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Thema: Mir fällt die Decke auf den Kopf

  1. #1
    slv
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    Standard Mir fällt die Decke auf den Kopf

    Hallo,

    ich bin hier um mir meinen Frust von der Seele zu schreiben und hoffentlich ein paar gute Ratschläge und nette Worte zu hören. Ich bin 19 und befinde mich grade in einer Art Zwischenphase. Meine Zukunftspläne für nach dem Abitur haben sich relativ spontan geändert und so stecke ich hier und warte darauf, dass in genau 43 Tagen mein Flug nach Afrika geht, dort werde ich 2 Monate in einem Kinderhaus arbeiten um dann im Oktober mein Studium zu beginnen.
    Momentan bin ich wieder zu Hause eingezogen und mir fällt langsam wirklich schlimm die Decke auf den Kopf. Das klingt erstmal nicht so schlimm, ich weiß aber langsam wirklich nicht mehr was ich tun soll. Meine Freunde stecken alle voll im Leben mit Ausbildung oder Studium. Ich sitze rum und weiß nicht was tun, mir kreisen die Gedanken ganz schlimm.
    Dazu kommt, dass ich mich vor knapp 2 Monaten von meinem Freund getrennt habe, da es einfach nicht mehr ging. Ich leide unter Liebeskummer, Langeweile und langsam auch wachsenden Selbstzweifeln. Alle haben ihr eigenes Leben und ich fühle mich so unglaublich einsam dabei.
    Ich gehe 3 Mal die Woche zum Sport und suche auch nach Jobs, für so eine kurze Zeit findet sich aber nicht wirklich etwas.
    Es ist schon so weit, dass ich einfach nur wütend und traurig bin.
    Vielleicht habt ihr ja einen Rat... vielen Dank und liebe Grüße.

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  3. #2
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    Standard AW: Mir fällt die Decke auf den Kopf

    Hallo slv

    Ich finde es toll, dass du dich hier gemeldet hast. Es ist der Versuch mit anderen in Kontakt zu tr"eten. Vielleicht spürst du innerlich, dass du das brauchst.

    "Klingt erstmal nicht so schlimm", schreibst du. Da gebe ich dir gerne recht. Aber: Es ist schlimm genug zu handeln.

    In 43 Tagen beginnt ein neues Abenteuer. Schön, dass du diesen Schritt wagst.

    Doch jetzt geht es um diese 43 Tage. Wenn ich dich richtig verstanden habe, einerseits der Rahmen. Du bist allein, dir ist langweilig und all deine Kontakte haben zu tun.
    Andererseits um diese Gedankenkreise, die sich drehen und drehen und dich hinunterziehen.
    Ich merke, wie du versuchst dagegen anzusteuern, sonst hättest du dir nicht die Mühe gemacht, hier zu schreiben.

    Liebeskummer ist eigentlich wie Trauerarbeit sonst auch. All deine Emotionen sind berechtigt, sei es Wut, Traurigkeit oder was auch immer. Sie müssen ein Stück weit gefühlt werden, um weiterfliessen zu können. Doch man sollte nicht drin stecken bleiben. Deshalb finde ich es wichtig, dass du dich immer mal wieder fragst: Was tut mir jetzt gerade gut?
    Natürlich darf das auch das klassische Eis vor dem Fernseher sein. Aber gerade wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, ruft es nach Aktivität. Mir persönlich hilft die Natur unglaublich gut, egal ob Trauerphase oder nicht. Sei es Wildpark, See, Wald, Fluss, Wasserfälle oder eine wunderschöne Ebene mit Blick auf die Berge.
    Das geht übrigens auch alles bei Regen. :-) (Ausser der Blick auf die Berge nicht, weil die dann von Wolken verhangen sind)

    Es gibt ganz einfache, kleine Tricks im Moment zu sein und zu sich selbst zu finden. Z.B. barfuss durchs Gras laufen.

    Manchmal erlege ich mir auch selbst irgendwelche Challenges auf. z.B. habe ich mir einmal in den Kopf gesetzt, auf diesen Nussbaum zu klettern, vor dem ich gestanden bin. :-)
    Tierpark hilft mir auch immer.

    Das sind alles Dinge, die man alleine machen kann. Trotzdem ist es vöööööllig normal, wenn du dich nach Menschen sehnst. (Wir sind Rudeltiere) Frage dich aber auch hier, welche Menschen dir gut tun. Nicht vor lauter Einsamkeit mit Menschen Zeit verbringen, bei denen du dich anschliessend völlig ausgelaugt oder überladen fühlst.
    Ich vermute, dass die Menschen, die dir gut tun eben keine oder nur sehr wenig Zeit haben. In solchen "kargen" Phasen, achte ich besonders auf die Menschen, denen ich im Alltag begegne und die freundlich, aufgestellt oder fröhlich sind. Das kann ein herzliches "Hallo" mit einer Verkäuferin an der Kasse sein. Leute trifft man an so vielen Orten. Natürlich gibt es die, die nur vor sich hin glotzen, aber wenn du mit offenen Augen durch den Tag gehst, wirst du auch Lächeln ernten. Und dieses Lächeln oder diesen kurzen, freundlichen Dialog, und wenn es nur ums Wetter geht, den kannst du aufsaugen. Übrigens, an einem Kinderspielplatz sieht man immer viel Lachen. ;-)
    Natürlich ersetzt das kein Freundinnenabend, aber es füllt trotzdem mit Leichtigkeit auf.

    Noch was zu den Gedankenkreisen. Man hat herausgefunden, dass sich der Mensch die negativen Dinge besser merkt. Da sind viele Nervenbahnen und Verknüpfungen im Gehirn. Das hat er gebraucht, um zu überleben. Das schöne Blümchen in der Wiese war nicht so existenziell wichtig wie ein aufziehendes Gewitter! Deshalb braucht es "Gehirnübung", das Positive zu sehen. Jedesmal, wenn du an etwas Positives denkst, entsteht eine Verbindung im Gehirn. Anfangs sind das wie zugewachsene Trampelpfade. Aber je öfter man sie geht, desto breiter werden sie. Ich wünsche jedem ein Autobahnnetz davon!
    Damit meine ich nicht die angepasste Fröhlichkeit in der Verleugnung der Lage, in der man ist. Nach wie vor sollte man sich bei Gewitter nicht unterm Baum aufhalten. Aber wenn die Gewitterwolken weit, weit weg sind, dann kann man sich schon über das Gänseblümchen freuen - und vielleicht sogar einen Blumenkranz daraus basteln.

    Falls du Lust hast, das ein bisschen zu trainieren, kannst du dir täglich 1 - 3 Dinge aufschreiben, die für dich ein Lichtblick waren. Es macht gar nichts, wenn das winzige Dinge sind, wie dass ein schöner Song im Radio gelaufen ist oder du deinen Lieblingskaugummi kaust.
    Um den Anfang zu machen: Einer meiner Lichtblicke heute war, zuzuschauen, wie unser Hund mit seinem Spielzeug durch's Wasser eines Baches gejagt ist. Ich habe mich gekringelt vor Lachen.

    Jetzt wünsche ich von ganzem Herzen, dass du heute noch einen Lichtblick bekommst und dass die eine oder anderer meiner Erfahrungen vielleicht etwas für dich sein könnte. Jeder Mensch ist eben anders.

    Herzliche Grüsse
    Biyo

  4. Für den Beitrag dankt: slv

  5. #3
    slv
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    Standard AW: Mir fällt die Decke auf den Kopf

    Wow danke, ich bin total begeistert, dass sich fremde Menschen Zeit nehmen das zu lesen und dann so lieb zu antworten.
    Ich habe vor 3 Wochen angefangen ein Glückstagebuch zu führen, da schreibe ich wie du vorgeschlagen hast Lichtblicke auf, aber auch viele von meinen Gedanken. Mir fallen viele Dinge auf, die ich während der Beziehung verbockt habe, und allgemein reflektiere ich sehr viel darüber.
    Ich wünsche mir meinen Ex zurück, wir hatten zwei Jahre lang eine sehr aufregende Beziehung, manche würden es vielleicht sogar on/off Beziehung nennen. Es kostet mich echt viel, da nicht wieder reinzufallen.

    Das mit der Natur ist garkeine schlechte Idee, da muss ich mir vielleicht mal etwas in den Arsch treten um alleine loszuziehen.

    Vielen Dank und einen schönen Abend!

  6. #4
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    Standard AW: Mir fällt die Decke auf den Kopf

    Hast du keine Hobbys? Um die 40 Tage dürften doch gut zu überbrücken sein. Wer weiß, wann du das nächste Mal wieder so viel Freizeit hast Nutze die Zeit zur Erholung und Entspannung und Beschäftige dich mit etwas, was du vielleicht schon mal länger machen wolltest.

  7. #5
    slv
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    Standard AW: Mir fällt die Decke auf den Kopf

    Hobbys habe ich schon, aber ich habe schon knapp 2 Monate hinter mir die ich so irgendwie gefüllt habe...

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