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Thema: Hilfe suchend

  1. #1
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    Standard Hilfe suchend

    Hallo zusammen,

    ich bin zum ersten Mal in einem Forum und wollte zu meiner Situation nach ein paar Meinungen und Ratschlägen fragen.
    Ich habe seit Jahren mit Depressionen zu kämpfen, war allerdings noch nie in Therapie deshalb. Ein Grund dafür ist, dass ich es sehr lange selbst nicht als Depression gesehen habe, eher als ständige Müdigkeit und keine Lust mehr auf alles und jeden. Erst seitdem ich jemanden kennengelernt habe der aus solchen Gründen in Therapie geht und der mir ans Herz gelegt hat, dass ich mir Hilfe holen sollte, seh ich es Depression.
    An dieser Stelle mal kurz erwähnt warum ich Hilfe in Anspruch nehmen möchte.
    Ich isoliere mich stark von der Außenwelt, habe eigentlich keine Freunde und wenn stoße ich sie genauso schnell weg, wie ich sie kennengelernt habe. Denn es ist für mich sehr anstrengend soziale Kontakte zu führen und auch zu knüpfen. Allgemein ist es für mich unfassbar anstrengend raus zu gehen, sprich ein Einkauf zu machen, ist die reinste Stresssituation! Termine habe ich noch nie allein wahrgenommen, da war immer meine Mutter dabei um für mich anzurufen und mich zu begleiten, denn sonst würde ich nie zum Arzt, Bank oder andere Dinge machen. Da für mich gefühlt alles unfassbar anstrengend ist. Da ich mit mir selbst nicht im reinen bin, sind Gedanken einfach alles zu beenden nicht allzu fern, genauso wie sich selbst Sachen anzutun.
    Da ich diese Woche mein Studium beginne, welches ich mache weil meine Familie dies von mir erwartet, habe ich unfassbare Panik. Hier kommen wir auch zum eigentlichen Thema.
    Da meine Mutter Heilpraktikerin für Psychotherapie ist, habe ich das bei ihr angesprochen. Ich dachte, dass sie es verstehen würde, denn sie kennt meine sozialen Ängste schon seit dem ich in ein Kind war. Ein häufiger Satz von Ihr ist auch "Als Kind warst du so glücklich und aufgedreht, jetzt bist du das nicht mehr". Heute kam es wegen dem Studium wieder zum Thema "sich Hilfe suchen". Meine Mutter meint allerdings ich habe keine psychische Krankheit und ich sollte mir keine Hilfe suchen, sondern mir endlich mal klar machen was ich in meinem Leben machen möchte und mich nicht andauernd im Bett verkriechen.
    Was ich mit dieser ganzen Geschichte sagen möchte: ich weiß nicht mehr weiter, ich möchte dieses Studium gar nicht machen und ich weiß auch gar nicht was ich sonst machen könnte. Bei dem Gedanken zu arbeiten, Vorstellungsgespräche zu führen und mit anderen in Kontakt zu treten, da bekomme ich unfassbar Herzrasen und kann gar nicht mehr klar denken. Ich sitze in einem Loch fest, wo ich nicht raus komme. Die Gedanken, dass alles zu verlassen, werden dabei leider immer realistischer.
    Kennt das jemand, von allen allein gelassen zu werden mit seinen Problemen? Wie geht ihr damit um?
    Ich bin um jedes hilfreiche Kommentar dankbar.

    lg

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  3. #2
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    Standard AW: Hilfe suchend

    Du weißt gar nicht, wie sehr mich deine Antwort erleichtert hat. Es ist ein Thema worüber so wenig gesprochen wird, weshalb ich mich damit auch so alleine fühle. Es wird aber auch oft unter den Teppich gekehrt, denn niemand möchte das hören, vor allem wenn dann noch jemand in der eigenen Familie davon betroffen ist.
    Ich sage es auch immer, dass man erst einmal auf sich achten soll, gesund werden soll und erst dann schauen was die Zukunft für einen bereit hält. Allerdings wird es, wie gesagt von meiner Familie nicht akzeptiert mich meinen Problemen zu widmen.
    Dieses Medikament hört sich meiner Meinung nach nicht schlecht an, da man sich quasi sofort den Herausforderungen des Lebens stellen kann. Aber ich bin mir nicht sicher ob ich sowas einfach verschrieben bekommen würde, da meine Ärzte auch nichts von meiner Depression wissen.
    Deshalb wäre eine Therapie erstmals glaub gut als erster Schritt, aber da hab ich das Problem mit meiner Familie und dass ich mich selbst nicht trauen würde diesen Schritt allein zu gehen.

    Heute war auch der erste Tag meines Studiums und es war die Höhle für mich. Ich musste mich mit zitternden Beinen dorthin schleppen und ich wusste, dass ich auch nicht einfach wieder heim kann. Zum Glück gibt es jemanden auf dem Campus der mit mir zur Schule gegangen ist und ich habe mich heute hilfesuchend an ihn geklammert, denn sonst hätte ich in der Menschenmasse eine Panikattacke bekommen.
    Es wurde dort in der Begrüßung gesagt, dass es eine Psychotherapeutin an der Schule gibt, an die wir uns jederzeit wenden können. Ich bin am überlegen ob ich mit Ihr Kontakt aufnehmen sollte und mit Ihr darüber spreche. Allerdings habe ich wieder Zweifel an mir, ob ich mit einem Thema wie Depression und dass ich das Studium gar nicht machen möchte zu ihr kann oder ob sie sich nur um gestresste Studenten kümmert.

    Es ist für mich unfassbar schwer mich zu öffnen und fremde Hilfe anzunehmen, was das alles noch komplizierter macht. Ich bin froh für dieses Portal, wo man anonym über diese Dinge reden kann und das andere nur darauf antworten müssen wenn sie es wollen.

    Ich bin dir so unfassbar dankbar für deine Antwort. Es hat mich schon wieder aufsehen lassen, dass es für mich eine Zukunft gibt und dass ich aus meinem Loch irgendwann herausfinden werde.

  4. #3
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    Standard AW: Hilfe suchend

    Hey,
    also erstmal finde ich es super dass du so über dein Problem reden kannst und deine Probleme teilst. Ich selber habe das zwar alles nie so erlebt aber habe zwei bekannte denen es so geht. Zu allererst kann man sich immer an den Psychologen an der Uni wenden, da dieser tatsächlich für alle belange der Ansprechpartner ist und explizit für die Sache mit deinen Eltern und ihren Erwartungen wohl auch der geeignetste.

    Weiterhin kann ich dir nur empfehlen dir jemand zu suchen mit dem du reden kannst. Einfach auch über belanglose Dinge oder eben wenn du in der Lage bist von deinen Problemen. Wenn eine von den beiden Bekannten, die ich vorhin erwähnt habe, mit in unserem Freundeskreis unterwegs ist merkt man ihr gar nichts mehr an und auch für sie ist das zum Abschalten sehr gut.

  5. Für den Beitrag dankt: teremeniluap

  6. #4
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    Standard AW: Hilfe suchend

    Hallo TE,

    wie es ein Teilnehmer vor mir schrieb, geht es mir zu 100 % so, wie es dir geht. Vielleicht habe ich aber den Vorteil, dass ich weiß, wo bei mir das gravierende Problem liegt, woran ich schon seit etwa 15 Jahren arbeite. Hat etwas mit meinen Augen und meinem Gehirn zu tun.

    Was dich betrifft, musst du wohl selbst herausfinden, was für dich gut ist.

    Möchte da jetzt nicht zu viel sagen, weil ich nicht in ungerechtfertigter Weise so überheblich wie deine Mutter sein möchte, aber würde sagen, dass es unabhängig allem anderen und primär um deine körperliche und geistige Gesundheit geht. Und für beides gibt es Mittel und Wege. Wenn man gestresst wird, überladen, ist das in aller Regel kein Weg.
    Geändert von _Tsunami_ (03.10.2019 um 04:33 Uhr)
    Die Menschen, die es in dieser Welt zu etwas bringen, sind die Menschen, die nach den Umständen suchen, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden, sie erschaffen.

  7. #5
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    Standard AW: Hilfe suchend

    Zitat Zitat von sigfried99 Beitrag anzeigen
    Weiterhin kann ich dir nur empfehlen dir jemand zu suchen mit dem du reden kannst. Einfach auch über belanglose Dinge oder eben wenn du in der Lage bist von deinen Problemen.
    Erstmal danke für deine Antwort, es ist so aufbauend endlich mal zu hören, dass man auf sich selbst achten sollte. Ich hatte vor kurzen eine Freundin mit der ich wirklich eng war dachte ich. War auch immer für sie da und bin bei jeder Sache zu ihr gefahren und seit dem es mir wieder schlechter geht, meldet sie sich nicht mehr und fragt nicht mal was los ist und ist gar nicht interessiert an mir und meinen Problemen. Mit ihr hab ich auch leider den letzten freundschaftlichen Kontakt verloren. Es fällt mir sehr schwer neue Freundschaften zu knüpfen und sie zu halten anscheinend auch, da ich nach einer Weile wieder so tief falle und andere es dann nicht mehr mit mir aushalten.
    Aus dem Grund ist meine Mutter auch die einzige Person in meinem Leben mit der ich reden kann, aber sie hat leider kein Interesse daran, wie man merkt.

    Keine Ahnung wie ich damit umgehen soll, immer wieder Leute zu verlieren, die mit der Depression nicht klar kommen und wem ich mich überhaupt öffnen kann.

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