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Thema: Selbstmordgedanken - Wann sind sie gefährlich? (evtl. Trigger?)

  1. #1
    Registriert Avatar von Bumblebee*
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    Standard Selbstmordgedanken - Wann sind sie gefährlich? (evtl. Trigger?)

    Hallo liebe Community,

    im Frühjahr diesen Jahres ist mir etwas schlimmes passiert.

    Seit rund 7 Monaten bin ich in Therapie, deren stationärer Teil am nächsten Freitag endet.
    Seitdem ich dies weiß, habe ich ziemlich schlimme Selbstmordgedanken und egal was ich tue, ich schaffe es nicht sie abzuschütteln. Ich forsche schon beinahe zwanghaft nach, welche Mengen und Kombinationen welcher Medikamente einen möglichst sicheren Tod herbeiführen (könnten) und schließe Methoden aus, die nicht für mich in Frage kämen, weil sie zu grausam für mich oder meine Mitmenschen sind. Ich informiere mich in Foren, las und lese Berichte von Bestattern, die den angerichteten Schaden so gut es eben möglich ist zu kaschieren versuchten und von Grenzen, die eben die ein oder andere Methode mit sich bringt. Ich denke darüber nach, was ich alles noch zu erledigen habe und versuche den Kontakt zu meinen noch wenigen bestehenden Kontakten so gering wie möglich zu halten.

    Innerlich bin ich völlig hin und her gerissen. In klaren Momenten habe ich Angst um mich, mache mir Sorgen wegen dieser sich mir aufdrängenden Gedanken und frage mich, für wie gefährlich ich sie halten soll? Zugleich sind sie mir aber auch sehr angenehm und ich erlebe eine Art innere Befreiung, schwer zu beschreiben. Ich schaffe es aber auch irgendwie nicht, offen darüber mit meiner noch jetzigen Therapeutin zu sprechen, weil ich befürchte, die Antwort zu kennen. Deshalb halte ich diesen Zustand mehr oder weniger einfach nur irgendwie aus und hoffe, dass die daran noch zweifelnde Stimme aus dem Off nicht vorschnell erlischt. Ob ich mich damit alleingelassen fühle? Ja, das tue ich - und trotzdem habe ich ein starkes Bedürfnis danach, auch gerade jetzt allein sein zu wollen.

    Dies ist in keinster Weise eine Ankündigung! Ich frage mich lediglich, ob meine Gedanken ernsthaft gefährlich sind oder ob sie vielleicht lediglich ein normales Phänomen dessen sind, dass ich bald nach Hause gehe und ich noch keine gute Vorstellung davon habe, wie die Zukunft für mich aussieht (Stichwort: Angst). Denn einen direkt anschließenden ambulanten Therapieplatz habe ich noch nicht sicher und auch sonst erwartet mich erst mal gar nichts Positives zuhause.

    Das sind die Gedanken, die ich habe.
    Ich stehe morgens mit ihnen auf und lege mich abends mit ihnen ins Bett.

    Was soll ich tun?

    Bumblebee


    P.S. Entschuldigt bitte, wenn es wirr und durcheinander geschrieben ist, ich bekomme es gerade nicht besser hin.
    Geändert von Bumblebee* (12.10.2018 um 14:10 Uhr)
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  3. #2
    Moderator Avatar von Yannick
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    Standard AW: Selbstmordgedanken - Wann sind sie gefährlich? (evtl. Trigger?)

    Hallo Bumblebee,

    willkommen in unserem Forum. Es ist gut, dass Du den Mut hattest, Deine Gedanken
    hier mitzuteilen. Du hattest ein schlimmes Erlebnis und siehst vielleicht noch keinen
    guten Weg, damit umzugehen oder es zumindest zeitweise zu verdrängen. Das ist
    wie ein Alptraum, der nicht enden will. Du solltest das umbedingt in der Therapie an-
    sprechen, damit man Dir helfen kann. Möglicherweise werden nur Deine Medikamente
    umgestellt. Suizidgedanken können bei bestimmten Medikamenten als Nebenwirkung
    auftreten.

    Unbehandelt können diese Gedanken ganz schön heftig werden und wenn Du Dir schon
    konkrete Gedanken um die Ausführung machst, ist es höchste Zeit, etwas dagegen zu
    unternehmen. Niemand hier kann Dir sagen, wann der Leidensdruck so hoch ist, dass
    es eine ernste Gefahr ist. Wenn Du es nicht mehr aushalten kannst, dann rufe bitte den
    Notruf an.

    Sicher hast Du in der Klinik hilfreiche Techniken gelernt, um eine Krise zu überstehen?
    Viellecht hilft es Dir, wenn Du jetzt einen Spaziergang in der Natur machst? Oder Deine
    Lieblingsmusik hörst? Oder einen Besuch in der Eisdiele?

    Kannst Du Freunde oder Verwandte anrufen, damit sie mit Dir am Wochenende etwas
    unternehmen können?
    Der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.

  4. #3
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    Avatar von Bumblebee*
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    Standard AW: Selbstmordgedanken - Wann sind sie gefährlich? (evtl. Trigger?)

    Hallo Yannick,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort.

    Zitat Zitat von Yannick Beitrag anzeigen
    Du solltest das umbedingt in der Therapie an-
    sprechen, damit man Dir helfen kann. Möglicherweise werden nur Deine Medikamente
    umgestellt. Suizidgedanken können bei bestimmten Medikamenten als Nebenwirkung
    auftreten.
    An die Medikamente habe ich noch gar nicht gedacht. Sie wurden vor nicht all zu langer Zeit umgestellt, weil ich schlecht schlafe und oft noch immer nicht zur Ruhe komme. Danke für den Hinweis! Nur wie soll ich das bei meiner Therapeutin ansprechen, ohne dass sie mich für irre hält?

    Zitat Zitat von Yannick Beitrag anzeigen
    Unbehandelt können diese Gedanken ganz schön heftig werden und wenn Du Dir schon
    konkrete Gedanken um die Ausführung machst, ist es höchste Zeit, etwas dagegen zu
    unternehmen. Niemand hier kann Dir sagen, wann der Leidensdruck so hoch ist, dass
    es eine ernste Gefahr ist. Wenn Du es nicht mehr aushalten kannst, dann rufe bitte den
    Notruf an.
    Doch, ich kann es schon aushalten, gerade weil es ja auch irgendwie etwas sehr befreiendes hätte und auch hat. Und je länger ich es aushalte, umso besser geht es mir damit. Gleichzeitig aber rede ich mir in meinen klaren Momenten natürlich ein, dass ich das alles schon im Griff habe und dass sich dieser Zustand auch von selbst wieder ändern wird.
    Es ist verwirrend, ich weiß.

    Zitat Zitat von Yannick Beitrag anzeigen
    Sicher hast Du in der Klinik hilfreiche Techniken gelernt, um eine Krise zu überstehen?
    Viellecht hilft es Dir, wenn Du jetzt einen Spaziergang in der Natur machst? Oder Deine
    Lieblingsmusik hörst? Oder einen Besuch in der Eisdiele?
    Ja, natürlich habe ich das. Ich war auch schon stundenlang spazieren mit und ohne Musik - geholfen hat es nicht. Im Gegenteil, ich hatte sehr viel Zeit zum Nachdenken, was vielleicht alles nur noch schlimmer gemacht hat. Und dann ist da auch noch dieser Teufel auf meiner Schulter, der mir sagt, dass es doch gar nichts zu überstehen gibt, verstehst du?

    Zitat Zitat von Yannick Beitrag anzeigen
    Kannst Du Freunde oder Verwandte anrufen, damit sie mit Dir am Wochenende etwas
    unternehmen können?
    Und jetzt kommt vielleicht die verrückteste Antwort: Ja, ich könnte auch Freunde anrufen, sie wären wahrscheinlich sofort an meiner Seite. Nur ganz ehrlich Yannick, wer will so etwas schon hören und was könnten sie schon tun? Ich will ihnen nicht noch mehr zur Last fallen, belaste ich sie ohnehin schon seit Monaten mit meinen Befindlichkeiten. Ich würde sie nur enttäuschen, wenn ich ihnen sage, was ich zur Zeit denke und fühle. Es beschämt mich selbst irgendwie sehr und ich bin mir so unsicher, ob ich mir selbst da vertrauen sollte bzw. kann, waren in den letzten Monaten meine Gefühle des Öfteren ja schon sehr bizarr und durcheinander. Ich kann es schlecht beschreiben.


    Ich denke mir, wenn es jetzt vielleicht einfach nur daran liegt, dass ich Angst vor nächster Woche habe und eine Aussprache mit meiner Therapeutin vielleicht zur Folge hätte, dass ich nicht nach Hause entlassen werde, sich das Problem ja nur weiter nach hinten verschiebt. Zugleich befürchte ich aber auch, dass ich das alles eben doch nicht mehr im Griff haben könnte, weil es ja doch ein sehr beruhigender Gedanke ist im Vergleich zu dem Gedanke, was jetzt alles noch auf mich zukommt.

    Es ist nicht verständlich was ich sage, sorry.
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  5. #4
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    Standard AW: Selbstmordgedanken - Wann sind sie gefährlich? (evtl. Trigger?)

    Hallo Bumblebee,

    ich kann jetzt nur kurz schreiben, weil in für morgen noch einiges vorzubereiten habe.

    Deine Therapeutin wird Dich garantiert nicht für irre halten. Sie sollte wissen, was zu tun
    ist, denn Du bist bestimmt nicht die Erste mit dem Problem und ganz sicher auch nicht
    die Letzte. Aber jetzt ist erst mal wichtig, dass die Ursache gefunden wird. Darf ich fragen,
    ob Du diese Gedanken vor einem halben Jahr auch schon hattest?

    Psychische Probleme werden von vielen Menschen nicht offen kommuniziert, weil es
    allerlei Vorurteile dazu gibt. Die meisten Mensch wissen auch nicht, wie damit umzu-
    gehen ist. Es wäre schon eine Hilfe, wenn Du jemand hättest, mit dem Du über anderes
    reden könntest. Auch das kann eine erholsame Ablenkung sein. Versuche diesen Gedanken
    so wenig Raum, wie möglich zu geben.

    Ich habe damals mit Laufsport im Wald angefangen. Das braucht naürlich etwas Training,
    aber dazu gibt es ja fast überall irgendwelche Feierabend-Lautreffs. Du lernst neue Menschen
    kennen und während des Laufens ist die Ablenkung so hoch, dass für schlechte Gedanken
    keine Zeit ist. Zusätzlich habe ich noch Sprachkurse bei der VHS gemacht. Irgendwann
    werden die Gedanken bedeutungslos, d. h. sind kommen immer mal wieder hoch, aber man
    beachtet sie nicht mehr, sondern versucht, sie durch andere Aktivitäten zu verdrängen. Das
    muss aber jeder für sich selbst herausfinden.

    Der Schritt aus der Klinik ins normale Leben ist nicht immer einfach, weil man vielleicht denkt,
    dass man seine "sichere Umgebung" aufgibt. Ja, es ist eine Umstellung und es braucht u. U.
    etwas Zeit, wieder seinen Rhytmus zu finden. Nimm Dir diese Zeit und achte auf Pausen!
    Suche Dir alsbald einen Therpeuten, daimt die Behandlung weiter gehen kann und schau, was
    Du inder der Zwischenzeit schaffst.
    Der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.

  6. Für den Beitrag dankt: Yado_cat

  7. #5
    Registriert Avatar von Petra47137
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    Standard AW: Selbstmordgedanken - Wann sind sie gefährlich? (evtl. Trigger?)

    ........Du solltest auf jeden Fall mit Deiner Therapeutin über Deine Gedanken reden.

    Warum plant man gedanklich einen Selbstmord ?
    Das Leben und der Tod, sie bestimmen unser Dasein von Geburt an. In der Regel planen wir das Leben und nicht den Tod. Den Tod zu planen ist einfach und bequem, denn es erfordert keine Mühe und von daher überlassen wir es der Zeit diesen Plan für uns zu schmieden, denn wir haben Wichtigeres zu tun - unser Leben zu planen.
    Ja, es ist anstrengen und mühevoll und nicht immer leicht, aber es führt immer zu einem Ziel, selbst wenn es nicht wirklich das Angestrebte ist. Der Tod hat kein Ziel, er ist wie ein uralter Mann, der weder Träume noch Wünsche kennt. Er weiß nichts von der pulsierenden Kraft des Lebens und er kennt auch nicht die Eigenliebe, die unser Selbst nicht nur für uns wertvoll macht. Er kennt weder Neugier noch Freude - weder Zuneigung, noch Nähe, noch Liebe.
    Er kennt nicht die leuchtend strahlende Kraft einer gelben Sonne, er kennt nicht das grün der Wiesen, die nach Frühling duften und er kennt auch nicht die sanfte Berührung eines Windhauches, der sanft die Haut streichelt.
    Er kennt nicht das Spiel der Wellen, wenn sie den Körper umschmeicheln und er kennt auch nicht den Duft der Erde nach einem Sommerregen.
    Wäre er ein Mensch, mit all diesen Eigenschaften - Du würdest ihn ignorieren, garnicht wahrnehmen. Er wäre fade und ganz ohne Faszination, Charisma und Anziehungskraft.
    Warum läufst Du ihm hinterher ?
    Die Angst vor dem Tod ist die einzigste Angst, die man haben sollte - denn sie nimmt uns das wertvollste was wir für kurze Zeit besitzen - unser Leben.
    Für eine Verbindung braucht es mehr als eine Hand
    *
    Sex sollte nur der körperliche Ausdruck von Gefühlen sein,
    die im Herzen toben
    *
    Denken ist Sex für die Intelligenz
    *
    Deutschland ist an dem Tag gestorben, als man den Kindern ihre Zukunft nahm
    *
    Nicht aufgeben ist eine Aufgabe ohne Aufgabe

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