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Thema: Angst, Depressionen vor Studium, Sinneskrise

  1. #1
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    Standard Angst, Depressionen vor Studium, Sinneskrise

    Hallo zusammen,
    ich nehme mal meinen Mut zusammen und schreibe über meine Situation. Ich bin 21 Jahre alt und habe vor 2 Jahren mein Fachabi gemacht. Jetzt habe ich mich für ein Studium beworben und wurde angenommen. Doch das stellt ein großes Problem für mich dar. Es ist so eine herausfordernde Zeit in meinem Leben, die all meine Ängste und Probleme an die Oberfläche bringt. Kurz einmal etwas über mich:
    Schon seit ich mich erinnern kann, hatte ich Probleme mit Mobbing und Ausgrenzung. Im Kindergarten war ich nur die zweite Wahl, die anderen Kinder wollten nur mit mir spielen, wenn ihre Freunde/Freundinnen nicht da waren. In der Grundschule ging das dann so weiter, zusätzlich wurde ich wegen meiner für die anderen Kinder zu dicken Figur gehänselt und meine "beste" Freundin tauschte mich plötzlich durch ein anderes Mädchen aus. Das war am Ende der 4.Klasse , danach hat sie den Kontakt zu mir abgebrochen. Das Ganze hat mir sehr zugesetzt, ich trauerte der Freundschaft lange hinterher. Und ich kann zu 100% sagen, dass ich danach nie wieder einen Menschen so nah freundschaftlich an mich herangelassen habe. Und das bis Heute. Ich habe das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Außerdem fühle ich mich , als würde niemand mein wahres Ich sehen. Denn ich fühle mich einfach unsichtbar und weniger Wert als andere. Das wurde dann verstärkt, als ich aufs Gymnasium kam und nicht mit dem Stoff zurechtkam. Ich hatte bei meinen Mitschülern und Lehrern den Ruf, einfach zu dumm und schüchtern zu sein. Dieses Bild hat sich festgebrannt. Ich wurde von vielen so behandelt, als wäre ich unsichtbar. Und als hätte ich das verdient. Wenn jemand mit mir sprechen musste, tat er oder sie das genervt oder angeekelt. Dabei war an mir nichts schlimmes, ich denke einfach es wurden sehr viele falsche Dinge über mich erzählt.
    Das alles hat Spuren hinterlassen. Aber egal wie schlecht ich behandelt wurde , ich konnte immer noch sehr glückliche Momente erleben. Ich habe dann einfach das Schlechte weggeschoben und hatte sehr viel Spaß zb. mit Freunden, auf Festen, im Urlaub usw.
    Als die Schule dann endlich fertig war, brach mein Damm zusammen. Ich bin morgens aufgewacht und wollte nicht mehr aufstehen. Doch der Gedanke , liegen zu bleiben, zeriss mich genau so wie der, aufzustehen. Ich ging nicht mehr raus, entwickelte soziale Ängste. Ich fühlte keine Tauer mehr, aber auch keine Freude. Die Dinge, die mir einst sehr viel Spaß gemacht haben, die mein Leben waren, konnten plötzlich nichts mehr in mir auslösen. Das ist auch bis heute so. Bei mir wurde dann eine leichte soziale Phobie und eine mittelschwere Depression diagnostiziert. Ich begann eine Therapie, doch nach einigen Terminen musste ich feststellen, dass meine Therapeutin meine Probleme nicht wirklich ernstnahm, á la "andere Leute haben es schlimmer, du musst nur Dinge ausprobieren, die dir Angst machen". Außerdem dachte ich, ich bekomme meine Probleme selbst in den Griff. Deshalb brach ich die Therapie ab.
    Zu der sozialen Angst gesellt sich auch noch eine große Verlustangst. Ich habe schon als Kind zwei nahe Verwandte verloren und damit gemerkt, wie schrecklich das Leben sein kann. Seitdem denke ich, dass ich niemals glücklich werden kann. Wie soll ich denn glücklich sein, wenn jeden Moment etwas Schreckliches mit den Menschen passieren kann, die ich liebe ? Wie kannn ich das Leben genießen, wenn so viele Menschen sehr viel Leid tragen müssen?

    Nun steht ab Oktober ein neuer Lebensabschnitt an und wie gesagt, er triggert so viele Wunden von mir. Ich habe mich für einen Studiengang beworben und wurde bei meiner Wunschuni abgelehnt. Das tat schon weh. Jetzt habe ich einen alternativen Studiengang gewählt und werde ihn studieren. Doch er ist nicht das was ich tun will . Ich war schon immer kreativ, weshalb ich so gerne einen kreativen/ künstlerischen Beruf ergreifen würde. Das würde mein Herz höher schlagen lassen. Aber wie das mit diesen Berufen so ist, ist das kein "geregelter, sicherer" Berufsweg und das macht mir zu schaffen . Ich habe Angst nicht gut genug darin zu sein um damit Geld verdienen zu können. Dabei würde ich das so gerne studieren. Naja aber jetzt stehe ich mit einem Studium da, das mich zwar interessiert, aber nicht mein Herz höher schlagen lässt. Das ist Problem Nr. 1. Nr2 ist ,dass ich wegen meinen Verlustängsten sehr große Angst habe, weg von meinen Eltern zu ziehen. Wie das Schicksal es aber will, ist meine zukünftige Universität mehrere Stunden von Zuhause entfernt. Das hat mir schon Anfang des Monats, als ich mir die Stadt u. Uni von Nahem angesehen habe, gemerkt. Ich will da einfach nur weg. Ich habe große Angst, dass in meiner Abwesenheit meinen Angehörigen etwas passiert. Meine Gedanken werden immmer negativer und dunkler, meine Ängste größer und es macht sich wieder eine Sinnlosigkeit in meinem Kopf bemerkbar. Warum habe ich mich 13 Jahre durch eine Horrorschullaufbahn geschleppt, wenn ich danach trotzdem nicht das machen kann, was ich gerne tun würde ? Ich habe Angst vor den Leuten an der Uni, Studenten und Professoren. Ich werde wieder eine Therapie anfangen. Doch ich möchte euch einfach um Rat bitten. Wie überstehe ich die erste Zeit des Studiums mit diesen starken Ängsten ? Wie gehe ich damit um, dass diese Welt den Menschen so viel Leid zufügt ? Wie gehe ich damit um,dass diese Ängste in den letzten Jahren vieles verhindert haben, was mir Freude gemacht hätte ? Dass viele Leute gernervt/ enttäuscht waren, weil ich nie etwas durchgezogen habe, was ich mir vorgenommen habe ?
    Ich weiß gar nicht, wie ich in dieser misslichen lage eine kluge berufliche Entscheidung treffen soll. Danke schon einmal für eure Antworten.

    Was ich aber noch dazusagen möchte: Vieles klingt jetzt schimmer als es vielleicht in der Realität ist. Es gab definitiv Zeiten in meinem Leben, in denen es mir viel schlechter ging. Und ich habe schon viel gelernt, weshalb ich besser mit meinen Problemen umgehen kann. Doch bei vielen Dingen sehe ich den Horizont nicht mehr und möchte nichts Sehnlicheres mehr, als ein Leben zu leben, das mich glücklich macht. Es müssen sich Dinge ändern, damit ich wieder Hoffnung darauf bekomme. Ich brauche ein Licht am Ende des Tunnels. Danke .

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  3. #2
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    Standard AW: Angst, Depressionen vor Studium, Sinneskrise

    Guten Morgen, dein Beitrag hat mich sehr berührt, weil ich mich in vielem davon ziemlich gut wiedererkennen kann. Es gibt einige Dinge die du erzählst die jedem von uns passsieren, immer. Eines davon ist der "Verrat" unseres besten Freundes oder unserer besten Freundin. Sie wendet sich von uns ab, zieht jemand anderen vor. Diese Verletzung trifft jeden von uns, früher oder später. Und Menschen die wir lieben gehen fort oder sterben. Ich helfe mir bei dem letzten so dass ich daran denke wie schön die Zeit mit ihnen war, und dass die Liebe ja noch da ist die wir zueinander hatten. Und manchmal spreche ich sogar mit ihnen noch, so ganz für mich. Und wer kann sagen ob sie es nicht doch hören können? Du bist in deinem Leben sehr schlecht und unfair behandelt worden. Das ist nicht deine Schuld sondern die der Idioten die das gemacht haben, die deine Schönheit und Tiefe, die in diesem Beitrag sehr gut zu sehen ist, nicht sehen konnten, die sich keine Mühe gaben tiefer zu blicken. Es ist kein Wunder dass du Angst hast jetzt, wo du ziemlich allein in eine andere Stadt gehst, wo du nicht weißt was dich erwartet. Ich denke aber dass du dort nicht gefangen bist...die Stadt und die Menschen dort sind zunächst einmal - nichts - sie sind neutral. Du wirst gute und schlechte Erfahrungen machen können, welche das sind weißt du noch nicht. Und wenn es nichts für dich ist dort, nach einiger Zeit, und dir auch dein Studiengang nicht wirklich zusagt, dann spricht nichts dagegen zurückzugehen oder etwas anderes zu beginnen, was du wirklich möchtest. Das würde ich dir sowieso raten, dein echtes Studienziel weiter zu verfolgen, ggf. zu wechseln. Du bist, auch wenn du es nicht so empfindest, vollkommen frei in deinen Entscheidungen. Dass du dir Sicherheit und Geborgenheit wünscht ist sehr verständlich. Aber es lässt sich weder alles vorhersehen noch alles regeln. Menschen sterben, ob du bei ihnen bist oder nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr, sehr gering, trotz deinen gegenteiligen Erfahrungen. Und noch etwas rate ich dir; ich habe deine Begeisterung gespürt als du von deiner Kreativität erzählst hast. Und ich kann dir versichern dass wenn du etwas machst was dir wirklich liegt und woran du Freude hast du ziemlich sicher nicht scheitern wirst. Versuche die Sache mit dem späteren Geldverdienen mal zurückzustellen; wenn du beruflich etwas machst was du liebst wird sich auch das regeln. Und zu guter letzt glaube ich dass dein Theapeut und deine Therapieform absolut falsch gewählt waren, und daran bist du ebenfalls unschuldig. Du hattest mal wieder Pech. Ich rate dir trotzdem zu einem weiteren Versuch, und außerdem - wenn die Ängste zu stark werden -zu einem Besuch bei deinem Hausarzt. Es gibt Medikamente wie Escitalopram, die diese Dinge wirksam bekämpfen können und die dich in die Lage versetzen besser damit umzugehen. Und trotzdem bleibst du du selber. Wenn du mehr über die Wirkungsweise wissen willst schreib mir. Und wenn du dich dafür entscheiden solltest mach das rechtzeitig, solange du in einer sicheren und geschützen Umgebung bist - die ersten Wochen sind etwas schwierig. Ich finde deinen Mut bewundernswert, dass du trotz allem in die neue Stadt gehen willst und es versuchen möchtest dort. Ich finde es wichtig dass dir das auch bewusst ist - du bist mutig! Und wie gesagt, wenn alle Stricke reißen geh zurück - das wäre kein Scheitern, das wäre nur eine Entscheidung die du aus guten Gründen für dich selbst getroffen hast. Liebe Grüße Frosch

  4. #3
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    Standard AW: Angst, Depressionen vor Studium, Sinneskrise

    Vielen lieben Dank für deine Antwort. Es tut sehr gut die Sichtweise von jemanden zu hören, der die eigenen Ängste / Probleme versteht. Auch, dass es nicht meine Schuld ist, dass mich andere Menschen schlecht behandelt haben und dass ich nicht damit alleine bin . Denn das denke ich ganz oft, ich gebe mir die Schuld für vieles und mache meine Probleme klein. " In meinem Leben ist doch noch gar nicht so viel schlimmes passiert, wieso stelle ich mich dann so an ? Anderen Menschen geht es viel schlechter als mir, also sollte ich mich nicht so haben!" denke ich oft. Dass meine Gefühle trotzdem sehr oft in der Vergangenheit verletzt wurden, daran denke ich dann nicht . Dass, was du über die Verstorbenen geschrieben hast und wie du damit umgehst, bewundere ich. Wir wissen wirklich nicht ob sie vielleicht doch noch unsere Worte erhören können. Ich erzähle ihnen auch manchmal von meinen Sorgen, das tut gut. Doch wenn ich an sie denke wird mir wieder schlagartig klar, dass mein Leben nach ihrem Tod nie wieder so schön war , wie vorher. Sollte ich also wieder einen Menschen verlieren, habe ich Angst, dass mein Leben wieder sinnloser und grauer wird. Daher auch die großen Verlustängste. Das Studium ist nicht genau das, was ich mir beruflich vorstelle. Wahrscheinlich komme ich deshalb nicht mit der überwältigenden Situation klar. Denn wenn ich meinen Traum verwirklichen würde, würde ich dafür kämpfen. Das würde mir auch mit meinen Ängsten und Depressionen weiterhelfen, glaube ich zumindest. Du hast Recht, mich begeistert die Kunst sehr. Wenn ich mir Künstler vorstelle, sehe ich eine berufliche Zukunft vor mir, in der ich sehr glücklich bin und die sehr aufregend ist. Das was du über das Geld verdienen schreibst, dass ich, wenn ich gut in etwas bin, auch Arbeit finden werde. Diese Ansicht finde ich sehr schön und wenn ich das lese, glaube ich dir. Die Angst, irgendwann aber ein schlechtes Leben zu führen, weil das Geld nicht reicht, stößt mich jedoch wieder von diesem Gedanken weg. Obwohl ich mir sicher bin, dass du damit Recht hast. Ich hoffe ich werde doch noch eine Therapie machen können, die mir mit meinen Ängsten hilft. Denn dann könnte ich mich wirklich für das entscheiden, was ich wirklich im Leben machen möchte. Ich glaube auch, dass das damals die falsche Therapieform für mich war. Ich werde es auf jeden Fall noch einmal versuchen. Vor Medikamenten habe ich Respekt, ich habe Angst, abhängig zu werden. Ist diese Angst begründet ?
    Vielen Vielen Dank für deine Hilfe. Es hat mich etwas beruhigt und das Chaos in meinem Kopf reduziert.

    Liebe Grüße!

  5. #4
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    Standard AW: Angst, Depressionen vor Studium, Sinneskrise

    Guten Morgen, es freut mich sehr dass meine Gedanken etwas helfen konnten. Es ist wirklich so, ich erkenne mich in so vielem selbst wieder. Wenn du sagst "In meinem Leben ist doch nicht so viel schlimmes passiert....", das denke ich auch oft. Aber tatsächlich stimmt das irgendwie nicht. Ich denke es gibt keinen Vergleich zwischen Verletzungen, weil jeder Mensch anders ist. Aus meiner Sicht wurdest du wirklich sehr stark verletzt, und das hat etwas mit dir gemacht. Dennoch bist du hier, kannst dich öffnen, vertraust darauf dass gut und freundlich mit dir umgegangen wird, ich hoffe so sehr zu Recht. Du bist in vielem viel weiter als ich selbst, glaube ich. Was denkst du, können nicht auch neue Menschen in dein Leben kommen? Es bereichern, so dass es nicht grauer und sinnloser wird wenn jemand anderes geht? Ich würde es dir sehr wünschen, zumal ich in dir so vieles positives sehe, was das Leben anderer bereichern könnte. Deine Offenheit, Freundlichkeit, deine tiefen Gefühle, die du sogar hier mitteilen kannst, das wäre doch ein großer Gewinn für andere, oder nicht? Ja, die Kunst, du hast Recht, es ist nicht einfach dort Fuß zu fassen. Aber es gibt so viele Wege, so viele Bereiche in denen man kreativ sein kann. Tatsächlich habe ich gelernt dass es wichtiger ist etwas mit dem Herzen zu machen, auch beruflich, als auf der sicheren Seite zu bleiben und vielleicht mehr Geld zu verdienen. Es tut gut, es ist erfüllend, und das strahlt aus in viele andere Bereiche deines Lebens, und die Menschen merken das wenn jemand so handelt.
    Was Citalopram oder Escitalopram betrifft ist deine Angst abhängig zu werden unbegründet. Man muss das Zeugs zwar langsam absetzen, aber es macht nicht abhängig. Ich habe es mal nach einem richtigen Zusammenbruch genommen, und es hat sich so angefühlt: In den ersten 2 Wochen hatte ich körperliche Symptome wie dass mir warm und kalt wurde. Die verschwanden aber danach. Soweit ich weiß sind beide Medis Antidepressiva, die sehr gut helfen, auch gegen Ängste. Was vorher ausssah wie ein unüberwindlicher Berg war nach einigen Wochen für mich dann das was es real war...ein vielleicht großes, aber eben lösbares Problem. Ich konnte anschließend normaler damit umgehen. Es war dann auch nicht mehr so dass mich jeder Angriff, jedes falsche Wort in eine Krise stürzte; ich konnte besser damit umgehen. Ich nehme es als Dauermedikation seit über 5 Jahren, weil meine Erkrankung ("endogene Depression") damit gut unter Kontrolle gebracht ist. Ich arbeite und führe ein ganz normales Leben. Was die unerwünschten Nebenwirkungen angeht so merke ich lediglich eine gewisse gefühlsmäßige Distanziertheit, manchmal. Und dass sich über die Jahre meine Art zu denken verändert hat. Ich bin nicht mehr so präzise, vergesse auch mal Dinge, die mir dann wieder einfallen, und um das auszugleichen musste ich mich eben auch was meine Arbeit angeht neu organisieren und strukturieren. Vielleicht macht dir das Angst, aber ich vermute bei dir wäre es höchstens eine Überbrückung für einige Monate. Wenn du denkst es wäre etwas für dich, natürlich. Es kann vieles erleichtern, bis man sich sicherer fühlt.
    Viele liebe Grüße
    Frosch

  6. #5
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    Standard AW: Angst, Depressionen vor Studium, Sinneskrise

    Zitat Zitat von Froooosch Beitrag anzeigen
    Guten Morgen, es freut mich sehr dass meine Gedanken etwas helfen konnten. Es ist wirklich so, ich erkenne mich in so vielem selbst wieder. Wenn du sagst "In meinem Leben ist doch nicht so viel schlimmes passiert....", das denke ich auch oft. Aber tatsächlich stimmt das irgendwie nicht. Ich denke es gibt keinen Vergleich zwischen Verletzungen, weil jeder Mensch anders ist. Aus meiner Sicht wurdest du wirklich sehr stark verletzt, und das hat etwas mit dir gemacht. Dennoch bist du hier, kannst dich öffnen, vertraust darauf dass gut und freundlich mit dir umgegangen wird, ich hoffe so sehr zu Recht. Du bist in vielem viel weiter als ich selbst, glaube ich. Was denkst du, können nicht auch neue Menschen in dein Leben kommen? Es bereichern, so dass es nicht grauer und sinnloser wird wenn jemand anderes geht? Ich würde es dir sehr wünschen, zumal ich in dir so vieles positives sehe, was das Leben anderer bereichern könnte. Deine Offenheit, Freundlichkeit, deine tiefen Gefühle, die du sogar hier mitteilen kannst, das wäre doch ein großer Gewinn für andere, oder nicht? Ja, die Kunst, du hast Recht, es ist nicht einfach dort Fuß zu fassen. Aber es gibt so viele Wege, so viele Bereiche in denen man kreativ sein kann. Tatsächlich habe ich gelernt dass es wichtiger ist etwas mit dem Herzen zu machen, auch beruflich, als auf der sicheren Seite zu bleiben und vielleicht mehr Geld zu verdienen. Es tut gut, es ist erfüllend, und das strahlt aus in viele andere Bereiche deines Lebens, und die Menschen merken das wenn jemand so handelt.
    Was Citalopram oder Escitalopram betrifft ist deine Angst abhängig zu werden unbegründet. Man muss das Zeugs zwar langsam absetzen, aber es macht nicht abhängig. Ich habe es mal nach einem richtigen Zusammenbruch genommen, und es hat sich so angefühlt: In den ersten 2 Wochen hatte ich körperliche Symptome wie dass mir warm und kalt wurde. Die verschwanden aber danach. Soweit ich weiß sind beide Medis Antidepressiva, die sehr gut helfen, auch gegen Ängste. Was vorher ausssah wie ein unüberwindlicher Berg war nach einigen Wochen für mich dann das was es real war...ein vielleicht großes, aber eben lösbares Problem. Ich konnte anschließend normaler damit umgehen. Es war dann auch nicht mehr so dass mich jeder Angriff, jedes falsche Wort in eine Krise stürzte; ich konnte besser damit umgehen. Ich nehme es als Dauermedikation seit über 5 Jahren, weil meine Erkrankung ("endogene Depression") damit gut unter Kontrolle gebracht ist. Ich arbeite und führe ein ganz normales Leben. Was die unerwünschten Nebenwirkungen angeht so merke ich lediglich eine gewisse gefühlsmäßige Distanziertheit, manchmal. Und dass sich über die Jahre meine Art zu denken verändert hat. Ich bin nicht mehr so präzise, vergesse auch mal Dinge, die mir dann wieder einfallen, und um das auszugleichen musste ich mich eben auch was meine Arbeit angeht neu organisieren und strukturieren. Vielleicht macht dir das Angst, aber ich vermute bei dir wäre es höchstens eine Überbrückung für einige Monate. Wenn du denkst es wäre etwas für dich, natürlich. Es kann vieles erleichtern, bis man sich sicherer fühlt.
    Viele liebe Grüße
    Frosch

    Hallo Frosch, danke für deine Antwort. Meinst du wirklich, dass es für andere ein Gewinn ist, wenn ich ihnen meine tiefen Gefühle mitteile ? Ich habe immer die Ansicht, dass sich die meisten Menschen bedroht fühlen, wenn man ihnen erzählt, wie es wirklich in einem selbst aussieht. Vielleicht habe ich auch schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Du hast Recht, wenn man das tut, was man gerne macht, strahlt man so viel Freude aus, dass man bei anderen Menschen gut ankommt. Das könnte auch bei Bewerbungsgesprächen der Grund sein, warum man genommen wird, ganz gleich , welche Qualifikationen man exakt hat. Das werde ich mir zu Herzen nehmen, danke!
    Danke, dass du offen über deine Depressionen und die Medikamente geschrieben hast. Ich glaube ich werde mich an meinen Hausarzt wenden. Denn der Gedanke daran, ist jetzt erträglicher geworden. Dir wünsche ich weiterhin viel Kraft hinsichtlich der Depressionen!
    Liebe Grüße !

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