer stellt sie auf? Man? Wer ist das? Du?
    Du fingst an, sie zu lieben, als ihr zusammengekommen seid. So lese ich es jedenfalls aus deiner Geschichte. Sie liebte dich wohl schon länger. Ist es echte Liebe? Ja, so wird es fortgeführt. Viele Urlaube, tolle Zeit.
    Wäre es dir nicht auch dann möglich gewesen, es aus dem reinen Nichts heraus zu lieben, wie bei der Liebe zu deiner Frau? Liebe kann wie positive Gedanken auch aus dem Nichts heraus entstehen, es muss keinen Grund dafür geben.

    Das ist der Knackpunkt für die Gegenwart.

    Du schreibst, dass du auch ein fremdes Kind nehmen würdest. Dafür spricht die Adoption und das Pflegekind.
    Was du sagen kannst, ist, dass deine Frau das ohne dein Wissen getan hat. Ohne dich ins Vertrauen zu ziehen.
    Wenn sie traumatisiert ist, wie du schreibst, sollte sie nach dem Grad der Schwere in Erwägung ziehen, vielleicht mal mit jemand Professionellem zu sprechen. Nicht für alle Frauen ist eine Fehlgeburt ein Problem. Sie verkraften es gut und stecken es locker weg. Aber... es gibt auch andere Beispiele, die das Gegenteil beweisen.
    Von diesem Punkt abgesehen, ist es ihr Zustand, der es entschuldigt: Sie handelte menschlich, mit Schwächen.
    Sie war egoistisch und dachte nicht an dich dabei - oder sie tat es doch aufgrund deiner Aussage, du akzeptiertest auch fremde Kinder.
    Was sie tat, so beteuert sie, tat ihrer Liebe keinen Abbruch.
    Liebtest du sie damals weniger, als du hörtest, dass sie schwanger sei, trotz deiner eigenen, egoistischen Aussage du wollest das Kind nicht?

    Ich denke nein.
    Und deshalb seid ihr zwei mir so sympathisch. Ihr habt beide die gleiche Schwäche, ihr zeigt mehr oder weniger den gleichen "Fehler."

    Verzeih ihr nach einem emotionalem Gespräch deinerseits. Starte einen Dialog und fülle ihn kurzfristig mit deinem Monolog über deine Gefühle und was es mit dir getan hat, was du haben wolltest, was du gegeben hast (Treue) und wie sehr es dich womöglich verletzt hat, dass sie sich nicht daran hielt. Bevor du es nicht rauslässt, hat das Vergeben keine starke Kraft.
    Dann ist die Trennung eine Option. Sonst nicht. Wo ist sie hin, deine starke Liebe? Dein Glauben an Kraft und Stärke für eure gemeinsame Zukunft und Zeit?



    Ich kann es überhaupt nicht einschätzen, dafür ist es zu frisch.
    Verzeihen kann ich ihr wohl obwohl ich immer dachte das könnte ich nie
    würde das mal passieren, aber vergessen werde ich es nie. Genauso wenig
    wie ich unsere 6 nie möglichen Kinder vergessen kann.
    Das ist okay. Solange der Schmerz dabei nicht zu groß ist, sonst lebt die Vergangenheit. Hast du sie verabschiedet? Hast du eine emotionale nach-dem-Tod Beziehung gehabt? Vielleicht in Gedanken, oder alleine im Wald mit ihnen gesprochen, zu ihnen? Das kann sehr helfen. Eine persönliche, sehr, sehr persönliche Verabschiedung.
    Aber auch der Frieden danach, für die Seele, dein Gemüt, die Stimmung. Abschied. Loslassen.

    Du bist ein Exemplar, das sehr bemüht wirkt auf mich. Ich kann mir gut vorstellen, dass dir der Gedanke, ein Gespräch mit deinem Kind zu führen, nicht völlig abstrus vorkommt oder unvorstellbar befremdlich. Ich denke, dass du dafür offen sein wirst. Probier es aus, um herauszufinden, wie verheilt die Wunde wirklich ist.
    Es muss auch kein Gespräch sein. Hauptsache du bist es, der Teil in dir, der noch etwas loswerden möchte.

    Und am besten nimmst du deine Frau gleich mit. Vielleicht habt ihr eine Stelle im Garten oder sonstwo, um die ihr euch besonders kümmern werdet, die ihr dafür einrichtet, der ihr die Bedeutung beimesst, dass der Frieden da ist und niemand Schuld trägt und jeglicher Schmerz vorbei ist. Ein kleiner Altar vielleicht oder ein Blumenbad oder kleine Bäumchen.

    Was ihr wollt. Nur lasst es raus
    we will write another chapter in our book of life

  7. Für den Beitrag dankt: McFly_a_67

  8. #5
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    Standard AW: nach 11 Jahren untreu

    Zitat Zitat von McFly_a_67 Beitrag anzeigen
    es gibt noch einen anderen Grund, den ich von ihrer Schwester auf Grund
    einer Anmerkung erfahren habe. Sie ist vor über einem Jahr, auf einer
    Reise bei einem ONS fremdgegangen, dachte sogar daran sich noch einmal
    von einem anderen Mann schwängern zu lassen um herauszufinden ob es
    nicht doch, obwohl nicht nachgewiesen auch an mir liegen könnte. Aber
    was für eine Idee ? Ein Kind mit irgendwem ? Hauptsache ein Kind. Das
    konnte ich dann nicht begreifen, echt heftig.
    Klingt nach einer Kurzschlussreaktion. Irgendwie kann man das wohl auch nachvollziehen, ich meine 6(!) fehlgeschlagene Schwangerschaften - den psychischen Druck, den das auf sie, so kurz vor ihrem biologischen "timeout" ausüben muss möcht ich mir nicht ausmalen müssen.

    Zitat Zitat von McFly_a_67 Beitrag anzeigen
    Über 10 Jahre treu und dann nach den vielen Fehlgeburten untreu.
    Ihre biologische "Programmierung" wird sie mit aller Kraft dazu drängen - der natürliche Zweck des Sexualtriebs ist nunmal die Fortpflanzung und die hat mit Dir nunmal nicht geklappt; daran ist niemals schuld, aber es ist nunmal so und es hat nunmal psychische Auswirkungen, denen sie sich nicht entziehen kann auch wenn ihr verstandesmäßig hundermal klar ist, dass es wohl an ihr liegt. Dem durchgängig zu wiederstehn, stell ich mir nicht leicht vor - jedenfalls würd ich nicht in ihrer Haut stecken wollen.

    Zitat Zitat von McFly_a_67 Beitrag anzeigen
    Ich will mit dieser Frau alt werden
    [..]
    Die Beziehung ist jetzt mit einem mal anders als früher, und ich weiss nicht ob wir wieder Sex haben werden. Aber das ist mir im moment auch sowas von schnuppe.
    Wenn es mit Euch eine Zukunft geben soll, dann darf Dir das nicht "schnuppe" sein. Ohne ein halbwegs intaktes Sexualleben habt ihr gerade in Eurem Fall nicht den Hauch einer Chance, denn die Urschen Eurer Probleme lagen und liegen in der Sexualität.

    Wenn Du Dich außerstande siehst ihr soweit zu vergeben, dass ihr daran zumindest gemeinsam arbeiten könnt, dann mach der Sache gleich ein Ende, denn dann werdert ihr Euch nur unnötig quälen. Wenn Du Dich aber auch dazu nicht entschießen kannst, dann überlegt vielleicht mal, ob für Euch eine zeitweilige Trennung oder eine offene Beziehung in Frage kommt, und diesen Druck rauszukriegen. Es ist zwar wahrscheinlich, dass das dann letztendlich zur endgültigen Trennung führen wird - aber womöglich könnt ihr damit verhindern, dass ihr Euch, bis es soweit ist, an die Grugel geht und nur mehr gegenseitig wehtut.

    digitus

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