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Thema: Wie aus der Motivationslosigkeit herauskommen?

  1. #1
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    Standard Wie aus der Motivationslosigkeit herauskommen?

    Hallo!


    Ich kann mich nur noch schwer motivieren. Planen kann ich Dinge zwar. Ich habe noch so viele Vorstellungen, ob ich noch mal eine Ausbildung oder ein Studium machen will, eine Partnerin finden will, Kinder haben will, Sport treiben will, etc., aber auf der Handlungsebene hapert es. Ich fange Dinge an, führe sie aber schon nach kurzer Zeit nicht weiter. Ich kaufe mir zum Beispiel ein Buch, lese ein, zwei Seiten und lege es wieder beiseite. Ich finde es ziemlich anstrengend sich zu motivieren.


    Das war nicht immer so. Früher habe ich zum Beispiel sehr gerne Bücher gelesen. Ja, sie sogar verschlungen. Aber ich habe auch einiges durchgemacht. Zu meiner Geschichte:


    Ich wurde als Kind sehr von der Mutter vereinnahmt. Sie war einerseits sehr liebevoll, andererseits ist sie schnell ausgerastet. Wenn es Streit zwischen meinen Eltern gab, war ich auf Seiten der Mutter. Von meinem Vater wurde ich auch fern gehalten. Es ging so weit, dass ich ihn abgelehnt habe. Aber mit meiner Mutter bin ich auch häufig aneinander geraten, wenn sie ausgerastet ist. Als sich meine Eltern scheiden lassen haben (ich war 11 Jahre alt), wurden die Streitereien zwischen mir und meiner Mutter immer heftiger. Sie hat mich dann zum Jugendpsychiater geschickt, der dann versucht hat an mir herumzudoktern. Schließlich musste ich zum Vater ziehen, mit dem ich mich ja auch nie verstanden habe. Wir haben dann viel nebeneinander her gelebt und wenn ich mal mit Problemen zu ihm kam hat er diese nicht ernst genommen und darüber gelacht. Auch war es für mich schwierig Freunde in der Schule zu finden. Ich war oft Außenseiter und wurde gemobbt. Was die Lebensgeister in mir wach gehalten hat waren meine schulischen Leistungen, die gut bis sehr gut waren. Ich habe mir häufig ausgemalt, dass ich später Erfolg haben könnte.


    Das änderte sich zu Beginn des Studiums. Ich konnte nicht mehr lernen, wenn mein Vater anwesend war und habe versucht mir eine eigene Bleibe zu suchen. Da gab es dann auch Widerstände von Seiten der Familie. Ich hatte auch immer mehr Schwierigkeiten mit meinem Vater, der fand, dass ich zu ehrgeizig sei. Dies führte er darauf zurück, dass meine Mutter und ihre Mutter mich darauf getrimmt hätten. Schließlich mischte er sich immer mehr ins Studium ein und ich fand immer weniger Gefallen an dem Studium. Schon damals konnte ich mich immer weniger motivieren.


    Schließlich zog ich aus, fing aber – aufgrund meiner Traumatisierungen – an zu Schreien, was die Nachbarn störte. Diese griffen mich an und ich kam in die Psychiatrie. Nachdem ich einige Monate in der Psychiatrie war ging es mir so schlecht, dass ich gar nicht mehr hinaus wollte, aber trotzdem entlassen wurde. Danach griff ich unvermittelt meinen Hausarzt an. Ich kann diese Handlung bis heute nicht verstehen. Jedenfalls kam ich für dreieinhalb Jahre in die Forensik und bin nun seit sieben Jahren unter Führungsaufsicht. In diesen über zehn Jahren hat sich meine Motivation immer weiter verschlechtert.


    Ich werde heute unter der Diagnose Paranoide Schizophrenie behandelt. Ich fühle mich aber falsch behandelt. Neben einer depressiven Symptomatik ist da sicherlich noch etwas, aber keine Psychose. Es fehlen die so genannten Positivsymptome wie Stimmenhören, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, etc.. Ich kann leider meinen Psychiater nicht wechseln, da ich immer noch an die Forensik angebunden bin.


    Liebe Grüße
    Jens.

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  3. #2
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    Standard AW: Wie aus der Motivationslosigkeit herauskommen?

    Zitat Zitat von tork Beitrag anzeigen
    Das war nicht immer so. Früher habe ich zum Beispiel sehr gerne Bücher gelesen. Ja, sie sogar verschlungen. Aber ich habe auch einiges durchgemacht.
    Lieber tork, das ist nur ein kleiner Fragment deiner komplizierten Geschichte, doch ich sehe darin eine Hoffnung, an der du vielleicht ansetzen könntest, da es etwas real Gutes ist, was du früher erlebt hast und wie du früher warst.

    Ich glaube daran, das wir zu dem "Heilen", was wir mal waren zurück kehren können, dass es noch in uns ist und kann wieder geweckt, gestärkt und gelebt werden. Denn das ist das Wahre in uns, das, was wir unter den allen fremdartigen Schichten tatsächlich und von Natur aus sind.

    Daran müssen wir aber fest glauben und dann, auch den Weg dahin machen, es entdecken, weiter aufbauen und nicht mehr loslassen. Ob du soweit bist, weiss ich nicht, aber ich sehe darin einen Weg, denn ich dir auch sehr wünsche.

    Liebe Grüsse
    Liebe hat weder Anfang noch Ende, weder Höhe noch Tiefe, sie ist überall.

  4. Für den Beitrag dankt: beihempelsuntermsofa

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