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Thema: Warum macht man Kinder, wenn alles schlecht ist?

  1. #1
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    Standard Warum macht man Kinder, wenn alles schlecht ist?

    Den Titel musste ich kurz und provokant halten, ich denke nicht, dass "alles" "schlecht" ist.

    Die Frage stelle ich mir aber immer wieder – besonders, wenn ich mal mit meinen eigenen Eltern gesprochen habe. Bei allem Respekt empfinde ich sie als grundlegend pessimistisch, teilweise sogar zynisch. Eigentlich jedes Gespräch zwischen ihnen und mit mir ist in irgendeiner Weise Gemaule wegen Politik, Klima, den angeblich dummen Mitmenschen, dem stetigen Verfall der Gesellschaft, lokalen Zuständen, was weiß ich. Und wenn ich mal von meinen Schwierigkeiten erzähle, kommt zwar im Ernstfall was positives zurück, aber oft ja eher ein entrüstetes "Ja, willkommen im Leben".

    Ich habe sie bisher nie direkt gefragt, weil ich mir die entstehende Diskussion als doof vorstelle, aber: Warum wurde ich hier dann überhaupt willkommen geheißen? Man kann rein biologisch mit dem Drang zur Fortpflanzung argumentieren, aber – wir Menschen könnten uns doch darüber hinwegsetzen und denken: "Mir gefällt diese Welt nicht, und ich möchte sie keinem weiteren menschlichen Wesen antun." Und durch Kinderlosigkeit entsprechend handeln.

    Am Beispiel meiner Eltern: Ich kenne sie nicht anders. Das heißt, wenn sich nicht zufällig in meinen erinnerungsfreien ersten 3 Lebensjahren etwas absolut grundlegend geändert hat, waren sie auch schon zum Zeitraum meiner Zeugung so. Warum haben sie mich dann trotzdem gemacht?

    Es geht aber natürlich weit über das Beispiel hinaus. Ich begegne ständig Pessisimismus und Negativität. Es geht gefühlt schon nichts anders, es ist, als wären Optimismus, Positivität, oder auch nur Ausgeglichenheit! ein gesellschaftlich gejagtes Tier.
    Und Sprüche in der Art von "Das Leben ist kein Ponyhof" und "Nur die Harten kommen in den Garten" kommen eh aus aller Munde, sogar in einem potenziell eher unterstützend eingestellten Hilfeforum wie diesem. Der Konsens ist anscheinend, dass das Leben nach menschlichen Beurteilungsschemata das Prädikat "Scheiße" erhält.

    Warum wird das große Rad dann trotzdem fleißig weitergedreht?

  2. Für den Beitrag dankt: Oceansize

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  4. #2
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    Standard AW: Warum macht man Kinder, wenn alles schlecht ist?

    Kein Mensch macht aus freiem Willen Kinder. Es ist ganz simpel ein Instinkt, dem sich die meisten Menschen nicht erwehren können.

    ~~~

    Höre zum Beispiel in meiner Nachbarschaft ständig ein Kind schreien. Absoluter Horror für mich. Die Eltern werden aber vermutlich sagen, dass es ein absoluter Wonneproppen ist.
    Geändert von _Tsunami_ (21.10.2018 um 19:56 Uhr)
    Die Menschen, die es in dieser Welt zu etwas bringen, sind die Menschen, die nach den Umständen suchen, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden, sie erschaffen.

  5. #3
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    Standard AW: Warum macht man Kinder, wenn alles schlecht ist?

    Ein sehr reflektierter und reifer Beitrag, liebe(r) CamelLion! Ich persönlich sehe es sehr ähnlich und daher habe ich mich bereits vor vielen Jahren dazu entschieden, keine Kinder in diese kranke Welt zu setzen. Die enorme Überbevölkerung und der (damit eng zusammenhängende) vom Menschen geschaffene Klimawandel sind ja alleine schon hinreichende Gründe, um sich nicht wissentlich fortzupflanzen.

    Wenn man sich mal etwas näher mit den wichtigsten geschichtlichen Ereignissen der letzten 150 Jahre, insbesondere den zahlreichen Kriegen und selbst herbeigeführten Katastrophen auseinandersetzt, kann man eigentlich auch zu keinem anderen Schluss kommen als die Menschheit in ihrer Gesamtheit zutiefst zu verachten. Im Moment geht es uns noch relativ gut, trotz der allgegenwärtigen Herrschaft von Dummheit und Unvernunft in unserem Lande. Für die Zukunft sehe ich aber schwarz. Unsere Generation hat in nahezu allen wichtigen Fragen, welche das Leben der zukünftigen Generationen betreffen, gnadenlos versagt. Klimawandel und Umweltzerstörung sind kaum mehr aufzuhalten; gleichzeitig schreien Politiker und Wirtschaftsbosse nach immer mehr Wachstum. Ernsthafte Lösungsversuche gibt es keine.

    Nie im Leben würde ich das meinen Kindern antun wollen!

  6. Für den Beitrag dankt: CamelLion

  7. #4
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    Standard AW: Warum macht man Kinder, wenn alles schlecht ist?

    Zuverlässige Verhütungsmittel gibt es noch gar nicht so lange (Pillenknick der 60er) und sie waren jenseits der Städte oft sehr viel länger noch verpönt, sprich die Frauen hatten bis in unsere eigene Elterngeneration (alter Sack, moi )noch relativ wenig Einflußmöglichkeit, was die Kinderzahl oder das Kinderkriegen überhaupt anging. Kaum verheiratet, war Kind Nr. 1 meistens schon da, und unehelich ging vielerorts noch gar nicht. Zwischen früher und heute kann man deshalb nicht unbedingt vergleichen.

    Da allerdings die Durchschnittsbelastungen durch Kinder gestiegen sind, zusammen mit den allgemeinen gesellschaftlichen Ansprüchen, und zugleich die wirtschaftlichen Bedingungen heute vielfach schlechter sind - ein Alleinverdiener reicht heute oft nicht mehr, die Ansprüche einer ganzen Familie abzudecken - machen sich heute insbesondere die Frauen eher Gedanken zu Verhütung, ob überhaupt Kind oder nicht, und was an der Vorstellung des Kind-habens so alles mit dranhängt.

    Das ständig gestiegene Durchschnittsalter bei erster Eheschließung (heute um die 30) tut ein weiteres dazu, da hilft auch die gleichzeitig gestiegene Zahl unehelicher Kinder nicht, weil die meisten Kinder nach wie vor ehelich geboren werden (sollen), denn Alleinerziehende stehen nach wie vor schlechter da.

    Sprich wer sich heute ein Kind anschafft, hat (hoffentlich) gute persönliche Gründe für diese Entscheidung, denn nur "einfach so" ein Kind zu bekommen, ohne Hintergedanken, das kostet einfach zu viel, an Zeit, Geld, Nerven und ganz allgemein Lebenschancen, die man sich damit selber verbaut.

    Deshalb machen das "einfach so" auch meistens Personen, denen am Wohl dieses Kindes eh nicht viel liegt, Hartzer oder Asoziale, wo ein weiteres Maul zum Füttern das Kraut auch nicht mehr fett macht und die Kinder schon deshalb nicht mehr kosten können, weil die Eltern sich kaum um sie scheren.

  8. #5
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    Standard AW: Warum macht man Kinder, wenn alles schlecht ist?

    ich denke , früher war es das denken , die kinder werden im alter die eltern pflegen . den hof übernehmen und eben fehlende verhütungsmittel .
    heute sicher eine portion egoismus " man will ein kind besitzen zur eigenen bestätigung " .
    oder ganz einfach , weil man eine familie sein will und sich am aufwachsen eines kindes erfreuen . dabei wird nicht an die " schlechte " welt gedacht .
    wir haben uns gegen kinder entschieden . wenn ich dadurch sicher etwas verpaßt habe - heute bin ich wirklich froh .

    lg

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