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Thema: Zu viel zu tragen

  1. #1
    Registriert Avatar von Ostergesetz
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    Standard Zu viel zu tragen

    Liebes Forum,

    ich bin momentan an einem Punkt, wo ich mich frage, warum immer ich das Schlechte anziehe. Ich muss in meinem vorherigen Leben wirklich einiges Schlimmes getan haben, wenn ich so viel schlechtes Karma angezogen habe. Und ich bin im Moment wirklich im Begriff aufzugeben. Denn immer, wenn ich mich aus etwas rauskämpfen konnte, kommt schon das nächste Übel und ich bin es so unfassbar leid.

    Viele kennen ja zumindest Teile meiner Geschichte, daher hier nur einmal die Kurzfassung:

    -meine Mutter hat MS, mein Vater ist ausgezogen als ich 6 war und war danach wenn dann nur sporadisch Teil meines Lebens
    -> weil meine Mutter keine Hilfe wollte und der Rest der Familie die Augen verschlossen hat, habe ich ab 6 Jahren den Haushalt geführt: einkaufen, waschen, kochen (wenn man das so nennen kann, es gab viel Fertigpizza etc). Daneben natürlich Schule und Sport. Das Schlimmste für mich war aber die riesige Verantwortung auf meinen Schultern und die ständige Sorge um meine Mutter. Wenn ich über meine Gefühle sprach, kam von der Familie, ich solle mich nicht anstellen, ich hätte noch nie was getan in meinem Leben. Ich habe verständlicherweise aufgehört zu sprechen.
    -ging alles mehr oder weniger bis Anfang 2012 der Zusammenbruch kam, es war zu viel auf einmal (Abitur, immer schlimmer werdender Zustand meiner Mutter, Vater wollte mich und Mama aus der Wohnung klagen); Folge: Reizdarmsyndrom, Schwindel etc, habe aufgehört zu essen, runter auf 45kg
    -> ich hatte immer schon Emetophobie, aber hier habe ich es richtig zu spüren bekommen
    - Mitte 2012 (nach dem Abi) schwere Mononukleose inklusive Leberschädigung, habe 1,5 Jahre gebraucht um mich da wieder zu erholen
    -> psychische Abhängigkeit von Vomex, bedingt durch die Emetophobie. Habe mich selber da rausgezogen, langsam aber stetig

    Dachte dann, dass es endlich bergauf gehen würde nachdem ich mich soweit von der Mononukleose erholt hatte. Aber leider überhaupt nicht, das Leben hatte anderes vor:

    -Ende 2014 Beginn von diffusen Symptomen, wurde von allen Ärzten als psychosomatisch diagnostiziert, erst Ende 2015 kam die Diagnose Hashimoto
    -Anfang 2015 Tod des Vaters
    -Mitte 2016 Borreliose diagnostiziert durch eine Wanderröte, 3 Wochen Antibiotika und zack hatte ich meinen nervösen Darm zurück. Super.
    -Anfang 2017 richtige Grippe, danach alle 4 Wochen Wiederausbruch, leider haben wieder alle Ärzte nur oberflächlich geguckt, mir erzählt ich würde mich halt immer neu anstecken
    -> das hörte erst Mitte 2018 nach einer Antibiotikabehandlung für eine Rachenentzündung auf. AHA, ich bin also 1,5 Jahre mit bakterieller Infektion rumgelaufen
    -seitdem habe ich eine ganze Reihe von Symptomen, gerne nachzulesen hier:
    https://www.hilferuf.de/forum/gesund...eine-idee.html
    -> auch mein Emetophobie hat mich wieder, das wird auch so bleiben, bis man weiß was es ist und es behandeln kann

    (An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich mit der Emetophobie gut zurecht komme, wenn es mir gut geht. Das kommt immer nur dann raus, wenn es mir eh schlecht geht und auch nur wenn es körperliche Probleme gibt. Beim Tod meines Vaters z.B. garnicht. Daher bitte schreiben, dass alles darin begründet ist, denn das ist es nicht.)

    ICH KANN NICHT MEHR! Immer, wirklich immer ist irgendwas. Dauernd macht mein Körper mir einen Strich durch die Rechnung und ich komme nicht dazu ein normales Leben zu führen. Ich merke wie mir das mehr und mehr auch auf die Psyche schlägt, wie ich im Moment einfach nicht mehr weiterkämpfen will. Wozu denn auch? Dann arbeite ich mich aus etwas heraus und wozu? Damit dann sofort der nächste Schlag kommt. Ich merke, dass ich einfach auch psychisch jetzt nicht mehr kann, mit den ganzen Symptomen. Ich habe auf jeden Fall jetzt auch ein Angstproblem, das hatte ich schonmal nach der Mononukleose-Erfahrung

    Ich weiß, ich weiß, es kommen dann immer wieder die Argumente "Du hast doch super Abschlüsse gemacht, so schlecht kann es dir nicht gehen" oder "Ich seh keine Narben, so schlimm kann es nicht gewesen sein" oder auch sehr beliebt "In Afrika sterben Kinder und du stellst dich an". Ich hab keine Lust mehr mir das anzuhören, deswegen spreche ich nicht mehr über meine Probleme. Mit keinem. Nobody loves you when you're down, das habe ich gelernt.

    Man unterschätzt gerade den ersten Punkt total. Das sind ein paar Zeilen, aber es waren 12 Jahre meines Lebens, in denen ich in einer Rolle gefangen war, die mich kaputt gemacht hat. Ich dachte, ich könnte fliehen, aber die Scheiße verfolgt mich in anderer Form, nämlich von körperlichen Leiden. Ich will nicht mehr. Ich habe schon so lange gekämpft und bin erst 26. Ich sehe keinen Sinn mehr mich anzustrengend und mich da rauszuarbeiten.

    Danke fürs Lesen <3

    PS: Ja, Therapien habe ich mehrere versucht. Nein, es hat nichts gebracht, wir kamen immer an den Punkt wo weder Therapeut noch ich Lust hatten, weil wir keinen Sinn darin gesehen haben. Eine hat auch zu mir gesagt, sie hätte Patienten denen es wirklich schlecht geht, so nach dem Motto "Du nimmst Platz weg". Seitdem habe ich auch nichts mehr dahingehend angefangen. Ich bin auch der Meinung, dass es mir einfach körperlich gut gehen muss, denn dann verschwindet die Emetophobie und die dazugehörige Angst!
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  3. #2
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    Standard AW: Zu viel zu tragen

    Du hast als Kind unter sehr hohen Druck gestanden, viel zu viel für so einem kleinen Menschen.
    Der Körper und die Psyche rebillieren, sie sind überfordert und können weder vergessen noch verzeihen.
    Beide registrieren jede Unsachgemäße Berührung sowie Behandlung und irgendwann kommt es zum Zusammenbruch, weil ihre Kompenstionsgrenze überschritten wurde. Das macht anfälliger für Alles, denn die Widerstandskraft wurde schon sehr früh ausgereizt und jede weitere negative Berührung führt zu weiteren "Funktionsstörungen".
    Es ist wie ein Kreislauf - das Negative entsteht durch das Negative und beißt sich immer wieder aufs Neue in den "Schwanz".

    Was Dir helfen könnte wäre eine moantlange Kur ohne Verpflichtung und Verantwortung - viel Zeit, um losgelöst einen Regenerierungsprozess einzuleiten.
    Früher hätte man wohl gesagt, ich gehe ins Kloster und heute - ich weiß nicht, ob und wie man zu einer so langen Auszeit kommt, bei der man zuerst das Loslassen erlernt.
    Für eine Verbindung braucht es mehr als eine Hand
    *
    Sex sollte nur der körperliche Ausdruck von Gefühlen sein,
    die im Herzen toben
    *
    Denken ist Sex für die Intelligenz
    *
    Deutschland ist an dem Tag gestorben, als man den Kindern ihre Zukunft nahm
    *
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  4. #3
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    Standard AW: Zu viel zu tragen

    Du schreibst Du bist erst 26 ich bin schon 49 bei mir ist doppelt soviel Wasser den Rhein runtergelaufen, weshalb es sich lohnt ?

    Weil man mit 26 ja noch garnicht weiß was kommt, sozusagen vielleicht gutes Karma sozusagen, es kann sich viel ändern in 20 Jahren ....aber Zufriedenheit und etwas Gelassenheit und Sicherheit, irgendwo innerer Frieden , den Mut zu Leben sozusagen und den Willen unbefleckt von all dem was krumm ist,

    das kriegste sicher hin.
    Wer Wahrheit nicht hören will hat seine Gründe

  5. #4
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    Standard AW: Zu viel zu tragen

    @Petra

    Ja, das stimmt, aber ich hab Sorge, dass es dann noch schwerer ist zurückzukommen. Dass ich, wenn ich nachlasse, irgendwann gar nicht mehr irgendwas schaffe, weil ich mich so sehr daran gewöhne nichts zu tun.

    @Zebaothling

    Die Frage ist, ob ich es so weit schaffe. Ich hab jetzt schon keine Kraft mehr, wie soll ich weitere 20 Jahre überstehen, um zu sehen was da kommt?
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  6. #5
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    Standard AW: Zu viel zu tragen

    Ich hab jetzt über die Feiertage wieder richtig gemerkt wie allein ich bin oder besser gesagt wie allein gelassen.

    Bin in die Heimat gefahren, muss man ja an Weihnachten.
    Leider geht es mir momentan nicht gut, keiner weiß so recht was ich hab (siehe oben gepinnter Gesundheitsthread). Deshalb war ich nicht in der Lage heilig Abend zu meiner Tante zu fahren, wie es eigentlich gedacht war und auch sonst hab ich die Feiertage zu 99% unfreiwillig auf der Couch verbracht. Aber mir vielleicht auch nur ein Fitzelchen zu helfen, ist zu viel verlangt für meine Familie.
    Ich hatte nicht genug Brot um über die Feiertage zu kommen (bin Samstags abends nach Ladenschluss angekommen, wollte dann montags am 24ten was kaufen, aber mir ging es zu schlecht) und hab gefragt, ob jemand vielleicht kurz was holen könnte. Nein, "wir sind froh, dass wir heute nicht raus müssen". Ja, das denke ich mir, aber trotzdem...es wäre eine Sache von 10 Minuten gewesen. Mein 70 Jähriger Nachbar ist dann für mich zur Bäckerei! Sehr lieb, aber es wäre doch anders viel besser gewesen...

    Und gestern war meine Tante bei meiner Mutter, die mit dem Auto noch nicht einmal 10 Min von mir entfernt wohnt. Es war zu viel verlangt kurz bei mir vorbei zu kommen. Es wäre nur darum gegangen die Geschenke auszutauschen. Nein, jetzt stehen die Geschenke bei meiner Mutter und die für die Familie weiterhin hier und ich muss irgendwo Kraft zusammensuchen um in den nächsten Tagen hinzufahren und den "Tausch" zu machen, also meine mitzunehmen und die für den Rest bei meiner Mutter abzustellen.

    Meine zwei besten Freundinnen, waren auch zu beschäftigt. Ich erwarte überhaupt keinen Krankenbesuch oder ähnliches, aber die Sache mit dem Brot wäre wirklich wichtig gewesen. Aber das kommt davon, wenn man immer alles selber machen kann, dann denken die Leute man ist unverwundbar und schafft das schon selbst. Und ich schaffe es aber einfach nicht selbst.

    Man hat immernoch nicht gefunden woher die Symptome kommen...es wird schlimmer statt besser. Eigentlich könnte man mich einschläfern lassen, wäre vielleicht für alle Beteiligten besser.
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