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Thema: Kindesmißhandlung - die Geschichte eines Kindes

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    Standard AW: Kindesmißhandlung - die Geschichte eines Kindes

    Zitat Zitat von Filius Beitrag anzeigen
    Damals ist plötzlicher Kindstod diagnostiziert worden.
    Das tut mir sehr Leid, dass du das Erleben musstest.

    Dieser Schrei deiner Mutter, den man nie wieder vergisst, kenne ich.
    Mein Bruder starb zwar als erwachsener Mann, aber dieser Ausruf des Schmerzes meiner Mutter, als sie vom Tod meines Bruders erfahren hat, werde ich nie wieder vergessen.

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  3. #12
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    Standard Meine Angst vor dem Wasser

    Es ist mir ein Gräuel, in meine Kindheit zu gehen. Es ist anstrengend für mich. Ich kann diesen Weg nur mit Dir gehen, meine geliebte Franzi, mein Zwilling, mein Leben, meine Sonne, Mond und Sterne.
    Ich weiß so manches Mal nicht mehr ob ich mir die Dinge nur einbilde oder ob sie real ist. Diese Zweifel nagen tagtäglich an mir, vielleicht habe es all diese Übergriffe nie gegeben?
    Ich habe noch nie wirklich über die Angst vor dem Wasser gesprochen. Ursprünglich steht das Wasser für Leben, für Wachstum. Für mich gibt es aber noch eine andere Bedeutung, Schmerz und Panik.
    In meinen Jugendjahren war es ganz schlimm. Ich musste die Luft anhalten, wenn ich dusche. Ich hatte Angst, zu ertrinken. Wenn mir das Wasser über den Kopf, gar in mein Gesicht gelaufen ist, habe ich nackte Panik gespürt.
    Ich bin einmal geschnorchelt, in meinem Urlaub. Es hat niemand bemerkt, ich jedoch hatte einen Todeskampf. Ich habe unter Wasser hyperventiliert, habe sinnbildlich gegen das Ertrinken geiämpft. Natürlich habe ich das zu keinem Punkt wirklich getan, ich werde die alten Dämonen aber wohl nie los. Hat man mich mal unter Wasser getaucht - nur aus Spaß - hat mich die nackte Panik ergriffen. Noch heute leide ich darunter. Wenn ich in einer schnellen Wasserrutsche bin, in der mir das Wasser in mein Gesicht spritzt, verspüre ich jedes Mal nackte Panik. Es ist mein Trieb, mein endloser Kampf, dass ich blindlings in eine Angst reinlaufe, statt sie zu umgehen. Eine Art selbstzerstörung, ich würde es eine Bestrafung des schwachen Michaels nennen. Das trifft es wohl am Besten. Immer, wenn ich vor etwas Angst habe, schreie ich mich an. Ich sehe mich dort stehen, hämisch grinsen, mich an der Angst des kleinen Michael weiden. Ich akzeptiere es nicht, dass ich kneife. "Männer heulen nicht!" So stand einst mein Stiefvater dort.
    Er hat es genossen mich zu quälen. Wenn ich Angst hatte, so hat er es ausgekostet, mich der Angst ausgeliefert.
    Ich hatte ziemlich schnell raus, wann seine sadistischen Attacken gekommen sind. Ich habe dieses Blitzen in seinen Augen im Kopf, seine Zunge hat sich zwischen den Lippen hervorgeschoben. Immer, wenn ich das gesehen habe, hat sich später mein ganzer Körper angespannt, unwissend ob er mich schlagen wird, demütigen wird oder sich einfach nur an meiner Angst weidet. Ich habe alles erleben dürfen.
    Ich habe es nie jemandem erzählt. Ich weiß nicht, wann es war. Ich weiß insgesamt nicht mehr viel. Aber ich weiß, dass wir im Schwimmbad gewesen sind. Ich hatte noch Schwimmflügel...ich muss circa 5 gewesen sein. Er ist mit mir in das tiefe Becken gegangen, sagte mir, ich solle ihm vertrauen. Als wir im Wasser waren, bin ich nicht so mutig gewesen, wie er das vielleicht gehabt hätte. Es fing harmlos an. Ich solle einmal mit dem Kopf unter Wasser gehen. Das wollte ich nicht, da stupste er mich unter Wasser. Ich habe gestrampelt, habe geschrien. Dann kam die Zunge und sein funkeln in den Augen. Ich strampelte mich an die Oberfläche, doch er drückte mich sogleich unter Wasser. Dieses Mal hielt er mich dort. Ich weiß nicht, wie lange. Sobald ich einmal über die Wasseroberfläche kam, durfte ich einen Atemzug machen. Ich hatte den Mund nicht geschlossen, da tauchte er mich wieder unter Wasser.
    Ich weiß nicht, wie oft das ging. Ich weiß aber, dass ich an dem Tag das erste Mal das Gefühl hatte, ich müsse sterben. Ich erinnere mich daran, dass ich die Luft nicht mehr anhalten konnte, das ich versucht habe, unter Wasser zu atmen. Wer schon einmal Wasser in die Lunge bekommen hat, weiß, was ich erlebt habe. Ich habe einen brennenden, mich zerreißenden Schmerz gespürt. Es sind nicht zu beschreibende Schmerzen, wenn die Lunge geflutet wird, und Du in all dieser Panik nur deinem Atemreflex folgst. Er zog mich über Wasser, ich wollte atmen, konnte aber nicht. Es war alles voller Wasser. Ich habe mich schrecklich übergeben müssen.
    Nach diesen Übergriffen wurde er immer "sanft". Es war für mich als Kind eine Art, die Liebe zu empfangen. Ich musste einfach nur den Schmerz ertragen, dann bekomme ich ein wenig Liebe.
    "Habe ich das gut gemacht Papa? War ich tapfer genug?"
    Ich sollte nie tapfer genug sein, das habe ich aber erst viel später erfahren dürfen.
    Und so bleibt meine Angst vor dem Wasser, meine Angst und ich.
    Ich vermute, den Schmerz zu suchen, ist das Streben nach der Belohnung danach. Wenn ich nur tapfer bin, dann bekomme ich sie, so wie früher.
    Den Schmerz, den fühle ich nach wie vor...
    Auf Veränderung zu hoffen, ohne etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof auf ein Schiff zu warten.

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