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  1. #51
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    vielen, vielen Dank, Kantorka, für dieses klasse Gedicht!
    "Ich spür", dass du da bist, und ich hoff', dass es wahr ist."

    "Jetzt haben wir die Gelegenheit zu zeigen, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten."

    "Sei was du bist. Gib was du hast."

    "Für immer bleibt, was einmal war."

  2. Für den Beitrag danken:


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  4. #52
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    Man frage nicht


    Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.
    Ich bliebe stumm;
    und sage nicht, warum.
    Und Stille gibt es, daß die Erde krachte.
    Kein Wort, das traf;
    man spricht nur aus dem Schlaf.
    Und träumt von einer Sonne, welche lachte.
    Es geht vorbei;
    nachher war's einerlei.
    Das Wort entschlief, als jene Zeit erwachte.

    Karl Kraus
    Wir leben in einer Gesellschaft,
    die uns anhält, unseren
    Verstand zu gebrauchen,
    wenn unser Herz gefragt ist.
    Erich Fromm


    Meine Väter sind schwarz
    und meine Mütter sind gelb.
    Meine Brüder sind rot
    und meine Schwestern sind hell.
    Ich bin über zehntausend Jahre alt und
    mein Name ist Mensch.
    Ton Steine Scherben

  5. Für den Beitrag dankt:


  6. #53
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    Ich sehe was, was du nicht siehst

    Und ich sah den Greis mit schleppendem Gang,
    wie er gramgebeugt schlurft die Straße entlang.
    Und ich sah, wie er schaut mit leblosem Blick.
    Vorbei sind die Träume und Stunden voll Glück.
    Und ich sah, er fürchtet das Ende, das naht.
    Und er sieht keinen Tunnel, keine Brücke, keinen Pfad.
    Er war niemals für den Nächsten ein Freund in der Not.
    Nun steht er mit leeren Händen vor seinem Gott.

    Doch ich sah auch den Greis mit der Lust am Leben;
    bereit, aus der Fülle seiner Weisheit zu geben.
    Ich sah ein zerfurchtes Gesicht, doch zwei funkelnde Augen;
    erzählend von Liebe, von Hoffnung und Glauben.
    Ich sah die Leiden des Alters, doch einen klaren Verstand,
    ein Herz voller Liebe, eine helfende Hand.
    Wer so gelebt hat, der wird auch verstehn,
    am letzten Tag in Frieden zu gehn.

    Die Erkenntnis kommt meistens viel zu spät:
    "Man erntet im Alter, was man früher gesät!"

    Und ich sah das Kind mit dem leeren Blick,
    das niemand geliebt und ans Herz gedrückt.
    Und ich sah die Wangen, die niemand gestreichelt;
    sah die Zuneigung, die man nur geheuchelt.
    Und ich sah, wie es sich in sein Schicksal gefügt,
    scheinbar nicht würdig, daß man es liebt.
    Für seine Bedürfnisse war man taub und blind.
    Es war nie gewollt. Es war nur ein Kind.

    Doch ich sah auch das Kind mit dem strahlenden Blick;
    erhofft und ersehnt, welch unbeschreibliches Glück.
    Man lehrte es Stärke, Mut und Vertrauen;
    gab ihm Wärme und stärkte sein Selbstvertrauen.
    Ich sah die kostbare Zeit, die man im gab.
    Man stand ihm stets zur Seite mit Rat und Tat.
    Es hat gelernt und es hat gespürt,
    dass die Hoffnung immer als letztes stirbt.

    Die Erkenntnis kommt meistens viel zu spät
    "Die Kinder ernten, was die Eltern gesät!"

    Jutta Schulte (*1961), deutsche Dichterin und Aphoristikerin

  7. Für den Beitrag danken:


  8. #54
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    Traurigkeit, die jeder kennt


    Man weiß von vornherein, wie es verläuft.
    Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
    Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
    Die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.

    Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
    Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
    Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
    Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.

    Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
    Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
    Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?"
    Ach, solch Falten kann kein Schneider bügeln!

    Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
    Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
    Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
    Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.

    Man möchte fort und findet kein Versteck.
    Es wäre denn, man ließe sich begraben.
    Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
    Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.

    Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
    Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
    Mal ist man unten, und mal ist man oben.
    Die Seelen werden immer wieder zahm.

    Der eine nickt und sagt: "So ist das Leben."
    Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
    Wer traurig ist, sei's ohne Widerstreben!
    Soll das ein Trost sein? So war's nicht gemeint.


    Erich Kästner
    Wir leben in einer Gesellschaft,
    die uns anhält, unseren
    Verstand zu gebrauchen,
    wenn unser Herz gefragt ist.
    Erich Fromm


    Meine Väter sind schwarz
    und meine Mütter sind gelb.
    Meine Brüder sind rot
    und meine Schwestern sind hell.
    Ich bin über zehntausend Jahre alt und
    mein Name ist Mensch.
    Ton Steine Scherben

  9. Für den Beitrag danken:


  10. #55
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    Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde.
    Und wenn du vor mir stehst und mich ansiehst,
    Was weisst du von den Schmerzen, die in mir sind
    Und was weiss ich von den Deinen?
    Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde
    Und weinen und erzählen,
    Was wüsstest du mehr von mir als von der Hölle,
    Wenn dir jemand erzählt, sie ist heiss und fürchterlich?
    Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig,
    So nachdenklich, so liebend stehen
    Wie vor dem Eingang zur Hölle...

    (Franz Kafka)
    Geändert von beihempelsuntermsofa (13.01.2019 um 16:56 Uhr)
    "Ich spür", dass du da bist, und ich hoff', dass es wahr ist."

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    "Für immer bleibt, was einmal war."

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