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Thema: Temperamente

  1. #1
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    Standard Temperamente

    Hallo!
    Ja es ist wieder so weit!!! Ich könnte echt ein paar aufmunternde Worte gebrauchen...im Moment habe ich mal wieder meinen periodisch wiederkehrenden "Suizidalen-Moment". Weil ich mich als Komplettpaket einfach grad nur besch..... finde.
    Keine Angst...das sind immer nur sehr intensive Gefühle, aber die Tat an sich könnte ich nur schwer ausführen...wegen Gott, den Schmerzen und zu großen Überlebenschancen.
    Also ich scheine wohl ein melancholisches Haupt-Temperament zu besitzen, natürlich mit was anderem gemischt, aber trotzdem.
    Hey das ist echt manchmal ätzend....wie kann man heutzutage einigermaßen glücklich leben mit so einem Temperament???Ich mag Blogs mit ewiger Selbstbemitleidung überhaupt net, weil es nix bringt und andere auch runterzieht. Aber ich fühle mich einfach oft so und weiß nicht wohin mit diesen Gefühlen. Ich frage mich manchmal warum melancholische Menschen überhaupt existieren. Sind wir ein Evolutionsfehler, haben wir einen Sinn, warum wollte Gott uns haben? Überall werden wir negativ beschrieben, in fast allen Temperamentsbüchern sind wir diejenigen die schlecht wegkommen. Mensch das macht ja noch deprimierter.
    Hey was denkt ihr???Ich brauche wirklich ein wenig Austausch darüber, weil man darüber mit wenigen konstruktiv reden kann!!!!Würde mich sehr freuen....auch grad über Antworten von glücklichen Melancholikern!!!!
    Lg Eimi

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  3. #2
    Registriert Avatar von sandykuecken
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    Standard AW: Temperamente

    Um dich etwas verstehen zu können musste ich nachlesen was melancholie eigentlich ist... Was für andere vielleicht auch wichtig ist...

    Die Melancholie ist seelisch ausgezeichnet durch eine tief schmerzliche Verstimmung, eine Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, durch den Verlust der Liebesfähigkeit, durch die Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbstgefühls, die sich in Selbstvorwürfen und Selbstbeschimpfungen äußert und bis zur wahnhaften Erwartung der Strafe steigert. Diese selbstzerstörerischen Aspekte sieht Sigmund Freud als Ursache für die Suizidgefährdung der Melancholiker.

    Das trifft auf ich zu? War das schon immer so? Wann hat das bei dir angefangen? Wieso glaubst du nicht glücklich sein zu könnn?

    Liebe Grüße Sandy
    Lebe jeden Tag so wie du es für richtig hälst.

  4. #3
    Registriert Avatar von raaspo
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    Standard AW: Temperamente

    Guten Abend Eimi Weinhaus!

    Melancholie ist eine Erfahrung der Tiefe, würde ich meinen und damit sogleich mein eigenes Leben, dass von melancholischen Phasen begleitet wird, beschreiben.

    Weniger gefestigt als ich es heute bin, hat ein Anflug von Melancholie früher meist auch depressives nach sich gezogen. Sinnfragen, neg. Selbstwert usw. waren wie kleine Satelliten, die solch einen Anflug begleiteten.

    Negatives kann ich darin und daran nicht finden. Die Welt und sich selbst immer mal wieder in Frage zu stellen, Trauer zu empfinden anhand eigener Lebensumstände oder gesellschaftlicher Geschehnisse, dass ist für mich eindeutig menschlich und zeugt von innerer Bewegung, die Lebendigkeit bedeutet. Es bedarf natürlich keiner bleischwerer Selbstkritik, die in depressiven Anfällen ausartet, um sich lebendig zu fühlen .

    Doch muss Mensch, zumal melancholischen Temperaments, durch diese Täler wohl hindurch wandern und sich darin erfahren. Und hier wirkt dieses Temperament dann auch wohl eher als inneres Erleben. Somit ist die Auseinandersetzung mit sich und der Welt auch weniger eine, die im ständigen Dialog mit Anderen Menschen verläuft, als in der Innenschau. Dazu gehört evtl. die Erfahrung einer tiefen Einsamkeit. Denn diesen "Innenraum" zu betreten und durchlaufen - dass lässt sich mit nur wenigen Menschen teilen.

    Melancholie hat mit nichten etwas mit unausgeglichenem (und vor allem unreifen) Ertrinken in Selbstmitleid zu tun. Melancholie ist ein Teil der eigenen Persönlichkeit, der ausgelebt werden will. In einer stillen Stunde, durch und mit einem guten Musikstück, in der Natur, in jeglicher Form von Kunst und und und. Depression ist etwas anderes und eher einem allmählichen oder unmittelbaren Empfinden von totalem Stillstand vergleichbar. Melancholie ist sanft(er) und weit aus konstruktiver.

    Letztlich würde ich Melancholie als "Innehalten" bezeichnen. Ein süsser Schmerz, der Verletzlichkeit ausdrückt. Und ein inneres Bewegtsein, dass in der Tiefe viel über die eigene Person erfahren lässt.

    Ich möchte sie um nichts in der Welt eintauschen!

    Herzliche Grüsse
    Raaspo

  5. #4
    Registriert Avatar von Aquila
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    Standard AW: Temperamente

    Hört, hört! Sehr schön ausgedrückt, raaspo. Wollte ähnliches schreiben, aber deine Ausführung dazu sagt eigentlich fast alles dazu.

    Melancholie hat was "bittersüßes" an sich. Für mich ist das auch ein Zeichen von großer emotionaler und geistiger Lebendigkeit (auch wenn es von Außenstehenden wohl nicht so empfunden wird.). Im richtigen Moment sich seinen Gefühlen hingeben und in die Stimmung eintauchen... Ich würde dieses Gefühl auch um nichts in der Welt eintauschen wollen.

    Habe ein Zitat dazu gefunden:

    "Melancholie ist niemals Krankheit,sondern eine wunderbare Charaktereigenschaft, voll von Tiefgang, innerer Kreativität, Frieden und (stiller) Leidenschaft.
    Melancholiker schöpfen aus aus dem tiefsten Fundus menschlischer Existenz, können in traurigem Glück schweben, können aber auch hinabstürzen in die tiefen ausweglosen Seins, in depressives Leiden.
    Melancholie ist keine Krankheit, sondern eine Auszeichnung, die den von der Tiefe des Lebens durchschwebten Menschen aus den grauen Durchschnittsmassen hervorhebt, ob die Betroffenen dies wollen oder nicht."


    Josef Zehentbauer

  6. #5
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    Standard AW: Temperamente

    Hi!!!
    Vielen Dank für eure Antworten!!!!!
    Was ihr da geschrieben habt hört sich wunderschön an. Das sind wohl eindeutig die positiven Seiten der Melancholie.
    Was ist aber auch mit dem damit einhergehndem Hang zur Unpraktischkeit, Träumerei, Verletzlichkeit, Unverständis von seiten anderer? Das sind dann wohl die Probleme die damit einhergehen.
    Manchmal fühle ich mich so unnütze, weil ich mich nicht bei den schnellen, nützlichen, superpraktischen einreihen kann.
    Es vergeht kein Tag, selbst kein glücklicher, an dem ich nicht mindestens einmal daran denke, dass es vielleicht doch besser wäre tot zu sein...
    Bemerkungen können mich, unbemerkt durch andere, in regelrechte Sinnkrisen stürzen, die ich dann versuche schnell wieder zu überwinden.
    Ich kann meinen melancholischen Hang sehr gut verbergen in der Öffentlichkeit...und bin gleichzeitig oft sehr fröhlich, lache gern, deshalb fällt es nicht so auf.
    Aber diese Achterbahn der Gefühle...mit andauernden Bauchlandungen...macht mich manchmal echt fertig. Ich frage mich einfach oft zu was das alles nütze ist...?
    Aber auf alle Fälle vielen Dank für die Antworten...sie haben mir schon sehr geholfen!!!!
    Lg Eimi

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