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Thema: Faul und Depressiv zugleich

  1. #1
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    Standard Faul und Depressiv zugleich

    Ich bin mir in letzten Zeit einiges (un)klarer geworden.

    Ich war eine Woche in einem völlig angespannten Zustand* - konnte nur schlecht Schlafen und dann auch nur in einem flacher Dämmerzustand. Meine Gedanken kreisten um meine verkorkste Zukunft, wie ich allein, mittellos und irgendeiner Sucht verfallen (Alk, Essen, Sex) dahinvegetieren würde. Eine Woche, in dem ich kaum fähig war, mich auf etwas zu konzentrieren. Gleichzeitig aber so energiereich, dassich ausm der kalten doppelt soviel Kraftübungen machen konnte.
    Dann hab ich mich abgelenkt - 2 Stunden Gesellschaft genossen. Etwas Erfolg gehabt, und *schwupps* weg war die Panik, das Selbstmitleid.
    -> "Ist doch deine eigene Verantwortung," sagte ich mir, "mich anzustrengen und das was ich will auch durchzuziehen...!!"

    Aber wenn es mir "gut" geht, schaltet mein Geist eher in den Sparmodus - ich Vermeide, Konzentration schweift auf anderes, Süchtele rum. Ich mache vieles, bloß nicht das was getan werden muss...

    Nach der Woche konnt ich also wieder eine Nacht gut schlafen... bis eine weitere Weihnachtsfeier anstand. Und der Anblick der Familien und Paare hat gereicht um mich zu triggern, was ich alles verpasst habe, und glaube niemals erreichen zu können...
    ...die Anspannung ging wieder von vorne los.

    Wenn ich nicht klarkomme, bleib ich arm, einsam, ungeliebt?
    Aber klarkommen, d.h. arbeiten, geht nicht mit dieser Last im Kopf ...

    Um das Bild für euch noch etwas genauer zu zeichnen: Ich habe seit frühster Jungend vorm Computer gespielt. Das hat konsequenterweise meine sozialen Kompetenzen brach liegen lassen - und ich hatte eine gute Möglichkeit, mich vor den Hänselleien in der Schule zurückzuziehen, statt daran zu wachsen. Nun stehe ich vor dem Salat.
    Eigentlich permanent kommt meine sensible, einsame, depressive Seite durch und jammert irgendwem die Ohren voll anstatt was zu machen - das verscheucht natürlich die Leute und so fühl ich mich wieder einsam und umso ungeliebter... Suche ich soviel Mitleid von Anderen, weil ich mir selbst keins geben kann?
    Auf der anderen Seite versuch ich diese Trauer und noch mehr Charakterzüge zu verstecken: werde als kühl, emotionslos, schroff, manchmal auch arrogant beschrieben. Also erstmal ziemlich unsympathisch, bis ich "aufgetaut" bin. Dahinter versuche ich mich stetig interessanter zu machen, aber das ist unendlich anstrengend...

    Wie sich das so gehört für einen ordentlichen Zwilling, hab ich also zwei Seiten . Und fühl mich von denen gänzlich zerissen. Wenn ich nich grad depressimiert bin, bin ich zu faul um was zu leisten, was mich dann wieder depressiv macht.

    Die depressive Seite will nur an die Hand genommen und möglichst lange und innig geliebt werden...
    Die starke Seite hat die Vorstellung, da das Alles nicht von Jammern heilen kann.
    Ich müsste über einen langen Zeitraum, mich oft mit Menschen umgeben (gegen die Einsamkeit) und meiner eigenen Leistungsfähigkeit(gegen die Faulheit) auseinandersetzen.
    Nur wer gibt sonnem Wrack wie mir nen Job? Geld für Aktivitäten? Wer Hilft mir wieder klarzukommen?


    Was meint und fühlt ihr zu meinen Worten?
    Ansonsten: Frohe Weihnachten!


    *:
    - Misserfolge an meiner Masterarbeit rauben mir einen Block meines Selbstwertgefühls - was bin ich schon ohne den Abschluss?
    - ich fand es nicht schlimm, das sich meine Freundin von mir trennte, doch welchen Eindruck eine neue, unerreichbare, Frau auf mich machen würde, hatte ich nicht bedacht... und deswegen sage ich mir auch, dass ich vielleicht einfach nur "verliebt" bin und hier nich son Terz machen sollte...

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  3. #2
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    Standard AW: Faul und Depressiv zugleich

    Irgendwie habe ich bisschen so ähnliche Seiten, v.a. habe ich jobmäßig noch nie wirklich was gemacht. Ich plane es vielleicht zu machen, aber wenn ich an so etwas denke werde ich eher leicht depressiv, da alles so sinnlos ist in unserer Gesellschaft. Ich zocke stattdessen auch viel. Mir hat das eben auch geholfen mich zurückzuziehen von diesem ganzen gesellschaftlichen Wahnsinn, denke mal dass das durchaus ein guter Schutz auch ist aber man trainiert sich dann logischerweise nicht dafür. Ich frage mich auch selbst, wollen die überhaupt jemanden wie dich. Jemand der von diesem Arbeitssystem überhaupt nicht überzeugt ist, nicht von diesem Staat, nicht von diesem System und Regierung. Der keinerlei oder kaum Vertrauen in Menschen hat und diese versucht zu umgehen, der versucht alternativ zu denken Richtung bessere Gesellschaft? Hinzu kommt noch meine labile Gesundheit. Ich bin doch das genaue Gegenteil eines vorbildlichen Arbeiters. xd

    Naja wir werden sehen.

    "Nur wer gibt sonnem Wrack wie mir nen Job? Geld für Aktivitäten? Wer Hilft mir wieder klarzukommen?"

    Die ARGE! - Scherz

    Ja das verstehe ich eben auch nicht. Immer wenn ich mal irgendwo anfrage, scheint es keinerlei konstruktive Systematik zu geben um Menschen mal wirklich zu helfen und zu fördern. Sie müssen dann meist mit sich selbst klar kommen oder mit scheinheiligen Therapien, die wohl eher schlecht als recht sind so kommt es mir vor.
    Mein Ansatz ist halt, wenn du nicht zu sehr von Spielen abhängig bist und sozusagen noch "Freizeit" hast anzufragen, wo du eine Tätigkeit findest die dir Spaß macht, was ich zugegebenerweise schon schwer finde. Ich kenne mich da ja auch nicht aus und will das ja vielleicht auch mal in Angriff nehmen. Für mich persönlich sehe ich einen Sinn darin mich mehr körperlich zu bewegen, vielleicht sogar im Freien, dadurch kann man die Gesundheit des Körpers fördern und damit eben auch das insgesamte Wohlbefinden, die Arbeit darf also nicht Raubbau am Menschen sein sondern muss den Menschen schon mal gesundheitlich eher fördern.
    Das Problem ist eben, dass diese Tätigkeit die anderen Bisherigen gewissermaßen ersetzen sollte, sonst fällt man möglicherweise wieder zurück.
    Es sollte
    - einen Sinn geben für sich
    - v.a. bezogen auf einen langfristigeren positiven Effekt für sich und nicht nur einen kurzen Kick
    - Motivieren und die bisherigen Tätigkeitsfelder idealerweise ersetzen können in dieser Hinsicht
    Geändert von primechecker (20.12.2017 um 20:51 Uhr)
    Falls ihr weitere Anmerkungen oder Rückmeldungen von mir möchtet, schreibt micht bitte per PN an, denn ich verfolge äußerst ungern neuerdings die ewig langen Forumsdiskussionen. Macht für mich einfach keinen Sinn. Dann kann man sich nämlich auch gezielter und ruhiger austauschen.

    Liebe Grüße

    primechecker

  4. Für den Beitrag danken: AnotherWayLife, Sheltem

  5. #3
    Registriert Avatar von Zebaothling
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    Standard AW: Faul und Depressiv zugleich

    Von nix kommt nix, kannste fressen oder die Suppe löffeln, war vor tausenden Jahren schon so, wird in tausenden Jahren noch sein.
    Wer Wahrheit nicht hören will hat seine Gründe

  6. Für den Beitrag dankt: Sheltem

  7. #4
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    Standard AW: Faul und Depressiv zugleich

    Danke für die Antworten!

    Zitat Zitat von Zebaothling Beitrag anzeigen
    Von nix kommt nix, kannste fressen oder die Suppe löffeln, war vor tausenden Jahren schon so, wird in tausenden Jahren noch sein.
    Schon wahr...
    Is ja nich so als würde ich gar nix tun - zB schöne Posts im Forum schreiben.
    Und eben auch das "richtige" tun hat sich die letzen Monate wie verlorene lebensmüh angefühlt, als ob nach einem Teller Suppe gleich den nächste kommt.

    Ich denke an sich auch, dass eine nachhaltige Heilung für Jahrzehnte des Schieflaufens nur erfolgen kann, wenn man ein Jahrzehnt angehalten wird, gerade zu laufen. Aber das ist kein Selbstläufer (cooles Wortspiel )

  8. #5
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    Standard AW: Faul und Depressiv zugleich

    Weißt Du was Standpunktfindung ist ?

    Mit Realismus gepaart ist es die Ausgangsposition, in der Du Dich befindest.
    Mit Gefühlen gepaart ist es die Ausgangslage, in der Du Dich empfindest.


    Sehr oft paart sich aber das Gefühl nicht mit der Realität.

    Das nennt sich dann Disharmonie.

    Disharmonie ist dann die innere Zerissenheit.

    Erfolg ist nicht die Harmonie und auch nicht die Disharmonie , Erfolg ist das monotone Streben nach Realismus.

    Es ist langweilig , es ist berechenbar, es ist klar ersichtlich , aber wer will schon Langweiliges tun , wer will schon wissen wo er steht, wer will berechnen, wo er bald ist ?

    Die Menschen die die Wahrheit anerkennen, die müssen sich im Klaren darüber sein, daß die Einsamkeit ein ständiger Wegbegleiter sein wird.

    Da führt kein Weg drumrum, war vor 1000 Jahren schon so , wird in 1000 Jahren noch so sein.

    Klar man kann sich damit abgeben, sich ind en Gefühlen zu suhlen, heute halb leer , morgen halb voll, ändert aber nichts an dem tatsächlichen Füllstand.

    Was ist nun Dein Hilfegesuch ? Willst Du Dich um den Füllstand kümmern oder darum, daß Du es als halbvoll empfindest, anstatt es halb leer zu sehen ?

    Das ist nämlich ein eklatanter Unterschied. Wer sich um Erfolg kümmert, kümmert sich um den Füllstand, wer sich um das Empfinden kümmert, kümmert sich um die Sichtweise.
    Wer Wahrheit nicht hören will hat seine Gründe

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