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Thema: Wie würdet ihr reagieren

  1. #1
    Gast
    Gast

    Standard Wie würdet ihr reagieren

    Moin moin,

    ich wollte mal eure Meinung zu etwas hören, was mich seit Jahren beschäftigt und ich weiß nicht, was ich tun soll, bzw was ich tun würde, wenn ich es tue.

    Also, ich bin nun 19 Jahre alt und es geht um meinen Vater. Mein Vater war 7 Jahre im Gefängnis und hat viele schlimme DInge in seinem Leben getan.

    - Mich und meinen Bruder entführt
    - Sich Pornos angeschaut, wenn wir dabei waren (da waren wir keine 5 Jahre alt)
    - Einen Menschen gequält und diesen missbraucht und dann ist er mit dem Messer auf ihn zugegangen hat ihm Schnittwunden zugefügt und ihn gefragt, an welcher Stelle er sterben möchte (wo er also das Messer reinstechen soll)
    - Er hat eine Bank überfallen
    - Er hat damals meine Halbschwestern (alle älter als ich, da gabs mich noch nicht) gewashcne und sie wund gerieben
    - Er hat meiner Mutter nach dem Gefängnis Morddrohungen gemacht
    - Und so weiter

    Als er ins Gefängnis ging war ich etwa 6. Ich war immer ein Vaterkind.

    Als er ins Gefängnis ging, musste meine Mutter uns 5 (3 Schwestern und 1 Bruder) durchbringen und hat sich kaputt gearbeitet. Meine Schwestern mussten auf uns aufpassen und waren selbst noch Kinder, und weil wir recht anstrengend waren, haben wir teilweise auch mal bekanbntschaft mit nem Kochlöffel gemacht, was aber nicht schlimm ist, wie gesagt waren sie selbst noch Kinder bzw eigtl Jugendliche.

    Meine Mutter lernte einen neuen kennen und wir zogen um - all meine Freunde verloren - und meine Schwestern haben sich dann eine eigene Wohnung geholt.

    Ich kam nie mit ihrem neuen Freund klar und er hat mich gemobbt. In der neuen Stadt fand ich keine Freunde, weil ich doch sehr schüchtern war und es immernoch bin und einfach niemanden kannte, ich war der neue.

    Ich wurde dort also von allen gemobbt und als 4t Klässer haben mich sogar die aus der 3ten Klasse gemobbt. Naja, was solls...

    Nach der 4ten ging es auf die Realschule, aber vorher sind wir natürlich wieder umgezogen. Auf der Realschule kannten die meisten sich aus der Grundschule, ich kannte jedoch niemanden. Da auch niemand aus meiner Klasse im sleben Ort wohnte wie ich (ich war Buskind) habe ich also die Klasse gewechselt und dann war ich sogar wieder der neue.

    Ich fand wieder keine Freunde, bzw ich kam nur mit 1 oder 2 Leuten klar, aber ich habe sie nie privat besucht. Der Rest hat mich gemobbt, weil ich ja der neue war.

    Das ging bis zur 8ten Klasse. Dann blieb ich sitzen.

    Wow, eine neue Klasse, und schon wieder kannte ich keinen und war der neue. Dann zogen wir um und zwar in die Stadt, wo die Realschule ist.

    Es vergingen mehr Jahre und ich war nie wirklich gut in der Schule und hatte keine Freunde. Teilweise konnte ich mit manchen aus meiner Klasse in der Pause rumhängen, aber die selben haben mich auch gemobbt, aber so war ich in der Pause nie allein bzw nur selten.

    Das ging bis zur 10ten Klasse so weiter. Ich machte ein mieserables Halbjahres Zeugnis und dann habe ich keine Lehrstelle gefunden. Mein Abschlusszeugnis war etwas besser.

    1 Jahr war ich Arbeitssuchend und habe auch an suizid gedacht, weil ich einfach keine Lust mehr hatte. Mein Leben war leer. Keine Freunde. Niemanden. Den ganzen Tag nur zu Hause und keinen kennen.

    Ich bewarb mich nochmal an der weiterführenden Schule und wurde zum Glück angenommen.

    Nun gehe ich schon ein halbes Jahr in diese Schule und schreibe nur gute Noten. Ich kenne keinen aus der Klasse - mal wieder - aber ich werde nicht gemobbt und ich weiß, dass ich viel lernen muss. Freitag gabs Zeugnisse und mein Durchschnitt ist 2,1.

    Während meiner Kindheit wurde ich immer dicker. Ich habe eine starke Schilddrüsenunterfunktion und seit einigen Wochen bekomme ich deshalb Tabletten.

    Meine Kindheit bzw meine Jugend war leer.

    Keine Partys
    Keine Freunde
    Kein Selbstvertrauen
    Rein garnichts

    Während den letzten 19 Jahren bwz eigentlich erst seitdem mein Vater in den Knast ging, also während den letzten 13 Jahren habe ich meinen ganzen Schmerz und Hass auf meinen Vater konzentriert. In meinen Augen ist er an allem Schuld.

    Wegen ihm haben wir kein Geld. Meine Mutter hat sich ihre Knochen kaputt gearbeitet und kann nur noch einen 400 € Job machen.

    Mein Vater zahlt nichts.
    Ich war noch nie im Urlaub.
    Habe kein Handy.
    Habe vieles, was die heutigen Jugendlichen als Standard ansehen einfach nicht.

    Ich brauche es auch nicht, aber ich will damit ausdrücken, dass ich immer der Außenseiter war und es auch bin.

    Meinen Frust habe ich in Süßigkeiten erstickt. Nun habe ich starkes Übergewicht und versuche abzunehmen.

    Nachdem mein Vater aus dem Knast kam (vor 5 Jahren) hat er sich doch tatsächlich wieder mit meiner Mutter vertragen. Sie hatten sogar die Idee nochmal zu heiraten, aber daraus wurde nicht. Mitlerweile habe ich seit 4 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm.

    Ich weiß, dass er vor einigen Jahren mit ner Alkoholikerin ein Kind bekommen hat. Er selbst trinkt auch wieder. Es ist ein Junge, mein Halbbruder. Ich frage mich manchmal, wie es dem wohl geht.

    Nun zu meinem Problem.

    Ich hasse meinen vater so abgrundtief für alles, was er mir und den anderen Menschen angetan hat. Ich möchte ihm alles heimzahlen. Ich will mit ihm ein für alle Mal abrechnen, aber ich habe Angst, dass ich scheiße baue, wenn ich ihn sehe. Das ich austicke.

    Als Kind habe ich mir einige Sachen geschworen. Ich wollte nie Alkohol trinken (ich trinke auch keinen und das macht mich übrigens auch zum Aussenseiter), ich möchte nie so werden, wie er.

    Mich mobbten an der Realschule einige Schüler - jetzt in den Pausen der Berufsfachschule die selben - und gaben mir den Spitznamen "Fred". Mein Vater heißt mit Vornamen Fred. Das ist wie ein Treffer ins schwarze. Ich halte diesen Namen nicht aus. Mein Vater hat 2 Namen, wir nennen ihn zwar mit dem zweiten, aber der erste - Fred - macht mir doch zu schaffen. Mich nennen diese Spatzenhirne Fred, weil sie angeblich eine Ähnlichkeit von mir und Fred Feuerstein erkennen, aber dennoch regt mich das auf.

    Ich kenne viele Gefühle nicht. Eigentlich kenne ich nur Hass. Ich kapsel mich von der Gesellschaft ab. Ich habe nach der Schule garnichts ausser lernen zutun. Ich weiß nicht, wa ich tun soll.

    Ich bin einfach allein.

    Das macht mich fertig. Er ist daran schuld.Er ganz allein. Durch seine Taten ist mein Leben das, was es jetzt ist. Hätte er sich wie ein guter Mensch benommen, dann wären wir nie umgezogen. Ich hätte meine Freudne ovn damals nie verloren. Ich wäre nie so geworden.

    Ich bin nur noch depressiv, denke fast Tag und Nacht daran, wie ich mich an ihm rächen könnte. Ich fang sehr schnell an zu heulen. Ich komme mir so anders, als alle anderen vor. Ich bin der Sohn eines Verbrechers und habe 19 Jahre niemandem in meinem Umfeld davon erzählt. Ich habe angst, dass sie mich damit mobben könnten.

    Ich hasse ihn so sehr. Was soll ich bloß tun? Ich trau mich einfach nicht ihm meine Meinung zu sagen.

    Sorry das es etwas länger wurde, aber eventuell lässt sich deshalb verstehen, weshalb ich ihn so sehr hasse. Mein Leben besteht derzeit nur aus meinen Noten in der Schule und sonst habe ich einfach noch nie etwas schönes erlebt. Mir macht mein Leben einfach keine Lust und ich rede mir ein, dass sich alles ändern könnte, wenn ich doch meine Vergangenheit hinter mir lassen würde, aber ohne eine Konfrontation wird das wohl nichts.

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  3. #2
    BlUe_EyEs
    Gast

    Standard AW: Wie würdet ihr reagieren

    Meine meinung zu deinem geschriebenen fällt mir echt nicht leicht und schade das ich dich nicht mir deinem namen ansprechen kann...deine eigene kleine lebensgeschichte die du hier niedergeschrieben hast hat mich echt berührt weil du es wirklich auf den punkt gebracht hast und mir alles sehr real erscheint.
    ich kenne das gefühl "der neue" zu sein und weiß wie verdammt schwer es ist freunde zu finden wenn man schüchtern ist, mich plagt meine schüchternheit auch und hindert mich auch an vielen dingen.
    aber jetzt zu deinem vater was du über ihn geschrieben hast hat mich wirklich etwas geschockt.das du ihn für alles was er getan hat hasst und dafür das er dir dein leben genommen hat kann ich sehr gut verstehn.ich denke wirklich das ein ganz netter kerl in dir steckt und das du es nicht verdient hast einsam zu sein,du schreibst mit so viel gefühl das hat mich echt um.du allein hast deine leben in der hand und du hast auch die kraft dazu dein leben zu ändern,mehr zu machen !du gehst doch weiter zu schule,du schreibst das die mitschüler dich nicht mobben aber das du sie auch nicht kennst.versuch sie doch kennenzulernen auch wenn du schüchtern bist kannst du dich überwinden!versuch doch auch mal mit sport anzufangen,such dir ein hobby was dir spaß macht da wirst du auch leute kennenlernen.oder was hälst du von musik??ich habe mich früher auch einsam gefühlt und unverstanden bis ich mich wirklich für musik interesiert habe.nun ist musik mein leben und macht mich stark.ich sitz zwar noch oft genug depressiv,heulend und mit selbstmordgedanken in der ecke und könnnte mein ganzes leben auskotzen aber ich versuche immer wieder hochzukommen auch wenn das nicht einfach ist.
    was ich noch sagen muss: ich finde es klasse das du kein alkohol trinkst deswegen kannst du echt stolz auf dich sein (wär ich auch gern).Und denke nicht immer so viel nach das macht einen kaputt (habe ich auch hintermir) und wenn jmd was gegen dich hat kann dir das egal sein denn niemand kann etwas über dich sagen wenn er dich nicht kennt...
    sooo ich hoffe ´mein text ergibt irgenteinen sinn...
    lieben gruß
    >>STRAIGHT EDGE<<

  4. #3
    Registriert Avatar von naramudi
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    Standard AW: Wie würdet ihr reagieren

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Er ist daran schuld.
    Er ist am Scheitern seines eigenen Lebens schuld, aber DU bist selbst für DEIN LEBEN verantwortlich. Dafür kannst du niemandem die Schuld in die Schuhe schieben, auch wenn dir das logisch erscheint. DU SELBST bist dafür verantwortlich, wie du lebst, was du denkst und was du tust. DU ALLEIN.

    Wenn das in deinem Denken geklärt ist, wird es dir auch möglich sein, nicht nur die schlechten Seiten deines Vaters zu sehen. Sicherlich hat er mehr Schaden angerichtet, als ein Null-acht-fünfzehn-Vater von der Stange. Doch auch für seine Lebensgeschichte gibt es Gründe. Ich will sein Verhalten nicht entschuldigen oder es für gut befinden. Aber dein Verhalten hat mit seinem nichts zu tun. Du kannst deinen eigenen Weg gehen, unabhängig von deinem Vater. Doch du sinnst nach Rache. Deine ganze Lebensenergie zielt auf deinen Vater. Und hier läuft in deinem Denken gewaltig etwas schief.

    Konzentriere dich auf dein Leben, auf dich selbst. Lebe so, wie du leben möchtest. Das hat nichts mit Reichtum zu tun oder mit einer verkorksten Kindheit. Du bist 19 Jahre alt. Deine Kindheit ist VORBEI. Orientiere dich nach vorn, schaffe dir die Zukunft, die du haben möchtest. Öffne dich für deine Mitmenschen und blockiere dich nicht, indem du nur über deinen Vater nachdenkst.

    Sicher bist du immer irgendwo "Der Neue". Doch es liegt an dir, was du daraus machst. Du strahlst aus, was du denkst und deine Vorstellungen werden zu deiner Wahrheit. Hier liegt sicherlich auch noch viel im Argen.

    Natürlich kannst du den Rest deines Lebens ebenso verbringen, wie du es bisher getan hast. Deinem Vater die Schuld geben und Rachegedanken dein eigen nennen, erwarten, dass niemand dich mag und dich selbst bemitleiden.

    Ebenso kannst du aber erwachsen werden und die Verantwortung für dich selbst übernehmen. DU bist derjenige, der DEIN LEBEN verändern kann. Du kannst Frieden schließen mit deiner Vergangenheit.

    Wie würdet ihr reagieren? fragst du. Ich würde meine Kindheit Kindheit sein lassen, meinen Vater sein eigenes Leben führen lassen und meine gesamte Energie auf mein eigenes Leben konzentrieren. Warum? Weil alles andere keinen Sinn macht und ich auf dieser Schiene niemals Glück finden werde. Ich muss die Dinge trennen, die mich selbst betreffen von denen, die nur die anderen Menschen betreffen. Ich muss für mich selbst einen Weg finden mit der Realität klar zu kommen ohne anderen zu schaden, sonst lade ich mir unnötigerweise selbst Schuld auf. Würde ich Rachegedanken realisieren, so wäre ich genauso wie die, die ich verurteile. Und eben das will ich nicht. Deswegen muss ich andere Wege gehen.

    Du siehst vielleicht nur diesen einzigen Weg, weil dein Blickfeld durch deinen Hass auf den Vater eingeschränkt ist. Doch es gibt unzählige andere Möglichkeiten zu reagieren, zu leben, zu lieben...entdecke sie!
    Meine Name ist...Naramudi...Carine Naramudi...:-)

  5. #4
    Registriert
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    Standard AW: Wie würdet ihr reagieren

    Vater bleibt Vater. Das einzigste ist sich von diesen Herrn zu entfernen und abwarten, ob er sein Leben ändern wird. So ist er nur eine Belastung für Dich.Michael

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