Anzeige
Seite 10 von 10 ErsteErste ... 910
Ergebnis 46 bis 50 von 50

Thema: Wie soll ich mit den Menschen im Dorf umgehen?

  1. #46
    Registriert Avatar von Hazelnut
    Registriert seit
    15.11.2018
    Beiträge
    173
    Danke gesagt
    203
    Dank erhalten:   134

    Standard AW: Wie soll ich mit den Menschen im Dorf umgehen?

    @Julchen:
    Sollte meine alte Tante vor mir sterben, was zumindest statistisch gesehen wahrscheinlicher ist als das Gegenteil, müsste ich in der Tat überlegen, ob ich nicht zu einem späteren Zeitpunkt unangekündigt zum Grab fahre und in aller Stille Abschied nehme.

    Ich habe mich auch manchmal gefragt, ob eher die Persönlichkeit oder die dörfliche Sozialisation der in meinen Beiträgen weiter oben genannten unangenehmen Verwandten ausschlaggebend ist. Vielleicht beides. Nach meiner Wahrnehmung denkt man in Großstädten aber vielfach toleranter und weniger traditionell. Selber bin ich in einer Kleinstadt in Großstadtnähe aufgewachsen. Schon da habe ich die Mentalität anders (toleranter, weniger engstirnig) wahrgenommen als bei meinen Verwandten, die nie woanders als auf dem Dorf gelebt und im günstigsten Fall maximal 20 km von ihrem Heimatdorf entfernt in ein anderes Dorf "hineingeheiratet" haben.
    Geändert von Hazelnut (21.02.2019 um 20:22 Uhr)
    Den wahren Charakter eines Menschen erkennst du daran, wie er mit dir umgeht, wenn er dich nicht mehr braucht.

  2. Anzeige

  3. #47
    Registriert
    Registriert seit
    17.02.2019
    Beiträge
    34
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   18

    Standard AW: Wie soll ich mit den Menschen im Dorf umgehen?

    Hazelnut: ich denke auch: beides.

    Im Dorf ist ein Ausbrechen schwer möglich, um nicht selbst zur Zielscheibe zu werden; eine gewisse Boshaftigkeit muss man aber mitbringen.

    Ich hatte - aus bestimmten Gründen - das Pech, dass "sie" in die Großstadt hinterher kamen - leider haben sich da einige beeinflussen lassen (mir unverständlich, aber offensichtlich sind manche in der Lage, an jedem Ort Gleichgesinnte zu finden), aber das Gros in einer Stadt geht einfach seiner Wege.
    Wenn man seine Ruhe will, ein bisschen Hilfsbereitschaft zeigt, wenn sie gebraucht wird und wenig Angriffsfläche bietet, kommt man da gut klar.

    Letzte Woche bat ich einen Pastor meine Kopfkino-Spirale zu stoppen (manchmal drehe ich mich einfach - wie sollte ich selbst auch rational "von außen" drauf schauen können ?), ich meinte "so einen Rat aus jahrzehntelanger Erfahrung" - "Charaktere ändern sich nicht (oder zumindest sehr selten)".

  4. Für den Beitrag danken: Hazelnut, NeoMatrix

  5. #48
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    24.04.2018
    Beiträge
    70
    Danke gesagt
    40
    Dank erhalten:   22

    Standard AW: Wie soll ich mit den Menschen im Dorf umgehen?

    Zitat Zitat von Schroti Beitrag anzeigen
    Ich kann an der Frage, warum die deine Pflegekenntnisse nicht zur Erwerbstätigkeit nutzt, nichts "Dreistes" erkennen.
    Ich finde es schon dreist, denn sonst würde ich nicht meine Großeltern betreuuen und pflegen? Und wenn man von dem Bereich keinerlei Ahnung hat, sollte man mal lieber den Mund halten

    Deine erdachte Erwiderung darauf fände ich jedoch dreist und geschmacklos.
    Sie ist wirklich geschmacklos, da hast Du Recht. Aber so ein Konter muss auch mal sein.

    Vielleicht siehst du das Verhalten der Dörfler generell als feindselig. Die Frage war es neutral betrachtet ganz sicher nicht.
    Ja, ob man das jetzt als "feindselig" oder "falsch", oder "taktlos" bezeichnen kann, ist egal. Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum man meint ungefragt und immer nur in Gegenwart anderer Leute, meint mir in mein Privatleben reinreden zu müssen. Das mache ich bei denen oder anderen Leuten ja auch nicht.

    Hast Du eine Erklärung dafür?

  6. #49
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    24.04.2018
    Beiträge
    70
    Danke gesagt
    40
    Dank erhalten:   22

    Standard AW: Wie soll ich mit den Menschen im Dorf umgehen?

    Zitat Zitat von Hazelnut Beitrag anzeigen
    Kommt auf die konkrete Situation an.
    Da stimme ich Dir zu.

    Ich finde durchaus, dass man sich nicht ungebeten in anderer Leute Leben einmischen sollte. Muss man denn zu allem und jedem seinen Senf dazu tun? Wenn ich jemandem offenbare, dass ich mir unsicher wegen der Berufswahl bin, oder ihn deswegen um Rat frage, steht die Bemerkung "Warum arbeitest du nicht in einem Altenheim?" in einem ganz anderen Kontext, als wenn die von mir durchgeführte Pflege der Großeltern zum Anlass genommen wird, diese Frage zu stellen.
    Gut erklärt. Ganz genau so ist es!

    Je nach Tonfall, Mimik und konkreter Situation kann eine solche Bemerkung dann durchaus als schadenfroh und hämisch wahrgenommen werden.
    So ist es häufig bei mir im Dorf bzw. war es in der Familie gewesen, als ich dort noch zu Familienfeiern hingegangen bin. Insbesondere, wenn dann das Bier geflossen ist, kamen solche dummen Fragen. Oder halt kurz nach der Begrüßung schon. Möglicherweise kommen aber dann genau diese Fragen auf, wenn ich zur Beerdigung meiner Großeltern hin muss...

    Und bei anderen Menschen im Dorf, ist es dann, wenn man denen auf der Straße begegnet so, das sie damit plötzlich anfangen. Zu 99% aber immer nur, dann wenn irgendjemand in der Nähe ist, der zuhört

    Irgendwann platzt auch dem geduldigsten Menschen der Kragen und er reagiert entsprechend.
    Das ist bei mir der Fall.

    Auch ich habe in meiner Verwandtschaft die Erfahrung gemacht, dass viele typische Dörfler voller Vorurteile stecken. Vor allem stecken die althergebrachten Rollenmodelle, was Mann und Frau betrifft, noch tief in den Köpfen. Mir ist oft genug unterschwellig vermittelt worden, dass Frauen ohne Partner und ohne Kinder in den Augen der Verwandten weniger wert sind, als "gescheitert" wahrgenommen und nicht ganz für voll genommen werden. Das auch noch ungeachtet der Umstände, die dazu geführt haben. Meine Schwester ist psychisch schwer krank, das ist denen peinlich, mit solchen Verwandten wollen sie lieber nicht allzu viel zu tun haben. Was ich beruflich erreicht habe, wird ignoriert, in Frage gestellt oder ins Lächerliche gezogen. Kaum hat man sich begrüßt, kommen die üblichen abfälligen Vorurteile und Flachwitze gegen Beamte oder es wird Unverständnis geäußert, weshalb ich kein Diensthandy besitze.
    Ist bei uns aauch so. Zum Glück bin ich hier bald weg.

    Nachdem aber auf diese Weise aus deren Sicht die Rang- und Hackordnung geklärt ist, lässt man sich über seine 10 Jahre zurückliegenden wichtigen Dienstreisen nach Dubai aus, bei denen es angeblich um Millionen Euro ging, über die 80 Leute, die man als Handwerkermeister in leitender Position bei einem öffentlichen Unternehmen "unter sich" hatte, über seine Häuser und Autos, die langen Arbeitszeiten des Sohnes (besagter Abteilungsleiter in demselben öffentlichen Unternehmen) und zeigt Fotos von Motivtorten zur Einschulung der Enkelkinder (Zwillinge) herum. Kurzum: Man dominiert die gesamte Unterhaltung und ist tonangebend, welche Themen zu interessieren haben. Das nervt doch auf Dauer jeden.
    Das kenne ich eher von Familienfeiern..

    Mich stört das Verhalten dieser Leute seit über zehn Jahren, aber ich habe bis zum Tod meiner Mutter gute Miene zum bösen Spiel gemacht.
    Das musste ich auch jahrelang machen und hat mir überhaupt nicht gut getan.

    Wäre ich ausfallend geworden und hätte es deswegen Krach in der Verwandtschaft gegeben
    Das hatte auch immer meine Mutter gesagt: "So lange Oma und Opa noch leben, will ich keinen Ärger haben" . "Lach einfach wenn, sie Dich blöd anmachen". "Aber bitte nichts zurück sagen"


    Erbauseinandersetzung
    Oje, mir graust es jetzt schon davor. Auch wenn ich nicht unmittelbar erbberechtigt bin und ab Sommer eh hier weg bin, fühle ich schon eine ganze Zeit, was dann für ein Theater hier losbricht. In unserer, sehr großen, Familie wurde immer nur "Gute Miene zum bösen Spiel" gemacht. Auch wenn meine Oma und mein Opa wunderbare Menschen sind, so wollten beide - insbesondere meine Oma nicht - nie Probleme ansprechen. Das wird sich noch rächen. Aber vielleicht ist das auch gut so, damit das Kapitel "Familie" bald abgeschlossen wird. Einf für allemal.


    Sie war total euphorisch und kreiste nur um dieses Thema. Als dann einige Monate später Weihnachten war, das ich, wie sie wusste, ganz allein verbringen musste, erhielt ich eine Karte, auf der u.a. stand: "Für uns ist das erste Weihnachtsfest mit den Enkelkindern etwas ganz Besonderes". Ich finde es taktlos, einem Menschen, von dem man weiß, dass sein Weihnachtsfest besonders traurig ausfallen wird, explizit mitzuteilen, dass man selbst in dem Jahr ein besonders tolles hat. So kam allmählich eins zum anderen.
    Wow, das ist wirklich äußerst taktlos.

    Sich vor jedem Kontakt zu überlegen, wie man am besten kontert, und immer auf "Hab-acht-Stellung" zu sein, finde ich anstrengend. Was ist denn daran entspannend?
    Genau so war und ist es bei mir. Es hatte jahrelang gedauert, bis meine Muter das endlich gecheckt hatte und es immer noch nicht zu 100% checkt.

    Und dir, Neo-Matrix, kann ich auch nur raten, dich diesem Umfeld schnellstmöglichst durch Umzug zu entziehen; denn solche Menschen werden sich nie ändern.
    Ich habe mir schon seit einigen Wochen, nein eigentlich Monaten, überlegt wie ich genau mit meiner Mutter umgehen soll, wenn ich wegziehe. Immerhin ist meiner neue Wohnort und meiner alter, ca 300km weit entfernt.

    Also sie versteht schon, dass ich dann nicht Weihnachten oder Ostern kommen möchte, wegegen der "buckligen Verwandtschaft" wie sie auch manchmal von sich aus sagt. Und ich musste ihr auch versprechen, dass ich auch wirklich zur Beerdigung meiner Großeltern später kommen werde (Wenn ich dann aber schon im Ausland bin, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung, weis ich nicht genau, ob das dann sofort möglich ist). Aber so wie sie ich das vorstellt "Jede Woche telefonieren, einmal im Jahr nach Hause(ins Dorf) zurückkommen, möchte ich auch nicht". Auch von ihr möchte ich bisschen Abstand haben.

  7. Für den Beitrag dankt: Hazelnut

  8. #50
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    24.04.2018
    Beiträge
    70
    Danke gesagt
    40
    Dank erhalten:   22

    Standard AW: Wie soll ich mit den Menschen im Dorf umgehen?

    Zitat Zitat von Julchen. Beitrag anzeigen
    Im Dorf ist ein Ausbrechen schwer möglich, um nicht selbst zur Zielscheibe zu werden; eine gewisse Boshaftigkeit muss man aber mitbringen.
    Ja, das ist auch so. Wenn ich im Sommer nicht hier wegkomme, weis ich nicht, was noch aus mir werden soll.

    aber das Gros in einer Stadt geht einfach seiner Wege.
    Wenn man seine Ruhe will, ein bisschen Hilfsbereitschaft zeigt, wenn sie gebraucht wird und wenig Angriffsfläche bietet, kommt man da gut klar.
    Ja, so denke ich auch. Ich werde mich auch, meinen Charakter entsprechend, eher ruhig verhalten. Aber dennoch normal-freundlich.

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Wie mit falschen Menschen umgehen?
    Von JE1992 im Forum Beruf
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 21.03.2018, 19:16
  2. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 27.12.2017, 02:24
  3. Antworten: 156
    Letzter Beitrag: 10.07.2016, 20:53
  4. wie mit verletzten Menschen umgehen
    Von FlaschenGeist85 im Forum Sonstiges
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 18.09.2014, 08:28
  5. Wie man mit anderen Menschen umgehen soll
    Von blattweiss im Forum Leben
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 16.01.2008, 17:55

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige