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Thema: Gefangen im eigenen Körper

  1. #46
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    Standard AW: Gefangen im eigenen Körper

    Wie kommen denn all die Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden zurecht? Die Eierstöcke produzieren während dieser Zeit weniger Östrogene, was zur "Vermännlichung" führt (Haare wachsen da wo sie nicht sollen, sie verlieren Haare(!), Gesichtszüge erscheinen gröber als früher). Und das ist ein völlig natürlicher Vorgang. Klar, haben da einige Probleme mit aber irgendwann müssen sie sich damit abfinden. Sicher schaut auch denen keiner mehr nach wie einer knackigen 20jährigen... aber muss man im Leben wirklich seinen Fokus darauf legen? Gilt für Männer übrigens auch. Die werden zum Glück auch nicht knackiger...

    Ja, das äußere Erscheinungsbild ist wichtig in unserer Gesellschaft aber eine gute Pflege und passende Kleidung tun es auch. Bei mir auf der Arbeit gibt es so viele Frauen, die nicht gerade den Idealbild entsprechen aber sie wirken deshalb nicht unglücklich. Und irgendwie wurden die auch eingestellt und wahrscheinlich nicht weil sie so toll aussehen. Der Gitarre und deinen Hobbies ist es auch egal wie du aussiehst. Klar, wer bewundernde Blicke möchte, der leidet natürlich darunter, dass er/sie nicht schön ist.
    Ich bin auch nicht besonders schön und kann solche Denkweisen nicht nachvollziehen, egal ob transsexuell oder sonstwas. Ich werde von Menschen dennoch nicht gemieden und das obwohl ich kein Topmodel mit super Figur und Puppengesicht bin.
    Geändert von Devi (06.12.2017 um 15:23 Uhr)

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  3. #47
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    Standard AW: Gefangen im eigenen Körper

    Weißt du, deine Situation IST schlimm. Und vielleicht hast du da auch noch einen miesen Therapeuten erwischt.

    Aber du kannst jetzt dein Leben verfluchen und den Großteil oder alles von deinem Körper abhängig machen oder nicht. Und irgendwo versuchen, einen Notausgang für dich zu finden aus diesem Dilemma, damit es dir etwas besser geht. Und glaub mir, ich kann das gut nachvollziehen. Ich bin nicht trans, ich fühle mich als Frau und habe den Körper einer Frau, aber ich war lange extrem magersüchtig. Da ist der Körper auch ein Gefängnis und eine Last und einfach nicht so, wie man es gerne hätte. Mit dem Unterschied, dass du einen gesunden Körper anstrebst und Magersüchtige nicht.

    Du kannst trotzdem auch mit missglückter Behandlung Freunde haben. Hobbys und Interessen, denen du nachgehst. Erfüllung finden. Und auch eine Partnerschaft haben. Es gibt doch auch mehr Transfrauen und Transmänner, bei denen nicht alles optimal geklappt hat oder denen es wie dir geht und die "trotzdem" Partnerschaften haben.

    Deinen Garten kannst du auch haben, wenn er dir wichtig ist. Oder shoppen gehen und dann einen Kaffee trinken mit Freundinnen.

    Was ich schade finde: du machst alle Faktoren rein von deinem Körper abhängig. Und irgendwo auch deine Liebenswürdigkeit.

    Wie machen es denn andere Transfrauen und Transmänner, denen es gut geht? Die vielleicht noch ganz am Anfang stehen und gar nicht wissen, ob ihre Angleichung gelingt?

    Und laut Profil bist du 39. Das ist nicht alt. Ich kenne mehrere Transleute, die haben mit Anfang oder Mitte 30, teilweise auch mit Ende 30 sich angleichen lassen und Hormone genommen etc. und es hat funktioniert. Eine gute Freundin meiner Mitbewohnerin hat mit ca. Mitte 30 angefangen, weibliche Hormone zu nehmen und OPs machen zu lassen. Und der hat keiner gesagt, dass sie zu alt wäre.

    Und auch wenn du aus der schwarzen Szene kommst: ein guter Farb- und Typberater kann dir einfach dabei helfen, herauszufinden, was dir steht. Welche Schnitte, welche Stilrichtungen, welches Styling und welches Makeup. Da geht es nicht nur um Farben. Es gibt auch biologische Frauen, die kaum Oberweite haben und einfach von ihrer Veranlagung her wenig feminim gebaut sind. Es gibt nicht umsonst verschiedene Figurtypen.

    Und wenn dir eine gewisse Oberweite so wichtig ist, hast du schon mal über Brustimplantate nachgedacht?
    Geändert von Findefuchs (06.12.2017 um 21:46 Uhr)

  4. Für den Beitrag dankt: Rose

  5. #48
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    Standard AW: Gefangen im eigenen Körper

    Ich sagte doch mehrere Male, dass ich einen Brustaufbau hatte.

    Ich kenne ja sehr viele Transfrauen. Grob geschätzt sind 9 von 10 ohne festen Partner und suchen auch schon ewig. Vielleicht auch nur 8 von 10 ... aber doch eindeutig die Mehrheit. Partner haben meistens dann die jüngeren, die hübsch sind. Vor allem haben heterosexuelle Transfrauen Probleme, weil Männer nur in seltenen Fällen eine transidente Partnerin akzeptieren. Die meisten bleiben halt single. Tatsache.

    Und ich wiederhole nochmal: es geht mir nicht um Attraktivität. Das muss man verstehen! Es geht um eine geschlechtliche Eindeutigkeit und die verwischt bei älteren Transfrauen extrem. Das kann man nicht mit ein bisschen Körperbehaarung in der Menopause gleichsetzen. Große Hände, kräftiger Kehlkopf, breite Schultern, Halbglatze, tiefe Stimme... sowas bekommt ja keine Frau.

    Wenn man die Transition nach dem 30. Lebensjahr beginnt, wird es eher zum Glücksspiel. Kann gut gehen oder wie bei mir nicht. Mit 20 wäre mein Ergebnis sicher anders ausgefallen. Geschätzt sind 50% oder mehr mit ihren Ergebnissen nicht zufrieden. Das reicht nicht selten bis in Depressionen und auch Suizid. Unter Transmenschen ist die Suizidrate 22 Mal höher, als normal. Ich habe mehrere Male von Suiziden in unserem Bekanntenkreis gehört.

  6. #49
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    Standard AW: Gefangen im eigenen Körper

    Zitat Zitat von dunkles-sternchen Beitrag anzeigen
    Wenn man die Transition nach dem 30. Lebensjahr beginnt, wird es eher zum Glücksspiel. Kann gut gehen oder wie bei mir nicht. Mit 20 wäre mein Ergebnis sicher anders ausgefallen. Geschätzt sind 50% oder mehr mit ihren Ergebnissen nicht zufrieden. Das reicht nicht selten bis in Depressionen und auch Suizid. Unter Transmenschen ist die Suizidrate 22 Mal höher, als normal. Ich habe mehrere Male von Suiziden in unserem Bekanntenkreis gehört.
    Ja, davon habe ich gehört. Allerdings habe ich auch gehört, dass die Suizidrate genauso hoch/noch höher (?) sein soll, wenn die Betroffenen nichts unternehmen. Hättest du also nichts unternommen bzw. hätte der Arzt dir die Behandlung verweigert, würde es dir wahrscheinlich auch nicht viel besser gehen.
    Ich wünsche dir jedenfalls, dass du deinen Weg findest. Letztendlich wird dir nicht viel übrig bleiben als versuchen damit zu leben. Du wirst das Ergebnis wahrscheinlich nicht mehr ändern können.

    Warum hast du eigentlich nicht früher begonnen? (Ich möchte es nur gern wissen, ist nicht vorwurfsvoll gemeint)
    Gibt es etwas was dir hilft? Familie, Freunde?

  7. #50
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    Standard AW: Gefangen im eigenen Körper

    Warum wird das zum Glücksspiel, wenn man über 30 ist? Weil man dann schon so alt ist oder was?

    Mir hat mal eine Transfrau gesagt, dass ein beachtlicher Anteil erst mit über 30 überhaupt anfängt, zu sich zu stehen und entsprechend aktive Entscheidungen in die Wege leitet. Und die ist auch echt viel in solchen Gruppen unterwegs, bzw. steht ebenfalls mit mehreren Transleuten in Kontakt. Mir wurde von Transleuten gesagt, dass eine Angleichung nur nach der Pubertät an sich schwieriger ist.

    Ohne dir zu nahe treten zu wollen, für mich liest es sich so, als würdest du alles "sammeln" was dir wehtut, was negativ ist und was dir schadet. Und warum so vieles nicht gut läuft oder nicht klappt.

    Wie ich schon geschrieben habe: das IST alles scheiße, keine Frage. Du kannst jetzt aber alles verfluchen und weiter drin bleiben oder du versuchst dir das Glück zu erkämpfen, das du aben kannst und das dir zusteht.

    Du machst ja im Moment alles von deinem Körper abhängig. Auch deine Liebenswürdigkeit, Freundschaften und dass du ein Sozialleben hast. Und das empfinde ich als Trugschluss. Für Freundschaften ist es nämlich eigentlich sekundär, ob jemand trans ist oder nicht und wie das geklappt hat. Und auch mit diesem Körper kannst du Spaß haben, Hobbys, neue Kontakte knüpfen. Es gibt nicht nur Idioten, die dich verurteilen und die damit nicht umgehen können, es gibt auch Leute, die echt okay sind.

    Du kannst auch mit diesem Körper deine Schönheit als Frau entdecken und deine Identität als Frau haben. Auch wenn das nicht optimal verlaufen ist. Du bist weiterhin eine Frau.

    Du kannst auch einen Körper, der nicht so ist, wie du ihn haben willst pflegen und möglichst schön halten. Auch wenn es sehr schwer ist. Und der Körper so wie er jetzt ist, nicht mit deinem Empfinden zusammenpasst.

    Wenn du das Gefühl hast, dein jetziger Therapeut kann dir nicht wirklich weiterhelfen, suche dir einen anderen.

    Ich kenne mich auch nicht ausreichend aus, aber würde auch eine weitere Meinung von einem anderen Arzt helfen? Vielleicht hat die Behandlung auch einfach nicht funktioniert, weil sie falsch angegangen wurde?

  8. Für den Beitrag dankt: Sisandra

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