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Thema: Wie ist es für euch, wenn man GERN lebt?

  1. #1
    +Atsirhc*
    Gast

    Standard ............................

    ...........................
    Geändert von +Atsirhc* (22.06.2011 um 08:27 Uhr)

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  3. #2
    Registriert Avatar von Pego
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    Standard AW: Wie ist es für euch, wenn man GERN lebt?

    Also ich habe 2006/2007 bis Sommer in etwa auch Depressionen gehabt, übelster Sorte. Vor dieser Zeit war ich lange Jahre in einer Beziehung und hab mir solche Fragen nie gestellt weil ich mich mehr nach meinen Freund orientiert habe, anstatt (nach heutiger Sicht) mal zu schauen was ich möchte... In der Trennungszeit und gleichwohl während der Depression musste ich lernen mit mir allein was anzufangen, zufrieden zu sein.

    Ich habe schon wirklich schlimme Zeiten durch und wenn man sowas erlebt hat dann ist man einfach dankbar wenn die Zeiten wieder ruhiger werden. I-wie sind wir dann auch beim Sinn des Lebens und der ist für mich - einfach den Zustand der Zufriedenheit weitestgehend aufrecht zu erhalten. Ich definiere mein Leben nicht durch Arbeit, Finanzen oder sowas. Für mich ist Zufriedenheit das Wichtigste im Leben, denn wenn ich zufrieden bin stimmt auch alles andere! Und dies Ziel sollte man nie aus den Augen verlieren...und die Zeit dazwischen so sinnvoll versuchen zu füllen wie es geht - in meinem Fall sind es meine Tiere - ich hab seit 20 Jahren Meerschweinchen und Wellis. Tiere sind mein Leben und auch das einzige wovon ich mich nie trennen würde! Man braucht Hobbys und Ziele im Leben - das macht es doch erst spannend!

  4. Für den Beitrag danken: Bandit2105

  5. #3
    fritzie
    Gast

    Standard AW: Wie ist es für euch, wenn man GERN lebt?

    Guten Morgen Christa.

    Gerade lösche ich den ursprünglich langen Text wieder raus, er würde deine Frage sowieso nicht wirklich beantworten.

    Ich lebe noch, weil ich an einem Tag, als ich wieder mal versucht war, mir das Leben zu nehmen, plötzlich keine Angst mehr vor dem Tod hatte. Das war ein irres Erlebnis. Alle Verzweiflung, aller Haß, alle Angst waren verschwunden. Aber auch der Wunsch nach Auslöschung meiner Existenz. Ob das ein psychotischer Zustand war (gut möglich, ich war die beiden nachfolgenden Tage ohne Bewußtsein) kann ich nicht beurteilen.

    Danach ging es mir kein Stück besser, nur die Option Tod, die mich zuvor wie ein Dämon im Bewußtsein ständig begleitet hatte, hatte sich aufgelöst.

    Sehr unbequem, mir blieb danach nichts übrig als zu leben, und das gefiel mir nicht. Sehr nützlich aber auch, weil all die "Warum?"-Fragen damit auch unbrauchbar geworden sind. Aus dieser Erkenntnis, daß ich mein Leben zu Ende leben muß, egal ob mir das nun gefällt oder nicht, erwuchs auch die Einsicht, daß es an mir alleine liegt, ob ich es leidend zu Ende führe oder so, daß es sich irgendwann vielleicht gut anfühlt.

    Einer der Leitsätze, die ich damals für mich angenommen habe (ich zögere ein wenig, den hier aufzuschreiben, weil er auch mißverstanden werden kann) ist:

    "Ob du dein Leben mit einem Lächeln oder unter Tränen lebst, ist im Grunde die einzige Wahl, die du hast".

    Das Gut-Fühlen und das Gerne-Leben kamen erst sehr viel später. Ich mußte erst lernen, daß mein Haß, meine Wut, meine Ängste und Verzweiflung nicht "böse", sondern richtig waren (das waren die beherrschenden Gefühle, über die ich damals verfügte). Konkret haben mir bei der schrittweise stattfindenden Annahme meiner Biografie vor allem "*rschtritte". Klingt wahrscheinlich blöd, aber die haben mir immer die stärksten Impulse gegeben, mich aus scheinbar ausweglosen Situationen herauszustrampeln. Ein Psychologe, der zu mir sagte: "Vergessen sie's, das schaffen sie sowieso nie!" (meine Wohnung war vermüllt und ich hatte panische Angst vor dem - weiß nicht mehr, ob Heizungs- oder Stromableser, irgend sowas stand an) - hat mich dermaßen wütend gemacht, daß ich dachte: "Na warte, du *rsch, dir zeig ich's!" Ein sehr fähiger Psychotherapeut viele Jahre später, der zu mir sagte: "Was wollen sie überhaupt bei mir, sie haben eine Betreuerin, die wöchentlich mit ihnen ihre Wohnung aufräumt, sie haben eine andere Betreuerin, die ihre Finanzen regelt, sie haben eine Ärztin, die ihnen per Gutachten bescheinigt hat, daß sie nicht handlungsfähig sind - sie lassen die Puppen ganz schön tanzen. Alle Welt kümmert sich um sie, also: worüber jammern sie eigentlich?"

    Boh, was hab ich den Kerl gehaßt! Ich bin froh, diesem Menschen begegnet zu sein, seine Worte haben mich in einer Weise angetrieben, die mir all die lieben, verständnisvollen, unterstützenden Helfer davor nicht hatten vermitteln können.

    GERNE leben: ja, tu ich heute. Irgendwann viel später war's da, da hatte ich die Sehnsucht nach der Leichtigkeit im Fühlen schon vergessen. Kennst du vielleicht - dieses Grundgefühl, das einem das Leben so unendlich zäh, schwer und mühsam erscheinen läßt. Eines Morgens wachte ich auf und hatte so eine Freude in mir - fühlte sich an wie ein Schmetterling im Inneren. Konnte ich nicht festhalten, es war da, flatterte weiter und ich fühlte mich für ein paar Stunden gut.

    Nach wie vor habe ich keine Angst vor dem Tod, ich finde den Tod auch nicht schlimm (nicht zu verwechseln mit dem, was Tod für die Zurückbleibenden bedeutet). Ich habe auch keine Angst mehr vor dem Leben, nur vor einzelnen Situationen: die kann man bewältigen. Ich bin immer noch nicht scharf darauf, in Glückseligkeit 138 Jahre alt zu werden oder so - Leben ist halt nicht so, nirgendwo steht geschrieben, daß das Leben ohne Schmerz sei. Damit kann ich gut leben. Es fühlt sich meistens gut an, weil ich nicht mehr dagegen ankämpfe. Weil meine Neugier zurückgekehrt ist. Weil ich eine Blüte bewundern kann, weil ich eine Ameise im BH nicht mehr als persönlichen Angriff empfinde, weil ich einen Apfel für ein ganz unglaublich perfektes Wunderwerk halte, weil es Menschen gibt, die mich zum Lachen (oder auch zum Ärgern) bringen - lauter so "Kleinkram" halt.

    Manchmal wünsche ich mir, etwas von diesem Empfinden weitergeben zu können, Freude ist etwas, das geteilt werden will. Aber ich weiß auch, daß Menschen, die dem Gedanken an den Tod zu viel Raum in ihrem Leben einräumen, sich dem Leben verweigern.

    Traurig macht mich das manchmal. Um den Tod muß man sich keine Sorgen machen, den lernen wir alle früher oder später sowieso kennen. Das Leben aber ist einzigartig - wenn wir es verstreichen lassen, ist es vergeudet.
    Geändert von Administrator (13.06.2011 um 10:29 Uhr)


  6. #4
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    Standard AW: Wie ist es für euch, wenn man GERN lebt?

    Zitat Zitat von fritzie Beitrag anzeigen
    Guten Morgen Christa.

    Ich lebe noch, weil ich an einem Tag, als ich wieder mal versucht war, mir das Leben zu nehmen, plötzlich keine Angst mehr vor dem Tod hatte. Das war ein irres Erlebnis. Alle Verzweiflung, aller Haß, alle Angst waren verschwunden. Aber auch der Wunsch nach Auslöschung meiner Existenz. Ob das ein psychotischer Zustand war (gut möglich, ich war die beiden nachfolgenden Tage ohne Bewußtsein) kann ich nicht beurteilen.

    Danach ging es mir kein Stück besser, nur die Option Tod, die mich zuvor wie ein Dämon im Bewußtsein ständig begleitet hatte, hatte sich aufgelöst.

    Sehr unbequem, mir blieb danach nichts übrig als zu leben, und das gefiel mir nicht. Sehr nützlich aber auch, weil all die "Warum?"-Fragen damit auch unbrauchbar geworden sind. Aus dieser Erkenntnis, daß ich mein Leben zu Ende leben muß, egal ob mir das nun gefällt oder nicht, erwuchs auch die Einsicht, daß es an mir alleine liegt, ob ich es leidend zu Ende führe oder so, daß es sich irgendwann vielleicht gut anfühlt.

    Einer der Leitsätze, die ich damals für mich angenommen habe (ich zögere ein wenig, den hier aufzuschreiben, weil er auch mißverstanden werden kann) ist:

    "Ob du dein Leben mit einem Lächeln oder unter Tränen lebst, ist im Grunde die einzige Wahl, die du hast".

    Das Gut-Fühlen und das Gerne-Leben kamen erst sehr viel später. Ich mußte erst lernen, daß mein Haß, meine Wut, meine Ängste und Verzweiflung nicht "böse", sondern richtig waren (das waren die beherrschenden Gefühle, über die ich damals verfügte). Konkret haben mir bei der schrittweise stattfindenden Annahme meiner Biografie vor allem "*rschtritte". Klingt wahrscheinlich blöd, aber die haben mir immer die stärksten Impulse gegeben, mich aus scheinbar ausweglosen Situationen herauszustrampeln. Ein Psychologe, der zu mir sagte: "Vergessen sie's, das schaffen sie sowieso nie!" (meine Wohnung war vermüllt und ich hatte panische Angst vor dem - weiß nicht mehr, ob Heizungs- oder Stromableser, irgend sowas stand an) - hat mich dermaßen wütend gemacht, daß ich dachte: "Na warte, du *rsch, dir zeig ich's!" Ein sehr fähiger Psychotherapeut viele Jahre später, der zu mir sagte: "Was wollen sie überhaupt bei mir, sie haben eine Betreuerin, die wöchentlich mit ihnen ihre Wohnung aufräumt, sie haben eine andere Betreuerin, die ihre Finanzen regelt, sie haben eine Ärztin, die ihnen per Gutachten bescheinigt hat, daß sie nicht handlungsfähig sind - sie lassen die Puppen ganz schön tanzen. Alle Welt kümmert sich um sie, also: worüber jammern sie eigentlich?"

    Boh, was hab ich den Kerl gehaßt! Ich bin froh, diesem Menschen begegnet zu sein, seine Worte haben mich in einer Weise angetrieben, die mir all die lieben, verständnisvollen, unterstützenden Helfer davor nicht hatten vermitteln können.

    GERNE leben: ja, tu ich heute. Irgendwann viel später war's da, da hatte ich die Sehnsucht nach der Leichtigkeit im Fühlen schon vergessen. Kennst du vielleicht - dieses Grundgefühl, das einem das Leben so unendlich zäh, schwer und mühsam erscheinen läßt. Eines Morgens wachte ich auf und hatte so eine Freude in mir - fühlte sich an wie ein Schmetterling im Inneren. Konnte ich nicht festhalten, es war da, flatterte weiter und ich fühlte mich für ein paar Stunden gut.

    Nach wie vor habe ich keine Angst vor dem Tod, ich finde den Tod auch nicht schlimm (nicht zu verwechseln mit dem, was Tod für die Zurückbleibenden bedeutet). Ich habe auch keine Angst mehr vor dem Leben, nur vor einzelnen Situationen: die kann man bewältigen. Ich bin immer noch nicht scharf darauf, in Glückseligkeit 138 Jahre alt zu werden oder so - Leben ist halt nicht so, nirgendwo steht geschrieben, daß das Leben ohne Schmerz sei. Damit kann ich gut leben. Es fühlt sich meistens gut an, weil ich nicht mehr dagegen ankämpfe. Weil meine Neugier zurückgekehrt ist. Weil ich eine Blüte bewundern kann, weil ich eine Ameise im BH nicht mehr als persönlichen Angriff empfinde, weil ich einen Apfel für ein ganz unglaublich perfektes Wunderwerk halte, weil es Menschen gibt, die mich zum Lachen (oder auch zum Ärgern) bringen - lauter so "Kleinkram" halt.

    Manchmal wünsche ich mir, etwas von diesem Empfinden weitergeben zu können, Freude ist etwas, das geteilt werden will. Aber ich weiß auch, daß Menschen, die dem Gedanken an den Tod zu viel Raum in ihrem Leben einräumen, sich dem Leben verweigern.

    Traurig macht mich das manchmal. Um den Tod muß man sich keine Sorgen machen, den lernen wir alle früher oder später sowieso kennen. Das Leben aber ist einzigartig - wenn wir es verstreichen lassen, ist es vergeudet.

    Liebe Fritzie,

    ich liebe dich für diese, deine Worte
    wunderbar, zauberhaft danke + danke + danke !!!

    (...die Ameise im BH ist der Oberbrüller !!!)

    alles Liebe

    Vandan
    Geändert von Administrator (13.06.2011 um 10:32 Uhr)
    .
    ...Zeit heilt keine Wunden, nur die Liebe heilt...
    ...und das braucht Zeit...
    .

  7. Für den Beitrag dankt:

  8. #5
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    Standard AW: Wie ist es für euch, wenn man GERN lebt?

    Liebe Christa,

    so richtig gerne gelebt hab ich eigentlich noch nie.
    Ich empfinde den Aufenthalt in diesem physischen Körper
    als äußerst unbequem und schmerzhaft,
    und die Notwendigkeiten wie Geldverdienen, Putzen usw
    finde ich einfach lästig.

    Es gibt ein paar Dinge die ich gerne erlebe,
    wie Motorradfahren, nen guten Film gucken,
    schönen Sex und lecker Essen,
    aber all diese angenehmen Dinge wiegen die unangenehmen nicht auf,
    und ich hänge auch nicht an ihnen.

    Ich freue mich aufs "Totsein",
    wobei ich damit ein "ohne diesen Körper sein" meine.
    Ich glaube nicht an einen Tod als Ende meines Seins,
    für mich ist der Tod nur die Befreiung von meinem Körper.

    Aber nun bin ich einmal hier
    und das wird seine Gründe haben,
    ich bin hier um zu erfahren, zu erleben,
    mich zu erfreuen und auch zu erleiden
    was das Leben mir an Möglichkeiten schenkt.

    SSelbstmord ist für mich keine Lösung,
    da ich von einer kontinuierlichen seelischen Entwicklung ausgehe,
    die unvermeidbar ist.
    Ein Suizid würde nur einen Aufschub bedeuten,
    Flucht ist nicht möglich.

    Also sage ich ja zu den Dingen,
    ja zu meinen Gefühlen, so gut es mir möglich ist,
    und damit mache ich die besten Erfahrungen.

    Auch unangenehme, unbequeme Situationen und Gefühle zu begrüßen
    lässt mein Leben friedlich werden
    und erstaunlicherweise erlebe ich nun immer häufiger Zeiten
    in denen ich sagen könnte:

    "Ich lebe gerne ."

    alles Liebe

    Vandan
    .
    ...Zeit heilt keine Wunden, nur die Liebe heilt...
    ...und das braucht Zeit...
    .

  9. Für den Beitrag danken: Bandit2105

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