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Thema: Schwere Depressionen, Todeswunsch - Ausweglosigkeit

  1. #6
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    Standard AW: Schwere Depressionen, Todeswunsch - Ausweglosigkeit

    Hallo

    Es gibt ja verschiedene Arten von Depressionen. Wenn du Antidepressiva nimmst, dann vermute ich, dass du eine körperlich bedingte, also endogene Depression hast. Und die ist insofern schlimm als man nicht einfach mit heiteren Sprüchen kommen kann, sondern man fühlt sich tieftraurig, sieht alles schwarz, sieht keinen Ausweg und fragt sich, was denn das Ganze soll.
    Wenn auch du dir diese Fragen stellst, bzw. so oder ähnlich fühlst, dann würde ich dir aus eigener Erfahrung vorschlagen, das alles als Täuschung aufzufassen. Dein Gehirn gaukelt dir vor, dass alles ausweglos, schwarz usw. ist. Aber so ist das gar nicht. Es ist eine Lüge, wie wenn der tiefblaue Himmel von einer einzigen Wolke vollständig bedeckt wäre. Die graue Himmelfarbe ist vorübergehend, unecht. Die echte Farbe des Himmels ist ein wunderschönes Blau. Und so ist es auch mit der Depression: Sie will uns glauben machen, dass alles ausweglos ist. Aber tief drinnen wissen wir, dass sie eine verräterische Schwätzerin ist. Nichts ist ausweglos. Das Leben hat einen bedingungslosen Sinn, nicht so wie im Restaurant, wo man ein Gericht zurückschicken kann, wenn es dem eigenen Geschmack nicht entspricht. Man kann das Leben nur ganz bejahen (angesichts von Krankheiten, Schicksalsschlägen usw.) oder gar nicht - in letzterem Fall wäre man auch ohne Depressionen und trotz allen Annehmlichkeiten der Welt verzweifelt und todunglücklich.
    Versuch die Depression als eine pessimistische Freundin anzusehen, eine die immer und überall das Haar in der Suppe sucht. Rede mit ihr. Irgendwann wird sie von selbst schweigen.
    Alles Gute

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  3. #7
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    Standard AW: Schwere Depressionen, Todeswunsch - Ausweglosigkeit

    Vielen Dank für die netten Worte und die umfangreichen Tipps! Das ist sehr lieb! Mir geht es heute immerhin schon etwas besser als in den letzten Tagen!

  4. #8
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    Standard AW: Schwere Depressionen, Todeswunsch - Ausweglosigkeit

    Von mir auch ganz viele Blumen zurück!

  5. #9
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    Standard AW: Schwere Depressionen, Todeswunsch - Ausweglosigkeit

    Hallo ruhig,

    Ich bin 42 und habe seit meinem 12. Lebensjahr eine "double depression", also eigentlich immer eine depressive Grundstimmung und in Abständen kommt eine schwer depressive Phase obendrauf (jetzt gerade auch). Ich kann also zumindest von der psychischen Seite sehr gut verstehen, wie es Dir geht.
    Ich habe auch etliche Therapien gemacht und bis vor gut 2 Jahren hat nichts so richtig gegriffen oder ich konnte erst Jahre später annehmen, was da ausgearbeitet wurde.
    Antidepressiva... alles durch und eigentlich hatte ich nur mit Nebenwirkungen zu kämpfen und habe keine antidepressive Wirkung gespürt.

    Und dann kam ein Totalzusammenbruch, ich kam in die Klinik und hatte das Glück, dass der Oberarzt der Station chronische Depressionen und double depression als aktuelles Forschungsthema und persönliches Steckenpferd hat.
    Ich habe nach fast 30 Jahren das erste Mal hochdosierte Antidepressiva bekommen!
    Und sie wirken! Nicht perfekt, wie man an meinem aktuellen Zustand sieht, aber ich merke einen deutlichen Unterschied.
    Auch die Therapie gegen chronische Depressionen hilft... nämlich genau wie beschrieben der immer das Haar in der Suppe suchenden Begleitung (definitiv keine Freundin, nee!) auch mal zu sagen, dass sie nervt und den Sabbel halten soll. Sich nicht so klein und schuldig und hilflos zu fühlen.
    In der Klinik habe ich meine Kreativität wiederentdeckt und viel gemalt, gezeichnet und mehr oder weniger sinnvolle Sachen gebastelt.
    Und ich kann inzwischen wieder besser mit mir allein sein und meinen Tag halbwegs strukturieren.

    Es könnte alles deutlich entspannter und einfacher sein... aber es ist nicht aussichtslos.
    Wenn ich denke, dass ich nicht mehr leben will, bedeutet das eigentlich nur Eines: so wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen - also muss ich etwas ändern.

    Herzlich willkommen hier!

  6. Für den Beitrag danken: Sisandra, Vindobona

  7. #10
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    Standard AW: Schwere Depressionen, Todeswunsch - Ausweglosigkeit

    Ich hab mich nun überzeugt einen kleinen Text mit dem was mich bewegt (oder auch nicht) zu verfassen.
    Ich bin 18, also könnte man meinen ich hab mein Leben noch vor mir.
    Allerdings sehe ich schon seit Jahren keinen Sinn mehr im Leben.
    Ich bin ohne Vater aufgewachsen, habe ihn nie kennengelernt.
    Am Anfang machte sich das auch nicht groß bemerkbar, aber als ich nach der sechsten Klasse auf ein Gymnasium ging, sah ich all diese quasi perfekten Familien und begann mir Gedanken zu machen.
    Warum will mein Vater mich nicht sehen? Was hab ich falsch gemacht?
    Ich hatte noch nie viele Freunde, wurde auf dem Gymnasium aber zum komplettierten Einzelgänger.
    Ich kapselte mich von allen anderen ab, redete kaum, fraß alles in mich hinein.
    Dazu kam vermehrter Streit mit meiner Mutter der mich zusätzlich belastet hat.
    Meine Noten fielen ins Bodenlose und ich schaffte die Neunte Klasse nicht.
    Ich wurde nach mehreren Gesprächen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert.
    Ich fing an zu kiffen, weil ich permante schmerzen hatte/habe.
    Nicht nur körperlich, besonders meine Physis litt unter meinem Zustand.
    Ich habe nach der gescheiterten neunten Klasse zwei Jahre lang nichts gemacht, war nur zu hause und hab nachgedacht.
    Ich habe bis heute Probleme beim schlafen, finde auch heute keine Freunde, und auch heute mache ich nichts, bzw gehe keiner Tätigkeit nach weil mich wirklich nichts interessiert.
    Ich bin der traurigste Mensch den ich kenne, auch wenn ich meinen Humor nicht ganz verloren hab.
    Ich kann einfach nicht mehr, ich habe keinen Sinn im Leben, und keine Perspektive.
    Nichts macht mich glücklich, vielleicht zufrieden, wenn ich gerade einen geraucht habe.
    Ich will mir am liebsten mein Leben nehmen, weil selbiges nur noch eine riesen Belastung ist.
    Aber ich kann nicht, weil ich hoffe das irgendwann, irgendwas passiert was mein denken ändert.
    Aber lange kann ich das nicht mehr.
    Ich habe mein Leben weggeworfen, in sämtlichen Belangen.
    Ich bin müde.
    Seit Jahren und ich will das es ein Ende hat, das alles, die Traurigkeit, die Enttäuschung die ich tagtäglich über meine Mitmenschen bringe.
    Nichts kann beschreiben wie schlecht ich mich tag für tag fühle und ich kann nichts daran ändern.
    Ich hoffe nur, das falls jemand diesen Text lesen sollte, rechtzeitig erkennt das es für ihn nicht zu spät ist, mach was aus deinem Leben solange du kannst, gib nicht auf so wie ich.
    In Liebe, Nils

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