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Thema: Ängste in Gegenwart und Zukunft

  1. #1
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    Standard Ängste in Gegenwart und Zukunft

    Hallo,
    ich (m/17) stehe kurz vor der Abiturprüfung, leide aber darunter, in fast 12 Jahren keinen richtigen Freundeskreis aufgebaut zu haben. Natürlich verstehe ich mich mit meinen Mitmenschen gut, aber so etwas wie gemeinsame Abende in Discos, Kneipe, Geburtstage usw. gibt es nur selten bis gar nicht. Mir wurde schon von einigen Mitmenschen Intelligenz, Trinkfestigkeit und ausgefallener Humor attestiert, aber auch Schüchternheit, Introversion und daher auch fehlende Erfahrungen. Mitlerweile liegt auch die Abschlussfahrt hinter mir. Klar, man war Abends mal mit Freunden aus dem Leistungskurs etwas trinken, aber gewisse soziale Defizite kompensiert das natürlich nicht.

    Aktuell beschleicht mich das Gefühl, den sprichwörtlichen "Zug verpasst zu haben". Ist das wirklich so? Meine Jugend habe ich nie richtig ausgelebt, ich bin eher passiv zum Erwachsenen geworden, ohne das es mir aufgefallen ist. Ich habe die "Angst" nun keine sozialen Netze mehr aufbauen zu können, mir ist es oft auch schlichtweg zu doof nach gemeinsamen Aktivitäten am Samstagabend zu fragen, da ich nur freundliche Abfuhren erlebt habe. Erfahrungen mit Mädchen, von denen andere Mitmenschen etwa berichten, gibt es auch nicht so richtig. Ebenso felhen Umarmungen, menschliche Nähe, oder einfach nur offene Bezugspersonen. Mein Selbstwertgefühl ist daher natürlich nicht grade extrem hoch, daher hat auch der Führerschein lange gedauert, ebenso die Tatsache mal einige Menschen als Bekannte anzuerkennen.
    Die einschlägigen Discos, Bars usw. in der Region habe ich nie wirklich besucht. Alleine macht das auch keinen Sinn. Meine Umgebung ist eher konservativ, ländlich und kleinbürgerlich. Zu den hiesigen Sport- und Schützenvereinen hat es mich nie gezogen, auch gibt es im meinem Umfeld keine Bezugspersonen dahin. Problematisch ist in dieser Hinsicht auch, dass ich mich für mehrere duale Studiengänge in einer größeren Stadt beworben habe und meine Heimat (hoffentlich) bald verlassen werde. Diese Studiengänge sind aber natürlich relativ anspruchsvoll, seriös und so weiter. Ein lockeres Studentenleben mit Kneipengängen, WGs usw. wird da vielleicht nicht drinne sein. Man lebt und arbeitet also eher für sich. Soweit man die Beiträge hier verfolgt ist dann die Zeit (also mit Anfang bis Mitte 20) fürs echte Leben schon vorbei. Freundschaften werden dann vielleicht ganz ausbleiben, von einer Freundin mal ganz zu schweigen. Gibt es da noch irgendeine Hoffnung?

    Noch etwas zu meiner Person: Meine Schwester und ich sind bei unserer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, mein Vater war in Sachen Leben, Frauen usw. nie ein Vorbild. Zu meiner Mutter habe ich ein gutes Verhältnis, sie musste aber immer schon viel Zeit auf der Arbeit verbringen. Themen wie Aufklärung, Liebe, Pläne fürs Leben wurden aber nie eingehend besprochen. Sport habe ich zeitweise betrieben, aber irgendwann aufgegeben. Freunde habe ich da nicht wirklich gefunden. Bin heute weder dick, noch extrem unsportlich, also eher von drahtiger Statur. Meine Interessen liegen vor allem bei Literatur und (Rock-)Musik, wobei ich versuche, das nicht sonderlich raushängen zu lassen. Habe mich schon lange genug hinter Bergen von CDs und Büchern in meiner Kindheit verschanzt, deshalb versuche ich mich, trotz der angesprochenen Schüchternheit, offener zu geben. Kleidungstechnisch habe ich schon immer einen eigenen Stil versucht, also Sweatshirts, Chinohosen, Turnschuhe, gepflegtes Auftreten. Also nichts was, so hoffe ich, abschreckend oder unnormal wirkt.

    Eine schöne Kidnheit und Jugend sieht also anders aus, oder? Aber genug Selbstmitleid, vielleicht kann mir hier ja jemand Tipps geben, in Zukunft offener und selbstbewusster zu sein, wenigstens ein paar Stärken zu finden und in Zukunft auf den letzten Drücker noch Kumpels und eine Freundin zu treffen.

    Viele Grüße

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  3. #2
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    Standard AW: Ängste in Gegenwart und Zukunft

    Ich habe leider keine guten Ratschläge, da ich vieles auch von mir selbst kenne.

    Aber ich kann dir sagen, was das Verpassen angeht muss man auch ein bisschen überlegen was man darunter versteht. Ein großer Punkt ist ja, dass du keine Freunde hast, aber solange du noch auf der Schule bist kannst du doch trotzdem versuchen dich an andere anzuhängen. Was ich nicht ganz verstanden habe ist, warum du nicht mit deinen Klassenkameraden trinken gehst oder ähnliches. Wollen sie dich nicht dabei haben oder fühlst du dich nicht wohl dabei mit fast Fremden Zeit zu verbringen? Oder hast du das schon getan, aber es wird keine Freundschaft draus?

    Deine Bedenken mit dem Studium verstehe ich, aber ich würde es trotzdem für möglich halten dass du während der Zeit Freunde findest, manchmal trifft man doch auch auf andere Fachbereiche, die vielleicht lockerer sind. Und wenn du erstmal weggezogen und einen neuen Lebensabschnitt begonnen hast, kannst du dich auch wieder nach vereinen umsehen oder vielleicht etwas "Uni-internes" machen (dort einen Sportkurs besuchen?).

    Das gleiche gilt für eine Freundin finden. Und um noch mal auf meinen Anfangspunkt zurückzukommen, ich kenne das auch dass man sich mit anderen vergleicht und dann denkt, man hätte keine richtige Jugend gehabt, aber viele Dinge die man als Jugendlicher macht kann man auch später noch machen. Es kommt immer drauf an wie du das definierst und wie du dein weiteres Leben gestaltest.
    Ich habe z.b. nie Spaß daran gefunden mich zu betrinken und deswegen auch nie das Gefühl gehabt, dass ich etwas verpassen würde wenn ich mit meinen Freunden nicht in eine Disco gehe. Ist ja vollkommen okay, wenn du das anders siehst, aber ich glaube du siehst dein Leben als beendet an, wenn du volljährig oder einfach nur älter bist und dem ist nicht so. Auch wenn du dann einen verantwortungsvollen Job hast du kannst immer noch albern sein und dich betrinken gehen etc...

    Wie man von so einer Einstellung und solchen Ängsten wegkommt, weiß ich leider auch nicht bzw. versuche ich gerade selber herauszufinden. Aber ich kann dir sagen, dass das alles nur Gefühle und Eindrücke sind, die nicht stimmen müssen

  4. #3
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    Standard AW: Ängste in Gegenwart und Zukunft

    Zitat Zitat von TraurigeLise Beitrag anzeigen
    Was ich nicht ganz verstanden habe ist, warum du nicht mit deinen Klassenkameraden trinken gehst oder ähnliches. Wollen sie dich nicht dabei haben oder fühlst du dich nicht wohl dabei mit fast Fremden Zeit zu verbringen? Oder hast du das schon getan, aber es wird keine Freundschaft draus?
    Na ja, mitlerweile haben sich in den Jahren natürlich gewisse Gruppen herauskristallisiert. Da hinzuzustoßen ist eben kompliziert. Ich habe jedoch oft das Gefühl, dass ich mich nicht unnötig aufdrängen will, was ja erstmal als symphatisch angenommen wird. Aber die Überwindung zum direkten fragen war oft nicht da. Und wenn, dann hat irgendetwas nicht gepasst, z.B. war das Auto zur Disco voll, oder die anderen gehen lieber (verständlicherweise) mit ihren alten Kumpels hin. Das Unwohlsein löst sicher allerding in Gesellschaft relativ schnell, nur können sich z.B. recht nette Abende nicht so oft wiederholen. Auf Ablehnung stoße ich direkt nicht, man findet es mal nett mich zu sehen, aber die erste Wahl für einen Samstagabend ist man nun auch nicht.

    Zitat Zitat von TraurigeLise Beitrag anzeigen
    Ich habe z.b. nie Spaß daran gefunden mich zu betrinken und deswegen auch nie das Gefühl gehabt, dass ich etwas verpassen würde wenn ich mit meinen Freunden nicht in eine Disco gehe. Ist ja vollkommen okay, wenn du das anders siehst, aber ich glaube du siehst dein Leben als beendet an, wenn du volljährig oder einfach nur älter bist und dem ist nicht so. Auch wenn du dann einen verantwortungsvollen Job hast du kannst immer noch albern sein und dich betrinken gehen etc...
    Es geht mir ja natürlich nicht primär ums Betrinken. Das Gefühl des "Verpassens" rührt eher aus der fehlenden Geselligkeit, die ich an solchen Abenden verpasse. Mal etwas locker unterhalten, merkwürdige/lustige Sachen erleben und sich hinterher drüber unterhalten. Das sind für mich recht normale soziale Ereignisse, natürlich erlebt man das nicht nur beim Trinken. Aber in meinem Alter ist es eben der direkteste und schnellste Weg in der Freizeit etwas zusammen zu erleben, da Gruppen in Clubs und Vereinen auch schon oft gefestigt und meist auf ein Publikum eingestellt sind.

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