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Thema: Studienversagerin - ich schäme mich

  1. #11
    Registriert Avatar von trigital
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    Standard AW: Studienversagerin - ich schäme mich

    Hallo A.,

    ich kenne das Problem mit dem Nichts tun und sich deshalb schlecht fühlen nur zu gut.
    Ich denke ich habe in dieser Zeit etwas anderes tun müssen, als du, aber das ist doch auch der springende Punkt. Man hat sich sein Schicksal doch nicht ausgesucht und hat die Rolle übernommen, die das Leben einen sozusagen aufgeschwatzt hat. Der Punkt ist, dass man denke ich verstehen muß, wie man den Wert dieser Zeit hebt. Das ist es denke, was ich hier für mich Positives abgewinnen kann, dass ich dem, was ich in der Zeit des Nichts tun einen Wert geben kann. Auf dein Problem übertragen ist es sich mit Kinder auseinander zu setzen und mit anderen Mütter und Familien, um die Vielseitigkeit deiner mütterlichen Kompetenzen bewußt zu werden und die Dinge richtig einordnen zu können, damit auch eine gewisse Einschätzung stattfinden kann. Weil nur wer weiß, worum es geht, kann auch was sagen. Und nur weil man die eigenen Familie kennt kann man die Dinge nicht richtig einschätzen.
    Aber ich denke, wenn du eine super ehrenamtliche Kindergärtnerin werden würdest, die diesen Job als Berufung annehmen würde, weil sie versuchen würde ihre erlernten Wertschöpfungen -so sehe ich deinen Antrieb für dein Jurastudium, was ich verwerflich finde- zu überwinden und die echten Werte des Lebens bemerken würde, dann wäre dieser Frau denke ich ziemlich egal, was aus dem Studium geworden ist.
    Aber ich denke diese Frau möchte leider nicht Kindergärtnerin werden. Weil sie ihr Ziel damit überhaupt nicht erreicht sieht? Und ich denke aber schon.
    Nichts desto trotz beneide ich dich um deine Situation. Ich könnte so viele Ideen umsetzen und muß doch ganz andere Dinge machen.
    lg
    P.S.: Man kann sich nicht bei sich selbst bedanken? Ich habe gerade durch mich etwas über mich selber erfahren. Witzig!
    Verwirkliche deine guten Absichten in deinem Leben. Dann hast schon mal du selbst auf jeden Fall etwas davon!
    Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. (Immanuel Kant; muß ich mir auch immer wieder sagen...)
    Man kann Probleme auf viele Arten lösen. Kann es doch erst nur dann wirklich gelöst sein, wenn es verstanden wurde.
    Was willst du mir erzählen?
    Ich hoffe etwas, was ich noch nicht weiß!

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  3. #12
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    Standard AW: Studienversagerin - ich schäme mich

    Ich bin gerade überrascht zu sehen, dass es mindestens eine weitere Person gibt, die in einer ähnlichen Lage steckt wie ich.
    Man hat doch oft das Gefühl die eigenen Probleme wären vom Schicksal handgeschmiedet nur um einem das Leben madig zu machen und dann scheint es doch etwas von der Stange zu sein. Irgendwie beruhigend.

    Habe auch ein Kind im ähnlichen Alter, bin ebenfalls über 30 und unfreiwillige Langzeitstudentin. Meine Situation ist etwas anders, ich bin allein erziehend (der Vater ist schwer erkrankt und in einem Pflegeheim) und muss dementsprechend arbeiten, aber dafür wohne ich in einer kleinen Wohnung und muss nicht so viel putzen haha.

    Aber deine Gefühle kenne ich so genau.. da hängt so viel dran.

    Ich habe mich von meinen Freunden und teilweise von meiner Familie isoliert, obwohl ich weiß, dass mir niemand den Kopf abreißt, der von meiner Situation erfährt. Diese schlechten Gefühle sind hausgemacht, ein Ergebnis von den eigenen Ansprüchen. Und das ist auch etwas Gutes, oder?
    Zumindest für mich war das was ich studiere bereits in der Grundschule mein Traum. Ich halte stur daran fest und werde es wohl weiter tun bis mir wirklich jede Möglichkeit genommen werden sollte.

    Dazu kommt der Stress. Ich kenne Leute die eine 60 Stundenwoche schieben, nebenbei Hobbies und Sport nachgehen und wo zu Hause alles top aussieht die entspannter sind als ich. Ich habe diese Menschen genau studiert und gemerkt, dass es hauptsächlich der Kopf ist, der den Stress produziert. So ist mir aufgefallen, dass ich mich im Grunde nie entspanne. Selbst wenn ich dann mal etwas tue das nicht Haushalt/Lernen/Arbeiten/Kinderorganisation ist, dann schreit mein Kopf: "Das darfst du gar nicht!!! Du verschwendest deine Zeit!! Es ist so viel zu tun!!!". Dadurch beraubt man sich der Möglichkeit die Akkus wieder zu füllen. (Falls du jetzt denkst als nächstes kommt die Lösung, muss ich dich leider enttäuschen. Ich habe es noch nicht geschafft diese innere Stimme auszuschalten. )

    Auf das Alter übrigens kannst du es nicht schieben. Ich kenne (und du wahrscheinlich auch) uralte Professoren und Senioren die in ihrer Rente aus Interesse studieren. Und die schaffen es auch.
    Da ich immer einen Wechsel habe zwischen 1 Jahr arbeiten und dann von dem gesparten Geld studieren, kann ich dir sagen es ist die Gewohnheit. Wenn ich "wieder" mein Studium aufnehme läuft das immer erst langsam an. Unser Gehirn funktioniert da wie ein Muskel, bei dir sicher auch. Die ersten Wochen kann ich mich vielleicht 2 mal am Tag für eine halbe Stunde konzentrieren. Bin ich wieder drin (meist so nach einem Monat) kann ich auch 8 Stunden lernen.

    Ich hoffe wir können uns weiter austauschen.

  4. #13
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    Standard AW: Studienversagerin - ich schäme mich

    hallo...
    vielen dank für deine nachricht. du hast viele dinge richtig erkannt, zb dass ich mich ungerecht behandelt fühle. aber das soll hier nicht das thema sein, da könnte ich einen extra thread erstellen
    Geändert von annika1234 (11.10.2019 um 22:57 Uhr)

  5. #14
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    Standard AW: Studienversagerin - ich schäme mich

    Zitat Zitat von gigi2 Beitrag anzeigen
    Ich finde es gut, wenn du dein Studium, oder falls das nicht klappt , einen anderen Beruf ergreifst um unabhängig vom Partner zu sein.
    Ein Kind, ein großes Haus und "nebenbei" noch ein anspruchsvolles Studium ist in meinen Augen zu hart.
    Da müsste dein Partner dich mehr unterstützen.


    Eine Ehe ist keine Garantie auf lebenslange materielle Versorgung.
    Ich habe immer für mein Auskommen selbst gesorgt, trotz meiner chronischen Krankheit. Diese Unabhängigkeit hat meinem Selbstwertgefühl, meinem Ego unheimlich gut getan. Ich möchte das nicht missen.
    Hausfrau und Mutter hätten mich auf Dauer depri gemacht, Ich brauchte den beruflichen Erfolg.
    Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

    Eine Frau mit 40 hat noch fast 30 Berufsjahre vor sich. Ich kenne viele Unternehmer, die bevorzugen genau diese Altersgruppe. Die Kinderplanung ist abgeschlossen. in dem Alter zieht man normalerweise nachts nicht mehr um die Blöcke, weiß man was man will und hat keine Flausen mehr im Kopf. Ein idealer Arbeitnehmer - von daher würde ich mir gar keine Sorgen machen.

    Ich bin mit 44 Jahren durch meinen damaligen Lebensgefährten beruflich sehr erfolgreich in ein total anderes Umfeld gewechselt.
    Warum sollte dir das nicht auch gelingen?
    Wichtig ist doch, dass der Job Spaß macht, man ihn gerne macht, dann empfindet man Arbeit nicht als Arbeit sondern als Bereicherung.

    Mach dir nicht so viele Gedanken, was andere von dir denken könnten.

    Überlege in Ruhe was du beruflich wirklich machen könntest, was du mit deinen Möglichkeiten auch tatsächlich realisieren kannst. Wunschträume, die nicht zu bewerkstelligen sind bringen dich nicht weiter.
    Wenn du dir Klarheit verschafft hast, dann pack es an und zieh es durch.
    Hinterhergeflogen kommt dir nichts - du musst es wollen und dann konsequent durchziehen.
    Viel Erfolg
    huhu...
    auch dir dankeschön für deine antwort

  6. #15
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    Standard AW: Studienversagerin - ich schäme mich

    Zitat Zitat von Zebaothling Beitrag anzeigen
    Wenn Du die Lage mal genau sondierst, x -Stunden arbeiten gehen, Müll rausbringen+handwerkl.Tätigkeiten, dann hört sich das für mich erstmal so an , wie das was der eine Nachbar hier grade macht, der kommt brav von der Arbeit , baut das Haus um und geht dann abends noch ne Runde mit dem Hund, die Frau holt das Kind von der Schule, geht aber auch nicht arbeiten, weil er verdient ja das Geld.

    Auf der anderen Seite hört es sich so an, als wärest Du überlastet oder hättest das Gefühl überlastet zu sein und ungerecht behandelt, es hört sich so an , als widerstrebte das vorhande Arbeitspotential Deinem Gerechtigkeitssinn.

    Aber diese Verteilung der Dinge die anfallen und gemacht werden müssen, sind ja zeitlich durch Faktoren gebunden, die Ihr beide bewältigen müsst, andererseits hat man mit nem 8 jährigen weniger Arbeit, als mit nem Baby , um das man sich 24h am Tag mehr oder weniger sorgt, doch je älter die Kinder werden, desto größer werden u.U. auch die Aufgaben der Eltern, denn die wachsen einfach mit.

    Wie sagt man so schön kleines Familienunternehmen na und was macht der Chef im kleinen Familienunternehmen, wenn er ein guter Chef ist ? Er bürdet sich selbst mehr Arbeit auf....genauso wie Du - denke ich - klar Du könntest auch ins XYZ gehen zum Tratsch und was Frauen alles so machen....das also alles an Dir hängenbleibt sozusagen, an wem liegt es das abzuändern?

    Wenn aber Dein Selbstwertgefühl dadurch an Kraft gewinnt, das Du das Ding Kindererziehung Haus Hof etc. gut auf die Reihe bekommst, dann liegt die Wechselwirkung klar vor Augen ....

    der studienrende Teil in Dir will endlich fertigwerden, schämt sich für das eine Handeln , was als Versagen empfunden wird etc. Der Plan war gefasst, aber es mangelte an Konsequenz ....oder es kamen Mann und Kind und Haus dazwischen wie auch immer, da ist das Selbstwertgefühl unten.

    Die Familenunternehmenschefin Mutter, Arbeitskraft, Managerin, Fahrdienst, Köchin, Gärtnerin etc....oder der Teil in Dir , der gleicht das Manko irgendwo wieder aus, da Du das geregelt und gehandelt bekommst, wertest Du Dich auf.

    Nun Huhn oder Ei was gabs zuerst...sorgt die Aufwertung auf häuslicher Basis dazu, das die Konsequenz ausbleibt, weil die Abwertung auf studierender Seite, deshalb nicht tief genug geht ?

    War die Familienunternehmensherausforderung willkommene Ausrede zum Auffschieben, weil klar,

    es geht Kind vor Karriere - oder nicht ?

    Der beste Rat an Dich, nimm Dir ein weißes Blatt Papier und auf das Blatt schreibst Du alle Dinge, die Du Dir wünschst, die irgendwo real sind , also nicht den Lottogewinn, sondern sowas wie mehr Verständnis und Kindererziehungsbteiligung durch Deinen Mann oder sowas oder fertigstudieren etc. was für Dich etwas ist , was wirklich zu dem gehört was Du ehrölich möchstest aber noch nicht hast oder erreicht hast....

    Dann nimmst Du Dir noch ein weißes Blatt das erste legst Du weg und Du läßt Dir mal ne Stunde Zeit , machst was anderes.
    Dann schreibst Du auf das zweite Blatt was Du wirklich hast.Also nicht was Du Dir wünschst, sondern den Alltag den Du praktisch lebst.

    Und klar auf dem einen Blatt steht nun fertigstudieren, auf dem anderen noch nicht fertigstudiert.

    Aber was steht bei Deinen gefühlen, die Antwort ist im grunde nur wichtig für Dich selbst , weil je sinnvoller Du das gliederst, was Du auf die Blätter schreibst und je konsequenter und ernsthafter Du das tust, desto klarer wird Dir die Wegführung, die notwendig ist, um die Dinge unter einen Hut zu bringen, weil bei dem absolut zufriedenen Menschen,
    steht auf dem Wunschblatt : Nichts

    Auf dem Haben Blatt : Alles

    mal ganz vereinfacht dargestellt...und wenn Du nun hingehst und Dir klar ist , da soll mich mein Weg hinführen, weil das ist für mich das Ziel, dann kannst Du Dein Selbstwertgefühl dadurch stärken, das Du dieses Ziel erreichst.

    Dann ist das nicht mehr abhängig von der Wechselwirkung, sondern orientiert sich an der Zielerreichung.

    Nun mal zum Beruf Rechtsanwalt von mir aus mit 40 also mit 40 fertig Null Berufserfahrung, aber eben schon 40 und damit so lebenserfahren wie ein 40 jähriger.

    Na und da gegenüber 26 Null Berufserfahrung und genauso lebenserfahren, wie ein 26 jähriger....

    was sagste den beiden in der Bewerbungsgesprächsrunde - Sie haben Null Beruserfahrung.......

    was sagste einem der 40 ist und schon 15 Jahre Berufserfahhrung hat ? " Sie sind schon 40 - hmmm"

    Laß Dir davon mal nicht den Kopf vernebeln, sondern denke real, jder der 40 ist , weiß doch, was es für Mühe kostet und wieviel Konsequenz notwendig ist, um so ein Studium neben Haus und Familie abzuschließen.

    Na und wenn ein Chef jetzt nicht strunzenblöd ist, dann arbeitet der Dich ein und nach 5 Jahren bist Du ein Top Anwalt in Deinem Bereich und wer weiß, wo Dich der Weg dann hinführt ?

    Also da sind die Karten doch noch nicht gemischt.....von daher, mach Dir Gedanken über die Eier die da sind und über die die Du haben willst, um sie auszubrüten, aber mach Dir keine Gedanken um Eier, die noch nicht mal gelegt sind.

    Wenn Du also die zwei Blätter dann nebeneinander legst, nachdem Du das zweite fertig hast könnte es sein, das Du so ne Erfahrung machst wie , wie konnte ich das denn nur auf dem Blatt vergessen.....oder wieder was streichst....da sind die Pferde mit mir durchgegangen....aber letztendlich hast Du eine klare Sicht auf das , was Dir wichtig ist , damit hast Du im Grunde auch ein klares Ziel.
    huhu..
    ich hatte gerade einen längeren text bzgl deiner antwort geschrieben, aber ich scheine irgendwas falsch gemacht zu haben, jedenfalls ist nun leider alles weg...

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