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Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Sich selbst verstehen

  1. #1
    meila
    Gast

    Standard Sich selbst verstehen

    Hi ihr Lieben,

    ich schreibe das mal so hier heraus, z.T weil es mir hilft, Gedanken zu ordnen und vielleicht entsteht ja draus ne interessante Diskussion.
    Ich merke, dass ich nicht aufhören kann, mir das Leben schwer zu machen. Ich bin, nachdem ich über 10 Jahre lang single war, seit einem guten Jahr verheiratet.
    Bin jetzt Anfang 30.
    Mein Mann ist aus den USA zu mir gezogen, und wir sind vor fast 3 Monaten umgezogen- in eine kleinere, schönere Stadt.
    Wir könnten hier jetzt rein theoretisch wesentlich leichter Fuß fassen, auch wenn die Mentalität der Leute etwas gewöhnungsbedürftig ist.
    Aber ich mache mir und uns das Leben tatsächlich zur Hölle.... habe so viele, selbstproduzierte Ängste, Empfindlichkeiten usw und reagiere einfach bei so vielem über. Hab Schwierigkeiten, mich zu entscheiden bzw das auch weiter zu führen. Ich fühle mich in der Ehe, mit meinem Mann, oft sehr angespannt, ohne das ich sagen könnte wieso genau. Vielleicht einfach der Fakt, mit einem Mann zusammenzuleben und allem was es bedeutet.
    Ich war stark mit meiner Mutter fast symbiotisch verbunden und konnte quasi nicht wirklich ein emotional eigenständiges Ich entwickeln. Bin dazu noch hochsensibel, d.h. alles was andere Menschen fühlen , bewusst oder unbewusst, kann ich auch sehr fein wahrnehmen...und ich verliere sehr leicht meine eigene Mitte.
    Dazu die ganzen Ängste.
    Angst vor Alkohol, ... Angst vor sozialen Kontakten, Angst davor dass ich wo reingezogen werde... Angst, keinen Boden unter meinen Füßen zu finden...Angst vor Leidenschaft mit meinem Mann...Angst mich wirklich mal fallen zu lassen...usw....

    Ich bin zB sehr kreativ, wie mein Mann auch... aber statt das irgendwie zu nutzen, habe ich so eine Scham wann immer ich etwas Nettes produziere. zB mache ich Schmuck selbst. Wäre doch toll, darüber in Kontakt mit anderen Frauen zu kommen... aber ich habe so eine Selbst-Scham dass ich mich verschanze.

    Ich denke, viel hat mit dieser ungelösten emotionalen Abhängigkeit von den Eltern zu tun...... meine Mutter versucht immernoch sich in alles mögliche einzumischen..und da ich neben meinem Mann sonst niemanden zum Reden habe, lass ich sie oft.

    Ich habe die letzten vielen Jahren, auch m.H. von Therapie, versucht, mir selbst Halt im Leben zu geben, so etwas wie Stabilität zu finden.
    Doch in mir sind zu viele Baustellen und Ängste, dass das so schwierig ist.
    Und nun ist Sommer, meine Lieblingsjahreszeit, und ich würde so gerne einfach mal mein Herz öffnen und glücklich sein, mich genießen, das Leben genießen...und Dinge so wie sie wollen mal geschehen lassen.
    Doch sobald sich die kleinste Veränderung anbahnt, (und im Moment ist vieles unstet), hab ich irre Verkrampfungen, weil ich mein Selbst so leicht verliere bzw es noch gar nicht so richtig gefunden habe.

    Irgendwie arbeiten da 2 (oder zig mehr) Dinge in mir: zum Einen der Wunsch, einfach mehr zu mir zu kommen, zum anderen die panische Angst davor, wenn ich ich selbst bin, dann werde ich zerstört. (entweder von ner größeren Macht eingesogen, oder physisch zerstört.)

    Therapie ist wieder in Anbahnung, darum kümmere ich mich.

    Doch mir fehlt das Gefühl von "Fuß fassen"- in meinem eigenen Leben. Mit anderen Menschen. In mir selbst.
    Leider weiß ich nicht so recht, wie ich das hinkriegen soll....

    Bin für Hilfreiches offen

    meila

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  3. #2
    Registriert Avatar von Wiarka
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    Standard AW: Sich selbst verstehen

    Zitat Zitat von meila Beitrag anzeigen
    Ich fühle mich in der Ehe, mit meinem Mann, oft sehr angespannt, ohne das ich sagen könnte wieso genau. Vielleicht einfach der Fakt, mit einem Mann zusammenzuleben und allem was es bedeutet.
    Ich war stark mit meiner Mutter fast symbiotisch verbunden...
    Dazu kam mir ein Gedanke, meila: Das Zusammenleben mit jemanden (in der gemeinsamen äusseren Welt) bedeutet nicht, dass man aufhört in seiner eignen inneren Welt zu leben.

    Für mich ist das die Welt meiner Werte, meines Glaubens, meiner Würde, meines Lebenswillens, meiner persönlichen Berufung... Dort lebe ich also alleine. Nur manchmal lasse ich jemanden hineinschauen oder mich dort besuchen. Doch niemand darf diese meine innere Welt auf dauer besetzen und beherrschen, denn es würde mich entwurzeln und ich könnte nicht mehr mein Leben selbst leben. Statt dessen würde ich zum Spielball des Lebens anderer. Ich glaube jeder von uns, mehr oder weniger, kennt das.

    Vielleicht hast du diese eigene innere Welt allzu sehr verlassen, sodass du sie nicht genügend in dir spürst, lässt dich zu leicht von ihr ablenken und den andern sie einnehmen? Dabei ist das der Ort aus dem du dich an die Welt und an deinen Mann freiwillig schenken kannst (und auch dich beschenken lässt), ein Ort deiner Liebe zu ihnen und zu dir selbst.
    Liebe hat weder Anfang noch Ende, weder Höhe noch Tiefe, sie ist überall.

  4. Für den Beitrag danken: beihempelsuntermsofa

  5. #3
    meila
    Gast

    Standard AW: Sich selbst verstehen

    Hallo Wiarka,

    ich danke dir für deine Zeilen. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen und mir damit bereits heute schon zu einem wirklich schönen, viel gelösteren Tag verholfen.



  6. Für den Beitrag dankt: Wiarka

  7. #4
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    Standard AW: Sich selbst verstehen

    Hallo,
    der Weg zum eigenen Selbst oder zur Selbsterkenntnis ist manchmal schwer und
    manchmal leicht wie eine Feder.

    Sich selber zu begegnen ist auch ein innerer Weg der liebevollen Selbstannahme.
    Der liebevollen Selbstannahme dessen, was sich innerlich bewegt.

    So lernst Du Dich nach und nach in kleinen Schritten in liebevoller Selbstannahme
    wertzuschätzen, Dich zu respektieren, Dir Würde und Achtung zu schenken.

    Etwas anderes haben wollen, wie das, was sich innerlich bewegt, funktioniert nicht.

    Verdränge nichts von Dir. Je mehr Du Dich liebevoll, sanft und gütig annehmen
    kannst, je entspannter wirst Du Dir begegnen können und somit auch Deinen
    liebevollen Mitmenschen.

    alles Liebe
    flower55

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