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Thema: Ohnmächtige Einsamkeit

  1. #1
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    Standard Ohnmächtige Einsamkeit

    Ich habe einen neuen Tiefpunkt erreicht und weiß nicht mehr weiter.
    Ich möchte mir (wieder) professionelle Hilfe holen, aber das wird wohl erst nach Neujahr klappen.
    Vielleicht möchte mir ja jemand einen Kommentar mit seinen Erfahrungen hinterlassen, das würde mich freuen.
    Ich versuche auch, mich kurz zu fassen.

    Problem:
    Ich (30) habe schon lange Probleme, erfüllende zwischenmenschliche Beziehungen aufrecht zu halten, obwohl ich eigentlich alles mitbringe, was einen guten Freund ausmacht (habe allerdings auch schizoide Merkmale und bin eher unkonventionell). Ich hatte viele intensive kurze Freundschaften, die oft im Streit endeten oder nette Bekanntschaften, die nach einigen Monaten im Sand verlaufen sind. Mit der Zeit habe ich mir angewöhnt, weitgehend auf Menschen zu verzichten und habe immer weniger unternommen. Es gibt nur wenig Sachen, die ich gerne mache und ich denke, dass ich gar keine echte Freude mehr empfinden kann, obwohl ich ursprünglich ein einfach zu begeisternder und phantasievoller Mensch bin.

    Ich bin vor einem Jahr für die Arbeit in eine neue Stadt gezogen und habe keinen Anschluss gefunden. Das ist wohl ganz plausibel. Zudem hat sich mein Partner (Fernbeziehung) im Sommer von mir getrennt, der bis dahin meine einzige Bezugsperson war (außer Eltern). Ich habe zwar ein paar Freunde, die sind aber in ganz Europa verteilt und bisher hatte ich kein Geld oder Gelegenheit, sie zu besuchen. Es macht mich ehrlich gesagt auch immer nervös, wenn ich etwas mit Menschen unternehme. Trotzdem habe ich meine Komfortzone oft verlassen und viele neue Menschen kennengelernt.

    Wenn ich sehe, wie andere etwas zusammen unternehmen, zieht mich das runter. Ich habe instagram usw. gelöscht, aber es hilft nicht.
    Das Ganze geht nun schon so viele Jahre, dass ich gar keinen Ausweg mehr sehe. Seit zwei Wochen liege ich im Bett und gehe nicht zur Arbeit. Ich weiß nicht, wie ich meine Situation verändern kann, und denke, dass ich schon meine komplette Energie aufgewendet habe, sie zu verändern und immer wieder gescheitert bin. Ich möchte die Stadt nächstes Jahr verlassen, aber ich denke, dass mir meine Probleme trotzdem folgen werden. Momentan geht es mir sogar so schlecht, dass ich an Selbstmord denke. Ich habe niemanden. Mein Leben ist schon lange ohne Freude und ich habe keine Kraft mehr.
    Geändert von dioneus (15.12.2019 um 17:47 Uhr)

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  3. #2
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    Standard AW: Ohnmächtige Einsamkeit

    Es scheint, als würdest du nicht wirklich DEIN Leben leben.
    Deshalb fühlt es sich mühselig und schwer an.
    Komm dir auf die Spur - wer bist du wirklich? Wie kannst du die Trennung von deinem Partner überwinden?
    Warum entziehst du dich der Arbeit und bleibst im bett liegen?
    Du musst dein leben wieder in die hand nehmen.
    Wenn du die Arbeit auch verlierst, hast du gar keine Struktur mehr, was sehr schlecht ist.
    Zur Ablenkung würde ich mich auf einem netten Homo-Portal umgucken und ein bisschen schreiben. Eventuell treffen, sex kann ja auch eine gute Ablenkung sein.
    Und ich würde mir morgen früh in den hintern treten und zur Arbeit gehen.

    Wie zeigen sich die Punkte "schizoid und unkonventionell" im Umgang?

  4. #3
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    Standard AW: Ohnmächtige Einsamkeit

    Hallo Schroti,

    Danke für deinen Kommentar.

    Bis letzten Monat ging es mir tatsächlich noch ganz ok, obwohl mich die genannten Probleme schon beschäftigt haben. Seit zwei Wochen bin ich aber emotional völlig ausgelaugt. Ich musste sämtliche Termine absagen, wo ich gerne hingegangen wäre, weil ich einfach nicht die Kraft hatte. Ich bin auch in Behandlung. Es ist also nicht nur eine Laune.

    Dating-Portale sind auch eher eine Quelle der Frustration. Ich denke, ich habe die Trennung im Grunde schon verkraftet, aber jetzt fehlt mir jeder soziale Kontakt. Ich fühle mich wenig liebenswert oder wenn überhaupt, nur wie ein Sexobjekt. Ich versuche mich mit Sport abzulenken, aber es ist auch schwierig, mich dazu aufzuraffen.

    Das kann ich schlecht beschreiben, aber ich versuche es:
    Ich kann mit den Bedürfnissen von meinen Mitmenschen wenig anfangen und stoße diese oft vor den Kopf. Ich mag auch keinen small talk, drifte in Gedanken oft ab. Ich fühle keine Verbindung zu diesen Menschen. Ich konnte auch die emotionalen Bedürfnisse meines Partners nicht erfüllen. Er fühlte sich von mir ungeliebt, ich fühlte mich von ihm verraten, als er den Kontakt abgebrochen hat... Wenn ich jemanden treffe, der meinen Humor versteht ist das wie ein Feuerwerk, oft entsteht dann auf beiden Seiten das Gefühl, als würde man sich schon seit Jahren kennen.

    Es fühlt sich tatsächlich so an, als würde ich nicht mein Leben leben. Aber ich sehe keine Möglichkeit, wie ich das ändern könnte. Ich glaube, ich bin zu fokussiert auf andere, weil ich mein Leben so eingeschränkt habe. Ich finde es auch eklig, wie abhängig ich von anderen bin. Denn im Grunde bin ich gerne allein und komme auch gut alleine zu recht, aber ganz ohne Menschen geht es dann eben doch nicht.
    Ich finde mich eigentlich ziemlich in Ordnung, aber ich glaube, was mir fehlt, sind positive Menschen, die mir gut tun.
    Geändert von dioneus (15.12.2019 um 18:57 Uhr)

  5. #4
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    Standard AW: Ohnmächtige Einsamkeit

    Hast du dich je mit dem Thema Asperger-Autismus beschäftigt?

  6. #5
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    Standard AW: Ohnmächtige Einsamkeit

    Ich habe darüber gelesen. Ich habe mich natürlich auch viel mit meiner Persönlichkeit beschäftigt.
    Nach Myer Briggs identifiziere ich mich als INTP, was einen großen Teil meiner Probleme im Zwischenmenschlichen erklärt. Ich würde auch sagen, dass ich hochsensibel bin. Ansonsten erkenne ich mich auch in der schizoiden Persönlichkeitsstörung stark wieder, wobei ich ziemlich gut angepasst und auch empathisch bin. Deshalb würde ich sagen, dass ich im schizoiden Spektrum liege, in letzter Zeit bekomme ich aber häufiger "psychotische Wutanfälle". Ich habe seit zwei Wochen auch Spannungskopfschmerzen, die nicht weggehen...

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