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Thema: Ich kann nicht mehr (Ängste, Verzweiflung)

  1. #1
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    Standard Ich kann nicht mehr (Ängste, Verzweiflung)

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich heute auf hilferuf.de registriert, in der Hoffnung, dass ich hier Hilfe und Ratschläge bekomme zu meinem derzeitigen Problem.
    Kurz zu mir: mein Name ist Miriam, ich bin 24 Jahre, Studentin und wohne zur Zeit alleine.

    Zu meinem Problem: Ich habe seit einiger Zeit große Verlustängste, genauer gesagt habe ich große Angst davor, meine Eltern zu verlieren (dass sie einen Unfall haben, eine schlimme Erkrankung, dass sie auf irgendeine Art und Weise sterben). Das hat angefangen im Frühling dieses Jahr, als meine Oma gestorben ist, und am selben Tag eine Freundin meiner Eltern tragisch verunglückt ist. (Zumindest denke ich, dass meine Angst daher kommt.)
    Ich weiß, die Angst nahestehende Menschen zu verlieren ist natürlich normal, das hatte ich auch schon immer, aber die letzten Wochen hat es sich so schlimm entwickelt, dass ich mittlerweile den ganzen Tag darüber nachdenke, abends lange wach liege und kaum noch schlafen kann, weil ich mich so reinsteigere, und überall Anzeichen sehe (habe neulich z.B. die Weihnachtsdeko meiner Eltern gesehen und plötzlich hatte ich den Gedanken oder das seltsame Gefühl "Wir werden dieses Jahr bestimmt nicht mehr alle zusammen Weihnachten feiern".). Ständig denke ich, dass mir dieses Jahr noch etwas Schreckliches passieren wird. Wenn meine Eltern nicht sterben, dann wahrscheinlich ich.
    Was ist bloß los mit mir??
    Letztes Wochenende sind meine Eltern in den Urlaub geflogen und ich bin zuhause gesessen und habe so sehr geweint, weil ich überzeugt davon war, dass das Flugzeug abstürzt und ich sie nie wieder sehen werde. Nächste Woche fliegen sie zurück und ich habe jetzt schon so große Angst vor diesem Tag, ich habe dauernd das Gefühl, dass ihnen etwas passiert, ich kann meine Gedanken nicht mehr abstellen, es ist einfach nur furchtbar.

    Bitte helft mir. Ist das normal? Wie kann ich mich von dieser Angst lösen? Oder übertreibe ich? Ich kann das so einfach nicht mehr, ich will meine Eltern nicht verlieren, meine Welt würde zusammenbrechen und das meine ich ernst. Meine Eltern sind alles für mich.
    Habe sogar ernsthaft schon überlegt, mich mit Alkohol zu "betäuben", sodass ich einfach nicht mehr daran denke, aber ich weiß, dass das absolut keine Lösung ist.

    Und entschuldigt den langen Text. Ich hoffe, ich bekomme die eine oder andere Antwort.
    Danke schon mal im Voraus.

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  3. #2
    Registriert Avatar von trigital
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    Standard AW: Ich kann nicht mehr (Ängste, Verzweiflung)

    Hallo W.,

    mir fallen viele wichtige Begebenheiten in meinem Leben ein, die mit diesem Problem zu tun haben. Sei es von meiner eigenen Seite aus oder von anderen Menschen. Deshalb kann ich dir sagen, dass dieses Problem ein Menschliches ist. Die Schwierigkeit dabei ist glaube ich, dass man sich einerseits nicht reinsteigert und andererseits sich an seinen eigenen Erfahrungen versucht zu orientieren.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass die jetzige Zeit sehr hart ist. Aber der eine Flug ist ja schon mal gut gegangen und wenn Weihnachten vorbei ist, wie wirst du dich dann fühlen? Gerade wenn das neue Jahr vor der Tür steht?
    Das Vorstellungsvermögen ist eben nicht nur wunderschön. Aber das kann es sein.
    Und ich glaube, dass du dieses Problem hast, damit du merkst, dass es das gibt. Und ich glaube, dass es ein natürlich menschliches Verlangen ist seine mentale Wahrnehmung ernst zu nehmen.
    Deshalb finde ich es auch falsch sich das Problem runter zu spielen.
    Ich finde es imens wichtig sich dem eigenen Gefühl zu stellen und zu spüren, wozu es in der Lage ist. Weil man dann versteht worum es im Leben geht. Und dann kann man vielleicht auch die schönen Dinge im Kopf besser genießen.
    Mein Tip ist es durch zu stehen und genau zu schauen, wie es so ist ein geistiges Wesen zu sein mit allen Stärken und Schwächen. Ich denke du lebst sonst ein relativ normales Leben. Und dann bekommt man vielleicht einfach zu erst die Probleme zu spüren. Du kannst nun versuchen es zu verdrängen und deine mentale Kraft dazu verwenden dieses Leben aufrecht zu erhalten und zu versuchen, dass sich das Leben nicht ändert.
    Aber meine Vermutung ist, dass das Leben stärker ist als du und es sich verändern wird. Und ich weiß, wie schwierig es im Kopf ist sich drauf einzulassen. Aber du wirst deine Erfahrungen mit deiner Angst machen und wenn du dich gut genug damit beschäftigst, dann wird sie dich entwickeln. Je nach dem, wie du hinschaust. Man brauch vielleicht Respekt, aber man darf sich auch nicht von ihr paralysieren lassen.
    Wie dem auch sei. Ich denke es ist eine wichtige Erfahrung im Leben eines Menschen. Manche bleiben davor verschont. Andere finden keinen guten Weg.
    Versuch einen guten Weg zu finden. Spiel das Problem nicht herunter. Verfall nicht der Angst. Bleib irgendwo auch realistisch, weil es hätte ja schon die ganze Zeit etwas passieren können. Und am Ende weiß man nie. Vielleicht ist es auch eine Art Vorahnung. Aber das weiß man immer erst hinterher. Aber ich denke du hattest bisher keine großen Vorahnungen. Warum sollst du plötzlich eine haben? Aber vielleicht kann sich soetwas entwickeln?
    Ich kenne eure Zukunft auch nicht. Und ich denke das einzige, was dich wirklich beruhigen könnte ist, wenn du mit Sicherheit wissen würdest, dass nichts passieren wird. Und das ist etwas, was man nicht haben kann.
    Es kann immer etwas passieren. Und trotzdem steigt man jeden morgen ins Auto und macht sich dabei keine Gedanken. Nicht mal über das CO2 das man jeden Tag in die Luft bläst und die Natur, durch die man dabei fährt. Es gibt so vieles von unserer Welt für das die Menschen kein Verständnis haben. Aber sie sind die Größten.
    Egal. Ich verfalle meinen Gedanken...
    Ich denke du stehst an einem mentalen wichtigen Punkt. Es ist nur ein Anfang. Und der Anfang ist, wie bekannt sehr schwer. Und wie schwer das fühlst du wohl gerade. Aber sei dir gewiss, dass auf diesem Weg noch viele ebenso schwere Dinge auf dich warten werden. Du wirst diese eine Sache ganz gewiss durchstehen. Aber wenn dein Geist stark ist, dann wird er dich nicht in Ruhe lassen und dich vor die nächsten Probleme stellen, die eben so schwer ist. Und das ist keine Böswilligkeit. Das ist einfach nur, weil das Leben so ist.
    Der Geist kann nichts dafür, dass es diese Schwierigkeiten gibt. Glaube ich zu mindest, aber ich kann auch nicht immer dran glauben.
    Ich wünsch dir jedenfalls, dass du die wichtigen Dinge dabei erkennst bzw. es ist oft einfach nur wichtig die Dinge zu erleben. Das Verständnis kommt meiner Erfahrung nach erst, wenn man mehrere Dinge dieser Art durchlebt hat und vergleichen kann.
    Ich glaube dein Leben birgt noch mehr solcher Erfahrungen. Du bist nunmal ein Mensch dem Dinge im Leben wirklich wichtig sind. Und das ist nur der Anfang von dem, warum diese Dinge wichtig sind. Deine Probleme geben dir die Möglichkeit verstehen zu können, worum es im Leben auch geht.
    Ich wünsche dir, dass du irgendwann besser verstehst genießen zu können, dass du was zu verlieren hast.
    lg
    Verwirkliche deine guten Absichten in deinem Leben. Dann hast schon mal du selbst auf jeden Fall etwas davon!
    Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. (Immanuel Kant; muß ich mir auch immer wieder sagen...)
    Man kann Probleme auf viele Arten lösen. Kann es doch erst nur dann wirklich gelöst sein, wenn es verstanden wurde.
    Was willst du mir erzählen?
    Ich hoffe etwas, was ich noch nicht weiß!
    Sei nicht Opfer deiner selbst!

  4. #3
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    Standard AW: Ich kann nicht mehr (Ängste, Verzweiflung)

    Hallo Winter-Rose

    An deiner Stelle würde ich mich an eine Kirche in deiner Nähe wenden. Die bieten normalerweise Seelsorge an. Ich denke, das würde dir guttun.

    Liebe Grüsse und alles Gute dir

  5. #4
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    Standard AW: Ich kann nicht mehr (Ängste, Verzweiflung)

    Sowas ähnliches habe ich auch durchlebt, DU hast Angst alleine zu sein, dein Leben nicht Meistern zu können.
    Diese Angst hilft dir aber nicht.

    Mein Tipp lebe jeden Tag ohne groß auf lange Zeit zuplanen, sonst machst du dich nur verrückt.
    Versuche mehr der schönen Dinge in deinem Leben, mehr Bedeutung zu geben.

    Hab das mal versucht in Worte zu fassen:


    Du denkst an nichts,
    doch plötzlich sind sie da.

    Tief in Dir
    waren sie verkrochen.

    Du willst sie nicht,
    hast Angst vor ihnen,
    und sie sind ausgebrochen.

    Sie kommen über Dich,
    nagen an Dir.

    Deine Haut, brennt,
    du zitterst.

    Doch sie,
    sind Unbarmherzlich,
    brutal,
    gemein.

    Sie lassen Dich nicht schlafen.

    Wo,
    wo bist du Gott,
    oh hilf mir doch.

    Sie fressen Dich,
    Dein Magen verkrampft,
    deine Kehle wird eng.

    Du kämpfst gegen sie an,
    doch Du wirst verlieren.

    Kannst Schreien,
    weinen,
    flehen.

    Du hast sie nicht gebeten
    und sie werden nicht gehen.

    Denn das bist DU,
    Du musst dich verstehen.

    Sie sind in Dir.

    Deine Gedanken...


  6. #5
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    Standard AW: Ich kann nicht mehr (Ängste, Verzweiflung)

    Vielleicht würde es helfen, sich nochmal selbst wirklich ganz, ganz, ganz klar zu machen, wie selten es vorkommt, dass Menschen vor dem 60. oder 70. Lebensjahr sterben, indem du dich über entsprechende Statistiken informierst? Ich weiß, das ist ein geringer Trost aber es beruhigt dich eventuell zumindest ein kleines Bisschen.

    Nichtsdestotrotz kann natürlich niemand leugnen, dass es immer passieren kann. Jedem. Und zu jeder Zeit. An der Vergänglichkeit des Lebens kann der Mensch nichts ändern und so bleibt, denke ich, nur es zu akzeptieren. Deshalb mag ich die Philosophie, Alles positive im Leben als Geschenk anzusehen und nicht als eine Selbstverständlichkeit. Von daher ist es meiner Ansicht nach das sinnvollste aus jedem Tag das beste zu machen, um am Ende nichts zu bereuen.
    Wenn du deinen Eltern also schon immer einmal sagen wolltest, wie viel sie dir bedeuten und was du für sie empfindest oder wie dankbar du bist für etwas, das sie für dich getan haben oder welche Aktion du ihnen bis heute nicht verzeihen konntest oder welche Eigenarten dich an ihnen nerven oder was du unbedingt schon immer mal mit ihnen unternehmen wolltest oder sie einfach nur mal in den Arm nehmen willst - jetzt ist der richtige Moment.
    Ich denke du machst gerade genau die Emotionen durch, die andere Menschen für gewöhnlich dann haben, wenn es bereits passiert ist, dass sie eine nahestehende Person verloren haben. Versuch, es nicht als Bürde anzusehen, sondern als Chance, sich rechtzeitig klar zu machen, was und wer einem im Leben wirklich wichtig ist und zu tun, was andere Menschen versäumen und lange Zeit bereuen.

    Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan aber ansonsten würde es dir sicherlich auch helfen eine feste Bindung zu einer (oder mehreren) weiteren Bezugsperson aufzubauen, sei es ein Beziehungspartner, ein/e beste/r Freund/in oder ein Verwandter. Das könnte deine Angst lindern, komplett einsam und verloren auf der Welt zu sein, wenn deine Eltern mal nicht mehr da sind.

    Ich hoffe, das bringt dich irgendwie weiter

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