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Thema: Paranoide Persönlichkeitsstörung

  1. #1
    Gast ilkacorinna
    Gast

    Standard Paranoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo,

    ich schreibe zum ersten Mal in ein Forum, in der Hoffnung, hier Hilfe zu erhalten.
    Folgende Thematik: Mein Freund hat sich vorgestern von mir getrennt. Das auch nicht zum ersten Mal, aber dieses Mal sicher endgültig. Von meiner Seite aus habe ich Fehler gemacht, die in jeder Beziehung vorkommen und zu verzeihen sind. An ihm bin ich allerdings verzweifelt. Er stellte sich wohl jeden Morgen erneut die Frage, ob er mit mir zusammen sein möchte. Normale Gespräche waren nicht möglich, da er sich immer angegriffen fühlte, obwohl ich ihm nichts Böses, sondern einfach nur verstehen wollte. Bei ihm drehte sich ständig alles um Schuldfragen, die er für sich selber beantwortete, indem einfach ich an Allem schuld sei. Er hatte ständig Misstrauen, fühlte sich ständig unwohl, steigerte sich in jegliche Stimmung rein, traf Aussagen, die er nicht an Situationen festmachen konnte, reagierte in allem über, provozierte öfters, gab mir keine Chance, ihn zu verstehen, da ruhige Gespräche nicht möglich waren. Er war sauer und ich vorsichtig, bei dem was ich sagte. Ich erhielt Vorwürfe für Dinge, die ich nicht so meinte, für Dinge, die völlig unbedeutend waren. Ich hatte den Eindruck, er stünde auf Streit. Er trennte sich öfters von mir, lebte in seiner Wut und wollte Ruhe vor mir "um zu entscheiden, was er will". Ich konnte nicht verstehen, wie jemand Vorfälle derartig verdrehen konnte, sich an nichts schuldig fühlte, keine Kritik über eben dieses Verhalten hören wollte, kein Nachdenken über die eigene Person drin war, keine Erklärungen an sich ran ließ und sich letztlich nicht dafür interessierte, was ich in den Zeiten der Trennungen durchstehen musste. Ich liebe ihn aus tiefstem Herzen, würde alles für ihn tun und hatte die Hoffnung, dass wir die Probleme zu zweit in den Griff bekommen, auch wenn es anstrengend geworden wäre. Jetzt aber hat er sich wieder wie schon gesagt getrennt und ich denke, es wird endgültig sein. Er beruft sich auf die Vergangenheit und wolle "mein Verhalten nicht länger mitmachen". An ihm bin ich total verzweifelt und an seiner Ignoranz kaputt gegangen. Durch einen Freund, der Psychologie studierte und meinte, dass es sich nach einer schizuiden Persönlichkeitsstörung anhöre, bin ich darauf gekommen, mich über die verschiedenen "Krankheitsbilder" zu informieren. Einige Punkte stimmen überein, aber ich fiel vom Hocker, als ich mich über die paranoide Persönlichkeitsstörung informierte. Es stimmen dort alle Punkte überein, es ist ein Abbild seiner Persönlichkeit. Gibt es hier jemanden, der Erfahrung mit dieser Störung hat?
    Ich stelle mir nun die Frage, ob die Beziehung unter diesen Vorraussetzungen überhaupt jemals einen Sinn gehabt hätte. Zu einem Psychologen würde er niemals gehen, da er für sich kein Problem erkennt und alle anderen schuld sind und er lieber alleine lebt und Groll auf die Gesellschaft hegt, anstatt über sich selbst nachzudenken. Hat/hatte hier jemand diese Störung? Erkennt man unter diesen Vorraussetzungen überhaupt irgendwann einmal, dass man Hilfe braucht? Sind Menschen, die derart überzeugt von sich und ihrem Verhalten sind, überhaupt in der Lage, das selbstständig zu erkennen und sich einzugestehen, Hilfe suchen zu müssen? Hätten Partner, ohne gleichzeitige professionelle Hilfe, überhaupt eine Chance, positiv auf den Menschen einzuwirken und ihm zum Nachdenken anzuregen?
    Sein Verhalten hat viel in mir zerstört und ich leide sehr unter der Trennung, aber er ist nicht einmal in der Lage dazu, dies zu erkennen und konzentriert sich nur auf meine "ach so furchtbaren Fehler" und ist tatsächlich der Meinung, ich wollte ihn manipulieren, dominieren und zerstören.

    Ich hoffe auf Antwort.

    Viele Grüße, Ilka

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  3. #2
    Registriert Avatar von Werner
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    Standard AW: Paranoide Persönlichkeitsstörung

    Zitat Zitat von Gast ilkacorinna Beitrag anzeigen
    Erkennt man unter diesen Vorraussetzungen überhaupt irgendwann einmal, dass man Hilfe braucht?
    Hallo Ilka,
    psychische Störungen sind nicht so real wie Knochenbrüche. Sie sind Hilfskonstrukte sprachlicher Art um Ärzten und Kranken (?) zu helfen, etwas in Worte zu fassen. Und ganz wichtig: Die Heilung solcher Störungen kann durch sehr einfache Therapien gelingen. Richtig ist wohl aber auch, dass eine Störung erst als solche existiert, wenn sie von mindestens zwei Menschen (einer davon der Betroffene) akzeptiert wird. Für deinen Freund ist sein Zustand vermutlich völlig normal - so wie der deine für dich und der meine für mich.

    Zitat Zitat von Gast ilkacorinna Beitrag anzeigen
    Sind Menschen, die derart überzeugt von sich und ihrem Verhalten sind, überhaupt in der Lage, das selbstständig zu erkennen und sich einzugestehen, Hilfe suchen zu müssen?
    Nach meiner Erfahrung nur selten. Vielleicht nach einer starken Erfahrung, die in Zusammenhang mit diesem Verhalten gemacht wird. Wenn du dich z.B. von ihm trennen würdest, könnte das so eine Erfahrung sein.

    Zitat Zitat von Gast ilkacorinna Beitrag anzeigen
    Hätten Partner, ohne gleichzeitige professionelle Hilfe, überhaupt eine Chance, positiv auf den Menschen einzuwirken und ihm zum Nachdenken anzuregen?
    Die Psychotherapieforschung zeigt offenbar, dass eine Paarbeziehung neben einer gelingenden therapeutischen Beziehung ebenso in der Lage ist, Menschen positiv zu beeinflussen und Veränderungen zu etablieren. Dazu braucht man keine professionelle Hilfe, wobei sie natürlich nützen kann - ebenso wie gute Bücher. Mein Lesetipp hier für dich: "Der Gorilla in meinem Bett" (mvg-Verlag, Euro 15,90).

    Gruß, Werner

  4. #3
    Gast2008
    Gast

    Standard AW: Paranoide Persönlichkeitsstörung

    Hm, man kann bestimmt viel ableiten und hineininterpretieren. Es liest sich aber so, als hättest Du es Dir mit Deiner "Diagnose" einfach gemacht. Trifft das nicht vielleicht auch etwas auf Dich zu? Wo bleibt die selbstkritische Hinterfragung, welche Rolle Du in seinem Handeln spielst bzw. warum er so (geworden) ist?

    Die wahre Ursache findet man wohl erst, wenn man beide Meinungen gehört hat.

  5. #4
    Nuk
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    Standard AW: Paranoide Persönlichkeitsstörung

    Ich muss sagen, du hast ziemlich schnell die logischen Schlüsse gezogen. Ich hab 5 Jahre über das merkwürdige Verhalten meiner ersten ernsthaften Beziehung nachgegrübelt, bis ich jetzt zum selben Schluss gekommen bin, wie du. Und ich hätte ganz ähnliches erzählt, wie du ... hab mich auch immer mehr zurückgenommen und hab mich dann irgendwann gar nicht mehr getraut, was zu sagen, weil immer alles nach hinten losging.
    Es ist nun irgendwie schon erleichternd, eine .. also irgendeine erklärende Antwort zu finden und das so unter einem Fachbegriff zu stellen, was man tatsächlich erlebt hat. Aber das ist ja nur der allererste Schritt.
    Ich persönlich sehe ganz klar das diese "Symptome" meinen geliebten Menschen erst richtig ausmachen, seine Eigenheiten, seinen Charakter formen. Er ist also ein schwieriger, aber positiv betrachtet auch ein sehr wacher und kritischer Mensch.
    Ich habe ihn nicht damit konfrontiert und ich möchte bezweifeln, dass ihm das selbst klar ist. Aber weil ich glaube, dass all diese Dinge ihm selbst sehr das Leben schwer machen, frage ich mich doch, ob man (bzw. er) wenn er das möchte, überhaupt irgendetwas daran ändern kann.
    Ich habe bis jetzt viele Symptom definierende Seiten im Netz entdeckt, aber bis auf eine, die schrieb, dass das ein Fall für den Psychologen ist, habe ich keine Heilungsmethoden entdecken können.
    Ich finde es unglaublich, dass du dieselben Erfahrungen gemacht hast und ich fände es, glaube ich, sehr bereichernd und hilfreich, uns darüber auszutauschen.

  6. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: Paranoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Ilka, ich habe mich nach 33-jähriger Ehe von meiner Frau gtrennt. Die von Dir beschriebenen Symptome treffen haargenau zu. Das Mißtrauen und der Haß richtete sich selbst gegen ihre Kinder. Ich würde mich gern mit ähnlich betroffenen austauschen. Gerd

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