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Thema: Therapie oder zuerst mit Eltern reden?

  1. #1
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    Standard Therapie oder zuerst mit Eltern reden?

    Also vor ab, danke an Jeden, der sich die Zeit nimmt, um das hier zu lesen!

    Mir geht es seit knapp 2 Jahren teilweise so besch*ssen. Ich weiß nicht, ob man sich selbst als depressiv bezeichnen kann, Selbstdiagnosen sind eher kritisch in meinen Augen, aber ich kann sagen was los ist.


    Ich fühle mich oft einfach leer. Als wäre mein Körper eine leere Hülle. Gleichzeitig verspüre ich totale Unruhe und so einen Druck auf dem Körper. Es fühlt sich so an, als würde mein ganzer Brustkorp gleich einknicken und es kostet mich so viel Kraft aufrecht zu sitzen. Vor allem aber macht mir gar nichts mehr wirklich spaß.
    Wenn ich liege, spüre ich erst recht wie müde ich bin und habe Rückenschmerzen, die sich nicht erklären lassen. Ich bin so erschöpft die ganze Zeit, kann aber nicht schlafen. Sowohl abends nicht einschlafen, als auch morgens durchschlafen. Heute habe ich 7 Stunden geschlafen, was viel zu wenig für mich ist. Aber ich kann einfach nicht schlafen. Nachts habe ich vorallem immer so einen Drang zu weinen, manchmal geht das, manchmal nicht. Ich muss immer aufpassen, dass meine Geschwister schon schlafen, damit sie mich nicht hören. Allgemein habe ich kaum Pivatsphäre.
    Ich denke über Suizid nach, würde mich das aber nicht trauen. Ich finde nur die Vorstellung so schön, einfach weg zu sein und alles zu beenden. Aber sie gesagt, ich würde mich das irgendwie nie trauen.5


    In den letzten Monaten haben sich bei mir Ereignisse überschlagen und ich weiß nicht damit umzugehen.

    Ich war seit meiner Geburt religiös, weil meine Eltern es sind. Vor einiger Zeit habe ich angefangen die Dinge in Frage zu stellen und bin zum Entschluss gekommen, dass es in dieser Religion Dinge gibt, die ich anders sehe und nicht vertreten kann.
    Als ich meinen Eltern davon erzählte, ging es eher nach hinten los für mich. Meine Eltern therapierten mich schon fast und meinten was für eine Sünde das wäre. Außerdem wiederholten sie immer wieder, dass ich Moslem bin und stolz darauf sein sollte. Ich habe beim Gespräch bemerkt wie wenig Verständiss sie dafür haben und habe einfach brav genickt. Ich darf also laut meinen Eltern nicht entscheiden, was ich und ob ich überhaupt glaube. Das in meinen Augen asozial auf einem ganz anderen Niveau und das schlimmste ist, ich kann nichts dagegen unternehmen.


    Meine Eltern verstehen mich nicht, es ist ja nicht, als würde ich nicht mit ihnen reden.
    Ich will seit geraumer Zeit etwas an meinem Aussehen ändern. Früher war mir das egal, wie ich aussehe, aber mittlerweile finde ich, dass man sich dadurch selbst audrücken. Ein Beispiel wäre sich die Haare zu färben. Meine Eltern sind nicht in Deutschland aufgewachsen, somit sind sie auch in einer anderen Kultur aufgewachsen, die ich übrigens nicht als meine sehe und mittlerweile regelrecht hasse(!).Ich liste einfach kurz die Argumente meiner Eltern gegen das Haare färben auf ohne Komentar, weil es eigentlich klar ist, was man sich dazu denken sollte.

    -das wiederspricht unserer Kultur
    -du bist doch keine Europäer
    -Europäer werden manchmal auch schwul, willst du jetzt auch schwul werden
    -was sollen denn die Leute denken, die werden denken, man hätte dich nicht richtig erzogen


    Meine Eltern drücken mich in eine Religion und Kultur, in der ich nicht sein möchte. Meine Eltern wollen das Beste für mich, das weiß ich, aber sie verstehen nicht, wie sehr sie mich damit einengen und einsperren.


    Es gibt noch andere Sachen die passiert sind, auch in meiner Kindheit, aber das ebenfalls zu nennen wäre viel zu viel für einen Beitrag hier, der sowieso schon viel zu lang ist. Ich spüre jedoch immer mehr wie ich unter dieser Last einknicke.

    Die letzten Tage war es so schlimm, dass ich darüber nachdenke, mir Hilfe zu suchen beim Arzt. Ich weiß aber nicht ob das gut gehen wird. Ich müsste dann auch darüber reden, wie meine Eltern mich innerlich einsperren. Ich habe einfach Angst vor ihrer Reaktion.

    Sollte ich meinen Eltern noch einmal meinen Standpunkt klar machen und damit das Risiko eingehen unser Verhältnis zu schädigen, oder gleich zum/zur Arzt/Therapie in der Hoffnung, dass man mit meinen Eltern redet. Ich weiß nicht, wie lange ich es so noch aushalte und das macht mir Angst.

    Mir Freunden reden geht nicht, ein Versuch hat gezeigt, dass sie komplett überfordert sind und nicht wissen, was sie sagen sollen. Verständlich.



    Falls wichtig, bin 15 Jahre alt und männlich
    Hoffe mir kann irgendwer helfen.

    Gruß

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  3. #2
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    Standard AW: Therapie oder zuerst mit Eltern reden?

    Alles, was du hier schreibst, finde ich klug und reflektiert.
    Du beginnst, mit DEINEM Kopf zu denken und erfährst dafür keine Würdigung, sondern Druck.
    Deine Eltern wollen dich einem System anpassen, welches nicht (mehr) deins ist.
    Leider geht das vielen muslimischen Jugendlichen so.
    Homophobie, Unterdrückung der Mädchen und Frauen, die Verbohrtheit, die eigene Religion als die "einzig richtige" anzusehen - das kenne ich alles aus der Schule und es bringt viel Unglück über junge Menschen, die ihren eigenen Weg gehen wollen.
    Meiner Ansicht nach brauchst nicht DU eine Therapie. Du reagierst ganz normal mit Traurigkeit auf den enormen Druck, der auf dich ausgeübt wird.
    Ich würde mich zunächst nicht an einen Therapeuten, sondern an einen Lieblingslehrer wenden. Erzähle, was dich umtreibt. Suche Rat. Du musst nicht leiden. Die Schule kann sich vermittelnd einschalten und deinen Eltern den Kopf zumindest ein wenig zurechtrücken.
    Ich empfehle dir, schulisch Gas zu geben und einen guten Abschluss zu machen, der dir den Schritt in die Unabhängigkeit ermöglicht.
    Was hast du beruflich vor? Bedenke, dass du frei bist. Deine Eltern sind rückständig und verbohrt, keine Frage.
    Aber DU musst das nicht sein. Du brauchst aber Gesprächspartner, bei denen du dich gut aufgehoben fühlst.
    falls du regelmäßig in ein Jugendzentrum gehst, kannst du dich auch dort an die Sozialpädagogen wenden.
    Und wenn du therapeutischen rat suchst, aber nicht direkt mit Krankenkarte, Therapie etc. anfangen willst, kannst du dich kostenlos an die psychologische Beratung der Caritas oder Diakonie wenden. das geht ganz bequem per mail.
    Du bist nicht allein. Ich hoffe, deine Tränen werden trocknen und durch schöne Zukunftsvisionen ersetzt.
    Auch hier kannst du dir jederzeit deinen Kummer vom herzen schreiben.

    Alles Gute wünsche ich dir!

  4. #3
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    Standard AW: Therapie oder zuerst mit Eltern reden?

    -das wiederspricht unserer Kultur
    -du bist doch keine Europäer
    -Europäer werden manchmal auch schwul, willst du jetzt auch schwul werden
    -was sollen denn die Leute denken, die werden denken, man hätte dich nicht richtig erzogen
    klingt so richtig schön stereotyp. Musste ich schmunzeln.

    "Nur eine Frau" Ist übrigends ein guter Film. Bist zwar keine, die Geschichte ist auch schon ewig her, aber man hat da dann diese Geschichte im Hinterkopf. Vielleicht kann man was draus lernen?!


    Was religion angeht, es ist egal welche du hast oder keine. Es kommt auf das an was du tust. Jesus sagte mal sinngemäß: "es werden nicht die ins himmelreich kommen die predigen, sondern die die es Leben, auch wenn sie die Religion nicht kennen."

    Religionen sind alle sehr interpretationsfähig. und es dauert ein leben die gleichnisse richtig zu verstehen. Religion an sich ist aber etwas gutes. Egal welche. Weil sie dir eine Vision gibt. Du lebst für etwas höheres als du selbst bist. Wer nur für sich lebt, lebt individualisitisch, Das ist der tot jeder gemeinschaft (Staat, Familie, partnerschaft, etc ...). In anderen worten im extrem narzistisch. Und das kommt nicht gut an bei mitmenschen. Aber macht dich auch selbst unzufrieden. fühlst dich dann leer. Oder das Leben wird sinnfrei, nur noch konsum. - Es ist also nicht otal falsch was deine Eltern da sehr fundamentalisitsch vertreten. Der nachteil von fundamentalismus bzw. totalimus ist das es keine freiheit mehr gibt. wahlen werden unnötig. du hast kein selbstbestimmungsrecht mehr sondern unterliegst der Macht (Demokratisch/Monarchisch).

    Worauf ich hinaus will. Egal welches Gesellschaftssystem du wählst, es hat nachteile wenn es in die extreme gibt. Und menschen haben unterschiedliche vorlieben. Du wirst nur eine andere gesellschaftsform leben könne, wenn du die alte verlässt und die neue überhaupt in der reinen form wie du sie suchst findest. Was vielleicht jetzt verlockend aussieht, hat am ende aber auch nachteile. Wäge also genau ab, ganz unabhängig, von dem zwang/unverständnis deiner Familie. Du kommst vielleicht vom Regen in die traufe.

    Was ich deinem Text nicht entnehmen kann, welches Gesellschaftssystem du suchst? Was lehnst du genau ab an deiner Religion bzw. dem Gesellschaftssystem in dem du dich laut deiner Eltern befindest? Willst Du die deutschen Gesetzte voll ausreizen? Ist Haareschneiden und aussschlafen alles? Ich finde das wenig.

    Du bist 15 Jahre auch anch deutschem gesetzt sind deine Eltern für dich noch verantwortlich. Es ist daher auch notwenig dich ihnen unter zu ordnen. Ab 16 vielleicht schon kannst du ausziehen oder ab 18, oder wenn du finanziell unabhängig bist. kannst du solange nciht warten. Nutze die zeit dich auch kritsich mit dem auseinander zu setzen was du willst und was nciht. das heißt vorallen ungefähr wissen, wovon du sprichst. nicht das was deine eltern interpretieren. prüfe deine Quellen!

    Suizit ist ein letztes mittel. vorher gibt es genug kleine tode, die man erstmal probieren sollte. Ich mein mit der einstellung suizit, hat man keine angst mehr. nutze das mal zu deinem vorteil. Aber wie gesagt, du bist noch 15. Erstmal deinen Eltern bis 18 ihren einfluss lassen und dann mach dein Ding. Dann können sie sich auch von dir distanzieren. Du musst ihnen auch die möglichkeit lassen, ihr gesicht zu wahren. Also sei nicht zu rebellisch vorerst. danach fällt es ja nciht mehr auf sie zurück.

  5. #4
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    Standard AW: Therapie oder zuerst mit Eltern reden?

    Für Muslime gibt es keinen Ausweg aus der Religion, denn der ist verboten und wird bestraft. Wer zu bestrafen hat und wie man bestraft wird, entscheiden kluge Muslime hier auf der Welt.
    Ob es im Jenseits eine Bestrafung gibt, hat noch niemand berichtet.

    Allerdings gibt es mehrere Religionen, die sich selbst als einzig wahre Religion darstellen.

    Man darf also gespannt sein, in welcher Abteilung im Himmel man landet und wie die Religionsführer und Götter sich untereinander absprechen, um die Seelen der Menschen für ihren Bereich einzufangen. Einfach vernichten geht ja nicht, wenn man sich aus einer Religion der anderen zugewendet hat: es gäbe Krieg im Himmel, wenn einer dem anderen die Seelen wegnimmt.

    Neben der Religion gibt es noch die Kultur der Herkuft. Manche Kulturen essen Heuschrecken, andere essen Schweine, für wieder andere ist beides unanständig. Dass deswegen eine Kultur vor dem Aussterben steht, lässt sich auch nicht wirklich nachweisen: im Gegenteil werden sich manche Kulturen durch die Vermischung anpassen müssen.
    Und gibt es nicht mehr genug Tiere, so werden es später Insekten sein, die die Proteine liefern müssen.

    Du kannst Dir gewiss sein, dass Du das, was Du tust, falsch machst. Auf den Grad dessen, was Du falsch machst, kommt es dabei nicht an.
    Deswegen kannst Du Dich bei geringsten Verfehlungen bereits daran gewöhnen, dass Deine Entscheidung garantiert nicht richtig war.

    Was Du statt dessen hättest tun sollen, sagt Dir allerdings auch niemand.

    Deswegen kann ein allgemein gültiger Rat nur lauten, dass Du tust, was Du für richtig hälst und dass Du dies vertrittst und begründest.

    Es gibt hier den user "Grossstadtlegende".

    Schau dir seine Beiträge an und schreibe ihn an. Er hat für sich selber seinen Weg gefunden und schreibt auch über diesen Weg.

    Er weiss auch, dass sein Weg - von seiner Ausgangsposition aus - nicht leicht ist, aber er tut es.

    Dadurch tut er das, was einem Schöpfer am Herzen liegen müsste, nämlich, dass es einem Menschen auf der Welt gut geht, damit er anderen helfen kann, denen es nicht gut geht!

    Lieben Gruß und Kopf hoch!

  6. #5
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    Standard AW: Therapie oder zuerst mit Eltern reden?

    Zitat Zitat von Bodenschatz Beitrag anzeigen
    Für Muslime gibt es keinen Ausweg aus der Religion, denn der ist verboten und wird bestraft.
    Das mag gut sein, jedoch bin ich keine Moslem. Ich habe kein einziges Mal in meinem Leben gebetet, wurde mir nicht beigebracht. Ich befolge die Regeln des Islams nicht, weil ich andere Ansichten habe, wie die Dinge so laufen. Und vor allem (!) bin ich nicht der Meinung, dass soetwas wie Körperstrafen und Homophobie bzw. das unterdrücken seiner Sexualität etwas richtiges ist.



    [/QUOTE] Du kannst Dir gewiss sein, dass Du das, was Du tust, falsch machst. Auf den Grad dessen, was Du falsch machst, kommt es dabei nicht an.
    Deswegen kannst Du Dich bei geringsten Verfehlungen bereits daran gewöhnen, dass Deine Entscheidung garantiert nicht richtig war.[/QUOTE]

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was du damit sagen willst. Ich würde gerne wissen und verstehen, was ich denn falsch mache.

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