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Thema: Todessehnsucht vs Lebensmut oder: Kann man Lebensfreude "lernen?"

  1. #1
    Registriert Avatar von Regis
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    Standard Todessehnsucht vs Lebensmut oder: Kann man Lebensfreude "lernen?"

    Einige von euch kennen vielleicht noch meinen Thread vom September:
    https://www.hilferuf.de/forum/ich/27...t%C3%B6rt.html

    Ist aber auch nicht so wichtig. Jedenfalls bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich ernsthafte Sorgen sowohl um meine mentale Gesundheit als auch um meine Zukunft im Allgemeinen habe.

    Diese Perspektivlosigkeit, das Gefühl, keinerlei Ziele, Träume und Wünsche im Leben zu haben zieht sich wie ein roter Faden durch meine Vergangenheit und mein Jetzt.
    Ich habe nie gewusst, was ich aus mir machen soll, demnach auch nie etwas erreicht. Weder studiert, noch etwas gelernt. Zum einen, weil ich immer in den "unpassendsten" Momenten depressiv wurde, zum anderen weil ich immer recht früh die Flinte ins Korn geworfen habe.

    Ich erwarte nichts mehr vom Leben. Hätte ich von heute auf morgen eine Million auf meinem Konto, würde es mir nichts bedeuten. Käme eine hübsche Frau zu mir und machte mir schöne Augen, würde ich ihr sagen, sie solle sich jemand anderen suchen.
    Ich weiß natürlich, dass beides schöne Dinge sind, vor allem das zweite, aber es bedeutet mir einfach nichts mehr.

    Ginge ich jedoch morgen zum Arzt und er würde mir sagen "Tut mir leid Herr Regis, sie haben nur noch 6 Monate zu leben", würde ich seine Hand schütteln und ihm danken.

    Dies sind Beispiele, um meine aktuelle Lage zu veranschaulichen. Da mir der Weg eines freiwilligen Exitus aber aus verschiedenen Gründen nicht offen steht, habe ich keine andere Wahl als weiterzumachen.

    Was ich hier gerne wissen möchte ist, wie andere, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen bzw. Phasen durchlebt haben, vorgegangen sind.
    Welche Formen einer Therapie gäbe es? Mir ist natürlich klar, dass kein Medikament mir Lebensmut geben kann, daher auch die Frage in der Überschrift.
    Ich hoffe ich konnte mich halbwegs verständlich ausdrücken.

    Nachtrag:
    Da ich zur Zeit tief depressiv bin, sind meine Gedanken dementsprechend düster. Aber auch in "guten" Zeiten habe ich weder Ziele noch Träume. Dies nur als Ergänzung zum oben geschriebenen.
    Geändert von Regis (17.11.2019 um 15:47 Uhr) Grund: Ergänzung

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  3. #2
    SFX
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    Standard AW: Todessehnsucht vs Lebensmut oder: Kann man Lebensfreude "lernen?"

    Hallo,

    Lebensmut kann ich dir nicht geben. Aber ich kann dir ein besseres Gefühl geben, wenn ich dir schreibe: "Ich verstehe dich". Es ist halt alle manchmal nicht so leicht im Leben.

    Was mir Halt gibt, ist die Beständigkeit. Dass einfach manche Dinge im Leben so bleiben, wie sie sind. Ich habe bestimmte Routinen und Fixpunkte im Alltag, an denen ich mich festhalten kann. So etwas mag ich und das gibt mir Sicherheit.

    Ansonsten finde ich es auch das Gegenteil irgendwie beruhigend, dass es einfach immer weiter geht. Wir können die Erde nicht stillstehen lassen. Egal, was wir tun, es geht immer weiter. Die Kugel dreht sich und wir uns mit ihr. Und so sollten auch wir nicht stillstehen, sondern immer weiter machen. Nach vorne blicken. Denn das, was vor uns liegt können wir ändern, was hinter uns liegt, eben nicht mehr.

    "Stillstand ist der Tod", sagte Max Frisch. Da ist irgendwie etwas Wahres dran. Daher auch meine Signatur "All is well, as long as we keep spinning". Nicht aufhören, auch wenn man sich jeden Tag auf's Neue aufraffen muss! Das geht vorüber. Bessere Zeiten kommen.

    Okay, das liest sich jetzt sehr Paradox. Ich versuche es noch einmal zu erklären. Ich liebe es, wie sich die Welt jede Sekunde verändert und manche Dinge im Leben dann doch wieder immer gleich sind! Ich liebe es, dass jede Woche so unterschiedlich verläuft, aber dass ich doch jeden Donnerstagabend zur gleichen Zeit an der gleichen Tankstelle meinen alten Daimler volltanke, die Zeitung kaufe und dieselbe Kassiererin treffe!

    Liebe Grüße und alles Gute,
    SFX
    "All is well, as long as we keep spinning"

  4. #3
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    Standard AW: Todessehnsucht vs Lebensmut oder: Kann man Lebensfreude "lernen?"

    Hallo,
    ich kenne deinen anderen Beitrag nicht, aber das hier:

    Zitat Zitat von Regis Beitrag anzeigen
    Ich weiß natürlich, dass beides schöne Dinge sind, vor allem das zweite, aber es bedeutet mir einfach nichts mehr.
    ist genau was eine Depression ausmacht, es bedeutet einfach nichts mehr.

    Für Außenstehende ist das nicht nachvollziehbar.


    Zitat Zitat von Regis Beitrag anzeigen
    Was ich hier gerne wissen möchte ist, wie andere, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen bzw. Phasen durchlebt haben, vorgegangen sind.
    Welche Formen einer Therapie gäbe es? Mir ist natürlich klar, dass kein Medikament mir Lebensmut geben kann, daher auch die Frage in der Überschrift.

    Bei Depression soll Sport/Bewegung sehr hilfreich sein, daher gibt es in vielen Kliniken Laufgruppen, die Joggen.
    Kann man ja auch zu Hause regelmäßig machen. Kostet natürlich Überwindung, muss man dann halt durchziehen.

    Medikamente können helfen, es gibt aber viele Unterschiedliche, da muss man erstmal die richtigen finden, und dann auch die richtige Dosis, das ist nicht so leicht. Und natürlich gibt es da Nebenwirkungen.

    Mich zum beispiel haben Medis ne Zeit lang am leben gehalten, also nicht wirklich geholfen, eben nur beteubt, geholfen hat dann erst die passende Therapie.

    Beim Thema Therapie is es schwer, kommt drauf an was verfügbar ist und/oder was man sich leisten kann.
    Körpertherapie ist gut, tiergestützte Therapie auch, die wirken viel stärker als bloß ne "normale" Gesprächstherapie. Gibts aber nur in Kliniken oder man zahlt sie selbst.

    Was mir tatsächlich geholfen hat, ist in der Natur zu sein, einfach zu "sein", wahrzunehmen, Wind, Regen, Blumen, Wasser...einfach ansehen, anfassen, sein lassen, ohne zu werten.

    Würde auch helfen zu wissen welchen Ursprung die Depression hat, bei mir stellte sich raus es war Traumazentriert, hätte also ne Behandlung für PTBS gebraucht, die Depri-Behandlung hat eher geschadet.
    Dann wäre Traumatherapie indiziert.

    Also Bewegung, Entspannung und Achtsamkeit sind auf jeden Fall wichtig und ja, das kann man üben und erlernen.
    Krankenkassen bieten auch oft entsprechende Kurse an oder Volkshochschulen.

    Ob man es in jedem Fall lernen kann weis ich nicht.

    Aber Achtsamkeit kann man lernen, und dann entwickelt man einen anderen Blick auf das Leben und die Freude darin oder darüber. Ist natürlich nicht so leicht, und dauert.

  5. Für den Beitrag dankt: Grudge

  6. #4
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    Standard AW: Todessehnsucht vs Lebensmut oder: Kann man Lebensfreude "lernen?"

    Zitat Zitat von SFX Beitrag anzeigen
    Was mir Halt gibt, ist die Beständigkeit.
    Ich bin recht gut darin, zu "funktionieren." Das heißt, ich liege nicht nur im Bett, sondern absolviere meinen Alltag, gehe zur Arbeit, achte penibel auf Sauberkeit und Ordnung usw.
    Ein Außenstehender würde wohl gar nicht darauf kommen, wie es mir in Wahrheit geht.

    Zitat Zitat von Morningstar
    Bei Depression soll Sport/Bewegung sehr hilfreich sein, daher gibt es in vielen Kliniken Laufgruppen, die Joggen.
    Ich bin schon seit vielen Jahren sportlich aktiv und mache seit einigen Monaten vier mal pro Woche Kraftsport.

    Würde auch helfen zu wissen welchen Ursprung die Depression hat, bei mir stellte sich raus es war Traumazentriert, hätte also ne Behandlung für PTBS gebraucht, die Depri-Behandlung hat eher geschadet.
    Dann wäre Traumatherapie indiziert.
    PTBS könnte bei mir auch stimmen, da ich mit 14 Jahren auf relativ tragische Weise meine Eltern verloren habe, was auch nie aufgearbeitet wurde.
    Geändert von Regis (17.11.2019 um 17:20 Uhr)

  7. #5
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    Standard AW: Todessehnsucht vs Lebensmut oder: Kann man Lebensfreude "lernen?"

    Ja, Lebensfreude kann man trotz allem lernen, bzw. es ist eine Art dauerhaftes Training, mit positiven Gedanken und positiven Meditationen das mir hilft. Bei Dir liest es sich auch, nach einer chronischen Depression, die immer da ist, mal mehr, mal weniger und wenn man gerade im Tief hängt, dann ist es nie einfach.

    Habe aber mit der Zeit gemerkt, daß es gerade die kleinen Dinge des Alltags sind, wenn mal was gut läuft, wenn mal auch was kleines zufällt, gerade das die Dinge sind die das Leben lebenswert machen. Wenn man ein Eichhörnchen sieht, oder eine Blume, wenn ein Mensch freundlich ist usw..

    Wie bereits erwähnt, ist es ein lebenslanges mentales Training, mit positiven Inhalten. Auch wenn es sich absolut wie ein Fremdkörper während der Depriphasen anfühlt. Dem Unterbewußtstein ist das aber egal und mit viel Ausdauer, setzen sich die positiven Affirmationen trotzdem fest.

    Wäre schön, wenn es etwas gäbe, das bei jedem gleich wirken würde. Gute Besserung!
    Geändert von Paletti (17.11.2019 um 17:52 Uhr)

  8. Für den Beitrag dankt: Grudge

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