Zitat Zitat von glimmer_of_hope Beitrag anzeigen
Darf ich noch was anfügen?

Ich weiss, dass dieses Denken nicht gesund ist, aber folgendes habe ich im Kopf:

1. Wenn ich nicht leide, stimmt etwas nicht.
2. Wenn ich keine Angst habe, stimmt etwas nicht.
3. Wenn ich glücklich bin, stimmt etwas nicht.

Ich kriege diese Gedanken nicht los. Ich habe das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass ich etwas übersehe, dass mich das Unglück anspringen wird. Dass es einfach nicht richtig ist, dass es mir gut geht.
Dass ich fatal falsche Entscheidungen treffen werde in Bereichen Karriere und Gesundheit.

Ja, ich weiss natürlich, aus rationalen Überlegungen, dass das alles Quatsch ist. Und ich weiss, glaube ich, wieso ich so sehr an diesen Gedanken klammere: Wenn ich jetzt glücklich bin, warum war ich jahrelang unglücklich? Habe ich dann jahrelang meine Freizeit verschwendet damit, über alles zu grübeln, mit dem Gedanken, dass ich mein Leben ruiniert habe?

Und trotzdem weiss ich, es ist Zeit, endlich darüber wegzukommen, das Leben geht weiter. Es bringt nichts mehr, noch weiter darüber zu denken. Was passiert ist, ist passiert. Klar wäre es besser, wenn gewisse Sachen nicht passiert wären. Aber ich habe daraus gelernt, glaube ich. Für manche Dinge ist es zu spät, vor allem vom Gesundheitlichen her, wohl auch vom Karrierlichen her, aber das ist halt so. Es tut einfach weh, zu wissen, dass viel mehr möglich gewesen wäre, wenn mir jemand dabei geholfen hätte, meinen Weg bzw. mein Ziel zu finden.

Jetzt ist es aber leider auch so, dass ich trotzdem in diesen negativen Gedanken gefesselt bin. Warum? Ich kann es nicht genau erklären, aber immer wenn ich versuche, was zu ändern, wenn ich den Mut habe, was zu tun, kommt von aussen her ein Nein, das machst du nicht. Und zwar von meiner übervorsichtigen Mutter.Ich habe das Gefühl, ich darf nichts selber entscheiden, dabei bin ich ein erwachsener Mann von 27 Jahren!Auf der Arbeit genau das Gleiche. Dort kommt auch ein Nein, das macht man nicht so.
Eigentlich schon fast komisch, ich sage fast immer Ja zu den anderen, aber es kommt ein Nein von ihnen zurück.
Hallo,

also was diese Gedanken betrifft, die sind denke ich vollkommen normal wenn man viel Schlechtes im Leben erlebt hat, hat denke ich damit zu tun, dass das Gehirn den Zustand „mir geht es schlecht“ als Normalität angenommen hat. Da kannst du glaube ich nur Gegensteuern, wenn du dir immer wieder klar machst: Nein das ist nicht! normal, und ich habe es auch verdient glücklich oder zumindest irgendwie zufrieden sein zu können. Braucht halt Zeit, aber bleib dran.

Was du auch immer mit Bedenken solltest, deine Gedanken können mitbestimmend sein bei dem was passiert. Denkst du positiv wird auch deine Umwelt so auf dich reagieren und es passiert mehr Gutes, denkst du negativ, wird deine Umwelt das merken und es geschieht dir mehr nicht so Gutes von der Umwelt.

Was deine Mutter und die Arbeit betrifft, in der Arbeit muss man sich halt an gewisse Vorgaben oder Rituale halten. Wenn der Kaffeefilter seit 20 Jahren in die rechte Mülltonne kommt ist es vielleicht sinnlos, aber da muss man den Leuten die Freude lassen. Deine Mutter ist ein anderer Fall. Du bist 27, da wird die Meinung deiner Mutter kaum mehr Relevanz haben. Deine Mutter lebt nicht dein Leben sondern Du, also brauchst auch nicht auf sie hören, denn sie kann dir ausschließlich sagen, was in ihrer Sichtweise richtig wäre.

Also versuche mal etwas Gegenzusteuern bei den Gedanken.

Ich wünsche dir viel Erfolg.

Liebe Grüße
tutzi