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Thema: Lieblingsgedichte

  1. #81
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    Standard AW: Lieblingsgedichte

    Im Herz, wie im Spiegel, ein Schatten,
    Auch unter den Leuten – alleine geblieben …
    Der Tag geht nur langsam von statten
    Von vier Uhr bis sieben!
    Ich brauch keine Menschen – sie lügen
    Und werden grausam bei Dämmerung.
    Ich könnte weinen. Zur Schnur
    Haben die Finger das Tüchlein gewrungen.
    Beleidigst du mich – ich verzeih,
    Doch bitt ich, mich nicht zu betrüben!
    – Ich spüre unendliche Traurigkeit
    Von vier Uhr bis sieben.

    Zwetajewa

    Geh hin, allein, und heile alle Blinden,
    Damit du in der Zweifelsstunde siehst,
    Wie deine Schüler schadenfroh sich winden
    Und in der Menge keiner dich vermisst.

  2. Für den Beitrag dankt: beihempelsuntermsofa

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  4. #82
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    Standard AW: Lieblingsgedichte

    .


    Genau besehn

    Wenn man das zierlichste Näschen
    von seiner liebsten Braut
    durch ein Vergrößerungsgläschen
    näher beschaut,
    dann zeigen sich haarige Berge,
    daß einem graut.

    "Ringelnatz"





    .
    Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen, die Stille wäre unerträglich.

  5. Für den Beitrag dankt: beihempelsuntermsofa

  6. #83
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    Standard AW: Lieblingsgedichte

    Bei Hitlers brennt noch Licht.

    Es ist nie ganz erloschen.
    Nur eine kurze ruhige Zeit
    wars Fenster fest verschlossen.
    Nur ab und zu, ganz schüchtern fast,
    kaum hörbar ein Gewisper.
    Man nahms kaum wahr und dachte sich:
    Was soll's da ist noch Licht an.
    Bei Hitlers brennt noch Licht.
    Jetzt treten sie ans Fenster,
    jetzt sieht man sie,
    jetzt hört man sie.

    Das sind keine Gespenster.
    Ganz stolz und lautstark stehen sie da,
    entzünden und krakeelen.
    Und ihre Drohung ist ganz klar:
    „Wir gehen wieder wählen!“
    Bei Hitlers brennt noch Licht.
    Vernunft wo bist du, wo?
    Komm raus und hilf und schalte es aus,
    sonst brennt es lichterloh.

    Simon Pearce
    Wir leben in einer Gesellschaft,
    die uns anhält, unseren
    Verstand zu gebrauchen,
    wenn unser Herz gefragt ist.
    Erich Fromm


    Meine Väter sind schwarz
    und meine Mütter sind gelb.
    Meine Brüder sind rot
    und meine Schwestern sind hell.
    Ich bin über zehntausend Jahre alt und
    mein Name ist Mensch.
    Ton Steine Scherben

  7. Für den Beitrag dankt: beihempelsuntermsofa

  8. #84
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    Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
    und auf den Fluren laß die Winde los.

    Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
    gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
    dränge sie zur Vollendung hin und jage
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Alleen hin und her

    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

    (Rainer Maria Rilke)

  9. Für den Beitrag dankt: beihempelsuntermsofa

  10. #85
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    Standard AW: Lieblingsgedichte

    Der Panther

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    So müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    Und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    In der betäubt ein grosser Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    Sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    Geht durch der Glieder angespannte Stille -
    Und hört im Herzen auf zu sein.



    (Rainer Maria Rilke)

  11. Für den Beitrag dankt: beihempelsuntermsofa

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